Das Album der Woche

Verschiedene Album-Cover

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

11. - 14. Dezember 2017: Ella Fitzgerald: Live at Zardi's

Das CD-Cover von Ella Fitzgeralds Aufnahme "Ella at Zardis".

In diesem Jahr wäre sie einhundert Jahre alt geworden, die „First Lady des JazzElla Fitzgerald. 60 Jahre Karriere, 14 Grammys, mehr als 40 Millionen verkaufte Alben – sie gehörte zu den erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten.

Man könnte meinen, dass von so einem Superstar mittlerweile jeder mitgeschnittene Ton veröffentlicht worden sei, doch das stimmt nicht ganz: im Februar 1956 gab Ella Fitzgerald ein Konzert im Nachtclub „Zardi’s Jazzland“ in Hollywood. Eigentlich sollte der Mitschnitt auf Platte gepresst werden, doch weil so schnell danach das legendäre Cole-Porter-Album auf den Markt kommen sollte, blieben die Aufnahmen im Archiv - bis heute. 21 bisher unveröffentlichte Aufnahmen voller Energie, Dynamik und Drive. Ella Fitzgerald in Bestform.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

Album-Angaben:
Ella Fitzgerald
Live at Zardi`s
Verve - LC 00383

Gespielte Titel:
Montag: It All Depends on You
Dienstag: The Angels Sing

4. - 8. Dezember 2017: Micatone: The Crack

Album-Cover: The Crack

Kurz vor der Jahrtausendwende trat in Berlin das Bandprojekt Micatone um Sängerin Lisa Bassenge auf den Plan und verband auf originelle Weise elektronische Sounds mit akustisch eingespielten Instrumenten. Schon damals griffen die Schubladenbegriffe "NuJazz" oder "Lounge" zu kurz und wurden dem vielschichtigen Sound der Band nicht gerecht.

"The crack is wider now" - "Der Riss ist größer geworden" – singt Lisa Bassenge auf "The Crack", dem fünften Album von Micatone. Durch diesen Riss hat sich der Blues seinen Weg gebahnt. In neun atmosphärisch dichten Songs nimmt sich die Band weitgehend zurück und lässt Bassenges Gesang und ihren Geschichten über die tragischen Momente im Leben, Raum zur wohlig-melancholischen Entfaltung.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Album-Angaben:
Micatone: The Crack
Label: Sonar Kollektiv
Bestellnr.: SK345LP

Gespielte Titel:
Montag: The Crack
Dienstag: Shell Song
Mittwoch: Black Dog
Donnerstag: What if the fire was fake
Freitag: All gone

27. November - 1. Dezember 2017: The Oscar Peterson Trio + The Singers Unlimited: In Tune

Albumcover: The Oscar Peterson Trio + The Singers Unlimited: In Tune

Treffen sich ein schwäbischer Millionenerbe, ein kanadischer Pianist und vier Sänger aus Chicago im Schwarzwald… Klingt wie der Anfang eines flachen Musikerwitzes, ist es aber nicht. Der Klaviergigant Oscar Peterson hatte alles eingefädelt, er vermittelte den Kontakt zwischen dem damals noch relativ unbekannten Chicagoer A-Capella-Ensemble Singers Unlimited und dem Schwarzwälder Jazzlabel "Musikproduktion Schwarzwald", kurz: MPS. 1971 nahmen sie zusammen mit dem Oscar Peterson Trio ihr erstes Album dort auf, es war der Beginn einer großartigen Erfolgsgeschichte. Nachdem dieses spektakuläre Album lange vergriffen war, erscheint es nun neu.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
The Oscar Peterson Trio + The Singers Unlimited: In Tune
Label: MPS Records
Labelcode: 00979

Gespielte Titel:
Montag: Sesame Street
Dienstag: The shadow of your smile
Mittwoch: Children's Games
Donnerstag: The gentle rain
Freitag: Catherine

20. November - 24. November 2017: Ibrahim Maalouf: Dalida

Album Cover "Dalida" von Ibrahim Maalouf

Dass die französische Sängerin Dalida ab den späten 1950er Jahren ein überaus erfolgreicher Schlager-Star war und weltweit über 150 Millionen Platten verkaufte, ist heute außerhalb Frankreichs weitgehend vergessen. Was bleibt, ist ihre Musik.

Der französisch-libanesische Trompeter Ibrahim Maalouf hat einige von Dalidas Hits ausgegraben und zusammen mit unterschiedlichen Sängerinnen und Sängern neu aufgenommen. Maalouf schlägt damit nicht nur eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart, sondern zeichnet auch eine direkte Verbindungslinie zwischen Jazz und Chanson.

Und weil Ibrahim Maalouf aus dem Libanon stammt und vor einigen Jahren mit seiner Familie nach Frankreich flüchtete, reichert er die Songs auch noch mit Musikfarben aus dem Nahen Osten an. Ein Album, das aufgrund seiner vielen Facetten nicht nur die Liebhaber frankophiler Musik ansprechen dürfte.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Ibrahim Maalouf: Dalida
Label: Barclay
Bestellnummer: 670 359-0
Labelcode: 00126

Gespielte Titel:
Montag: J’Attendrai
Dienstag: Bambino
Mittwoch: Il Venait D’Avoir 18 Ans
Donnerstag: Je Me Repose
Freitag: Love In Portofino

13. November - 17. November 2017: Sharon Jones: Soul of a woman

Cover "Soul of a woman" von Sharon Jones

Die Trauer war groß, als die amerikanische Soulsängerin Sharon Jones im vergangenen Jahr im Alter von 60 Jahren ihrem Krebsleiden erlag. Während ihrer verhältnismäßig kurzen Karriere hat sie es wie kaum ein anderer Musiker der jüngeren Soul-Generation geschafft, die Energie der Musik live auf die Bühne und im Studio auf Platte zu bringen.

Posthum erscheint jetzt Sharon Jones finales Album, an dem sie bis kurz vor ihrem Tod gearbeitet hat, mit dem simplen wie passenden Titel "Soul of a Woman".

Trotz der teils schwierigen Umstände bei den Aufnahmen hat ihre Stimme bei den elf Songs nichts von ihrer außerordentlichen Präsenz eingebüßt. Bis zum Schluss zeigt Sharon Jones eindrucksvoll ihre Entschlossenheit und den Stolz, mit der sie 20 Jahre lang den Soul gesungen hat.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Sharon Jones: Soul of a woman
Label: Daptone Records
Bestellnr.: DAP-050
LC: 48934

Gespielte Titel:
Montag: Searching for a new day
Dienstag: Come and be a winner
Mittwoch: Matter of time
Donnerstag: Pass me by
Freitag: Call on God

06. November - 10. November 2017: Joe Henry: Thrum

Albumcover: "Thrum" von Joe Henry

Wenn Joe Henry nicht gerade selbst Musik macht, drückt er als Produzent so unterschiedlichen Musikern wie Solomon Burke, Bonnie Raitt, Beck oder zuletzt Billy Bragg seinen unverwechselbaren Stempel auf.

In den letzten Monaten hat sich der aus North Carolina stammende Musiker auf die Arbeit an seinem 14. Album "Thrum" konzentriert. Die Inspiration dafür fand er bei Dichtern wie Rainer Maria Rilke, Walt Whitman und Arthur Rimbaud - "Ein guter Song ist genauso mächtig, wie das beste Gedicht." stellt Henry fest.

Die 11 Songs auf "Thrum" erzählen in sparsamer Besetzung und spröder Schönheit Geschichten von Licht und Dunkelheit, von der unausweichlichen menschlichen Fehlbarkeit und dem dennoch alternativlosen Streben nach Verbesserung. Ein lyrisches, melancholisches und politisch sehr aktuelles Album.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Joe Henry: Thrum
Ear Music
LC 0212262EMU

Gespielte Titel:
Montag: Believer
Dienstag: Quicksilver
Mittwoch: River Floor
Donnerstag: Climb
Freitag: The Glorious Dead

23. - 27. Oktober 2017: Erika Stucky: Papito

Erika Stucky

Sie ist Sängerin, Komponistin und Multi-Media-Künstlerin. Die schweizerische Musikerin Erika Stucky hatte schon immer ein Faible dafür, Stile zu mischen: ob Jazz, Punk, traditionelle schweizerische Jodelgesänge oder Musik von Jimi Hendrix: sie kombinierte schon immer hemmungslos drauflos und scherte sich nicht um Stilpuristen.

Ihr neues Album knüpft an diese Tradition an – auf eine ganz neue Weise: Spezialisten für Alte Musik vom Baseler Barockorchester hat sie eingeladen, dazu den Countertenor Andreas Scholl und den Soundtüftler FM Einheit. Sie interpretieren Klassiker von Billie Holiday und Cole Porter, aber auch eigene Songs von Erika Stucky und gestalten völlig neue atmosphärisch-schwebende Klangwelten.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Erika Stucky: Papito
Traumton
LC 05597

Gespielte Titel:
Montag: I do
Donnerstag: Marie
Freitag: Don't explain

23. - 27. Oktober 2017: Franco Ambrosetti: Cheers

Franco Ambrosetti: Cheers

Vor knapp einem Jahr wurde der in der Schweiz geborene Trompeter Franco Ambrosetti 75 Jahre alt. Zu diesem Anlass hat er ein knappes Dutzend hochkarätige Jazzmusiker ins Studio geladen, um in wechselnden Besetzungen das Album "Cheers" aufzunehmen. Genau genommen kann Ambrosetti auf gleich zwei erfolgreiche Karrieren zurückblicken. Denn nicht nur als Jazztrompeter genießt er seit vielen Jahren international ein hohes Ansehen.

Auch als Manager einer familieneigenen Firma für Luftfahrt-Technik war er über lange Jahre erfolgreich, wobei er sich in den letzten Jahren wieder mehr der Musik widmet. Auf seinem Geburtstagsalbum demonstriert Franco Ambrosetti mal wieder auf beeindruckende Weise, wie dynamisch, druckvoll, voluminös und poetisch sein Ton auch heute noch ist.

