Das Album der Woche

Auf dem pinken blumenartigen Muster auf weißem Hintergrund erstreckt sich in schwarzer Schrift der Name Hattler.

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

29.11.-03.12.2021: Helmut Hattler - Sundae

Hellmut Hattler ist eine feste und vor allem verlässliche Institution in der deutschen Musikszene. Seit einem halben Jahrhundert versorgt der Jazz- und Rockbassist aus Süddeutschland seine Fans regelmäßig mit ganz unterschiedlicher Musik. Angefangen hatte alles bei der Art-Rock Band KRAAN, später feierte Hattler große Erfolge im Duo mit dem Trompeter Joo Kraus und dem Acid Jazz-Projekt TAB TWO. Seit zwanzig Jahren arbeitet der umtriebige Musiker und Produzent an seinem eigenen Projekt, das er schlicht nach sich selbst benannt hat. Hier ergänzt er sein markantes E-Bass-Spiel mit sanfter Elektronik und warmen Soulstimmen. „Sundae“ ist Hattlers jüngstes Album: eine Sammlung mit 14 instrumentalen und vokalen Songs. Sorgfältig und mit viel Liebe zum Detail produziert, aber dennoch lässig, luftig und locker.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Helmut Hattler
Sundae
Label: 36music

Gespielte Titel:
Montag: Acid Blues No. 1
Dienstag: Faking News
Mittwoch: Die Blaue Frau
Donnerstag: Can We Run
Freitag: Anaheim Jive

Albumcover "Cimetière Creóle" von Bonbon Vodou

22. - 28. November 2021: Bonbon Vodou - Cimetière Creóle

Allein die Sprache gibt ihrer Musik einen besonderen Klang. Nebenbei gehört könnte man sie für französisch halten. Doch dann klingt sie plötzlich eher portugiesisch oder noch viel fremder. Bonbon Vodou singen ihre Lieder überwiegend auf Kreol. Mit ihrem zweiten Album schlagen Oriane Lacaille und Jérémie Boucris  eine Brücke zwischen dem französischem Chanson und der Musiktradition von La Réunion – der französischen Insel im indischen Ozean. Eingebettet in afrikanische Rhythmen bekommt jeder ihrer Songs eine ganz eigene Stimmung und Klangfarbe. Ein abwechslungsreiches, vielfältiges und fesselndes Album.

EIn Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Bonbon Vodou
Cimetière Creóle
Label: Heavenly Sweetness

Gespielte Titel:
Montag: De Colère
Dienstag: Les ècailles De Chasteté
Mittwoch : Si la pluie te Mouille
Donnerstag : Cimetère Créole
Freitag : Si Rogrè

Album-Cover: "Parablas Urgentes" von Susana Baca

15. - 19. November 2021: Susanna Baca - "Parablas Urgentes"

Zehn Jahre sind seit ihrem letzten Album vergangen, jetzt meldet sich die peruanische Sängerin Susana Baca mit "Parablas Urgentes" wieder zu Wort. Und zu sagen hat die einstige (kurzzeitige) Kulturministerin noch jede Menge, die Themen gehen ihr auch nicht aus. Denn in ihren Liedern setzt sich Baca mit sozialer Gerechtigkeit und der gesellschaftlichen Schieflage in ihrem Land auseinander. Das gelingt ihr auch diesmal wieder ohne jedwede Verbitterung, Susana Baca hält gekonnt die Balance zwischen der Schönheit der Musik und der Dringlichkeit ihrer Texte. Sie besinnt sich dabei auf die Tradition der afro-peruanischen Musik und unternimmt stimmungsvolle Streifzüge durch Lateinamerika, die Karibik und Afrika.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Susana Baca
Parablas Urgentes
Label: Real World Records

Gespielte Titel:
Montag: Sorongo
Dienstag: Milonga De Mis Amores
Mittwoch: Negra Del Alma
Donnerstag: Cambalache
Freitag: Juana Azurduy

08. - 12. November 2021: Jazzmeia Horn and Her Noble Force - "Dear Love"

CD-Cover:  "Dear Love" von Jazzmeia Horn and Her Noble Force

Unser Album der Woche kommt von der Sängerin Jazzmeia Horn. Sie ist 30 Jahre, kommt aus Texas und ist Jazzsängerin, passender könnte ihr Name also nicht sein.

