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Das Album der Woche

Die Mitglieder der Band Jazzkantine

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

19. August - 23. August 2019: Jazzkantine - Mit Pauken und Trompeten

Rapper, Jazzmusiker und ein Hip-Hop-DJ auf der Bühne - das ist in den 90ern für Deutschland komplett neu. Die Band, die dieses Experiment wagt, heißt Jazzkantine. Sie lässt sich damals von dem amerikanischen Bandprojekt „Jazzmatazz“ inspirieren und mixt Jazz und Hip Hop zusammen. Schnell ist die Jazzkantine mit dieser Mischung erfolgreich. Bereits ein Jahr nach der Gründung bekommt die Band einen Plattenvertrag beim Majorlabel BMG. Zwei Jahre später folgt der Echo in der Kategorie „Beste Jazzproduktion“.

Cover des Albums "Mit Pauken und Trompeten" der Band Jazzkantine

Mittlerweile hat die Jazzkantine 1.500 Konzerte gespielt und feiert in diesem Jahr Jubiläum: 25 Jahre. Silberhochzeit. Die Fans bekommen zum Jubiläum ein Geschenk von der Band: Ein neues Album mit dem Namen „Mit Pauken und Trompeten“. 100 Demosongs hat die Band gesammelt und sich für 15 Songs entschieden, die es auf das Jubiläumsalbum geschafft haben.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann.

CD-Angaben:
Jazzkantine
Mit Pauken und Trompeten
Rap Nation Records
CD 176022

Gespielte Titel:
Montag: Eine Ehre
Dienstag: Lass sie doch
Mittwoch: Die wollen nur spielen
Donnerstag: Die Zeit bleibt stehen
Freitag: Tanz, Baby

Delbert McClinton - Tall, Dark & Handsome, Albumcover.

12. August - 16. August 2019: Delbert McClinton - Tall, Dark & Handsome

Delbert McClinton, geboren 1940 in Lubbock/Texas, kann auf 60 Jahre Musikkarriere inklusive 3 Grammys und Hitkompositionen unter anderem für Countrylegende Emmylou Harris oder Blueslady Bonnie Raitt zurückblicken. Aktuell befindet sich McClinton auf einer ausgedehnten Tournee durch die Vereinigten  Staaten, um sein Album "Tall, Dark & Handsome", Nummer 26 in seiner Diskographie, vorzustellen.

Delbert McClinton mit Hut.

"Es ist eine Verneigung vor dem Texas Blues, der Musik, mit der ich aufgewachsen bin", sagt der 78-jährige Sänger und Songschreiber über die Platte. Dabei hat er es dann aber doch nicht belassen. In 14 Songs, alle aus seiner Feder, schlägt er, ausgehend von seinen texanischen Wurzeln, den Bogen zu Jazz, Latin, Folk, Country, Soul und Big Band Swing.

"The Godfather of Americana" hat das Musikmagazin Rolling Stone Delbert McClinton mal genannt. Mit "Tall, Dark & Handsome" verteidigt er den verdienten Titel.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Delbert McClinton
Tall, Dark & Handsome

Hot Shot Records/Thirty Tigers
HSR002

Gespielte Titel:
Montag: Let’s get down like we used to
Dienstag: Gone to Mexico
Mittwoch: A fool like me
Donnerstag: Any other way
Freitag: No chicken on the bone

Album-Cover: Betty Carter - The Music Never Stops

05. August - 09. August 2019: Betty Carter - The Music Never Stops

Sie gehörte zu den großen Jazzsängerinnen ihrer Zeit – und doch blieb ihr die ganz große Karriere verwehrt. Betty Carters Stimme war dafür zu eigen, ihr Gesang zu sperrig. Auch wenn sie Jazzstandards interpretierte, mit denen Kolleginnen wie Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan riesige Erfolge feierten, blieb Betty Carter immer ihrer musikalischen Herkunft aus dem Bebop treu. Sie scattete, formte Silben zu virtuosen Linien, brach aus dem festen Gefüge aus, wenn sie es für musikalisch notwendig hielt.

Betty Carter beim Montreux Jazz Festival 1980

1992 gab sie im New Yorker Lincoln Center ein ganz besonderes Konzert: eine Big Band, eine kleine Combo und ein Streichensemble begleiteten sie an diesem Abend, der unter dem Motto "The Music Never Stops" stand. Die dort entstandenen Aufnahmen wurden nun zum ersten Mal veröffentlicht.

CD-Angaben:
Betty Carter
The Music Never Stops

Blue Engine Records/ Galileo MC - LC12661
EAN 0857509005179

Gespielte Titel:
Montag: The Good Life
Dienstag: Moonlight in Vermont
Mittwoch: Make it last
Donnerstag: Most Gentleman don’t like love
Freitag: Social call

29. Juli - 02. August 2019: Jacob Collier - Djesse Vol. 2

Musiker Jacob Collier vor Palmen

Vor acht Jahren wurde der Londoner Jacob Collier zum Youtube-Star. Der damals 17-Jährige coverte berühmte Musikstücke, beispielsweise von Stevie Wonder, und lud sie im Internet hoch. Dabei nahm er seine Stimme mehrfach auf, legte sie übereinander, spielte verschiedene Instrumente und mixte spektakuläre Harmonien zusammen. Von der britischen Presse wurde er schnell zum Jazz-Wunderkind gekürt. Seit gut fünf Jahren ist er nun bei Musiklegende Quincy Jones unter Vertrag und hat mittlerweile schon zwei Grammys gewonnen.  

Albumcover "Djesse Vol. 2" von Jacob Collier

Die musikalische Kreativität sprudelt aus Jacob Collier nur so heraus. In diesem Jahr veröffentlicht er deshalb ein ganzes Album-Projekt mit dem Titel „Djesse“. Das sind vier einzelne Alben mit insgesamt 40 Songs. Volume zwei ist gerade erschienen. Die Nummern darauf sind stilistisch sehr unterschiedlich und breit gefächert. So gibt es unter anderem einen Bossa Nova-Titel, afrikanische Rhythmen, Folk, Funk und Blue Grass.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann.

