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Das Album der Woche

Verschiedene Album-Cover

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

23. - 26. April 2019: Siril Malmedal Hauge - Uncharted Territory

Siril Malmedal Hauge

Siril Malmedal Hauge ist auf der Insel Sula vor der nordwestlichen Küste Norwegens aufgewachsen, umgeben von Bergen und Fjorden und mit einer großen Liebe für Jazz und Folkmusik, die sie zum Gesangsstudium nach Trondheim führte. Mittlerweile lebt die 27-Jährige Musikerin in Oslo, wo sie gerade ihr viertes Album aufgenommen hat.

CD-Cover: Siril Malmedal Hauge - Uncharted Territory

"Uncharted Territory" ist ihre erste Veröffentlichung auf Bugge Wesseltofts Label Jazzland Records und gleichzeitig ihr erstes Projekt als Bandleaderin. Das sind aber nicht die einzigen "unerforschten Territorien", die Hauge betreten hat. Für das Album hat sie sich eine neue Band aus bekannten Musikerkollegen zusammengestellt und neun Songs speziell für diese Besetzung komponiert und getextet. Außerdem hat sie während der Arbeit an der Musik noch Mandoline spielen gelernt.

"Diese Musik handelt von Veränderungen und Entdeckungen und von unerforschten Wegen, die ich noch nie gegangen bin", schreibt sie im Begleittext zu "Uncharted Territory" und verrät auch gleich, was den Hörer erwartet: "Folk, Pop und Jazz – alles ineinander verschmolzen."

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Album-Angaben:
Siril Malmedal Hauge: Uncharted Territory
Label: Jazzland Recordings Norway
Bestellnr.: 3779102

Gespielte Titel:
Dienstag: Uncharted Territory
Mittwoch: Transfixed
Donnerstag: All I Can Think Of
Freitag: Lonely Avenue

15. - 18. April 2019: Norah Jones - Begin Again

CD-Cover: Norah Jones, Begin Again

Das Besondere am neuen Album der neunfachen Grammy-Gewinnerin Norah Jones ist, dass es gar kein Album im eigentlichen Sinne ist. Im Untertitel heißt es auch "A Collection of Singles" – die Songs unterliegen keinem Konzept. Sie entstanden lose hintereinander im letzten Jahr ganz ohne Druck und nur aus Lust an der Musik und am Herumprobieren.

Norah Jones

Norah Jones traf sich ein paar Mal ganz zwanglos mit Musikern wie Jeff Tweedy und Thomas Bartlett im Studio. Das Ergebnis dieser Sessions sind sieben abwechslungsreiche Lieder zwischen Pop, Trip-Hop und Folk, die mal intensiv oder auch ganz entspannt daherkommen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

Album-Angaben:
Norah Jones: Begin Again
Blue Note – LC 00133
EAN 9705800115329

Gespielte Titel:
Montag: Begin Again
Dienstag: A Song with no name
Mittwoch: My heart is full
Donenrstag: Wintertime

08. - 12. April 2019: Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez - Duologue

CD-Cover: Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez - Duologue

Die musikalische Ausgangsbasis ist dieselbe, denn sowohl der Pianist Alfredo Rodriguez als auch der Percussionspieler Pedrito Martinez stammen aus Kuba und sind in Havanna groß geworden. Während Rodriguez in klassischen Konservatorien geschult wurde hat sein Mitstreiter Martinez seine Erfahrungen auf den Straßen Havannas gesammelt. Beide Musiker leben seit einigen Jahren in den USA, doch ihre musikalischen Wurzeln dominieren bis heute.

Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez

Auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Duologue“ zelebrieren die beiden Virtuosen ihre Leidenschaft für eine Musik, die ihre Qualitäten genau dann offenbart, wenn sich lateinamerikanische Klänge, Jazz und klassische Einflüsse direkt begegnen.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
Alfredo Rodriguez & Pedrito Martinez: Duologue
Mack Avenue Records
MAC 1145, LC 37061

Gespielte Titel:
Montag: El Punto Cubano
Dienstag: Duologue
Mittwoch: Cosas Del Amor
Donnerstag: Thriller
Freitag: Jardín Soñador

01. - 05. April 2019: Catherine Russell - Alone Together

Grammypreisträgerin Catherine Russell

Als sie ihr erstes Soloalbum aufnahm, war sie schon Ende vierzig. Dennoch ist die US-Amerikanische Sängerin Catherine Russell keine musikalische Spätzünderin. Als Backgroundsängerin begann ihre Karriere schon ziemlich früh – sie arbeitete mit musikalische Größen wie David Bowie, Steely Dan und Cindy Lauper zusammen.