Vielleicht haben Sie den auch schon mal bei uns gehört, denn Jazzmeia Horn war 2018 im WDR zu Gast und hat mit der WDR Big Band Konzerte gegeben. Und das Singen mit Big Band scheint ihr richtig gut gefallen zu haben, denn sie hat auf ihrem aktuellen Album "Dear Love" eine 15-köpfige Big Band um sich geschart. Aber nicht nur das, Jazzmeia ist gerne unabhängig, und somit hat sie sich den Job der Komposition und der Produktion nicht nehmen lassen. Freiheit pur macht sich breit, wenn Jazzmeia Horn ihren verspielt-legeren Scat-Gesang zückt, dazu ihre eigene Big Band als perfekten Partner. Da hört man einfach, dass sie ihre Ikonen, wie Sarah Vaughan, Etta James, Ray Charles oder Nat King Cole genau studiert hat und ihren eigenen Stil daraus entwickelt hat. Rund geht’s bei "Lover come back to me" von Jazzmeia Horn and her Noble Force.

Ihre musikalischen Wurzeln sind Gospelsongs und viele alte Negro Spirituals, die aus der schwarzamerikanischen Kultur stammen und in Baptisten- und Episkopalkirchen im Süden zu hören sind. Von klein auf hört sie diese Songs von ihrer Großmutter und natürlich hat sie diese auch sehr früh selbst gesungen, im Hinterkopf immer den Ursprung, den all diese Songs haben. Jazzmeia Horn sagt, dass diese Tradition des Geschichtenerzählens in ihrer Familie bewahrt wurde und von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Kein Wunder also, dass Horn eine Sängerin mit Botschaft ist. So wird aus der Beatles-Zeile "Can't buy me love" durch ein Komma der Fokus auf etwas ganz anderes gerichtet "Money can't buy me, Love". Jazzmeia Horn zeigt mit "Dear Love", wie frisch ein Big Band Album daherkommen kann.

Ein Musiktipp von Julia Spyker.

CD-Angaben:
Jazzmeia Horn and Her Noble Force
"Dear Love"
Label: Empress Legacy Records

Gespielte Titel:
Montag: "Lover come back to me"
Dienstag: "Lover come back to me"
Mittwoch: "Money can't buy me, Love"
Donnerstag: "Nia"
Freitag: "Where we are"

gespielte

1. - 7. November 2021: Billy Bragg: The Million Things That Never Happened

Billy Bragg vor einem Riesenrad

Als hätte der Brexit nicht schon gereicht, kamen dann auch noch Klimawandel und Corona. Doch Billy Bragg wäre nicht Billy Bragg, wenn er dem Lockdown-Blues nicht einen gewissen Rest-Sinn abgetrotzt hätte: Zwölf neue Lieder sind entstanden, in denen sich Altersweisheit und Melancholie mischen. "Ist es Nebel, der meine Sinne umhüllt, oder schwächer werdendes Licht?" ist so eine selbstkritisch selbstironische Frage der Fragen in "Should Have Seen It Coming".

Der 1957 in England geborene Labour-Aktivist und Zaun-Zerstörer, der bei Demos gegen Apartheid und Atomenergie zwei Mal verhaftet wurde, spendete 1985 den Erlös seiner Charts-Erfolge den streikenden Bergarbeitern. Und trotz seines Mantras "Capitalism is killing music" schreibt er immer noch Lieder, die eine gelassene Zuversicht ausstrahlen und das Wunder der menschlichen Kreativität feiern.

Ein Musiktipp von Elise Schirrmacher

Album-Angaben:
Album: The Million Things That Never Happened
Billy Bragg
Label: Cooking Vinyl

Gespielte Titel:
Dienstag: Should Have Seen It Coming
Mittwoch: Good Days & Bad Days
Donnerstag: Freedom Doesn`t Come For Free
Freitag: Reflections On The Mirth Of Creativity

Blaues Emblem auf weißem Hintergrund.