Rückseite: Franco Ambrosetti: Cheers

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Franco Ambrosetti: Cheers
ENJA Records
LC 03126

Gespielte Titel:
Montag: Bye Bye Blackbird
Dienstag: Someday My Prince Will Come
Mittwoch: Drums Corrida
Donnerstag: Body And Soul
Freitag: Midnight Voyage

16. - 20. Oktober 2017: Melanie De Biasio: Lilies

Albumcover: "Liles" von Melanie De Biasio

Die belgische Musikerin Melanie De Biasio feiert auf ihrem dritten Album die Stille. Ihre Musik lebt von der Spannung zwischen den Tönen und von Atempausen. Extrem minimalistische Arrangements treffen auf die meist flüsternd-hauchende Stimme der Sängerin und Flötistin. So entsteht ein ganz intimer Sound, der stilistisch irgendwo zwischen Portishead und Billie Holiday angesiedelt ist, also zwischen Trip Hop und Jazz. So entsteht leise und doch spannungsvolle Melancholie, der man sich nur schwer entziehen kann – die perfekte Musik für den Herbst.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Melanie De Biasio
Lilies
Play It Again Sam
LC 07800

Gespielte Titel:
Montag: Lilies
Dienstag: Let me love you

09. - 12. Oktober 2017: Zara McFarlane: Arise

CD-Cover: Zara McFarlane - Arise

Die britische Sängerin Zara McFarlane hatte eine genaue Vorstellung davon, wie ihr drittes Album zu klingen hat. Es sollte eine Verbindung ihrer beiden musikalischen Lieben, karibischer Musik und Jazz, werden.

Zuhause im englischen Essex wuchs die Tochter jamaikanischer Eltern mit Reggae auf. Mit elf Jahren begann sie eigene Songs zu schreiben, später studierte sie Musical und Popmusik bevor sie den Jazz für sich entdeckte. Nach erscheinen ihres Debutalbums 2011 wurde sie mit dem renommierten "Music of Black Origin"-Award als beste Jazz-Künstlerin ausgezeichnet.

Auf dem aktuellen Album "Arise" schafft die 33-jährige McFarlane klangvoll die  Verbindung von Erbe und Gegenwart: jamaikanische Rhythmen treffen auf britischen Modern Jazz.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Zara McFarlane
Arise

Brownswood Recordings
BWOOD0162

Gespielte Titel:
Montag: Peace begins within
Dienstag: Fisherman
Mittwoch: Freedom Chain
Donnerstag: Allies and enemies

02. - 06. Oktober 2017: Ibeyi: Ash

Album-Cover: Ibeyi - Ash

Ihr erstes Album vor zwei Jahren wurde zum Überraschungserfolg. Mit der musikalischen Mischung von traditionellen westafrikanischen Yoruba-Gesängen, afrikanischen Trommeln mit elektronischen Sounds und Popmusik haben die Zwillingsschwestern Lisa-Kaindè und Naomi Diaz einen ganz eigenen Sound erschaffen.

Nun erschien das zweite Album der franko-kubanischen Musikerinnen. Zusammen mit Gästen wie Chilly Gonzales und Kamasi Washington machen sie einen Schritt in Richtung Popmusik und beschäftigen sich inhaltlich mit Themen wie Rassismus, Diskriminierung und den Auswirkungen von populistischer Politik.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Ibeyi: Ash
XL-Recordings
LC 05667

Gespielte Titel:
Montag: Ash
Mittwoch: Away away
Donnerstag: Deathless
Freitag: No man is big enough for my arms

25. - 29. September 2017: Jazz And Art (diverse Interpreten)

Sharon Jordan: Jazz And Art

Ganz egal ob bildende Kunst oder Fotografie: schon seit jeher inspiriert der Jazz die unterschiedlichsten Künstler, man denke nur an die Bilder von Otto Dix oder von Max Beckmann. Und auch umgekehrt gibt lassen sich vergleichbare Einflüsse beobachten, wenn zum beispielsweise Plattencover zu kleinen Kunstwerken werden oder die Jazzmusiker selbst zu Pinsel und Leinwand greifen.

Die gemeinsame Geschichte von Jazz (und dessen Vorläufer) und Kunst zeichnet jetzt ein neues Buch sehr detailliert nach. Die amerikanische Kunsthistorikerin Sharon Jordan illustriert auf 220 großzügig gestalteten und reichlich bebilderten Seiten diese seit über 100 Jahren bestehende Liaison aus der Perspektive der bildenden Kunst.

Damit aber nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren auf ihre Kosten kommen, wurden diesem Buch gleich drei CDs mit Musik berühmter Jazzmusiker wie Duke Ellington, Louis Armstrong und Miles Davis beigelegt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Sharon Jordan: Jazz And Art
Erschienen bei earBOOKS (Edel)
ISBN 978-3-9435-7331-2

Gespielte Titel:
Montag: East St. Louis Toodle-Do (Duke Ellington)
Dienstag: West End Blues (Louis Armstrong)
Mittwoch: : I’m An Old Cowhand (Sonny Rollins Trio)
Donnerstag: Picasso (Coleman Hawkins)
Freitag: ‘Round About Midnight (Miles Davis Quintet)

18.09. - 22.09. September 2017: Susanne Sundfør: Music for people in trouble

CD-Cover: Susanne Sundfør - Music for people in trouble

Die norwegische Musikerin Susanne Sundfør ist in Bewegung – sowohl geographisch als auch musikalisch. Für ihr neues Album ist sie an viele Orte gereist, in denen die Lebensbedingungen der Menschen weitaus schlechter sind als bei uns: vom Amazonas bis nach Nordkorea. Viele Eindrücke brachte sie von ihrer Reise mit, die sich unmittelbar auf ihre Musik auswirkten.

Elektronische Songs schienen ihr zu trivial, um auf miese Umstände hinzuweisen – also griff sie wieder zu analogen Instrumenten wie Gitarre, Klavier und Saxophon. Nur gelegentliche elektronische Einsprengsel erinnern an den kühlen Synthiepop ihrer Anfänge.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Susanne Sundfør
Music for people in trouble
Bella Union / PIAS – LC 07800
EAN 5414939961799

Gespielte Titel:
Montag: Reincarnation
Dienstag: Bedtime Story
Mittwoch: Undercover
Donnerstag: Good Luck Bad Luck
Freitag: The Sound of War

11. - 15. September 2017: Tori Amos: Native Invader

CD-Cover: Tori Amos - Native Invader

Am Anfang stand eine Reise in die Appalachen. Dort, in den Great Smoky Mountains wollte sich die Singer-Songwriterin Tori Amos auf die Suche nach der Geschichte ihrer Vorfahren und damit auch sich selbst machen und nebenbei Ideen für neue Lieder sammeln. Doch dann kam alles ganz anders: ihre Mutter erkrankte schwer und Donald Trump wurde zum Präsidenten der USA gewählt. Unter diesem Eindruck entstanden die insgesamt 15 Songs zu "Native Invader". Eine lyrisch-poetische Auseinandersetzung mit Politik, Krieg, Natur und natürlich Liebe.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Tori Amos
Native Invader
Decca – LC 00171

Gespielte Titel:
Montag: Wings
Dienstag: Climb
Mittwoch: Up The Creek
Donnerstag: Benjamin
Freitag: Chocolate Song

4. - 8. September 2017: Sugaray Rayford: The world that we live in

Albumcover: Sugaray Rayford: The world that we live in

Sugaray Rayfords aktuelles Album "The world that we live in" klingt wie ein lange verschollener und gerade wiederentdeckter Soulklassiker aus den 1960er Jahren. Verantwortlich dafür ist der italienische Soul-Enthusiast, Vintage-Fanatiker, Produzent und Komponist Luca Sapio und natürlich sein Schützling Rayford.

Der 1,95 Meter große Hüne aus Texas mit der entsprechend voluminösen Stimme wuchs mit Gospel und Soul auf. Ein langer Weg mit Abstecher über modernen R'n'B brachte ihn Anfang der 2000er Jahre schließlich zum Blues, der zu seinem musikalischen Zuhause wurde.

"Du arbeitest hart, bis du dein Ding gefunden hast. Dann plötzlich werden die Leute aufmerksam. Die Schwierigkeit ist, nicht vorher aufzugeben, bevor du dieses Ziel erreicht hast."

Sugaray Rayford hat das Ziel erreicht. Sein energischer Soul und Blues auf "The world that we live in" ist live und auf Tonträger eine echte Offenbarung.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Sugaray Rayford: The world that we live in
Blindfaith Records

Bestellnr.: BF 0104

Gespielte Titel:
Montag: The world that we live in
Dienstag: Take me back
Mittwoch: Home again
Donnerstag: Ain't got no business to die
Freitag: Troubles

28. August - 1. September 2017: Wolfgang Haffner: Kind Of Spain

Wolfgang Haffner - Kind Of Spain

Wolfgang Haffner zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten und gefragtesten Jazz-Schlagzeugern im Land. Zwischendurch nimmt er sich aber immer wieder Zeit, um eigene Projekte mit seiner Band auf die Beine zu stellen. Auf seinem neuen Album "Kind Of Spain" widmet sich der in Franken geborene Musiker mit Wahlheimat Ibiza der Musik Spaniens.

Haffner bringt dabei die Lebendigkeit des Jazz mit der Melancholie von Flamenco und den Melodien der spanischen Folklore in einen farbenfrohen Einklang. Neben Haffners verlässlich-präzisem Spiel ist es vor allem seine elegante Zurückhaltung, die seine künstlerischen Qualitäten als Schlagzeuger unterstreichen. Überhaupt spielen die beiden Begriffe Reduktion und Entschleunigung eine zentrale Rolle, so dass die sonst doch eher tänzerische und energische Musik der Iberischen Halbinsel in einem ganz neuen Licht erstrahlt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Wolfgang Haffner: Kind Of Spain
ACT Music 9848-2 (LC 07644)

Gespielte Titel:
Montag: For Vince & Arif
Dienstag: El Vito
Mittwoch: Pasodoble
Donnerstag: Children Of Sanchez
Freitag: Spain

21. August - 25. August 2017: Soul of Nation

CD-Cover: Sould of Nation

Es war eine Zeit der Emanzipation und des Widerstands in den USA. Ihren Höhepunkt fand die Bürgerrechtsbewegung - das Civil Rights Movement - 1963. Über 200 000 Menschen versammelten sich in Washington und setzten ein übergroßes Zeichen gegen die Diskriminierung von afroamerikanischen Bevölkerungsgruppen. Martin Luther King hielt seine berühmte "I have a dream"-Rede.