CD-Angaben:
Djesse Vol. 2
Jacob Collier
Decca - Best.-Nr.: 00602508030277

Gespielte Titel:
Montag: It don´t matter
Dienstag: Make me cry
Mittwoch: I heard you singing
Donnerstag: Bakumbe
Freitag: Here comes the sun

22. - 26. Juli 2019: Andrew Bird - My Finest Work Yet

Wie ist es wohl gemeint, wenn ein Künstler sein neues Album "My Finest Work Yet" nennt? Man könnte Größenwahn dahinter vermuten oder schiere Selbstzufriedenheit – im Falle des US-Amerikanischen Musikers Andrew Bird könnte aber auch pure Ironie dahinter stecken.

Albumcover "My Finest Work Yet" von Andrew Bird

Seit 1996 bewegt er sich musikalisch zwischen Folk, Indie-Pop und Weltmusik, bisher hat er 15 Alben veröffentlicht. Die selbstkomponierten Songs zum neuen Album hat er zusammen mit seiner Band komplett live eingespielt, lässig wechselt er vom Gesang zur Violine und Gitarre. Dabei heraus kamen 10 Indie-Folk-Songs, die überwiegend entspannt daher kommen und in denen herrlich gezupft, gepfiffen und gesummt wird.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
My Finest Work Yet
Andrew Bird
Concord / Universal Music

Gespielte Titel:
Montag: Olympians
Dienstag: Don the Struggle
Mittwoch: Bloodless
Freitag: Sisyphus

15. - 19. Juli 2019: Daniel Puente Encina - Sangre y sal

Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie seine Musik kennen: der chilenische Sänger, Songschreiber und Gitarrist Daniel Puente Encina hat für Filme von Fatih Akin die Musik beigesteuert – zum Beispiel für den internationalen Kino-Erfolg "Gegen die Wand".

CD-Cover: Daniel Puente Encina - Sangre y sal

Stilistisch ist er viel herumgekommen: angefangen hat er in Chile mit Punk und New Wave-Musik, später in Hamburg spielte er Rock-Ska-Punk, dann wurde seine Musik elektronisch. Heute verbindet er Jazzelemente wie Blues und Swing mit südamerikanischer Folklore, Flamenco, Afro- und Karibikrhythmen. Dabei singt er über Macht, verkrachte Existenzen, das Meer, Herkunft, Liebe und Hoffnung.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Sangre y sal
Daniel Puente Encina
Polvorosa – LC 33732

Gespielte Titel:
Montag: Sangre y sal
Dienstag: Relámpago negro
Mittwoch: Bipolar
Donnerstag: Con nocturnidad
Freitag: Love is the only sound

08. - 12. Juli 2019: Marina & The Kats - Swingsalabim

Sie nennen sich die “kleinste Big Band der Welt”. Marina & The Kats - das sind die Sängerin und Songschreiberin Marina Zettl, der Gitarrist Thomas Mauerhofer und der Bassist Peter Schönbauer. Gemeinsam zelebrieren die sie den Swing der 30er und 40er Jahre mit Haut und Haaren.

Marina & The Kats - Swingsalabim

Versteht sich von selbst, dass zu dieser Musik auch das originalgetreu nachgeschneiderte Outfit und Lindy-Hop samt Steptanzkurs gehören. Ihre Songs schreiben die Österreicher meist selbst – sie kommen leichtfüßig, beschwingt und charmant daher. Mit ihrem dritten Album scheinen sie endgültig beim Oldschool-Swing angekommen zu sein, verpassen ihm aber mit aktuellen musikalischen Elementen und ihrer Spielfreude und Frische eine aktuelle Note.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Marina & The Kats
Swingsalabim
O-Tone Music – LC 30913

Gespielte Titel:
Montag: Get on with it
Dienstag: 1000 Miles Ahead
Mittwoch: Avalon
Donnerstag: Maybe I'm in Love
Freitag: I should have known better

01. - 05. Juli 2019: Jugend Jazz Orchester NRW - Majority

Jugend Jazz Orchester NRW, Bild aus einem Konzert.

Das JugendJazzOrchester NRW wurde 1975 gegründet und war damit das erste seiner Art, einige Bundeländer haben später nachgezogen und ebenfalls eine Big Band für Nachwuchsjazzer*innen gegründet. Viele mittlerweile etablierte Künstler*innen konnten dieses Sprungbrett für sich nutzen, im Laufe von fast viereinhalb Jahrzehnten kamen bisher rund 600 Musiker*innen in den Genuss dieser Förderung auf höchstem Niveau.

CD: "Majority" des Jugend Jazz Orchesters NRW.

Regelmäßig wird die Arbeit des JJO NRW auf Tonträgern dokumentiert, und jetzt ist mit „Majority“ CD Nummer 14 erschienen. Das Cover ist in schlichten aber satten Grüntönen gehalten. Erfrischend, abwechslungsreich und ansprechend ist auch die Auswahl der Stücke: das Repertoire reicht von neu arrangierten Pop-Nummern über Songs aus Brasilien bis hin zu Eigenkompositionen. Ein klingender Beweis dafür, wie man diese Art von handgemachter Musik unterschiedlichen Generationen schmackhaft machen kann. 

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Jugendjazzorchester NRW
Majority
plusvierneun (LC 09559)
zu beziehen über www.jjonrw.de

Gespielte Titel:
Montag: Samba de Janeiro
Dienstag: Let it ride
Mittwoch: La Muerte Del Angel
Donnerstag: Triste
Freitag: Banda 8

24. - 28. Juni 2019: Rickie Lee Jones - Kicks

Rickie Lee Jones auf einer Treppe sitzend.

Vor 40 Jahren erschien Rickie Lee Jones gleichnamiges Debütalbum, dessen luftige Mischung aus Jazz, Folk und Pop („Chuck E.‘s In Love“) ihr den Spitznamen „The Duchess of Coolsville“ einbrachte. Neben eigenen Songs hat Jones aber immer auch Jazz-Standards gesungen und Coversongs auf ganz  individuelle Weise interpretiert.

Ihr aktuelles vierzehntes Album „Kicks“ besteht ausschließlich aus Fremdkompositionen, die sie sich durch teils markante Bearbeitungen der Arrangements und Instrumentierung zu eigen gemacht hat.

Das sind alles Stücke, mit denen ich aufgewachsen bin. Im Radio lief damals alles! Das Mittelwelleradio in den 1960er Jahren war der Nährboden für unser heutiges musikalisches Leben.

