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Klaviermonolith - 24.02.2019

Volker Heyn

Klaviermonolith - 24.02.2019

Rätselhaft ist schon der Titel. Eine unscheinbare Zahl mit zwei Pünktchen: 203... Dahinter verbirgt sich ein selten gespieltes "Pièce de résistance", das Volker Heyn (Foto) im Jahre 1995 zu Papier brachte. Der Pianist David Holzman hatte das Stück bestellt, aber nie abgeholt.

Ian Pace sprang ein und bestritt 1997 in London die Premiere des sperrigen Dreiviertelstünders. Nun hat der englische Pianist den Klaviermonolithen im WDR Studio erstmals eingespielt. Dabei hatte Volker Heyn, der bereits mehrere querständige Stücke für Klavier – wie "Did yer hear that?" (1986) für suspendiertes piano forte, Tonband und Akteur oder "Tap" (1986) –geschrieben hat, eigentlich gar nicht geplant, ein längeres Solostück dieses Formats zu schreiben. Es sei einfach gewachsen. Gewachsen mit – oder besser aus – dem Dilemma, das dieses Instrument selbst bietet: Das Problem der Balance – zwischen den schnell verklingenden hohen und höchsten Registern, die Heyn hier besonders fordert, ja forciert und fast bis zum schrillen Trash Sound strapaziert, im Gegenüber mit den lange verklingenden, tiefen und tiefsten Register des Klaviers erkundet. 

*Volker Heyn "203.." (1995) for piano
Ian Pace - Klavier

Moderation: Bernd Künzig
Redaktion: Harry Vogt

Stand: 05.02.2019, 14:29