Catherine Russell - Alone Together

Nun hat sie ihr siebtes Studioalbum veröffentlicht und besinnt sich dabei ganz auf ihre musikalischen Wurzeln. Sie singt Standards aus dem American Songbook: traditionellen New Orleans Jazz, Swing und Blues. Fast schon traditionell kommt sie daher und erinnert an vergangene Zeiten und Größen wie Bessie Smith oder Etta James. Souverän und ausgeruht liegt ihre schnörkellose und klare Stimme über den schlanken Bläserarrangements.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Catherine Russell
Alone Together
Dot Time Records
LC Z4986

Gespielte Titel:
Montag: Alone Together
Dienstag: You turned the tables on me
Mittwoch: He may be your dog, but he’s wearing my collar
Donnerstag: You can’t pull the wool over my eyes
Freitag: Shake down the stars

25. - 29. März 2019: Yotam Silberstein - Future Memories

Albumcover: Yotam Silberstein - Future Memories

Ende vergangenen Jahres bat der in New York lebende israelische Gitarrist Yotam Silberstein seine Fans um finanzielle Unterstützung für die Produktion seines Albums "Future Memories" mit den Worten "Es ist mein bestes Album bisher."

Die Schwarmfinanzierung war erfolgreich, das Album wurde realisiert und so lässt sich jetzt feststellen: Silbersteins Ankündigung war keine Übertreibung.

Yotam Silberstein

Begleitet von einer grandios besetzten Band (die Rhythmusfraktion besteht aus John Patitucci am Bass und Daniel Dor am Schlagzeug, Vitor Goncalves und Glenn Zaleski wechseln sich auf dem Klavierhocker ab) hat sich der weitgereiste Silberstein auf seinem fünften Album besonders von südamerikanischer Folklore inspirieren lassen. Kombiniert mit seiner musikalischen Sozialisierung durch Jazz, Blues, israelische und arabische Musik, ergibt sich für "Future Memories" ein vielschichtiger Sound, der Silberstein als Basis für sein melodisches und ideenreiches Gitarrenspiel dient.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Yotam Silberstein
Future Memories
Label: jazz&people
Bestellnr.: OZ093CD

Gespielte Titel:
Montag: Future Memories
Dienstag: Capricho de Donga
Mittwoch: Capricho de Espanha
Donnerstag: Impedimento
Freitag: A Picture of Yafo

18. - 22. März 2019: Andrea Motis - Do Outro Lado Do Azul

Andrea Motis

Mit 14 nahm sie zusammen mit ihrem Lehrer an der Sant Andreu Musikschule in Barcelona ihr erstes Album auf. Sofort war klar: dieses Mädchen ist wahnsinnig musikalisch, hat eine glockenklare, frische Stimme, und auch an der Trompete und am Saxophon phrasiert sie unbekümmert und mit viel Drive drauf los.

Andrea Motis - Do Outro Lado Do Azul

Mittlerweile ist die Katalonin Andrea Motis 23 Jahre alt und hat schon über ein Dutzend Jazzalben aufgenommen. Auf ihrem neuesten Werk widmet sie sich der Musik Brasiliens. Dabei hat sie nicht die oft gehörten Hits ausgewählt, sondern legt ihren Fokus auf eher unbekannte Stücke. Auf "Do Outro Lado Do Azul" klingt sie erwachsener und reifer, hat aber ihre Unbekümmertheit trotzdem nicht verloren.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

Album-Angaben:
Andrea Motis
Do Outro Lado Do Azul
Verve - LC 00383

Gespielte Titel:
Montag: Pra que discutir com madame
Dienstag: Baião de quatro toques
Mittwoch: Mediterraneo
Donnerstag: Record de nit
Freitag: Choro de baile