Das Album "Kicks" von Ricky Lee Jones

Die Auswahl auf „Kick“ erstreckt sich vom Swing der 20er über frühen Pop und Rhythm’n’Blues bis zum Softrock der 70er Jahre mit Stücken von Benny Goodman, Elton John, Lee Hazlewood, Steve Miller und Dean Martin.

Allein mit der außergewöhnlichen Wahl des Songmaterials sichert sich Jones ihr Herzoginnentum in „Coolsville“. Die brillante Ausführung erhebt sie dann sogar zur Großherzogin.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Rickie Lee Jones
Kicks
The Other Side of Desire
OSOD02

Gespielte Titel:
Montag: Lonely People
Dienstag: My Father's Gun
Mittwoch: You're Nobody Til Somebody Loves You
Donnerstag: Houston
Freitag: Mack the Knive

17. - 21. Juni 2019: Eleni Mandell - Wake Up Again

Eleni Mandell

Zwei Jahre lang fuhr die amerikanische Singer/Songwriterin Eleni Mandell regelmäßig in kalifornische Frauengefängnisse, um dort den Insassinnen Songwriting-Workshops zu geben. Inspirationen und Ideen flossen reichlich - in beide Richtungen. Die Strafgefangenen waren sichtlich bewegt, als ihre Geschichten in gemeinsamer Arbeit zu Songs wurden und Mandell zeigte sich  beeindruckt und berührt von den Lebensläufen und Schicksalen ihrer Schüler.

CD-Cover: Eleni Mandell - Wake me up again

"Das war eine sehr dankbare Aufgabe. Wenn die Frauen da rauskommen mit dem Gefühl, dass sie sich auf positive Art ausdrücken können, dann haben sie vielleicht ein Werkzeug an der Hand - die Musik – um besser ihren Weg in die Gesellschaft zurückzufinden.

Die intensive Arbeitsphase mit den Inhaftierten hat Eleni Mandell auf ihrem aktuellen Album "Wake up again" verarbeitet. In entwaffnend schlichten Songs mit eingängigen Melodien, begleitet von einer überschaubaren Band in Triobesetzung, singt Mandell von Reue, Schuld und Hoffnung. Dabei schafft sie einen Spagat zwischen Empathie und moralischem Sicherheitsabstand zu ihren Protagonisten.

CD-Angaben:
Eleni Mandell
Wake Up Again
Yep Roc Records

CD-YEP-2641AD

Gespielte Titel:
Montag: Just herself
Dienstag: Oh Mother
Mittwoch: Circumstance
Freitag: Ghost of a girl

11. - 14. Juni 2019: Inge Brandenburg - I love Jazz

Sie brachte alles mit, was man für eine große Gesangskarriere brauchte: mit ihrem großartigen, seelenvollen Gesang berührte sie die Menschen, in Musikerkreisen war sie gut vernetzt und auch an Selbstbewusstsein mangelte es ihr nicht. Gegen Ende der 50er Jahre wurde Inge Brandenburg als „deutsche Billie Holiday“ bezeichnet und galt als DIE deutsche Stimme des Jazz. Dennoch blieb ihr der große Erfolg verwehrt.

Inge Brandenburg - I love Jazz

Ihr Biograph und Filmemacher Marc Böttcher hat in verschiedenen Archiven recherchiert und 18 bisher unentdeckte Aufnahmen zu einem Album zusammengefasst. Sie sind zwischen 1959 und 1971 zusammen mit Ensembles wie dem WDR-Orchester unter Kurt Edelhagen, dem Südfunktanzorchester unter Erwin Lehn oder auch dem Klaus Doldinger Quartett entstanden. Eine schöne Gelegenheit, diese völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratene Künstlerin und Persönlichkeit wiederzuentdecken.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Inge Brandenburg
I love Jazz
Unisono Records - LC 28536 

Gespielte Titel:
Dienstag: Moritat von Mackie Messer
Mittwoch: Stella by starlight
Donnerstag: Makin‘ Whoopee
Freitag: Das Riesenrad

03. - 07. Juni 2019: Shalosh - onwards and upwards

Shalosh

Nicht ohne Grund hat das Piano-Trio "Shalosh" eine seiner neuen Kompositionen "Children of the 90's" genannt. Die drei jungen Musiker aus Tel Aviv sind als Kinder der neunziger Jahre auch dementsprechend musikalisch sozialisiert. Die drei Freunde sind mit der Rock- und Popmusik ebenso groß geworden wie mit Klassik und Jazz. Stilbarrieren kennen sie nicht, brauchen sie auch gar nicht.

Shalosh - onwards and upwards

Auch die Musik ihres dritten Album "onwards and upwards" lebt von Kontrasten, von überraschenden Wendungen und von jeder Menge Dynamik. Kurzum: mit ihrem aufbrausenden und treibenden Sound ist Shalosh Jazzband und Rockband in Personalunion - es kommt eben auf die Perspektive an.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Shalosh
onwards and upwards
ACT Music

Montag: Children of the 90’s
Dienstag: The impossible love story of Jackie and Hanan
Mittwoch: Take on me
Donnerstag: Tune for Mr. Ahmad Jamal
Freitag: Onwards and upwards

27. - 31. Mai 2019: Joan As Police Woman - Joanthology

Nachdem sie in den letzten Jahren fast alle zwei Jahre ein neues Album veröffentlicht hat, lehnt sich die US-amerikanische Musikerin Joan Wasser erstmal zurück. Zusammen mit ihrem Entdecker und Manager hat sie ihre rund 30 liebsten Songs aus ihrem Bandprojekt mit dem Namen Joan As Police Woman ausgesucht. Und dazu noch selten gespielte Nummern, Live-Mitschnitte und Coversongs gestellt.

Albumcover "Joanthology" von Joan As Police Woman

Das Ergebnis ist eine üppige Retrospektive von insgesamt drei CDs mit dem Namen "Joanthology". Ein illustrer Querschnitt, der ihre Musik in allen Facetten beleuchtet: Pop Noir trifft auf Soul und Songwritermusik, Pathos trifft auf reduzierte Intimität.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Joan As Police Woman: Joanthology
Play It Again Sam - LC 09808
EAN 5400863009410

Gespielte Titel:
Montag: I Defy
Dienstag: Tell me
Mittwoch: To be lonely
Freitag: Damned Devotion

20. - 24. Mai 2019: Mavis Staples - We get by

Marvis Staples und Ben Harper

Mitte letzten Jahres feierte sie ihren 79. Geburtstag mit zwei Konzerten in London. Zu ihrem runden Jubiläum im Juli hat sich Gospel- und Soulikone Mavis Staples selbst ein Geschenk gemacht und ihr zwölftes Studioalbum "We get by" aufgenommen, das sie auf einer ausgedehnten Tournee in den USA und Europa live präsentieren wird.