Bis heute hat dieses Thema leider nicht an Aktualität eingebüßt. Und nun erschien ein Sampler, der versucht, den musikalischen Geist dieser Zeit abzubilden. Da traf Freejazz auf Soul, Funk, Rap und afrikanische Musikkultur mit Künstlern wie Joe Henderson, Roy Ayers, Sarah Webster Fabio und Gil Scott-Heron. Der Soundtrack zur gleichnamigen Ausstellung, die in der Londoner Tate Modern noch bis 22. Oktober läuft.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Soul of a Nation
Afro-Centric Visions in the Age of Black Power
Soul Jazz Records

Gespielte Titel:
Montag: Oneness of Juju – African Rhythm
Dienstag: Roy Ayers Ubiquity – Red, Black and Green
Mittwoch: Gil Scott-Heron – The Revolution will not be televised
Donnerstag: Joe Henderson – Black Narcissus
Freitag: Phil Ranelin – Vibes From The Tribe

14. August - 18. August 2017: Tingvall Trio: Cirklar

Album-Cover: Cirklar

Martin Tingvall (Klavier), Omar Rodriguez Calvo (Kontrabass) und Jürgen Spiegel (Schlagzeug) – seit fast fünfzehn Jahren steht diese Klaviertriobesetzung für durchdachten und dabei zugänglichen Instrumentaljazz. Das schwedisch-kubanisch-deutsche Tingvall Trio aus Hamburg hat mit "Cirklar" gerade sein sechstes Studioalbum veröffentlicht.

Die zwölf Kompositionen Tingvalls drehen sich inhaltlich um die titelgebenden Kreise: um den Kreislauf des Lebens, den Begriff von Zeit, um immer wiederkehrende Rhythmen.

Entstanden sind fein ausgeklügelte und gleichzeitig erstaunlich klare Melodien, die in puncto Dynamik und Intensität die musikalische Vielfältigkeit der drei Musiker unterstreichen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Tingvall Trio: Cirklar
Skip Records
Bestellnummer: SKP 9157

Gespielte Titel:
Montag: Cirklar
Dienstag: Tidlös
Mittwoch: Skansk Blues
Donnerstag: Sjuan
Freitag: Evighetsmaskinen

07. August - 11. August 2017: Randy Newman: Dark Matter

CD-Cover: Randy Newman - Dark Matter

Keiner verbindet bissige, gesellschaftskritische Texte so überzeugend mit eingängigen Melodien wie er - seit rund fünfzig Jahren gehört er zu den großen US-Amerikanischen Singer-Songwritern. Nach neun Jahren Pause hat Randy Newman nun ein neues Studioalbum veröffentlicht, auf dem er Themen der Zeit abhandelt. Zusammen mit einem großen Orchester verwandelt er Geschichten über den Klimawandel, Religion, die Kennedys oder Vladimir Putin in heitere Revue-Songs. Beißender Humor zum Mitpfeifen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Randy Newman
Dark Matter
Nonesuch - LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: It's a jungle out there
Dienstag: Putin
Mittwoch: On the beach
Donnerstag: Sonny Boy
Freitag: Brothers

31. Juli - 04. August: Caterina Valente: The Jazz Singer

In den deutschen Rundfunkarchiven schlummern noch jede Menge Schätzchen, die nach und nach ans Licht der Öffentlichkeit geraten. Ein aktuelles Beispiel liefert jetzt der SWR mit Aufnahmen von Caterina Valente. Die CD "The Jazz Singer" mit insgesamt 18 Songs richtet den Fokus auf ihre frühen Aufnahmen, die in Baden Baden, Basel und Stuttgart entstanden sind.

CD-Cover: Caterina Valente: The Jazz Singer

Dabei präsentiert sich Caterina Valente als stimmgewaltige Jazzsängerin, die den Vergleich mit ihren amerikanischen Kolleginnen nicht zu scheuen braucht. Ob Blues oder Balladen, Schlager oder Swing: Caterina Valente bewegte sich schon damals souverän und frei in den unterschiedlichen Klangkosmen. Zwar wurde sie 1954 mit dem Gassenhauer "Ganz Paris träumt von der Liebe" berühmt, zeitgleich arbeitete sie aber auch erfolgreich an ihrer Karriere im Jazz und sang an der Seite von Größen wie Chet Baker.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Caterina Valente: The Jazz Singer
(erschienen bei SWR Jazzhaus, JAH 467)

Gespielte Titel:
Montag: After You’ve Gone
Dienstag: Aquarela Do Brasil
Mittwoch: I Only Saw Him Once
Donnerstag: El Cumbanchero
Freitag: I’ll Remember April

24. Juli - 28. Juli: Elles & Barbara

Ein Lied über eine niedersächsische Stadt, die damals in Frankreich ziemlich unbekannt war brachte ihr den ersten Erfolg: mit dem Chanson "Göttingen" feierte die französische Sängerin und Komponistin Barbara ihren ersten großen Hit und wurde dadurch ganz nebenbei zur Ikone der deutsch-französischen Versöhnung. Allerdings wurde sie in Deutschland nie so populär wie ihre Kolleginnen Piaf oder Greco.

Cover: Elles & Barbara - Various Artists

Nun, zwanzig Jahre nach ihrem Tod, erscheint eine aktuelle Hommage an die Grande Dame der sehnsuchtsvollen Texte: Sängerinnen wie Angelique Kidjo, Melody Gardot und Olivia Ruiz haben dreizehn Chansons von Barbara neu interpretiert: mal dicht am Original, mal ganz neu - als Popmusik mit treibendem Groove und elektronischen Einsprengseln. Das ist überraschend, abwechslungsreich aber auch nostalgisch.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Elles & Barbara
Diverse Interpreten
Mercury - LC 00268

Gespielte Titel:
Montag: Mon enfance von Louane
Mittwoch: Göttingen
Donnerstag: Le soleil noir
Freitag: C’est trop tard von Melody Gardot

17. Juli - 21. Juli: Caroll Vanwelden "Sings Shakespeare Sonnets 3"

Ein geplantes aber nicht zustande gekommenes Shakespeare-Musical brachte die belgische Jazzsängerin und -pianistin Caroll Vanwelden auf die Idee, selbst einige Sonnette von William Shakespeare zu vertonen. "Mein Ziel ist, die Hörer auf eine Reise mitzunehmen und dabei die Emotionen, die Shakespeare in seine Sonette gesteckt hat, mit meiner Musik zu vermitteln." erzählt die Musikerin.

Cover: Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets

Das gelingt ihr scheinbar mühelos: knapp 50 der über 150 Sonnette hat Vanwelden in ihre eigene musikalische Sprache übersetzt und nach und nach auf Platte veröffentlicht. Im Quartett mit Thomas Siffling an Trompete und Flügelhorn, Bassist Mini Schulz und erstmals Jens Düppe am Schlagzeug, präsentiert sie jetzt den Abschluss ihrer Shakespeare-Trilogie mit 16 songgewordenen Gedichten, die sich mit einer stimmigen Mischung aus Jazz und Pop vor dem lyrischen Werk des englischen Dichters verbeugen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

Gespielte Titel:
Montag: My Mistress' Eyes – Sonnet 130
Dienstag: Shall I Compare Thee – Sonnet 18
Mittwoch: What's In The Brain – Sonnet 108
Donnerstag: Alas, 'tis True – Sonnet 110
Freitag: When In Disgrace With Fortune – Sonnet 29

CD-Angaben:
Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets
Label: JAZZNARTS RECORDS
Bestellnummer: JNA 7817

10. Juli - 15. Juli: Thelonious Monk: Les Liaisons Dangereuses

CD-Cover Thelonious Monk: Les Liaisons Dangereuses

Sein Spiel war schroff und kantig, seine Kompositionen waren anders, als alles bisher Dagewesene: Thelonious Monk gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des Bebop. 1959 nahm er in einer Studiosession in New York den Soundtrack zu einem Film auf, der als Meisterwerk der Nouvelle Vague gilt: "Les Liaisons Dangereuses" von Roger Vadim.

Ein Teil der Songs untermalte im Film die Szenen eleganter Partys im mondänen Paris, die Stimmung in verrauchten Bars und Jazzclubs. Der andere Teil der Aufnahmen ging verloren und wurde nie veröffentlicht. Vor drei Jahren allerdings geschah die Sensation: zwei Betreiber eines kleinen Plattenlabels fanden zufällig in einem Nachlass die kompletten Bänder dieser legendären Solo-, Trio- und Quartettaufnahmen.

Und nun erscheinen sie zum ersten Mal komplett als Doppelalbum mit einem üppigen 50-seitigen Booklet inklusive bisher unveröffentlichter Fotos und Texten. Ein schönes Geschenk zu Thelonious Monks im Oktober anstehenden 100sten Geburtstag.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel
Montag: Well you needn‘t
Dienstag: Six in one
Mittwoch: Pannonica
Donnerstag: Light Blue
Freitag: By and By

CD-Angaben
Thelonious Monk: Les Liaisons Dangereuses
Sam Records

03. Juli - 07. Juli: Hamilton De Holanda: Casa De Bituca

Die Weichen für seine spätere Karriere wurden schon früh gestellt: als Hamilton de Holanda fünf Jahre alt war, bekam er von seinem Großvater eine Mandoline zu Weihnachten geschenkt. Der Enkel verliebte sich sofort in den Sound dieses exotischen Zupfinstrumentes. Der Mandoline ist der brasilianische Virtuose bis heute treu geblieben – nur dass Hamilton De Holanda heute ein Instrument mit zehn Saiten spielt. Damit kann er noch mehr Töne und noch vielfältigere Sounds kreieren.