11. - 15. März 2019: Daniel Herskedal - Voyage

Der norwegische Jazzmusiker Daniel Herskedal

Tubisten sind in der Musikwelt rar gesät, doch momentan, so scheint es, kommt Bewegung in die Klangwelt der Tieftöner. Immer mehr Musiker (und bisher noch wenige Musikerinnen) haben dieses äußerlich sperrige und eher schwerfällige Blechblasinstrument für sich entdeckt. War die Tuba bisher eher für den "Untergrund" zuständig, arbeitet sie sich stetig nach oben, übernimmt neben Rhythmus- und Bassfunktion auch Melodiepassagen. Daniel Herskedal ist ein junger Tubist aus Norwegen, und auch er löst die Tuba aus ihrem bisherigen Kontext und verleiht ihr ganz neue Funktionen: sein Tubaspiel ist fantasiereich, federnd, melodisch und auch mal melancholisch – und in jedem Fall originell.

Daniel Herskedal - Voyage

Jetzt ist Herskedal drittes Album "Voyage" erschienen, auf der die Band durch eine einzigartige Besetzung mit Klavier, Viola, Percussion und Tuba ganz neue Klangwelten an den Rändern von Jazz, Klassik und Folk erschließt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
Daniel Herskedal
Voyage
Edition Records

Gespielte Titel:
Montag: Batten Down The Hatches
Dienstag: The Horizon
Mittwoch: Chatham Dockyard
Donnerstag: Rescue-at-sea Operations
Freitag: The Gulls Are Tossed Paper In The Wind

04. - 08. März 2019: Oddgeir Berg Trio - In The End Of The Night

Album Cover "In The End Of The Night" von Oddgeir Berg Trio

Bevor sie sich zum Klaviertrio zusammengefunden haben, waren die Norweger Oddgeir Berg, Karl-Joakim Wisløff und Klaus Robert Blomvik vielbeschäftigte Sessionmusiker in der Pop- und Rockszene. Anfang vergangenen Jahres nahmen die drei Musiker ihr Debüt "Before Dawn" auf, ein Jazzalbum in der Tradition skandinavischer Klaviertrios, wie dem von Esbjörn Svensson oder Helge Lien.

Jetzt, ein knappes Jahr später, legt das Trio nach. Der imaginierte Schauplatz der zehn Kompositionen ist derselbe wie auf dem Vorgänger: aus „vor dem Morgengrauen“ wurde „das Ende der Nacht“ und auch sonst hat sich nicht viel verändert, was in diesem Fall nichts Negatives bedeutet.

Oddgeir Berg Trio

Im Vordergrund stehen Oddgeir Bergs melodische Klavierläufe und schwelgerische Harmonien, die Bassist Wisløff und Schlagzeuger Blomvik ideenreich  begleiten. Zwischendurch bricht das Trio allerdings immer wieder aus seinem locker geschnürten Akustik-Korsett aus und experimentiert mit elektronischen Sounds und Verzerrungs-Effekten, was das Album zu einem abwechslungsreichen Hörvergnügen macht.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Oddgeir Berg Trio
In The End Of The Night
Label: Ozella Music
Bestellnr.: OZ093CD

Gespielte Titel:
Montag: Way Home
Dienstag: Stars Aligned
Mittwoch: American Dream
Donnerstag: List
Freitag: Future has come

25. Februar - 01. März: Cyrille Aimée - Move On: A Sondheim Adventure

CD-Cover: Cyrille Aimée - Move on a Sondheim Adventure

Ihr letztes Album "Cyrille Aimée Live" ist noch kein Jahr alt, da gibt es schon wieder Neues aus dem Hause Aimée. Die in Brooklyn lebende Jazzsängerin hat sich jüngst eingehend mit dem Werk von Musical-Komponist Stephen Sondheim beschäftigt und jetzt die Hommage "Move on: A Sondheim Adventure" veröffentlicht.

Die 34-jährige Cyrille Aimée ist in Frankreich geboren und mit Chanson, Gypsy Swing und amerikanischer Popmusik aufgewachsen. Zu Sondheims Broadway-Songs kam sie vor ein paar Jahren, als sie in einer Show im New Yorker City Center mitwirkte - einer Kollaboration von Jazztrompeter Wynton Marsalis und Stephen Sondheim.

Ein Foto von Cyrille Aimée

Vom Jazz aus kommend hat sie nun vierzehn Musical-Liedern aus Sondheims Feder ihren persönlichen Anstrich verpasst. Ob a cappella, im Duo mit dem brasilianischen Gitarristen Diego Figgueiredo oder mit großer Bandbesetzung inklusive Bläsersektion – Aimées Interpretationen unterstreichen sowohl ihre eigene Vielfältigkeit als auch Sondheims brillantes Songwriting.