"Ich will die Welt wissen lassen, dass ich die 80 geschafft habe. Meine Fans sollen wissen, dass ich über den Berg bin und mir jetzt den Gipfel vornehme."

Album-Cover: Marvis Staples - We get by

Marvis Staples - We get by

Die elf Songs auf "We get by" stammen allesamt aus der Feder von Musiker, Komponist und Produzent Ben Harper, mit dem Staples schon vorher zusammengearbeitet hat. Als sie Harpers erste Texte für das Album las, dachte sie: "Mein Gott, er sagt alles, was gerade gesagt werden muss." Und gleichzeitig spiegeln die Songs ihr eigenes bewegtes Leben wieder und enthalten die Botschaft, die sie seit fast 70 Jahren predigt, weil sie nie ihre Aktualität zu verlieren scheint: den Aufruf zu Liebe, Glaube, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Freude. "We get by" – wir schaffen das. Ein wichtiges weil tröstliches Album in schwierigen Zeiten.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Mavis Staples
We get by
Epitaph / Anti

Gespielte Titel:
Montag: We get by
Dienstag: Anytime
Mittwoch: Brothers and sisters
Donnerstag: Chance on me
Freitag: One more change

13. - 17. Mai 2019: Hazmat Modine - Box of breath

Die Band Hazmat Modine bei einem Konzert in Wien.

Es ist ungefähr 20 Jahre her: der Sänger und Mundharmonikaspieler Wade Schumann war gerade von Michigan nach New York gezogen, um dort als Kunstdozent an der New York Academy of Art zu unterrichten. Neben seinem Beruf wollte er auch eine langgehegte Idee umsetzen: eine Band mit vier Mundharmonikas zu gründen. Glücklicherweise hat es nicht besonders lange gedauert, bis er merkte, dass so eine Besetzung nicht besonders gut funktioniert.

CD-Cover: Hazmat Modine - Box of Breath

Stattdessen legte er damals den Grundstein für das mittlerweile 8-köpfige Ensemble Hazmat Modine. Mit ihrer ungewöhnlichen Besetzung von Tuba über Geige bis Balafon erschaffen sie Weltmusik im besten Sinne. Dabei dient ihnen der Blues als Grundlage um Stile wie Calypso, Klezmer, afrikanische Klänge und rumänischen Brass-Band-Sound zu entwickeln. Kraftvoll und energetisch haben sie jegliche musikalische Scheuklappen abgelegt.

CD-Angaben:
Hazmat Modine
Box of breath
Jaro Records – LC 08648

Gespielte Titel:
Montag: Crust of bread
Dienstag: Hoarder
Mittwoch: Lazy time
Donnerstag: Dark river
Freitag: Be there

06. - 10. Mai 2019: Theo Croker: Star People Nation

Theo Croker

Theo Croker ist ein junger amerikanischer Musiker mit vielen Talenten: er spielt in erster Linie Trompete, beherrscht aber auch Keyboard und Schlagzeug. Dass er seine Musik auch komponiert und produziert, versteht sich dabei fast von selbst. Wenn Theo Croker zu seiner Trompete greift und diese an die Lippen setzt, ist sie nicht nur Musikinstrument, sondern immer auch eine Art Sprachrohr.

Theo Croker - Star People Nation

Denn auch auf seinem neuen Album "Star People Nation" befasst sich Croker mit seiner Identität und mit Fragen des menschlichen Zusammenlebens. Seine Musik ist mehr denn je eine Auseinandersetzung mit den "alltäglichen ritualen des Schwarz-Seins." Entsprechend groß ist auch die Bandbreite seiner Musik. Crokers Kompositionen sind raffiniert und rhythmisch durchdacht, komplexe Klanggewebe wechseln sich mit strahlend klaren Melodielinien ab.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
Theo Croker
Star People Nation
Sony Music

Gespielte Titel:
Montag: Portrait of William
Dienstag: Subconscious Flirtations and Titillations
Mittwoch: Getaway Gold 
Donnerstag: Alkebulan
Freitag: Wide Open

29. April - 03. Mai 2019: Salvador Sobral – Paris, Lisboa

Salvador Sobral

Mit seinem Debutalbum vor drei Jahren landete er direkt auf Platz eins der portugiesischen Charts – der junge Salvador Sobral wurde damit zum Star in seiner Heimat. Doch dann passierte etwas, womit er eigentlich gar nicht gerechnet hatte: er gewann den 62. Eurovision Song Contest in Kiew – und nichts in seinem Leben war mehr, wie es vorher war.

 Salvador Sobral - Paris, Lisboa

Das war besonders dramatisch vor dem Hintergrund, dass er schon damals schwer herzkrank war. Doch dann kam die Rettung: Salvador Sobral bekam ein Spenderherz. Nach der Transplantation kämpfte er sich Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben. Kürzlich erschien sein neues Album mit dem Namen "Paris, Lisboa". Eigentlich ein Jazzalbum – mit vielen Einflüssen aus portugiesischem Fado und Popmusik. Mit seiner wandelbaren Stimme singt Salvador Sobral Lieder voller Leichtigkeit, Energie und natürlich auch Melancholie.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Salvador Sobral
Paris, Lisboa
Warner Music International
LC 14666
EAN 0190296882906

Gespielte Titel:
Montag: Benjamin
Dienstag: Presságio
Donnerstag: Paris, Tokyo II
Freitag: Grandes Ilusiones

23. - 26. April 2019: Siril Malmedal Hauge - Uncharted Territory

Siril Malmedal Hauge

Siril Malmedal Hauge ist auf der Insel Sula vor der nordwestlichen Küste Norwegens aufgewachsen, umgeben von Bergen und Fjorden und mit einer großen Liebe für Jazz und Folkmusik, die sie zum Gesangsstudium nach Trondheim führte. Mittlerweile lebt die 27-Jährige Musikerin in Oslo, wo sie gerade ihr viertes Album aufgenommen hat.