Album-Cover: Hamilton De Holanda: Casa De Bituca

Jetzt hat De Holanda zusammen mit seinem Quintett ein neues Album aufgenommen: "Casa De Bituca" ist seinem Landsmann, dem berühmten Musiker Milton Nascimento gewidmet.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Gespielte Titel:

Montag: Bola De Meia, Bola De Gude
Dienstag: Bicho Honem
Mittwoch: Saudades Dos Aviões Da Panair
Donnerstag: Mar Da Indiferença
Freitag: Travessia

26. Juni - 30. Juni: Oumou Sangaré: Mogoya

Album-Cover: Oumou Sangaré: Mogoya

Schon mit ihrem Debutalbum schaffte die junge Sängerin Oumou Sangaré, was niemand vorher für möglich gehalten hatte: mutig trat sie in ihren Liedern ein gegen Polygamie, gegen Zwangsehe und für Frauenrechte in ihrer Heimat Mali ein.  Anfang der 90er Jahre wurde sie so zum Superstar der gerade entstehenden Weltmusikszene.

Nach acht Jahren Pause hat Oumou Sangaré nun ein neues Album veröffentlicht, auf dem sie die Lage der Menschen in ihrer Heimat Mali aufgreift: sie singt über Solidarität, prangert Gewalt an und versucht, Mut zu machen. Dabei hat sie ihren Wassoulou-Sound einer Verjüngungskur unterzogen: afrikanische Rhythmen und Melodien treffen auf sphärische Synthesizer, erdige Bässe und funkige Gitarren.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel
Montag: Fadjamou
Dienstag: Kounkoun
Mittwoch: Kamelemba
Donnerstag: Bena Bena
Freitag: Yere Faga

CD-Angaben
Oumou Sangaré: Mogoya
Label: No Format!
Labelcode: 35386

19.Juni - 23. Juni: The Passion of Charlie Parker

Zwei Jahre lang hat sich Produzent Larry Klein mit einem Tribute-Album für den großen Saxophonisten Charlie Parker beschäftigt. Statt einfach namhafte Musiker den Parker-Katalog neuinterpretieren zu lassen, hat Klein eine musikalische Passion über das kurze und intensive Leben des Jazzmusikers erarbeitet.

Album-Cover: The Passion of Charlie Parker

Dafür hat er Parkers Kompositionen mit teils gesungenen teils gesprochenen Texten versehen und sie von illustren Musikern wie Tenorsaxophonist Donny McCaslin (David Bowie), Craig Taborn und Eric Harland einspielen lassen. Am Mikrofon sind unter anderem Madeleine Peyroux, Kurt Elling und Camille Bertault zu hören. Eine ambitionierte aber gelungene Hommage an das Leben und Werk Charlie Parkers.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Gespielte Titel
Montag: Meet Charlie Parker
Dienstag: Los Angeles
Mittwoch: Live my love for you
Donnerstag: The King of 52nd Street
Freitag: Après vous

CD-Angaben
The Passion of Charlie Parker
Label: Impulse
Bestellnr.: 06025 5742176

12. Juni - 16. Juni: Camille: Ouï

Eigentlich will sie nur spielen: mit Sprache, Klang, Percussion und Stimme. Rund fünf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum verspürte die französische Sängerin und Komponistin Camille den Drang, endlich wieder eine neue Platte aufzunehmen. Also zog sie für ein Jahr in eine Künstlerresidenz in ein ehemaliges Kloster in Avignon.

Albumcover: Camille - Ouï

Dort tüftelte sie ganz in Ruhe, experimentierte mit Klängen und lotete einmal mehr nicht nur die Höhen und Tiefen sondern auch die Geräuschfähigkeit ihrer extrem wandlungsfähigen Stimme aus. Ihre Musik verbindet Popmusik mit Folklore und Klangexperiment – sie ist komplex und vielschichtig und klingt doch verspielt und voller Leichtigkeit.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel
Montag: Lasso
Dienstag: Je ne mâche pas mes mots
Mittwoch: Piscine
Freitag: Seeds

CD-Angaben
Camille: Ouï
Label: BECAUSE MUSIC
Labelcode: 33186

06. Juni - 09. Juni 2017: Nicole Johänntgen: Henry

Album-Cover "Henry" von Nicole Johänntgen

Vor genau einem Jahr hat sich die Saxofonistin Nicole Johänntgen zur "Wiege des Jazz" nach New Orleans aufgemacht. Dort traf sie sich mit drei Musikern und erfüllte sich einen großen Traum und nahm an diesem musikgeschichtsträchtigen Ort ihre neue CD "Henry" auf.

Das Album ist eine respektvolle Hommage an den traditionellen New Orleans Jazz, den Johänntgen aber mit einem gesunden Maß an Modernität anreichert: knackige Grooves wechseln sich mit poetischen Melodien ab, verspielte Soli treten in ein Wechselspiel mit satten Tutti-Passagen. "Henry" ist ein farbenfrohes Album, das die Lebensfreude und die Leidenschaft dieser Musik auf eine sehr gelungene Weise demonstriert.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Gespielte Titel
Dienstag: Henry
Mittwoch: Oh Yes My Friend
Donnerstag: Take The Steam Train
Freitag: Nola

CD-Angaben
Nicole Johänntgen: Henry
Label: Hofa
Labelcode: 05699

29. Mai - 2. Juni: Youn Sun Nah: She moves on

Cover der CD She moves on von Youn Sun Nah

Geboren und aufgewachsen ist sie in Südkorea. Doch der Wunsch, Musik aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen und möglicherweise Musik zu studieren, zog Youn Sun Nah nach Paris. Dort lernte die junge Musikerin viel über Jazz und Chanson, aus den geplanten drei Jahren Aufenthalt wurden zwanzig und aus der jungen Musicalsängerin wurde eine international anerkannte Jazzsängerin.

Für ihr neues Album ließ sich Youn Sun Nah vom Folk, Rock und Jazz Nordamerikas leiten: sie ist in die USA gefahren und hat mit amerikanischen Musikern wie Marc Ribot und Jamie Saft Songs von Künstlern wie Joni Mitchell, Jimi Hendrix oder Paul Simon aufgenommen, aber auch einige Lieder selbst komponiert.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Gespielte Titel
Montag: Evening Star  
Dienstag: She Moves On
Mittwoch: Traveller
Donnerstag: Teach the gifted children
Freitag: Drifting

CD-Angaben
Youn Sun Nah: She moves on
Label: ACT
Labelcode: 07644

22. Mai - 26. Mai: Miles Mosley: Uprising

Immer häufiger finden sich Jazzmusiker zu Kollektiven zusammen:  Zusammenschlüsse, in denen sich Musiker gegenseitig unterstützen und fördern, teilweise eigene Labels gründen und sich selbst um Konzerte, Aufnahmen und Produktionen kümmern.

Miles Mosley, Uprising

Das Kollektiv "West Coast Get Down" aus Los Angeles wurde vor ein paar Jahren von acht Musikern aus den Ghettos von South Central ins Leben gerufen. Die musikalischen Freigeister mieteten sich 2012 für einen Monat ins Kingsize Soundlab Studio ein und nahmen über 170 Stücke auf – genug Material für mehrere komplette Alben pro Kollektivmusiker. Die erste Veröffentlichung war das 2015 erschienene bejubelte Dreifachalbum "The Epic" von Saxophonist Kamasi Washington.

Jetzt legt der virtuose Kontrabassist und Sänger Miles Mosley nach und präsentiert auf "Uprising" seine Ausbeute aus der "West Coast Get Down"-Session: eine energiegeladene Fusion aus Jazz, Soul und Funk.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Gespielte Titel
Montag: Abraham
Dienstag: L.A. Won‘t Let You Down
Mittwoch: Shadow Of Doubt
Freitag: Reap A Soul

CD-Angaben
Miles Mosley - Uprising
Label: Verve
Bestellnummer: 060255758788

15.Mai - 19.Mai: Arto Lindsay: Cuidado Madame

Arto Lindsay liebt die Kontraste. Auf der einen Seite steht seine musikalische Sozialisation im New York der 70er und 80er Jahre, wo Free Jazz, Punk und Avantgarde aufeinander trafen. Auf der anderen Seite befindet sich die Musik seiner zweiten Heimat Brasilien mit Bossa Nova, Pop und Tropicalia.

 Albumcover: Arto Lindsay: Cuidado Madame

Nach 13 Jahren Pause hat der Sänger, Gitarrist und Klangtüftler nun ein neues Album veröffentlicht. Auf "Cuidado Madame" treffen brasilianische Leichtigkeit, traditionelle Rhythmen und sanfte Melodien auf elektronische Beats, spröde Gitarren und radikale Brüche.

Gespielte Titel:
Montag: Ilha dos Prazeres
Dienstag: Grain by Grain
Mittwoch: Each to Each
Donnerstag: Seu Pai
Freitag: Pele de Perto

CD-Angaben:
Arto Lindsay: Cuidado Madame
Label: Northern Sky/Ponderosa
Labelcode: 10611

08. Mai - 12. Mai 2017: Masaa: Outspoken

CD-Cover: Masaa "Outspoken"

Wenn sich unterschiedliche Kulturkreise in der Musik begegnen, bedeutet das in vielen Fällen die Erschließung neuer Klangräume. Und genau diese Chance hat das junge Quartett Masaa erkannt und ihren ganz persönlichen Bandsound kreiert, dem sich die vier Musiker auch in ihrem dritten Album "Outspoken" treu bleiben.

Der im Libanon geborene Sänger Rabih Lahoud verleiht dem Ganzen seine Stimme; getragen, unterstützt und begleitet wird er von einem Jazztrio bestehend aus Trompete, Klavier und Schlagzeug. Die Musik von Masaa ähnelt einem gleichschenkligen Dreieck aus arabischen Klängen, Jazz und klassischen Elementen.