25. - 29. Oktober 2021: Adam Bałdych Quintet: Poetry

Mit elf Jahren begann er Geige zu lernen, mit 13 Jahren entschied sich Adam Bałdych für den Jazz und bereits mit 16 Jahren begann seine internationale Karriere – noch vor seinem Jazzstudium in Kattowitz und dem anschließenden Stipendium in Boston. Und nicht nur mit seinem im Jazz eher untypischen Instrument besetzt Bałdychs eine winzige Nische, auch seine Inspirationsquellen sind in dieser Mixtur nicht alltäglich. Denn Bałdych verbindet Jazz mit polnischer Volksmusik und osteuropäischer Klassik und kreiert dadurch und mit seinem hymnischen und poetischen Geigenton ganz individuelle Klangwelten. In dieser Woche erscheint Bałdychs neue CD „Poetry“, an der neben seinem Quintett auch der italienische Trompeter Paolo Fresu beteiligt war.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Album: Poetry
Adam Bałdych
Label: ACT Music

Gespielte Titel:
Montag: Wish
Dienstag: Psalmody
Mittwoch: Open Sky
Donnerstag: Hyperballad
Freitag: I Remember

Album

18. - 22. Oktober 2021: The Specials: Protest Songs 1924 – 2012

Politische Songs produzieren sie schon seit Ende der 70er Jahre: die Musiker der britischen Ska-Band The Specials. Eigentlich wollten sie in diesem Jahr ein neues Ska- und Reggae-Album veröffentlichen. Doch dann kam alles anders. Pandemie, Lockdown, der Mord an George Floyd, Brexit – die Welt schien aus den Fugen zu geraten.

Deshalb haben sich The Specials entschieden, ein Album mit politischen Songs aufzunehmen. Protestlieder aus fast hundert Jahren haben sie zusammengetragen – und sich überwiegend für die Unbekannteren entschieden. Musikalisch verpackt zwischen Folk, Pop und Punk. Alte Songs, die heute aktueller sind denn je.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Album: Protest Songs 1924-2012
The Specials
Label: Universal/ Island Records

Gespielte Titel:
Montag: I don’t mind failing in this World

Albumcover: "In Her Words" von Lucy Yeghiazaryan und Vanisha Gould

11. - 15. Oktober 2021: Lucy Yeghiazaryan und Vanisha Gould: In Her Words

Ein Duo-Album rausbringen, aber dann nicht im Duo auf der Platte singen? Klingt komisch, ist aber so, und zwar bei dem Album "In Her Words" von den beiden New Yorker Sängerinnen New York: Lucy Yeghiazaryan und Vanisha Gould.

Doch genau dahinter steckt eine Idee: wir machen ein Album, das einem Kaffeeplausch zweier Freundinnen gleicht. Einmal redet oder besser singt die eine, einmal die andere, und zwar übers Frausein. Und dabei werden auch sehr ernste Themen angesprochen, wie in dem Jazzstandard "My man", der die Geschichte derjenigen erzählt, die von Männern körperlich missbraucht wurden. Ein weiterer Jazzstandard ist "Cute Boy", hier singt Vanisha Gould ganz offen über einen Schwarm, ohne die von einer Frau erwarteten Zurückhaltung. Und "Gypsy Feet" erzählt von einer ruhelosen Frau, die zwar Liebe gibt, sich aber nicht binden kann. Die Eigenkompositionen von Vanisha Gould zeichnen sich vor allem durch ihre sehr erzählerischen, pointierten Texte aus. Unterstützt werden diese durch die Besetzung. Eine Besetzung, die für ein Jazzalbum heraussticht. Denn neben dem Gitarristen Eric Zolan, dem Bassisten Dan Pappalrdo ist auch die Cellistin Kate Victor und die Geigerin Ludovica Burtone mit von der Partie. "In Her Words" zeigt, wie frisch Jazz klingen kann, indem man nur ein paar kleine Stellschrauben verstellt.

Ein Musiktipp von Julia Spyker

Album-Angaben:
Album: In Her Words
Lucy Yeghiazaryan und Vanisha Gould
Label: La Reserve Records

Gespielte Titel:
Montag: Gypsy Feet
Dienstag: My Man
Mittwoch: Look This Way
Donnerstag: Trapped In This Room
Freitag: Cute Boy

04. Oktober - 08. Oktober 2021: The Colorist Orchestra & Howe Gelb "Not on the map"

Goldfarbenes Album-Cover mit der Aufschrift "Not on the map" Colorist Orchestra & Howe Gelb.