CD-Cover: Siril Malmedal Hauge - Uncharted Territory

"Uncharted Territory" ist ihre erste Veröffentlichung auf Bugge Wesseltofts Label Jazzland Records und gleichzeitig ihr erstes Projekt als Bandleaderin. Das sind aber nicht die einzigen "unerforschten Territorien", die Hauge betreten hat. Für das Album hat sie sich eine neue Band aus bekannten Musikerkollegen zusammengestellt und neun Songs speziell für diese Besetzung komponiert und getextet. Außerdem hat sie während der Arbeit an der Musik noch Mandoline spielen gelernt.

"Diese Musik handelt von Veränderungen und Entdeckungen und von unerforschten Wegen, die ich noch nie gegangen bin", schreibt sie im Begleittext zu "Uncharted Territory" und verrät auch gleich, was den Hörer erwartet: "Folk, Pop und Jazz – alles ineinander verschmolzen."

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Album-Angaben:
Siril Malmedal Hauge: Uncharted Territory
Label: Jazzland Recordings Norway
Bestellnr.: 3779102

Gespielte Titel:
Dienstag: Uncharted Territory
Mittwoch: Transfixed
Donnerstag: All I Can Think Of
Freitag: Lonely Avenue

15. - 18. April 2019: Norah Jones - Begin Again

CD-Cover: Norah Jones, Begin Again

Das Besondere am neuen Album der neunfachen Grammy-Gewinnerin Norah Jones ist, dass es gar kein Album im eigentlichen Sinne ist. Im Untertitel heißt es auch "A Collection of Singles" – die Songs unterliegen keinem Konzept. Sie entstanden lose hintereinander im letzten Jahr ganz ohne Druck und nur aus Lust an der Musik und am Herumprobieren.

Norah Jones

Norah Jones traf sich ein paar Mal ganz zwanglos mit Musikern wie Jeff Tweedy und Thomas Bartlett im Studio. Das Ergebnis dieser Sessions sind sieben abwechslungsreiche Lieder zwischen Pop, Trip-Hop und Folk, die mal intensiv oder auch ganz entspannt daherkommen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

Album-Angaben:
Norah Jones: Begin Again
Blue Note – LC 00133
EAN 9705800115329

Gespielte Titel:
Montag: Begin Again
Dienstag: A Song with no name
Mittwoch: My heart is full
Donenrstag: Wintertime

08. - 12. April 2019: Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez - Duologue

CD-Cover: Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez - Duologue

Die musikalische Ausgangsbasis ist dieselbe, denn sowohl der Pianist Alfredo Rodriguez als auch der Percussionspieler Pedrito Martinez stammen aus Kuba und sind in Havanna groß geworden. Während Rodriguez in klassischen Konservatorien geschult wurde hat sein Mitstreiter Martinez seine Erfahrungen auf den Straßen Havannas gesammelt. Beide Musiker leben seit einigen Jahren in den USA, doch ihre musikalischen Wurzeln dominieren bis heute.

Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez

Auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Duologue“ zelebrieren die beiden Virtuosen ihre Leidenschaft für eine Musik, die ihre Qualitäten genau dann offenbart, wenn sich lateinamerikanische Klänge, Jazz und klassische Einflüsse direkt begegnen.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez: Duologue
Mack Avenue Records
MAC 1145, LC 37061

Gespielte Titel:
Montag: El Punto Cubano
Dienstag: Duologue
Mittwoch: Cosas Del Amor
Donnerstag: Thriller
Freitag: Jardín Soñador

01. - 05. April 2019: Catherine Russell - Alone Together

Grammypreisträgerin Catherine Russell

Als sie ihr erstes Soloalbum aufnahm, war sie schon Ende vierzig. Dennoch ist die US-Amerikanische Sängerin Catherine Russell keine musikalische Spätzünderin. Als Backgroundsängerin begann ihre Karriere schon ziemlich früh – sie arbeitete mit musikalische Größen wie David Bowie, Steely Dan und Cindy Lauper zusammen.

Catherine Russell - Alone Together

Nun hat sie ihr siebtes Studioalbum veröffentlicht und besinnt sich dabei ganz auf ihre musikalischen Wurzeln. Sie singt Standards aus dem American Songbook: traditionellen New Orleans Jazz, Swing und Blues. Fast schon traditionell kommt sie daher und erinnert an vergangene Zeiten und Größen wie Bessie Smith oder Etta James. Souverän und ausgeruht liegt ihre schnörkellose und klare Stimme über den schlanken Bläserarrangements.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Catherine Russell
Alone Together
Dot Time Records
LC Z4986

Gespielte Titel:
Montag: Alone Together
Dienstag: You turned the tables on me
Mittwoch: He may be your dog, but he’s wearing my collar
Donnerstag: You can’t pull the wool over my eyes
Freitag: Shake down the stars

25. - 29. März 2019: Yotam Silberstein - Future Memories

Albumcover: Yotam Silberstein - Future Memories

Ende vergangenen Jahres bat der in New York lebende israelische Gitarrist Yotam Silberstein seine Fans um finanzielle Unterstützung für die Produktion seines Albums "Future Memories" mit den Worten "Es ist mein bestes Album bisher."

Die Schwarmfinanzierung war erfolgreich, das Album wurde realisiert und so lässt sich jetzt feststellen: Silbersteins Ankündigung war keine Übertreibung.

Yotam Silberstein

Begleitet von einer grandios besetzten Band (die Rhythmusfraktion besteht aus John Patitucci am Bass und Daniel Dor am Schlagzeug, Vitor Goncalves und Glenn Zaleski wechseln sich auf dem Klavierhocker ab) hat sich der weitgereiste Silberstein auf seinem fünften Album besonders von südamerikanischer Folklore inspirieren lassen. Kombiniert mit seiner musikalischen Sozialisierung durch Jazz, Blues, israelische und arabische Musik, ergibt sich für "Future Memories" ein vielschichtiger Sound, der Silberstein als Basis für sein melodisches und ideenreiches Gitarrenspiel dient.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Yotam Silberstein
Future Memories
Label: jazz&people
Bestellnr.: OZ093CD

Gespielte Titel:
Montag: Future Memories
Dienstag: Capricho de Donga
Mittwoch: Capricho de Espanha
Donnerstag: Impedimento
Freitag: A Picture of Yafo

18. - 22. März 2019: Andrea Motis - Do Outro Lado Do Azul

Andrea Motis

Mit 14 nahm sie zusammen mit ihrem Lehrer an der Sant Andreu Musikschule in Barcelona ihr erstes Album auf. Sofort war klar: dieses Mädchen ist wahnsinnig musikalisch, hat eine glockenklare, frische Stimme, und auch an der Trompete und am Saxophon phrasiert sie unbekümmert und mit viel Drive drauf los.