CD-Angaben:
Cyrille Aimée
"Move On: A Sondheim Adventure"
Label: Mack Avenue Records

Bestellnr.: MAC1144

Gespielte Titel:
Montag: When I get famous (intro)
Dienstag: Take me to the world
Mittwoch: With so little to be sure of
Donnerstag: So many people
Freitag: Not while I’m around

18. - 22. Februar 2019: Gemma Ray - Psychogeology

Gemma Ray

Sie macht es sich nicht leicht: die britische Musikerin Gemma Ray bewegt sich inhaltlich und musikalisch eher auf der düsteren Seite. Ihre Songs leben vom dunklen Pathos und finsterer Aura und sind doch gleichzeitig eingängige Popmusik.

Gemma Ray - Psychogeology

Pauken, Trompeten, opulenter Orchestersound und dazu scheppernde, mit viel Hall versehene Twang-Gitarren schaffen eigenwillige, üppige Klangerlebnisse, die mit ihrem Retro-Charme auch gut in einen Tarantino-Film passen würden. Angereichert wird dieser Sound durch die eingängigen, schönen Melodien der von ihr selbst komponierten Songs, die dazu führen, dass "Psychogeology" wirkt, wie aus einem Guss.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Gemma Ray
Psychogeology
Bronzerat Records

Gespielte Titel:
Montag: Death Tapes
Dienstag: Dreaming is easy
Mittwoch: Psychogeology
Donnerstag: Blossom Crawls
Freitag: Land Of Make Believe

11. - 15. Februar 2019: Gianmaria Testa - Prezioso

Der italienische Liedermacher Gianmaria Testa

Viele Jahre seines Lebens verbrachte Gianmaria Testa als Bahnhofsvorsteher im italienischen Piemont. Das Gitarrenspiel hat er sich autodidaktisch beigebracht, einen Hang zur Poesie hatte er sowieso schon immer. Entsprechend spät begann Testas musikalische Karriere, die erst mit seinem frühen Tod im März 2016 endete.

Gianmaria Testa - Prezioso

Sein Plattendebüt erschien 1995, und jetzt wird seine Diskographie posthum erweitert. Denn Testas Witwe hat noch einige Tonskizzen, Fragmente und Aufnahmen ihres verstorbenen Ehemanns gefunden und zusammen mit einem Tontechniker sorgfältig aufgearbeitet. Elf minimalistische, dafür umso ausdruckstärkere Songs sind dabei entstanden, die jetzt auf dem Album "Prezioso" ihren Platz finden. Es soll das letzte poetische und intime Kapitel eines Liedermachers sein, der gerne mal als französischster aller italienischen Sänger bezeichnet wird.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Gianmaria Testa
Prezioso
Incipit Records

Gespielte Titel:
Montag: Anche senza parlare
Dienstag: Post-moderno Rock
Mittwoch: Questa pianura
Donnerstag: Merica merica
Freitag: Sotto le stelle il mare

04. - 08. Februar 2019: Leyla McCalla - Capitalist Blues

CD-Cover: Leyla McCalla - Capitalist Blues

Geboren wurde sie in New York, ihre Wurzeln liegen in Haiti und ihre Wahlheimat ist New Orleans. In ihrer Musik verbindet die Sängerin, Songschreiberin, Cellistin und Banjospielerin Leyla McCalla all diese Einflüsse: die Traditionen der Kreolen, der Cajuns und der Haitianer, amerikanischen Folk, Bluegrass und Jazz.

Ein Foto von Leyla McCalla.

Ihr drittes Album widmet sie thematisch den Sorgen ihrer Zeit: sie singt Lieder über soziale Ungerechtigkeit, Korruption, die Macht des Geldes und den Krieg in Syrien. Eine New-Orleans-Brass-Band legt das musikalische Grundgerüst, so dass trotz der schweren Themen doch eher die musikalische Leichtigkeit überwiegt. Leyla McCallas Systemkritik klingt meist heiter und zwischendurch sogar tanzbar.