The Colorist Orchestra aus Antwerpen beschreibt sich auf seiner Internetseite als "ungewöhnliches Pop/Kammermusik-Kollektiv". Das 8-köpfige Ensemble um die beiden Perkussionisten Aarich Jespers und Kobe Proesmans hat sich darauf spezialisiert, das Repertoire von ausgesuchten Singer-Songwritern neu zu arrangieren und dann mit den Künstlern gemeinsam auf die Bühne zu bringen. So entstanden in den letzten Jahren beachtenswerte Livealben unter anderem mit der isländischen Sängerin Emiliana Torrini und der irischen Folkmusikerin Lisa Hannigan. Die ausgefeilten Neubearbeitungen des Songmaterials gewinnen eine weitere Facette durch den Einsatz sowohl klassischer als auch selbstgebauter Instrumente.

The Colorist Orchestra: Zwei Männer in Anzügen sitzen auf einer rot ausgeleuchteten Bühne, im Hintergrund stehen Instrumente.

The Colorist Orchestra

Für das aktuelle Plattenprojekt "Not on the map" mit Gastsänger Howe Gelb, Kopf der emeritierten Wüstenrockband Giant Sand, hat The Colorist Orchestra seine Arbeitsweise geändert: der Großteil der Songs ist neu und in Zusammenarbeit mit Gelb entstanden. "Der erste Song bettelte förmlich darum, etwas Neues, Lebendigeres zu sein und nicht etwas, das schon so viele Jahre zurückliegt." erklärt Gelb.

"Not on the map" ist ein Album, das sich wie in Zeitlupe entwickelt und am Ende eine aparte Mischung aus Americana, experimenteller Filmmusik und Kammerpop bietet.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Label: Dangerbird Rec / Membran
Bestellnr: PRD76472

Gespielte Titel:
Montag: Not On The Map
Dienstag: Gentle On My Mind
Mittwoch: More Exes
Donnerstag: Tarantula
Freitag: Counting On

Cd-Cover: "The Beginner's Mind" von Sufjan Stevens & Angelo De Augustine

27. September - 01. Oktober 2021: Sufjan Stevens & Angelo De Augustine - "A Beginner’s Mind"

Eigentlich war alles ganz anders geplant: Die beiden Musiker Sufjan Stevens und Angelo De Augustine wollten sich eine Auszeit nehmen. Dazu zogen sie sich in die Hütte eines Freundes im Bundesstaat New York zurück. Der Plan war: jeder wollte für sich an neuen Songs arbeiten. Und abends trafen sie sich auf der Couch und guckten miteinander Filme an.

Gemaltes Portrait von Sufjan Stevens (l.) und Angelo De Augustine (r.). Angefertigt von Daniel Anum Jasper

Aus den Gesprächen über diese Filme entstand dann schnell die Idee zu einem gemeinsamen Konzeptalbum. 14 Songs über Filme sind so entstanden - quer durch die Genres: vom Zombie-Klassiker über Horrorfilme bis zur Cheerleader-Komödie. Diese zum Teil schrägen oder beängstigenden Inhalte hört man den Liedern nicht an: zarte, verträumte und manchmal fast hymnische Folksongs sind dabei herausgekommen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Sufjan Stevens & Angelo De Augustine
"
A Beginner’s Mind"
Asthmatic Kitty Records

Gespielte Titel:
Montag: Fictional California
Dienstag: Olympus
Mittwoch: A Beginner's Mind
Donnerstag: Reach Out
Freitag: Pillar of Souls

20. - 24. September 2021: Stan Getz Quartet & Astrud Gilberto: Live At the Berlin Jazz Festival 1966

Albumcover: "Live At the Berlin Jazz Festival 1966" von Stan Getz Quartet & Astrud Gilberto

Genau 55 Jahre ist es her, dass es auf der Bühne der Berliner Philharmonie zu einer besonderen Begegnung kam: die brasilianische Sängerin Astrud Gilberto spielte damals bei den Berliner Jazztagen ein Doppelkonzert mit dem Quartett des amerikanischen Saxofonisten Stan Getz.