Andrea Motis - Do Outro Lado Do Azul

Mittlerweile ist die Katalonin Andrea Motis 23 Jahre alt und hat schon über ein Dutzend Jazzalben aufgenommen. Auf ihrem neuesten Werk widmet sie sich der Musik Brasiliens. Dabei hat sie nicht die oft gehörten Hits ausgewählt, sondern legt ihren Fokus auf eher unbekannte Stücke. Auf "Do Outro Lado Do Azul" klingt sie erwachsener und reifer, hat aber ihre Unbekümmertheit trotzdem nicht verloren.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

Album-Angaben:
Andrea Motis
Do Outro Lado Do Azul
Verve - LC 00383

Gespielte Titel:
Montag: Pra que discutir com madame
Dienstag: Baião de quatro toques
Mittwoch: Mediterraneo
Donnerstag: Record de nit
Freitag: Choro de baile

11. - 15. März 2019: Daniel Herskedal - Voyage

Der norwegische Jazzmusiker Daniel Herskedal

Tubisten sind in der Musikwelt rar gesät, doch momentan, so scheint es, kommt Bewegung in die Klangwelt der Tieftöner. Immer mehr Musiker (und bisher noch wenige Musikerinnen) haben dieses äußerlich sperrige und eher schwerfällige Blechblasinstrument für sich entdeckt. War die Tuba bisher eher für den "Untergrund" zuständig, arbeitet sie sich stetig nach oben, übernimmt neben Rhythmus- und Bassfunktion auch Melodiepassagen. Daniel Herskedal ist ein junger Tubist aus Norwegen, und auch er löst die Tuba aus ihrem bisherigen Kontext und verleiht ihr ganz neue Funktionen: sein Tubaspiel ist fantasiereich, federnd, melodisch und auch mal melancholisch – und in jedem Fall originell.

Daniel Herskedal - Voyage

Jetzt ist Herskedal drittes Album "Voyage" erschienen, auf der die Band durch eine einzigartige Besetzung mit Klavier, Viola, Percussion und Tuba ganz neue Klangwelten an den Rändern von Jazz, Klassik und Folk erschließt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
Daniel Herskedal
Voyage
Edition Records

Gespielte Titel:
Montag: Batten Down The Hatches
Dienstag: The Horizon
Mittwoch: Chatham Dockyard
Donnerstag: Rescue-at-sea Operations
Freitag: The Gulls Are Tossed Paper In The Wind

04. - 08. März 2019: Oddgeir Berg Trio - In The End Of The Night

Album Cover "In The End Of The Night" von Oddgeir Berg Trio

Bevor sie sich zum Klaviertrio zusammengefunden haben, waren die Norweger Oddgeir Berg, Karl-Joakim Wisløff und Klaus Robert Blomvik vielbeschäftigte Sessionmusiker in der Pop- und Rockszene. Anfang vergangenen Jahres nahmen die drei Musiker ihr Debüt "Before Dawn" auf, ein Jazzalbum in der Tradition skandinavischer Klaviertrios, wie dem von Esbjörn Svensson oder Helge Lien.

Jetzt, ein knappes Jahr später, legt das Trio nach. Der imaginierte Schauplatz der zehn Kompositionen ist derselbe wie auf dem Vorgänger: aus „vor dem Morgengrauen“ wurde „das Ende der Nacht“ und auch sonst hat sich nicht viel verändert, was in diesem Fall nichts Negatives bedeutet.

Oddgeir Berg Trio

Im Vordergrund stehen Oddgeir Bergs melodische Klavierläufe und schwelgerische Harmonien, die Bassist Wisløff und Schlagzeuger Blomvik ideenreich  begleiten. Zwischendurch bricht das Trio allerdings immer wieder aus seinem locker geschnürten Akustik-Korsett aus und experimentiert mit elektronischen Sounds und Verzerrungs-Effekten, was das Album zu einem abwechslungsreichen Hörvergnügen macht.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Oddgeir Berg Trio
In The End Of The Night
Label: Ozella Music
Bestellnr.: OZ093CD

Gespielte Titel:
Montag: Way Home
Dienstag: Stars Aligned
Mittwoch: American Dream
Donnerstag: List
Freitag: Future has come

25. Februar - 01. März: Cyrille Aimée - Move On: A Sondheim Adventure

CD-Cover: Cyrille Aimée - Move on a Sondheim Adventure

Ihr letztes Album "Cyrille Aimée Live" ist noch kein Jahr alt, da gibt es schon wieder Neues aus dem Hause Aimée. Die in Brooklyn lebende Jazzsängerin hat sich jüngst eingehend mit dem Werk von Musical-Komponist Stephen Sondheim beschäftigt und jetzt die Hommage "Move on: A Sondheim Adventure" veröffentlicht.

Die 34-jährige Cyrille Aimée ist in Frankreich geboren und mit Chanson, Gypsy Swing und amerikanischer Popmusik aufgewachsen. Zu Sondheims Broadway-Songs kam sie vor ein paar Jahren, als sie in einer Show im New Yorker City Center mitwirkte - einer Kollaboration von Jazztrompeter Wynton Marsalis und Stephen Sondheim.

Ein Foto von Cyrille Aimée

Vom Jazz aus kommend hat sie nun vierzehn Musical-Liedern aus Sondheims Feder ihren persönlichen Anstrich verpasst. Ob a cappella, im Duo mit dem brasilianischen Gitarristen Diego Figgueiredo oder mit großer Bandbesetzung inklusive Bläsersektion – Aimées Interpretationen unterstreichen sowohl ihre eigene Vielfältigkeit als auch Sondheims brillantes Songwriting.