Doch der Vergleich hinkt, denn die Ecken werden durch die farbenfrohe und abwechslungsreiche Melodik, die vielschichtige Harmonik, die lebendigen Rhythmen und die poetischen Texte komplett abgestumpft, so dass die Musik letzten Endes doch wieder rund klingt und stetig von Kontinent zu Kontinent fließen kann.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Masaa: Outspoken
Traumton 4647
Labelcode: 05597

Gespielte Titel:
Montag: Quand Le Soleil
Dienstag: Über Mir
Mittwoch: Fuädi
Donnerstag: Sawa
Freitag: Miah

02. Mai - 05. Mai 2017: Feist: Pleasure

Cover des Albums "Pleasure" von Leslie Feist

Schon ihr letztes Album "Metals" war für die kanadische Musikerin Feist eine kleine Zäsur. Es klang ein wenig schroffer als gewohnt und war das Ergebnis einer Pause, die sie brauchte, weil ihre Karriere und damit ihr Leben einfach zu schnell geworden waren. Es folgten fast zweieinhalb Jahre auf Tour und anschließend eine für sie sehr schmerzhafte Trennung. So kam es, dass sie für ihr neues Album "Pleasure" erneut eine Pause brauchte, diesmal vergingen sogar knapp sechs Jahre. Auch musikalisch ging sie einen Schritt weiter in die von ihr eingeschlagene Richtung: ihr Gitarrenspiel klingt noch ein wenig schroffer und spröder, die Stimmung ihrer Songs changiert zwischen zart und intim bis ruppig und schroff – und über allem schwebt ihre mädchenhafte zerbrechlich-schöne Stimme. Ein Album voller Kontraste, die vor allem beim mehrmaligen Hören ihre Nuancen entfalten.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Feist: Pleasure
Label: UMI/Polydor
Labelcode: 00309

Gespielte Titel:
Dienstag: Any Party
Mittwoch: A Man Is Not His Song
Donnerstag: Get Not High, Get Not Low
Freitag: I wish I didn’t miss you

24. April - 28. April 2017: Marialy Pacheco: Duets

Cover der CD Duets von Marialy Pacheco.

Auf der einen Seite steht ihre klassische Klavierausbildung: brillante Technik, ihr unglaublich kontrollierter, differenzierter Anschlag und beeindruckende Virtuosität. Auf der anderen Seite steht ihre Herkunft: Marialy Pacheco wurde 1983 in Havanna, Kuba geboren und das musikalische Erbe ihrer Heimat, aber auch der Jazz spielten nach dem Studium eine immer größer werdende Rolle für sie. Für ihr neues Album hat sie sich illustre Duettpartner wie Omar Sosa, Hamilton de Holanda, Max Mutzke und Joo Kraus ins Studio eingeladen. Im Zwiegespräch und mit unglaublicher Leichtigkeit treffen afrokubanische Rhythmen auf orientalische Klänge, Soul, Jazz und Klassische Musik.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Marialy Pacheco: Duets
Label: Neuklang
Labelcode: 13834

Gespielte Titel:
Montag: Capricho do sul
Dienstag: Gitanerias
Mittwoch: El Bola
Donnerstag: Metro
Freitag: Burundanga

18. April - 21. April 2017: Father John Misty: Pure Comedy

Album-Cover "Pure Comedy" von Father John Misty

Eigentlich heißt er Joshua Michael Tillman und veröffentlich seit rund 15 Jahren immer wieder neue Platten, nicht nur im Solo-Projekt sondern auch als Schlagzeuger der Fleet Foxes. Doch erst mit der Kunstfigur "Father John Misty", die er 2012 aus der Taufe hob, fand er heraus, was er am besten kann: Konzeptalben. Erst ging er der Frage nach "Wer bin ich?", dann "Was ist Liebe?" und nun, auf seinem dritten Album als Father John Misty stellt er die Frage nach dem großen Ganzen. Seine Themen sind: Klimawandel, Politik, Religion, der tägliche Wahnsinn in den Sozialen Medien, die Abgründe der Unterhaltungsindustrie – mit ironischem Blick und großer Geste beschreibt er die menschliche Tragödie, die durch seine Augen betrachtet zur Komödie wird. Im Stile des frühen Elton John oder Randy Newmans trifft Pop-Pathos im Siebziger-Gewand auf die großen Fragen des Menschseins und eine gehörige Portion Ironie über eben diese Ernsthaftigkeit. 

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Father John Misty: Pure Comedy
Label: Play It Again Sam
Labelcode: 07800

Gespielte Titel:  
Dienstag: Things it would have been helpful to know before the revolution
Mittwoch: Two wildly different perspectives
Donnerstag: Pure Comedy
Freitag: Total Entertainment Forever

10. April - 13. April 2017: Aimee Mann: Mental Illness

Album Cover "Mental Illness" von Aimee Mann

Ihr musikalischer Durchbruch ist mittlerweile 19 Jahre her –  damals schrieb Aimee Mann für den Film "Magnolia" einige Songs und wurde prompt für einen Oscar nominiert. Der unverkennbare Klang ihrer klaren Stimme, die eingängigen Melodien und ihr Hang zur Melancholie wurden zu ihrem Markenzeichen. Nun, nach fünf Jahren Pause hat Aimee Mann ein neues Album veröffentlicht: auf "Mental Illness" geht es um chaotische Lebenssituationen und Gefühlslagen: Trauer, Wut, gescheiterte Beziehungen, verpasste Chancen. Und über allem schwebt Aimee Manns tröstliche Stimme, die der Schwere dennoch Leichtigkeit und Heiterkeit verleiht.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Aimee Mann: Mental Illness
Label: Politur
Labelcode: 14832

Gespielte Titel:  
Montag: Philly Sinks
Dienstag: Rollercoaster
Mittwoch: Goose snow cone
Donnerstag: Lies of summer

03. April - 07. April 2017: China Moses: Nightintales

China Moses

Es ist Fluch und Segen zugleich, wenn man die Tochter einer berühmten Mutter ist. Und wenn man dann noch denselben Beruf ausübt, nämlich den einer Jazzsängerin, kann es noch schwieriger werden. China Moses ist die Tochter von Dee Dee Bridgewater, aus deren Schatten sie aber längst hervorgetreten ist. Kein Wunder bei diesem Talent, das vor Energie und Eloquenz nur so strotzt. Letzte Woche ist das neue Album namens "Nightintales" erschienen: mit den elf neuen und selbst geschriebenen Songs macht sich die Jazzsängerin auf eine Reise durch nächtliche Geschichten. China Moses bedient sich dabei wie gehabt an Elementen aus Soul, Jazz, Blues und Pop und dank ihres warmen und unverwechselbar-vielseitigem Stimmtimbres gelingt ihr mal wieder ein eleganter musikalischer Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
China Moses: Nightintales
Label: MPS Records

Gespielte Titel:  
Montag: Running
Dienstag: Blame Jerry
Mittwoch: Watch Out
Donnerstag: Nicotine
Freitag: Put It On The Line

27. März - 31. März 2017: Renaud Garcia-Fons: La vie devant soi

Album-Cover: "La vie devant soi"

Innovativ, inspiriert, weltoffen, virtuos – der französische Kontrabassist Renaud Garcia-Fons nimmt mit seinem 5-saitigen Instrument und einer selbstentwickelten Bogenspieltechnik einen besonderen Platz zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik ein.

Sein neues Album "La vie devant soi" ist, nach musikalischen Ausflügen u.a. ans Mittelmeer, in den Orient und nach Indien, eine Rückkehr in seine Heimat. Mit seinem neuen Trio bestehend aus David Venitucci am Akkordeon und Stephan Caracci am Vibraphon und Schlagzeug, begibt sich Garcia-Fons in elf neuen Kompositionen auf einen musischen Spaziergang durch seine Heimatstadt Paris. Dabei stehen hektischen Großstadtmomenten der heutigen Metropole malerisch-nostalgische Szenen der alten Seine-Stadt seiner Kindheit gegenüber.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Renaud Garcia-Fons: La vie devant soi
Label: e-motive Entertainment
Bestellnr.: EMO171

Gespielte Titel:  
Montag: Revoir Paris
Dienstag: La vie devant soi
Mittwoch: Les rues vagabondes
Donnerstag: Je prendrai le métro!
Freitag: Si çà te dit

20. März - 24. März 2017: Rhiannon Giddens: Freedom Highway

Album-Cover: Rhiannon Giddens "Freedom Highway"

Der Titel für Rhiannon Giddens zweites Soloalbum stand schon länger fest: "Freedom Highway" – nach dem gleichnamigen Song von Gospel- und Bluesmusiker Pops Staples, der in den 60er und 70er Jahren das musikalische Aushängeschild der Bürgerrechtsbewegung in Amerika war.
Die aktuellen politischen Ereignisse in den USA haben das rootsige Folkalbum "Freedom Highway" zu einem Statement werden lassen.

"Ich bin eine Tochter des Südens; der weißen Arbeiterklasse, der schwarzen Arbeiterklasse; der Demokraten und der Republikaner; der Homo- und Heterosexuellen. Und eines kann ich euch sagen: wir haben weit mehr gemeinsam, als uns teilt. […] Lasst uns gemeinsam den Freedom Highway beschreiten." schrieb die Folkmusikerin Giddens nach der US-Präsidentschaftswahl.