CD-Angaben:
Leyla McCalla
Capitalist Blues
Jazz Village
(PIAS)

Gespielte Titel:
Montag: Lavi vye neg
Di: The Capitalist Blues
Mi: Money is King
Do: Mize pas dous
Fr: Ain’t no use

28. Januar - 01 Februar 2019: Volker Kriegel - Biton Grooves

CD-Cover: Volker Kriegel - Biton Grooves

In den 70er und 80er Jahren produzierten die Frankfurter Biton-Studios eine Reihe sogenannter Library-Platten, Alben mit Instrumentalstücken, die als Hintergrundmusik für Radio- und Fernsehproduktionen gedacht waren und nicht im regulären Handel erschienen. Fünf solcher "Gebrauchsmusik"-Platten spielte der Frankfurter Jazzgitarrist Volker Kriegel zwischen 1974 und 1982 für Biton ein und die sind nun, fanatischen Fans und Sammlern zur großen Freude, erstmals für das breite Publikum auf CD wiederveröffentlicht worden.

37 Kompositionen von Kriegel und seinen musikalischen Begleitern (u.a. Rainer Brüninghaus – Elektro-Klavier,  Eberhard Weber und Hans-Peter Ströer – Bass, Klaus Weiss – Schlagzeug) finden sich auf der Kompilation "Biton Grooves". Die dem Zweck der Aufnahmen angepassten verhältnismäßig eingängigen Melodien und einfachen Sounds behalten durch und durch den unverwechselbaren Kriegel-Sound mit seinen schnellen melodischen Gitarrenriffs und harmonischen Akkordzerlegungen.

"Wenn diese Musik es in die Fahrstühle der Republik geschafft hätte, wie gern würde man heute Fahrstuhl fahren", schreibt Hans-Jürgen Linke in der Frankfurter Rundschau. Da hat er Recht.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Volker Kriegel
Biton Grooves
MIG (made in germany)
M1309-2

Gespielte Titel:
Montag: Just for you
Dienstag: Big tattoo
Mittwoch: Towards you
Donnerstag: El Naranjo
Freitag: Madison bold

21. - 25. Januar 2019: Carminho - Maria

CD-Cover: Carminho - Maria

Der portugiesische Fado hat schwierige Zeiten hinter sich – doch seit einigen Jahren erlebt er eine ungeahnte Renaissance. Seit 2011 gehört er sogar zum Immateriellen Kulturerbe der Unesco. Ein Grund für das Comeback des Fado sind junge Musiker, die sich mit Traditionsbewusstsein, aber auch mit neuen Ideen an diese tiefgründige Musik des Weltschmerzes heranwagen.

Ein Foto von Carminho

Schon mit ihren ersten Alben etablierte sich die Fadista Carminho in der Fado-Szene, manch einer bezeichnet sie heute schon als die "Königin des Fado". Um weg von den ausgetretenen Pfaden zu kommen, hat sie die meisten Lieder ihres neuen Albums selbst komponiert. Sie klingen gleichzeitig klassisch wie modern und werden getragen von Carminhos rauer, ungekünstelter Stimme, die beeindruckende Intensität verbreitet.

CD-Angaben:
Maria
Carminho
Parlophone Label Group
LC 30419

Gespielte Titel:
Montag gespielt:  O começo
Dienstag: O menino e a cidade
Mittwoch: Poeta
Donnerstag: Quero um cavalo de várias cores
Freitag: Se vieres

14. - 18. Januar 2019: Julian & Roman Wasserfuhr - Relaxin’ in Ireland

CD-Cover: Relaxin' in Ireland von Julian & Roman Wasserfuhr

Der Pianist Roman Wasserfuhr und sein kleiner Bruder, der Trompeter Julian stammen aus dem oberbergischen Städtchen Hückeswagen. Dass die beiden schon sehr lange zusammen Musik machen, hört man ihnen an: sie können sich blind vertrauen, der eine weiß stets, was der andere tut. Und nicht zuletzt aufgrund dieser Besonderheit, aber auch aufgrund ihrer entspannten Spielhaltung und ihres ungekünstelten Sounds zählen sie zu den gefragtesten Vertretern ihrer Generation im Bereich Jazz.

