Live hören
Sinfonie Es-Dur, KV 16
00.03 - 06.00 Uhr Das ARD Nachtkonzert
Iannis Xenakis

Studio Neue Musik 16.10.2022 - Flugbahnen (1)

Die Musik von Iannis Xenakis bricht bei der ersten Begegnung über das unvorbereitete Publikum herein wie ein Naturereignis. Atemberaubende Glissando-Fahrten öffnen die Perspektive, sie fächern den Klangraum auf oder ziehen ihn wie ein Netz zusammen.

"Der Hörer muss gepackt und, ob er will oder nicht, in die Flugbahnen der Klänge hineingezogen werden." Diese Forderung richtete der Klangarchitekt mit einer Leidenschaft für die Urkräfte der griechischen Tragödie an sich selbst.

Studio Neue Musik 16.10.2022 - Flugbahnen (1)

WDR 3 Studio Neue Musik 18.10.2022 56:01 Min. Verfügbar bis 18.10.2023 WDR 3


Diese Erschütterungen scheinen beim Hören der Werke für Blechblasinstrumente besonders stark. Im ersten Teil unserer Neuaufnahmen mit dem Ensemble Schwerpunkt steht das frühe, Mitte der 60er entstandene "Eonta" im Fokus. Es ist eines der größten Hör-Abenteuer des griechischen Klangarchitekten. "Millionen von Tönen" prasseln hier auf die Hörenden nieder, Wolken und Wellen, Mengen und Massen. Ein Miniatur-Klavierkonzert: Klein ist hier freilich nur die Besetzung. Maximal sind dagegen die spieltechnischen Ansprüche, die alles Dagewesene in den Schatten stellen. Ein Ausbund an Rohheit und Kraft. Eine Explosion der Energie. Kaum zu glauben, dass dieses mitreißende Opus mithilfe von Computern komponiert wurde. Ergänzt wird das Programm durch weitere Frühwerke der 50er und 60er Jahre, in denen – jeweils anders – Blechblasinstrumente den Ton angeben. "Akrata": hier dominieren stroboskobartige Impulse. In "Pithoprakta" stehen zwei prominente Posaunen einem Streichorchester mit Schlagzeug gegenüber.

Iannis Xenakis
Eonta (1963-64)
für Klavier und fünf Bläser 

Lorenzo Soulés, Klavier
Ensemble Schwerpunkt
Leitung: Peter Rundel

Iannis Xenakis
Akrata (1964-65)
für 16 Blasinstrumente 

WDR Sinfonieorchester
Leitung: Elena Schwarz

Iannis Xenakis
Pithoprakta (1955-56)
für 49 Musiker:innen

WDR Sinfonieorchester
Leitung: Michel Tabachnik

Moderation: Michael Struck-Schloen
Redaktion: Harry Vogt