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Das Album der Woche

CD-Cover: J.T. - Steve Earle & The Dukes

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

18. - 22. Januar 2021: J.T. - Steve Earle & The Dukes

In den 80er Jahren machte er Karriere als Rebell der Country-Musik. Seine Songs waren rauer, direkter und kritischer als der damals gängige Country-Pop aus Nashville. Dennoch glich sein Leben eher einem Rockstar-Klischee: früh griff er zu Drogen, seine Karriere brach ein, er musste ins Gefängnis. Danach blieb er clean und knüpft bis heute an seine Erfolge als Musiker wieder an.

Steve Earles Sohn, Justin Townes, schrieb – wie sein Vater – Countrymusik. Und er nahm schon früh – wie sein Vater – harte Drogen. Im August des vergangenen Jahres ist Justin Townes an einer Überdosis gestorben. Nun hat Steve Earle zehn Songs seines Sohnes gecovert. Und einen letzten, selbst geschriebenen Abschiedssong hinzugefügt. Ein Album, das ganz anders Klingt, als man nach dieser Vorgeschichte erwarten würde: heiterer, schwungvoller Country-Folk, ganz ohne Sentimentalität.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
J.T.
Steve Earle & The Dukes
New West Records/PIAS-Rough Trade

Gespielte Titel:
Montag: : I don’t care
Dienstag: Lone Pine Hill.
Mittwoch: Ain’t glad I’m leaving
Donnerstag: Harlem River Blues
Freitag: Last Words

11. - 15. Januar 2021: Pure Desmond - "Pure Desmond Plays James Bond Songs"

Pure Desmond - "Pure Desmond Plays James Bond Songs"

Er wolle klingen wie ein „Dry Martini“, so lautete die Maxime von Paul Desmond, dem Saxofonisten des legendären Quartetts von Dave Brubeck. Und wenn es überhaupt ein Kaltgetränk gibt, das mit dem Geheimagenten in Verbindung gebracht wird, dann ist es natürlich jener Cocktail.

Kino und Kaltgetränk bringt das Quartett „Pure Desmond“ jetzt auf einer neuen CD zusammen, denn die Jazzcombo widmet sich auf dem Album „Pure Desmond plays James Bond Songs“ ausschließlich der Bond’schen Filmmusik. Der Sound ist dabei so trocken, elegant und mondän wie der oben genannte Cocktail.

Denn das Quartett um den Saxofonisten Lorenz Hargassner spielt schnörkellosen, teils minimalistischen und stets transparenten Jazz ganz in der Tradition der Cool Jazz-Ära der 1950er Jahre.   

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Pure Desmond - "Pure Desmond Plays James Bond Songs"
Label: Major Music

Gespielte Titel:
Montag: Die Another Day
Dienstag: We Have All The Time In The World
Mittwoch: From Russia With Love
Donnerstag: Licence To Kill
Freitag: Diamonds Are Forever

Laura Veirs – "My Echo“

04. - 08. Januar 2021: Laura Veirs - "My Echo"

Eigentlich möchte man ja nur positiv ins neue Jahr starten. Doch das Thema unseres "Albums der Woche“ ist eine gescheiterte Ehe. Man könnte jetzt vermuten, hier ist nur Musik zu hören, die von Trübsal und totaler Verbitterung nur so strotzt. Doch Laura Veirs macht auf ihrem inzwischen elften Album "My Echo“ etwas ganz anderes.

Als Kind hatte Laura Veirs nicht wirklich viel mit Musik und Musikmachen am Hut, erst mit 19 an der Uni lernt sie Gitarre spielen. Sie gründet Bands, lernt ihren Mann, den Produzenten Tucker Martin kennen, wird mit ihm zu sowas wie dem Traum-Folk-Indie-Pärchen. Und nun erscheint ihr 11. Album "My Echo“. Es ist Laura Veirs’ Scheidungsalbum, wobei ihr Ex immer noch ihr Produzent ist. Man scheint sich also im Guten getrennt zu haben.

Doch man spürt auf dem Album "My Echo“ durchaus die Verunsicherung, die eine Sache, wie eine Scheidung oder ein Verlust auslösen kann, wenn das Leben eben einmal durchgerüttelt wird und nichts mehr so zu sein scheint, wie es einmal war. Doch die Grundstimmung von "My Echo“ ist Zuversicht. Das schafft Laura Veirs allein mit ihrer Stimme und ihrer Gitarre. Sie kreiert intime, in sich gekehrte Stimmungen. Sie starrt auf türkisfarbene Wände ("Turquoise Walls“), weil sie nicht weiß, was sie tun soll. Zwischendurch wird es leichtfüßig, wie in "Another Space and Time“, da gesellen sich Streichersounds, feine Percussion und Vogelstimmen zur Stimme und Gitarre von Laura Veirs.

"My Echo“ von Laura Veirs ist ein ruhiges, unaufgeregtes Album im positivsten Sinne, es eignet sich hervorragend, um zur Ruhe zu kommen und die Welt da draußen ein wenige zu verbannen.

Ein Musiktipp von Julia Spyker.

CD-Angaben:
Laura Veirs - "My Echo“
Label: Bella Union

Gespielte Songs:
Montag: Another Space and Time
Dienstag: Turquoise Walls
Mittwoch: Memaloose Island
Donnerstag: All the Things
Freitag: Burn too Bright