Julian & Roman Wasserfuhr mit Jörg Brinkmann

Jetzt ist ihr Album Nummer sieben erschienen: dazu sind die beiden Brüder zusammen nach Irland gereist, wo die Aufnahmen von "Relaxin‘ in Ireland" entstanden sind. Diesmal haben sie auf eine herkömmliche Bandbesetzung bewusst verzichtet, Bass und Schlagzeug weggelassen und durch den Cellisten Jörg Brinkmann ersetzt. Eine Besetzungsform, die selbst im Jazz exotisch ist und der Musik eine edle und transparente Note verleiht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Julian & Roman Wasserfuhr
Relaxin’ in Ireland
ACT Music - 9873-2, LC 07644

Gespielte Titel:
Montag: Cello bello
Dienstag: Moondance
Mittwoch: Lettercollum
Donnerstag: Später Bess
Freitag: Schnaff

07. - 11. Januar 2019: Jamie Cullum - "The Song Society Playlist"

CD-Cover: Jamie Cullum - The Song Society Playlist

Im Jahr 2003 machte sein Album "Twentysomething" ihn schlagartig zum kommerziell erfolgreichsten Jazzmusiker der britischen Geschichte. Seitdem hat Jamie Cullum etliche Alben veröffentlicht und füllt als Sänger, Pianist und Entertainer die großen Konzerthallen der Welt. Musikalisch bewegte er sich dabei immer mehr auch in Richtung Popmusik.

Für sein nun als Download-Album veröffentlichtes Projekt "The Song Society" hat er sich ein besonderes Konzept ausgedacht: er wählte Popsongs von Künstlern wie Joni Mitchell, Mark Ronson oder The Weeknd aus und versuchte, entweder allein oder in einer sehr kleinen Besetzung diese Songs innerhalb einer Stunde auf seine ganz eigene Art und Weise neu zu interpretieren. Dann nahm er das ganze direkt auf und veröffentlichte die entstandene Musik samt Film ohne große technische Nachbearbeitung auf Youtube. Erstaunlich überzeugend schafft er es, die Lieder zu seinen eigenen zu machen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Jamie Cullum
The Song Society Playlist
Island Records
– LC 00407

Gespielte Titel:
Montag: What do you mean
Dienstag: Shape of you
Mittwoch: Can't feel my face
Donnerstag: Uptown Funk
Freitag: Brick

02. - 04. Januar 2019: Various Artists - “A Day In The Life: Impressions Of Pepper”

CD-Cover: A Day In The Life: Impressions Of Pepper

Mit "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band" schrieben die Beatles vor gut 50 Jahren Musikgeschichte. Die dreizehn Songs des Konzeptalbums stellten die Popwelt auf den Kopf, indem sie musikalisch Grenzen überwanden und neue Möglichkeiten der Produktion aufzeigten. Für das Tribute-Projekt "A Day In The Life: Impressions Of Pepper" hat das Label Verve eine Reihe von internationalen Jazzmusikern der jüngeren Generation eingeladen (u.a. Keyon Harrold, Shabaka Hutchings, Miles Mosley, Mary Halvorson) die Songs der Beatles neu zu interpretieren.

Das Resultat ist ein spannendes Album mit höchst unterschiedlichen Bearbeitungen der Originaltitel, bei denen zwar die Songreihenfolge der Platte beibehalten wurde, sonst aber alle künstlerischen Freiheiten gelassen wurden.

"Was Sie auf dieser Platte hören, sind keine Cover sondern Impressionen dieser ikonischen Songs", heißt es im Begleitheft zu "Impressions Of Pepper". Und genau darin liegt der Reiz dieser musikalischen Verbeugung vor dem kreativen Höhepunkt der Beatles. Ob es freie Interpretationen der Vorlagen oder nur kurze Melodie- oder Rhythmusfragmente sind, die als Basis für die Neuaufnahmen dienten – in jedem Fall machen sich die Musiker respektvoll die Stücke zu eigen und zeigen damit eindrucksvoll die bis heute wirkende inspiratorische Kraft des 1967 erschienen Albums.

Ganz nebenbei ist "Impressions Of Pepper" ein guter Einblick in die Vielseitigkeit der jungen britischen und amerikanischen Avantgarde-Jazzszene.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Various Artists
Label: Verve
Bestellnr.: 00602577085765

Gespielte Titel:
Mittwoch: Keyon Harrold – She’s leaving home
Donnerstag: Sullivan Fortner – When I’m sixty-four
Freitag: Mary Halvorson – With a little help fro

Stand: 20.03.2019, 15:46