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Rastlose Liebe: Lieder für Klavier [2] — 30.06.2019

Hugues Dufourt

Rastlose Liebe: Lieder für Klavier [2] — 30.06.2019

Hugues Dufourt sieht sich mit seiner Serie nach Schuberts Goethe-Liedern in der Tradition von Mendelssohns »Liedern ohne Worte«. »Ich habe vor allem den mitreißenden Charakter des Originals erhalten. Die Wahrheit des Liedes liegt heute im Erdbeben

»Rastlose Liebe«: Hier zeigt sich »der Grundton« seiner Goethe Lieder: »eine untrennbare Mischung aus Exaltation, Revolte, Sehnsucht nach dem Jenseits und dem Gefühl des Fremdseins«. Unentwegtes Beginnen und irrwitziges Rennen. Ohne Rast und Ruhe.

»Erlkönig « ist das längste der Serie: eine halbe Stunde lang erstarrte, statisch eingefrorene Akkorde. Ganz im Sinne der von Goethe geschilderten Szene. Nach Freud, der für Dufourt »einen Bruch in der Rezeption der Romantik darstellt, musste man es anders« als Schubert machen. Ihm schwebte dabei »ein Bild der Bedrohung und des Schreckens vor, wo es keinerlei Bewegung mehr gibt

Dufourts Klanglandschaften erinnern an den langen Atem der Klaviersonaten von Schubert, an seine Tiepolo Serie oder auch an Franz Liszts Schubert-Lied-Transkriptionen, die über die Kammer-Intimität weit hinausgehen, fast wie kleine Opern-Szenen gestaltet sind und die hier im Gegenschnitt erklingen.

Hugues Dufourt »Rastlose Liebe« (2000) für Klavier

Franz Schubert / Franz Liszt »Rastlose Liebe« für Klavier bearbeitet

Hugues Dufourt »Erlkönig« (2006) für Klavier

Franz Schubert / Franz Liszt »Erlkönig« für Klavier bearbeitet

Jean Pierre Collot / Klavier

Moderation: Kornelia Bittmann
Redaktion: Harry Vogt

Stand: 22.08.2019, 12:29