Das Album unterstreicht diese Worte musikalisch mit afro-amerikanischem Folk, Gospel, Blues und Dixie.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Rhiannon Giddens: Freedom Highway
Nonesuch Records

Gespielte Titel:  
Montag: Freedom Highway
Dienstag: Better get it right the first time
Mittwoch: Hey Bébè
Donnerstag: The love we almost had
Freitag: At the purchaser's option

13. März - 17. März 2017: The Magnetic Fields: 50 Song Memoir

The Magnetic Fields: 50 Song Memoir

Der amerikanische Sänger & Songwriter Stephin Merritt hat sich und seine Fans zu seinem 50. Geburtstag (nachträglich) reichlich beschenkt. Denn von ihm bzw. von seinem Band-Projekt "The Magnetic Fields" ist jetzt eine opulente Box mit gleich fünf CDs erschienen. Jedem seiner 50 Lebensjahre hat Stephin Merritt einen Song gewidmet, anhand derer er sein Leben Revue passieren lässt. Entstanden sind 50 reale und fiktive klingende Kurzgeschichten, die auch Merritts musikalische Vielseitigkeit widerspiegeln. Bei den Aufnahmen, die 2015 entstanden sind, hat sich Merritt zwar ein paar Musiker ins Studio geholt, den Großteil hat er aber selbst erledigt. Auf dem neuen Album "50 Song Memoir" ist er nicht nur als Sänger zu hören, sondern auch als Instrumental-Musiker an sage und schreibe 100 Instrumenten, darunter auch Exoten wie ein Toy Piano, ein Bass-Banjo, eine Ukulele und diverse alte Synthesizer.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
The Magnetic Fields: 50 Song Memoir
Nonesuch Records

Gespielte Titel:  
Montag: Wonder Where I’m From
Dienstag: Rock'n'Roll Will Ruin Your Life
Mittwoch: Haven't Got A Penny
Donnerstag: Ghosts Of The Marathon Dancers
Freitag: You Can Never Go Back To New York

06. März - 10. März 2017: Dear Reader"Day Fever"

Album "Day Fever" von Dear Reader

Vor neun Jahren rief Cherilyn MacNeil zusammen mit Darryl Torr in Südafrika das Musikprojekt Dear Reader ins Leben. Doch dann wurde ihr klar, dass sie sich sowohl von ihrer Heimat als auch vom musikalischen Partner lösen musste, um ihr eigenes Ding zu machen. Mittlerweile lebt sie in Berlin und hat unter dem Namen Dear Reader ihr viertes Album veröffentlicht. Mit "Day Fever" will Cherilyn MacNeil einen Gegenpol zum (Selbst-)Optimierungswahn in den Sozialen Medien setzen. Statt Dinge schönzufärben, nennt sie sie einfach beim Namen: schonungslos besingt sie Ängste, Neurosen und Marotten. Sie hat ihre bisher so üppig orchestrierte Musik ein wenig reduziert: kammermusikalischer Folkpop trifft nun auf Bläser und mehrstimmige Gesänge.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Dear Reader: Day Fever
City Slang
LC: 06853

Gespielte Titel:  
Montag: Wake him
Dienstag: Then, not now
Mittwoch: Oh, the sky!
Donnerstag: I know you can hear it
Freitag: So petty so pathetic

27. Februar - 03. März 2017: Awa Ly "Five and a feather"

 Awa Ly "Five and a feather"

Ein surrealer Traum von einer Geschichten erzählenden Schamanin inspirierte die französische Sängerin Awa Ly zu ihrem aktuellen Album "Five and a feather".


"She‘s a storyteller, she creates a thousand worlds."
singt sie im Eröffnungsstück. Dem folgen neun weitere Geschichten, die sich zumeist mit dem nie auserzählten Thema Liebe beschäftigen. Musikalisch bewegen sich Awa Lys Songs zwischen Soul, Folk und Pop allerdings mit ihrem ganz eigenen Reiz durch Gastauftritte von Musikern an der westafrikanischen Lautenharfe Kora, am Daumenklavier Senza oder an der chinesischen Laute Erhu.

Diese verschiedenen Facetten fügen sich perfekt zusammen und machen "Five and a feather" zu einem eingängig schönen und zugleich exotisch interessanten Album, das auch beim wiederholten Hören noch Neues entdecken lässt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Gespielte Titel:  
Montag: Storyteller
Dienstag: Let you down
Mittwoch: Let me love you
Donnerstag: Here
Freitag: You will be mine

20. Februar - 24. Februar 2017: Andrea Motis "Emotional Dance"

Andrea Motis

Sie ist gerade mal 21 Jahre alt und hat schon über ein Dutzend Jazzalben aufgenommen: die Katalanin Andrea Motis. In der Sant Andreu Musikschule in Barcelona traf sie als Kind auf ihren Lehrer und Mentor Joan Chamorro. Er erkannte ihr Talent als Sängerin und Instrumentalistin sowohl an der Trompete als auch am Saxophon -  und förderte sie nicht zuletzt durch gemeinsame Platten, die er mit ihr einspielte.  Nun hat Andrea Motis den ersten großen Schritt in Richtung Emanzipation getan: sie hat ihr erstes Soloalbum aufgenommen. Darauf singt und spielt sie Jazzstandards von Cole Porter bis Horace Silver, aber auch fünf selbst komponierte Songs. Mit ihrem glockenhellen und doch geerdeten Sopran verleiht sie dem traditionellen Swing ungeahnte Leichtigkeit und Frische.

CD-Angaben:
Andrea Motis: Emotional Dance
Impulse
LC: 50418

Gespielte Titel:
Montag: Never will I marry
Dienstag: Señor Blues
Mittwoch: La gavina
Donnerstag: I didn't tell them why
Freitag: Save the orangutan

13. Februar - 17. Februar 2017: Omer Klein "Sleepwalkers"

Album-Cover "Sleepwalkers"

Wie so viele junge israelische Musiker ist auch Omer Klein in Richtung Amerika aufgebrochen, um dort zu studieren, zu leben und vor allem zu spielen. Doch die Zeit in Boston und New York ist auch schon wieder Vergangenheit, seit einiger Zeit lebt der Pianist in Düsseldorf.
Jetzt ist mit "Sleepwalkers" das immerhin siebte Album von Omer Klein erschienen. Es beinhaltet dreizehn Eigenkompositionen, die Klein in klassischer Trio-Besetzung mit Bass und Schlagzeug eingespielt hat. Die Stücke sind ein Spiegel Kleins facettenreicher Klangsprache, die innerhalb kürzester Zeit ihre Stimmung ändern kann. Die Bandbreite reicht von leisen, lyrischen und zerbrechlichen Passagen bis hin zu explosiven und komplexen Passagen.
Kurzum: in Omer Kleins Musik geht es um Emotionalität und Originalität.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Omer Klein: Sleepwalkers
Warner Music
LC: 14666
EAN: 190295890896

Gespielte Titel:
Montag: Hookup
Dienstag: One Step At A Time
Mittwoch: Sleepwalkers
Donnerstag: Split Milk
Freitag: Underdog

06. Februar - 10. Februar 2017: Manfred Krug "Das war nur ein Moment"

Album Cover "Das war nur ein Moment" Manfred Krug

Hierzulande verehrte man ihn überwiegend als Schauspieler: als "Kommissar Stoever" im Tatort oder als brummeligen Anwalt in der Serie "Liebling Kreuzberg". Doch Manfred Krug hatte weitaus mehr Talente - er liebte den Jazz, aber auch den Schlager und nahm als Sänger schon in den 70er Jahren Schallplatten auf, die in der damaligen DDR erst zum Riesenerfolg und später zum Kult wurden.
In dieser Woche wäre Manfred Krug 80 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass erscheinen nun zum ersten Mal seine Amiga-Aufnahmen komplett gesammelt in einer Box. Darin findet sich Jazz, Schlager Chanson und Gedichte. Eine schöne Hommage an den im vergangenen Oktober verstorbenen Künstler.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Manfred Krug: Das war nur ein Moment (Die Original AMIGA Aufnahmen)
Amiga
LC: 00055
EAN: 0889853986026

Gespielte Titel:
Montag: On the sunny side of the street
Dienstag: Night and day
Mittwoch: When the saints go marching in
Donnerstag: Alles geht einmal zu Ende
Freitag: Das Lied mit einem Ton

30. Januar - 03. Februar 2017: Chris Thile & Brad Mehldau

CD-Cover Chris Thile & Brad Mehldau

CD-Cover "Chris Thile & Brad Mehldau"

2011 standen sie das erste Mal zusammen auf der Bühne: Jazzpianist Brad Mehldau und der Folk/Bluegrass-Musiker und Mandolinen-Wunderknabe Chris Thile. Die New York Times fasst es zusammen: „[sie] kommen aus unterschiedlichen Welten, gehören aber derselben Spezies an.
Nach einer Reihe gemeinsamer Konzerte gingen die beiden Ausnahmemusiker Ende 2015 ins Studio und nahmen reichlich Material auf. Auf dem jetzt erschienenen Doppelalbum "Chris Thile & Brad Mehldau" finden sich neben Eigenkompositionen der beiden Musiker Coverversionen von Elliott Smith über Bob Dylan bis Fiona Apple. Der Clou: Songauswahl, Instrumentierung und Zusammenspiel – alles ist kompatibel, klingt organisch und macht viel Spaß... den Musikern wie dem Hörer. Ein kammermusikalischer Glücksgriff.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Chris Thile & Brad Mehldau
Label: Nonesuch
Bestellnr.: 0075597940992

Gespielte Titel:
Montag: Don‘t think twice it‘s alright
Dienstag: Independence Day
Mittwoch: Marcie
Donnerstag: Scarlet Town
Freitag: Tabhair Dom Do Lamh

23. Januar -27. Januar 2017: Cristina Branco "Menina"

Christina Branco

Der portugiesische Fado hat schwierige Zeiten hinter sich – doch seit einigen Jahren erlebt er eine ungeahnte Renaissance, er gehört seit 2011 sogar zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Cristina Branco ist eine der Künstlerinnen, die schon in den 1990er Jahren den Fado wiederentdeckten und ihn in ein zeitgemäßes Gewand kleideten.
Branco hat es geschafft, den Fado aus der puristischen Ecke zu holen und ihn durch die musikalische Öffnung hin zu anderen Stilen wie Blues, Jazz oder Folk in ein ganz neues Licht zu stellen. Auf ihrem neuen Album "Menina" bildet sie die Vielfalt der portugiesischen Musik ab, nur ein ganz traditioneller Fado findet sich darauf.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Cristina Branco: Menina
Universal Music Japan
LC Z5720

Gespielte Titel:
Montag: E às vezes dou por mim
Dienstag: Alvorada
Mittwoche: Quando julgas que me amas
Donnerstag: Quando eu canto
Freitag: Ai, esta pena de mim

16. Januar - 20. Januar 2017: Ensemble Du Verre "Rooms"

CD-Cover, Ensemble du Verre, Rooms

Seit rund 14 Jahren unterhält der Produzent und Multiinstrumentalist Sönke Düwer das "Ensemble Du Verre", wobei das Ensemble eher ein ein-Mann-Projekt ist, das von Fall zu Fall um Gastmusiker und Sängerinnen ergänzt wird. Jetzt ist das siebte Album namens "Rooms" erschienen. Und auch da gilt es, die Ohren zu spitzen, manchmal rät es sich auch, am Lautstärkeregler zu drehen. Denn die Musik vom "Ensemble Du Verre" ist gläsern, filigran und oft auch minimalistisch. Auf dominante Melodien und prägnante Rhythmen wird komplett verzichtet, im Mittelpunkt steht die Poesie der leisen Töne. Der Bandleader fordert mit seinen Songs sein Publikum zum intensiven Zuhören auf, er selbst bezeichnet seine eigenwillige Fusion aus Jazz, Hip Hop und Dub am liebsten als "Deep Listening".