CD-Angaben:
Cyrille Aimée
"Move On: A Sondheim Adventure"
Label: Mack Avenue Records

Bestellnr.: MAC1144

Gespielte Titel:
Montag: When I get famous (intro)
Dienstag: Take me to the world
Mittwoch: With so little to be sure of
Donnerstag: So many people
Freitag: Not while I’m around

18. - 22. Februar 2019: Gemma Ray - Psychogeology

Gemma Ray

Sie macht es sich nicht leicht: die britische Musikerin Gemma Ray bewegt sich inhaltlich und musikalisch eher auf der düsteren Seite. Ihre Songs leben vom dunklen Pathos und finsterer Aura und sind doch gleichzeitig eingängige Popmusik.

Gemma Ray - Psychogeology

Pauken, Trompeten, opulenter Orchestersound und dazu scheppernde, mit viel Hall versehene Twang-Gitarren schaffen eigenwillige, üppige Klangerlebnisse, die mit ihrem Retro-Charme auch gut in einen Tarantino-Film passen würden. Angereichert wird dieser Sound durch die eingängigen, schönen Melodien der von ihr selbst komponierten Songs, die dazu führen, dass "Psychogeology" wirkt, wie aus einem Guss.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Gemma Ray
Psychogeology
Bronzerat Records

Gespielte Titel:
Montag: Death Tapes
Dienstag: Dreaming is easy
Mittwoch: Psychogeology
Donnerstag: Blossom Crawls
Freitag: Land Of Make Believe

11. - 15. Februar 2019: Gianmaria Testa - Prezioso

Der italienische Liedermacher Gianmaria Testa

Viele Jahre seines Lebens verbrachte Gianmaria Testa als Bahnhofsvorsteher im italienischen Piemont. Das Gitarrenspiel hat er sich autodidaktisch beigebracht, einen Hang zur Poesie hatte er sowieso schon immer. Entsprechend spät begann Testas musikalische Karriere, die erst mit seinem frühen Tod im März 2016 endete.

Gianmaria Testa - Prezioso

Sein Plattendebüt erschien 1995, und jetzt wird seine Diskographie posthum erweitert. Denn Testas Witwe hat noch einige Tonskizzen, Fragmente und Aufnahmen ihres verstorbenen Ehemanns gefunden und zusammen mit einem Tontechniker sorgfältig aufgearbeitet. Elf minimalistische, dafür umso ausdruckstärkere Songs sind dabei entstanden, die jetzt auf dem Album "Prezioso" ihren Platz finden. Es soll das letzte poetische und intime Kapitel eines Liedermachers sein, der gerne mal als französischster aller italienischen Sänger bezeichnet wird.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Gianmaria Testa
Prezioso
Incipit Records

Gespielte Titel:
Montag: Anche senza parlare
Dienstag: Post-moderno Rock
Mittwoch: Questa pianura
Donnerstag: Merica merica
Freitag: Sotto le stelle il mare

04. - 08. Februar 2019: Leyla McCalla - Capitalist Blues

CD-Cover: Leyla McCalla - Capitalist Blues

Geboren wurde sie in New York, ihre Wurzeln liegen in Haiti und ihre Wahlheimat ist New Orleans. In ihrer Musik verbindet die Sängerin, Songschreiberin, Cellistin und Banjospielerin Leyla McCalla all diese Einflüsse: die Traditionen der Kreolen, der Cajuns und der Haitianer, amerikanischen Folk, Bluegrass und Jazz.

Ein Foto von Leyla McCalla.

Ihr drittes Album widmet sie thematisch den Sorgen ihrer Zeit: sie singt Lieder über soziale Ungerechtigkeit, Korruption, die Macht des Geldes und den Krieg in Syrien. Eine New-Orleans-Brass-Band legt das musikalische Grundgerüst, so dass trotz der schweren Themen doch eher die musikalische Leichtigkeit überwiegt. Leyla McCallas Systemkritik klingt meist heiter und zwischendurch sogar tanzbar.

CD-Angaben:
Leyla McCalla
Capitalist Blues
Jazz Village
(PIAS)

Gespielte Titel:
Montag: Lavi vye neg
Di: The Capitalist Blues
Mi: Money is King
Do: Mize pas dous
Fr: Ain’t no use

28. Januar - 01 Februar 2019: Volker Kriegel - Biton Grooves

CD-Cover: Volker Kriegel - Biton Grooves

In den 70er und 80er Jahren produzierten die Frankfurter Biton-Studios eine Reihe sogenannter Library-Platten, Alben mit Instrumentalstücken, die als Hintergrundmusik für Radio- und Fernsehproduktionen gedacht waren und nicht im regulären Handel erschienen. Fünf solcher "Gebrauchsmusik"-Platten spielte der Frankfurter Jazzgitarrist Volker Kriegel zwischen 1974 und 1982 für Biton ein und die sind nun, fanatischen Fans und Sammlern zur großen Freude, erstmals für das breite Publikum auf CD wiederveröffentlicht worden.

37 Kompositionen von Kriegel und seinen musikalischen Begleitern (u.a. Rainer Brüninghaus – Elektro-Klavier,  Eberhard Weber und Hans-Peter Ströer – Bass, Klaus Weiss – Schlagzeug) finden sich auf der Kompilation "Biton Grooves". Die dem Zweck der Aufnahmen angepassten verhältnismäßig eingängigen Melodien und einfachen Sounds behalten durch und durch den unverwechselbaren Kriegel-Sound mit seinen schnellen melodischen Gitarrenriffs und harmonischen Akkordzerlegungen.

"Wenn diese Musik es in die Fahrstühle der Republik geschafft hätte, wie gern würde man heute Fahrstuhl fahren", schreibt Hans-Jürgen Linke in der Frankfurter Rundschau. Da hat er Recht.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Volker Kriegel
Biton Grooves
MIG (made in germany)
M1309-2

Gespielte Titel:
Montag: Just for you
Dienstag: Big tattoo
Mittwoch: Towards you
Donnerstag: El Naranjo
Freitag: Madison bold

21. - 25. Januar 2019: Carminho - Maria

CD-Cover: Carminho - Maria

Der portugiesische Fado hat schwierige Zeiten hinter sich – doch seit einigen Jahren erlebt er eine ungeahnte Renaissance. Seit 2011 gehört er sogar zum Immateriellen Kulturerbe der Unesco. Ein Grund für das Comeback des Fado sind junge Musiker, die sich mit Traditionsbewusstsein, aber auch mit neuen Ideen an diese tiefgründige Musik des Weltschmerzes heranwagen.