Auf dem Programm standen Klassiker – zumindest aus heutiger Sicht, denn damals erlebte die Bossa Nova aus Brasilien ihren ersten richtigen Höhepunkt. Nach über fünf Jahrzehnten erscheint dieses Konzert jetzt als CD: ein entspannt spielendes Quartett begleitet eine junge melancholische (und nicht immer souveräne) Stimme. Und genau diese Mischung macht den Reiz dieser Aufnahme aus, die in ihrer Leichtigkeit, Coolness und Transparenz auch nach all den Jahren unverbraucht und zeitlos klingt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Stan Getz Quartet & Astrud Gilberto: Live At the Berlin Jazz Festival 1966
(The Lost Recordings TLR 2104038)

Gespielte Titel:
Montag: Você E Eu (Eu E Vocé)
Dienstag: It Might As Well Be Spring
Mittwoch: O Grande Amor
Donnerstag: The Shadow Of Your Smile
Freitag: The Telephone Song

13. - 17. September 2021: Laura Kipp - "Quiet Land"

Aus dem Schwäbischen hat es Laura Kipp bis nach Paris, New York und Los Angeles verschlagen und so ist es wenig verwunderlich, dass Laura Kipp auch in mehreren Sprachen singen kann. Und das tut sie auch. Auch musikalisch tritt Laura in "Quiet Land" eine spannende Jazz-Reise an, da schwingen Pop, Soul und Chanson mit.

Das Album selbst ist das Ergebnis einer perfekten Zusammenarbeit zwischen Laura und dem Bassisten und Komponisten Jens Loh. Die beiden lernten sich bei einem gemeinsamen Auftritt kennen. Und Laura hatte zu einer instrumentalen Komposition von Jens Loh einen Text geschrieben. Sie nahm sich ein Herz und zeigte es ihm. Und just hatten sich zwei gefunden, die sich perfekt ergänzten. Für das Album "Quiet Land" schrieb Jens Loh die Musik und Laura Kipp die Texte. Die Jazzsängerin agiert dabei höchst flexibel mit ihrer Stimme. Mal federleicht, wie in "S'goed niet goed", mal melancholisch schwebend, wie in "Jardin du Luxemburg", mal keck und augenzwinkernd, wie in dem Song "Stevie". "Quiet Land" ist durch seine Songs und Laura Kipp ein abwechslungsreiches Album, das sich wunderbar durchhören lässt.

Album-Angaben:
Label: GLM Music

Die Musikerin Laura Kipp

Gespielte Titel:
Montag: Quiet Song
Dienstag: Jardin du Luxemburg
Mittwoch: S'goed niet goed
Donnerstag: Stevie
Freitag: All we ever tried

06. - 10. September 2021: Eric Bibb - "Dear America"

Albumcover: "Dear America" von Eric Bobb

Blues-Gitarrist und Sänger Eric Bibb, geboren 1951 in New York, lebt seit vielen Jahren nicht mehr in den USA. Als er 13 Jahre alt war, nahm ihn sein Vater, Folksänger Leon Bibb, mit auf eine Tour durch die Sowjetunion. Auf dem Rückweg in die Vereinigten Staaten machte die Familie einen kurzen Zwischenstopp in Stockholm – ein nachhaltig beeindruckendes Erlebnis für Eric, das ihn später ganz nach Europa ziehen ließ. Hier lernte er mit "ungetrübtem europäischen Blick" seine Heimat Amerika zu sehen. Musikalisch ist er im ländlichen Blues, Gospel und Folk seines Geburtslandes verwurzelt, dazu kommen europäische und afrikanische Einflüsse. Der heute 70-jährige Bibb lebt in Schweden und bezeichnet sich als Weltbürger.

Für die Aufnahmen zu "Dear America", seinem 23. Album, ist Eric Bibb in seine Geburtsstadt New York zurückgekehrt. Unterstützt von musikalischen Gästen wie Ron Carter und Eric Gales wirft er einen kritischen aber wohlwollenden Blick auf den aktuellen Zustand der USA:

"Es ist ein Liebesbrief, weil Amerika, trotz all seiner Assoziationen mit Schmerz und seiner blutigen Geschichte, immer ein Ort der unglaublichen Hoffnung und des Optimismus war.“

"Dear America" ist ein musikalisch abwechslungsreiches und thematisch sehr aktuelles Bluesalbum, das zeigt, wie relevant diese Musik nach wie vor sein kann.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Eric Bobb

Album-Angaben:
Label: Provogue / Mascot Records
Bestellnr: PRD76472
VÖ: 10.09.2021

Gespielte Titel:
Montag: Whole Lotta Lovin’
Dienstag: Dear America
Mittwoch: Born Of A Woman
Donnerstag: Emmett’s Ghost
Freitag: Talkin’ ‘Bout A Train, pt. 1