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Ensemble Du Verre: Rooms
Batterie Records 021, LC 18357

Gespielte Titel:
Montag: Eternal Day
Dienstag: Lovebirds
Mittwoch: Rooms
Donnerstag: Soundlessness
Freitag: Polychrome

09. Januar - 13. Januar 2017: Flo Morrissey & Matthew E. White: "Gentlewoman, Ruby Man"

Flo Morrissey & Matthew E. White: Gentlewoman, Ruby Man, CD-Cover

Bis 2012 lebte er in der Kleinstadt Richmond in Virginia ganz beschaulich als Musiker und Gitarrenlehrer. Doch dann nahm Matthew E. White sein erstes Soloalbum auf und seitdem ist nichts mehr wie es war. Die Musikkritiker in aller Welt feierten ihn, er galt als Shootingstar der Szene – und nun finden seine Konzerte nicht mehr in Richmond, sondern in Paris, London und Berlin statt.
Für sein drittes Album hat sich Matthew E. White mit der jungen Britin Flo Morrissey zusammengetan. Im Duett covern sie unter anderem Songs von George Harrison, Velvet Underground oder Charlotte Gainsbourg. Zusammen erschaffen sie opulente Popmusik mit schwelgerischem Sound.

Ein Album-Tipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Flo Morrissey & Matthew E. White: Gentlewoman, Ruby Man
Caroline – LC 03261

Gespielte Titel:
Montag: Looking for you
Dienstag: Thinking bout you
Mittwoch: Heaven can wait
Donnerstag: Look at what the light did
Freitag: Suzanne

02. Januar - 06. Januar 2017: Bobby Rush "Porcupine Meat"

CD-Cover, Bobby Rush "Porcupine Meat"

Bobby Rush, geboren in Louisiana, ist mit seinen 76 Jahren sicherlich einer der dienstältesten amerikanischen Bluessänger – und einer der stilsichersten. "Folk-Funk"nennt er seine Mischung aus Blues, Soul und Funk.
Bevor er ab 1967 Aufnahmen unter seinem Namen machte, spielte Rush in den Clubs des Chitlin‘ Circuits, wo Schwarze während der Rassentrennung unbehelligt auftreten konnten, und begleitete Bluesgrößen wie Freddie King und Luther Allison.
Auf seinem neuen Album "Porcupine Meat" zeigt sich Bobby Rush einmal mehr als kraftvoller und energiegeladener Sänger und versierter Bluesharpspieler, der mal derbe, mal humorvoll über das Leben und die Liebe philosophiert.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Bobby Rush "Porcupine Meat"
Rounder - LC 1166100065

Gespielte Titel:
Montag: Porcupine Meat
Dienstag: Snake in the Grass
Mittwoch: Catfish Stew
Donnerstag: It‘s your move
Freitag: I‘m tired

27. Dezember - 30. Dezember 2016: Catherine Russell "Harlem on my mind"

CD-Cover, Catherine Russell "Harlem on my mind"

"Es geht darum, deine Wurzeln nicht zu vergessen" – sagt Catherine Russell voller Überzeugung. Deshalb hat sie ihr neues Album dem Afro-American Songbook gewidmet. "Harlem on my mind" besteht ausschließlich aus Songs von afroamerikanischen Künstlern, die dem Apollo-Theatre in Harlem – vor dem 2. Weltkrieg die einzige große Bühne New Yorks für afroamerikanische Musiker – den Großteil ihrer Karriere verdankten. Schnörkellos klar liegt ihre wandlungsfähige Stimme über den schlanken Bläserarrangements. In der Sparte "Best Jazz Vocal Album" wurde sie damit für den Grammy nominiert – wir drücken die Daumen.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Catherine Russell: Harlem on my mind
Jazz Village - LC 07045

Gespielte Titel:
Dienstag: Harlem on my mind
Mittwoch: I want a man
Donnerstag: Blue turning grey over you
Freitag: I can't belive that you are in love with me.

19. Dezember - 23. Dezember 2016: Latin Christmas (diverse Interpreten)

CD-Cover "Latin Christmas"

Die Melodien sind gleich geblieben, nur die Rhythmen und die Instrumentierung haben sich verändert: Congas statt Schlittenschellen, mehr Blechbläser und weniger Flöten. Wenn Musiker aus Latein-Amerika, den USA, Kanada oder aus Europa die Weihnachtslieder in die Sprache der Latin Music übertragen, werden diese auf einmal tanzbar. Der neue Sampler „Latin Christmas“ ist eine Sammlung von allseits bekannten Klassikern und weniger bekannten Songs - beispielsweise aus Kolumbien oder Argentinien. Weihnachten kann also kommen – auch wenn oder gerade weil dieses andersartige Album erfrischend neue winterliche Klanglandschaften entstehen lässt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Latin Christmas (diverse Interpreten)
Putumayo World Music/Exil Musik 13652-2
LC 08972

Gespielte Titel:
Montag: Poncho SanchezHave Yourself A Merry Christmas
Dienstag: Juan Carlos Quintero: Jingle Bells
Donnerstag: Grupo Son Sabor: El Año Viejo
Freitag: Susie Arioli: La Peregrinación

12. Dezember - 16. Dezember 2016: The Colorist & Emilíana Torrini

The Colorist sind ein belgisches Musikerkollektiv, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Stücke von Singer-Songwritern in ein ganz neues musikalisches Gewand zu kleiden. Diesmal haben sie sich mit der Isländerin Emilíana Torrini zusammengetan. Neun ihrer altbekannten Songs und zwei Neukompositionen haben sie neu arrangiert und mit einem 8-köpfigen Orchester live aufgenommen. Die Instrumente ihrer Wahl sind dabei ganz klassisch, dazu spielen sie aber auch auf Steinen, Spiegeln und Glasschüsseln und als wäre das nicht genug, bauen sie auch noch eigene Instrumente mit Namen wie "Hammered Mbar" oder "Flapabamba". Ihr Sound ist minimalistisch und zusammen mit Emilíana Torrinis geschmeidiger Stimmer entsteht moderner Kammerpop.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
The Colorist & Emilíana Torrini
Rough Trade/ Beggars Group
LC 11945

Gespielte Titel:
Montag: Caterpillar
Dienstag: Thinking out loud
Mittwoch: When we dance
Donnerstag: Today has been okay
Freitag: Serenade

05. Dezember - 09. Dezember 2016: Randy Newman "The Randy Newman Songbook"

Der Kalifornier Randy Newman begann 2003 das Projekt "Songbook", für das er Lieder aus seiner mittlerweile knapp 50-jährigen Karriere als Songwriter und Sänger solo am Klavier neu aufnahm. Dreizehn Jahre später, im Sommer dieses Jahres, erschien der dritte und letzte Teil der Reihe, die nun, dramaturgisch neu zusammengestellt, als Gesamtpaket erscheint.
Newmans häufig schwarzhumorige Texte mit feinen Beobachtungen des amerikanischen Alltags und der Befindlichkeit seiner Landsleute klingen auf den auf Klavier und Stimme reduzierten Neuaufnahmen noch direkter und pointierter. Das macht "The Randy Newman Songbook" zu einer üppigen Liedersammlung mit über 60 Titeln auf drei CDs, die zum genaueren Hinhören verleitet.


Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Randy NewmanThe Randy Newman Songbook
Label: Nonesuch
Bestellnr.: 5645482
VÖ CD-Box: 16.12.2016

Gespielte Titel:
Montag: Short people
Dienstag: It’s lonely at the top
Mittwoch: Love story
Donnerstag: Guilty
Freitag: Sail away

28. November - 02. Dezember 2016: Sampler "Le Pop La Boum"

Obwohl das französische Chanson lange totgesagt war, begannen junge Künstler Anfang der 1990er Jahre, die Poesie und Melodik des althergebrachten Chansons mit Elektrosounds und neuen Rhythmen zu kombinieren – es war die Geburtsstunde des Nouvelle Chanson.
Erstaunlich lange bekam man in Deutschland von dieser immer erfolgreicher werdenden Bewegung nichts mit, deshalb ist es ein besonderes Verdienst der Macher des Kölner Labels "Le Pop", die seit 2002 regelmäßig Kompilationen veröffentlichen, die die große musikalische Vielfalt des Nouvelle Chansons abbilden. Ihr neuestes Werk heißt "Le Pop La Boum" –  eine tanzbare Party-Spezialausgabe, die zeigt, wie abwechslungsreich und stilistisch reichhaltig Popmusik aus Frankreich ist.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Le Pop La Boum - Sampler
Le Pop Musik/ Groove Attack
LC 09096

Gespielte Titel:
Montag: Polka von Luce
Dienstag: Singapore Slang
Mittwoch: Eclipse Twist
Donnerstag: Danse avec moi
Freitag: Comme un manouche sans guitare

21. November - 25. November: Joo Kraus: "Joo Jazz"

Der Ulmer Trompeter Joo Kraus ist seit vielen Jahren gut im Geschäft, er spielte u.a. mit der Jazzkantine, Klaus Doldinger und BAP. Überaus erfolgreich war er mit der Zwei-Mann-Band "Tab Two", die in den 1990er Jahren dem Jazz auf die Tanzflächen der Clubs verhalf. Zwar fühlt er sich dem Jazz eng verbunden, doch stilistische Grenzen gab und gibt es für den Trompeter nicht. Denn genau hier, in den Schnittmengen der Stile, steckt für Joo Kraus das größte musikalische Potential.