Ein Foto von Carminho

Schon mit ihren ersten Alben etablierte sich die Fadista Carminho in der Fado-Szene, manch einer bezeichnet sie heute schon als die "Königin des Fado". Um weg von den ausgetretenen Pfaden zu kommen, hat sie die meisten Lieder ihres neuen Albums selbst komponiert. Sie klingen gleichzeitig klassisch wie modern und werden getragen von Carminhos rauer, ungekünstelter Stimme, die beeindruckende Intensität verbreitet.

CD-Angaben:
Maria
Carminho
Parlophone Label Group
LC 30419

Gespielte Titel:
Montag gespielt:  O começo
Dienstag: O menino e a cidade
Mittwoch: Poeta
Donnerstag: Quero um cavalo de várias cores
Freitag: Se vieres

14. - 18. Januar 2019: Julian & Roman Wasserfuhr - Relaxin’ in Ireland

CD-Cover: Relaxin' in Ireland von Julian & Roman Wasserfuhr

Der Pianist Roman Wasserfuhr und sein kleiner Bruder, der Trompeter Julian stammen aus dem oberbergischen Städtchen Hückeswagen. Dass die beiden schon sehr lange zusammen Musik machen, hört man ihnen an: sie können sich blind vertrauen, der eine weiß stets, was der andere tut. Und nicht zuletzt aufgrund dieser Besonderheit, aber auch aufgrund ihrer entspannten Spielhaltung und ihres ungekünstelten Sounds zählen sie zu den gefragtesten Vertretern ihrer Generation im Bereich Jazz.

Julian & Roman Wasserfuhr mit Jörg Brinkmann

Jetzt ist ihr Album Nummer sieben erschienen: dazu sind die beiden Brüder zusammen nach Irland gereist, wo die Aufnahmen von "Relaxin‘ in Ireland" entstanden sind. Diesmal haben sie auf eine herkömmliche Bandbesetzung bewusst verzichtet, Bass und Schlagzeug weggelassen und durch den Cellisten Jörg Brinkmann ersetzt. Eine Besetzungsform, die selbst im Jazz exotisch ist und der Musik eine edle und transparente Note verleiht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Julian & Roman Wasserfuhr
Relaxin’ in Ireland
ACT Music - 9873-2, LC 07644

Gespielte Titel:
Montag: Cello bello
Dienstag: Moondance
Mittwoch: Lettercollum
Donnerstag: Später Bess
Freitag: Schnaff

07. - 11. Januar 2019: Jamie Cullum - "The Song Society Playlist"

CD-Cover: Jamie Cullum - The Song Society Playlist

Im Jahr 2003 machte sein Album "Twentysomething" ihn schlagartig zum kommerziell erfolgreichsten Jazzmusiker der britischen Geschichte. Seitdem hat Jamie Cullum etliche Alben veröffentlicht und füllt als Sänger, Pianist und Entertainer die großen Konzerthallen der Welt. Musikalisch bewegte er sich dabei immer mehr auch in Richtung Popmusik.

Für sein nun als Download-Album veröffentlichtes Projekt "The Song Society" hat er sich ein besonderes Konzept ausgedacht: er wählte Popsongs von Künstlern wie Joni Mitchell, Mark Ronson oder The Weeknd aus und versuchte, entweder allein oder in einer sehr kleinen Besetzung diese Songs innerhalb einer Stunde auf seine ganz eigene Art und Weise neu zu interpretieren. Dann nahm er das ganze direkt auf und veröffentlichte die entstandene Musik samt Film ohne große technische Nachbearbeitung auf Youtube. Erstaunlich überzeugend schafft er es, die Lieder zu seinen eigenen zu machen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Jamie Cullum
The Song Society Playlist
Island Records
– LC 00407

Gespielte Titel:
Montag: What do you mean
Dienstag: Shape of you
Mittwoch: Can't feel my face
Donnerstag: Uptown Funk
Freitag: Brick

02. - 04. Januar 2019: Various Artists - “A Day In The Life: Impressions Of Pepper”

CD-Cover: A Day In The Life: Impressions Of Pepper

Mit "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band" schrieben die Beatles vor gut 50 Jahren Musikgeschichte. Die dreizehn Songs des Konzeptalbums stellten die Popwelt auf den Kopf, indem sie musikalisch Grenzen überwanden und neue Möglichkeiten der Produktion aufzeigten. Für das Tribute-Projekt "A Day In The Life: Impressions Of Pepper" hat das Label Verve eine Reihe von internationalen Jazzmusikern der jüngeren Generation eingeladen (u.a. Keyon Harrold, Shabaka Hutchings, Miles Mosley, Mary Halvorson) die Songs der Beatles neu zu interpretieren.

Das Resultat ist ein spannendes Album mit höchst unterschiedlichen Bearbeitungen der Originaltitel, bei denen zwar die Songreihenfolge der Platte beibehalten wurde, sonst aber alle künstlerischen Freiheiten gelassen wurden.

"Was Sie auf dieser Platte hören, sind keine Cover sondern Impressionen dieser ikonischen Songs", heißt es im Begleitheft zu "Impressions Of Pepper". Und genau darin liegt der Reiz dieser musikalischen Verbeugung vor dem kreativen Höhepunkt der Beatles. Ob es freie Interpretationen der Vorlagen oder nur kurze Melodie- oder Rhythmusfragmente sind, die als Basis für die Neuaufnahmen dienten – in jedem Fall machen sich die Musiker respektvoll die Stücke zu eigen und zeigen damit eindrucksvoll die bis heute wirkende inspiratorische Kraft des 1967 erschienen Albums.

Ganz nebenbei ist "Impressions Of Pepper" ein guter Einblick in die Vielseitigkeit der jungen britischen und amerikanischen Avantgarde-Jazzszene.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Various Artists
Label: Verve
Bestellnr.: 00602577085765

Gespielte Titel:
Mittwoch: Keyon Harrold – She’s leaving home
Donnerstag: Sullivan Fortner – When I’m sixty-four
Freitag: Mary Halvorson – With a little help fro