Das wird auch in seinen eigenen Projekten immer wieder hörbar. Seine Stücke basieren auf Blitzeinfällen, die er in eine "Ideenbox" steckt und anschließend im Studio mit seinen Bandmusikern ausarbeitet. Und da er seit zwölf Jahren mit seiner Band zusammenarbeitet, kann er sich blind auf seine Mitmusiker verlassen und dem kreativen Prozess freien Lauf lassen. Im November ist "Joo Jazz", das neue Album von Joo Kraus erschienen.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Joo Kraus: Joo Jazz
Label: Künstlerhafen
Bestellnr.: LC 52209

Gespielte Titel:
Montag: This Is How We Do It
Dienstag: If You Wanna Get Down
Mittwoch: Joo Jazz
Donnerstag: 1815
Freitag: Almost Porn

14. November - 18. November 2016: Roberto Fonseca "ABUC"

Nach dem Tod des Buena Vista Social Club Pianisten Ruben Gonzalez übernahm der verhältnismäßig junge Roberto Fonseca, Jahrgang 1975, den Platz an den Tasten in der legendären Combo. Mittlerweile hat der in Havanna geborene Musiker mehrere Soloplatten eingespielt, auf denen er die Musik seiner Heimat mit Jazz und modernem R'n'B vermischt hat.
Sein gerade erschienenes Album "ABUC", sein erstes für das Label Impulse!, ist nicht weniger als eine Geschichtsstunde über kubanische Musik. Jede der zwölf Kompositionen Fonsecas basiert auf klassischen afro-kubanischen Rhythmen, werden aber durch aktuelle Sounds und Stilelemente ergänzt und schaffen so die Verbindung zwischen alt und neu. So erklärt sich auch der Name "ABUC" – er ist die buchstäbliche Umkehrung von "Cuba".

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Roberto Fonseca: ABUC
Label: Impulse!
Bestellnr.: 570 923-5

Gespielte Titel:
Montag: Tumbao De La Unidad
Dienstag: Sagrado Corazon
Mittwoch: Tierra Santa
Donnerstag: Habanera
Freitag: Family

07. November - 11. November 2016: Piers Faccini: "I dreamed an Island"

Piers Faccini, geboren 1970 in London als Sohn einer Engländerin und eines Italieners, war als Kind immer wieder in Frankreich und Italien und lebt mittlerweile in Südfrankreich. Seine Faszination für das Mittelmeer verarbeitet er seit Jahren als Sänger und Gitarrist in Songs, die sich zwischen Weltmusik, Folk und Blues bewegen.
Sein neues Album "I dreamed an Island", inspiriert von der Insel Sizilien im 12. Jahrhundert, ist eine musikalische Vision von Toleranz, Weltoffenheit und friedlicher Koexistenz verschiedener Religionen und der daraus resultierenden kulturellen Vielfalt. Ein brandaktuelles und wichtiges Album.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Piers Faccini: I dreamed an island
Label: Beating Drum Records
Bestellnr.: BEACDR0019

Gespielte Titel:
Montag: To be sky
Dienstag: Drone
Mittwoch: Bring down the wall
Donnerstag: The many were more
Freitag: Cloak of Blue

31. Oktober - 04. November 2016: Agnes Obel: "Citizen of glass"

Das faszinierende und zugleich erschreckende Bild vom “Gläsernen Menschen” hat die Dänin Agnes Obel zu ihrem neuen Album inspiriert. Faszinierend, weil Glas ein so schönes, glänzendes, aber fragiles Material ist und erschreckend, weil die Privatheit der Menschen in unserer Zeit durch die Sozialen Medien, aber auch durch staatliche Überwachung verloren zu gehen droht. "Gläsernen" Klang schafft Agnes Obel durch eine ungewöhnliche Besetzung: zu Klavier und Cello setzt sie Klänge von Celesta, Vibrafon und Trautonium. Klare Arrangements und ihre schwebende Stimme schaffen atmosphärische Klanglandschaften im Spannungsfeld zwischen Folk und Kammermusik.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Agne Obel: Citizen of glass
LC 07800 - Play it again Sam

Gespielte Titel:
Montag: Citizen of glass
Mittwoch: Stretch your eyes
Donnerstag: Red virgin soul
Freitag: Familiar

24. Oktober bis 28. Oktober 2016: "E.S.T. Symphony" erscheint bei ACT Music

Vor acht Jahren kam der schwedische Pianist Esbjörn Svensson bei einem Tauchunfall ums Leben. Schon zu Lebzeiten hat er mit seinem energetischen und atmosphärischen Trio-Sound Maßstäbe gesetzt, bis heute orientieren sich viele junge Pianisten an Svenssons Stil. Seine Musik lebt jetzt in Form des Projekts „E.S.T. Symphony“ weiter und wurde in einem langen Prozess, der insgesamt acht Jahre dauerte, für ein großes Orchester plus sechs Jazzsolisten arrangiert. Zu den Solisten zählen auch Svenssons ehemalige Triokollegen Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström (Schlagzeug). Das musikalische Großprojekt "E.S.T. Symphony" erscheint diese Woche und wirft ein ganz neues und vielfarbiges Licht auf Esbjörn Svenssons Kompositionen.  

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

 CD-Angaben
"
E.S.T. Symphony" erscheint bei ACT Music
ACT-Music - LC 07644

Gespielte Titel:
Montag: Seven Days Of Falling
Dienstag: Wonderland Suite
Mittwoch: From Gagarin’s Point Of View
Donnerstag: Serenade For The Renegade
Freitag: Dodge The Dodo

17. Oktober bis 21. Oktober 2016: Conor Oberst "Ruminations"

Er gehört zu den umtriebigsten Musikern seiner Zunft. Ob solo, mit der Indie-Folkband Bright Eyes, der Rockband Desaparecidos oder den Monsters Of FolkConor Oberst hat als Poet, Songschreiber und Sänger einen riesigen Output. Sein neues Werk führte ihn dahin zurück, wo alles begann: nach Omaha, Nebraska, wo er aufgewachsen ist. Dort verbrachte er einen einsamen Winter, an dessen Ende ein neues Album entstanden war. Ganz alleine, an Klavier, Gitarre und Mundharmonika nahm er 10 puristisch anmutende Songs auf, in denen er ganz offen über Ängste, Verzweiflung und Weltschmerz sinniert.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Conor Oberst: Ruminations
Nonesuch – LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: Tachycardia
Dienstag: You all loved him once
Mittwoch: Counting Sheep
Donnerstag: Next of kin
Freitag: kicks us out

10. Oktober bis 14. Oktober 2016: Norah Jones "Day Breaks"

Initialzündung für ihr neues Album war das Jubiläumskonzert von ihrem Plattenlabel Blue Note 2014. Norah Jones entdeckte ihre Liebe zum Jazz ganz neu und auch die lange verloren geglaubte Lust am Klavierspiel war plötzlich wieder da. So kehrt sie mit ihrem sechsten Album "Day Breaks" zurück zu ihren Wurzeln. Zusammen mit Jazzgrößen wie Wayne Shorter am Saxophon, John Patitucci am Kontrabass und Lonnie Smith an der Orgel singt und spielt sie neun selbstkomponierte Stücke und drei Coversongs zwischen Jazz, Country und Südstaaten-Folk.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Norah Jones: Day Breaks
LC 00133 Blue Note

Gespielte Titel:
Montag: Once I had a laugh
Dienstag: It's a wonderful time for love
Mittwoch: Tragedy
Freitag: Peace

04. Oktober bis 07. Oktober 2016: Regina Spektor "Remember us to life"

Als Neunjährige kam sie zur Zeit der Perestroika zusammen mit ihren Eltern von Russland nach New York. Im Hinterzimmer einer Synagoge lernte sie Klavierspielen. Und nun, mit 36 Jahren hat die Sängerin und Komponistin Regina Spektor viel erreicht: sie ist ein gefeierter Popstar, hat schon einige Male für Barack Obama gespielt und ihr mittlerweile achtes Album wurde nicht nur von der Musikpresse sehnsüchtig erwartet. Regina Spektors Musik zeichnet sich aus durch ihre spezielle Mischung von Kunstmusik und Pop, von Klavierballaden und verschrobenen, unerwarteten Elementen. Ihr neues Album ist besinnlich, heiter, nachdenklich und leicht zugleich.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Regina Spektor: Remember us to life
LC 00392 Warner

Gespielte Titel:
Dienstag: Bleeding Heart
Mittwoch: Grand Hotel
Donnerstag: Tornadoland
Freitag: Older and Taller

26. September bis 30. September 2016: Malia "Malawi Blues / Njira"

Malia stammt aus dem südostafrikanischen Staat Malawi, ihre Heimat hat sie im Alter von 14 Jahren in Richtung London verlassen. Jetzt kehrt die Sängerin – zumindest musikalisch – zu ihren Wurzeln zurück: Auf den zehn Songs ihres neuen Albums "Malawi Blues / Njira" befasst sie sich mit ihrer Herkunft. Bei dieser Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit sind sehr lyrische, überwiegend getragene und manchmal auch nachdenkliche Songs entstanden. In Malias Musik, in der Stets die Klarheit und Einzigartigkeit ihrer Stimme im Vordergrund steht, geht es aber auch um eine stilistische Vielfalt. In ihre Stücke fließen ganz homogen Elemente aus Jazz, Soul und afrikanischer Folklore ein.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Malia: Malawi Blues / Njira
MPS / EDEL 0210915MS1, LC 01666

Gespielte Titel:
Montag: Disgrace
Dienstag: Moon River
Mittwoch: Malawi Blues / Njira
Donnerstag: Friendship
Freitag: Black Widow

19. September bis 23. September 2016: Joey Alexander "Countdown"

Im Mai letzten Jahres veröffentlichte der Jazzpianist Joey Alexander sein Debutalbum und versetzte damit die Jazzwelt in kollektive Begeisterung. Herbie Hancock und Wynton Marsalis gehören zu seinen bekennenden Fans, er spielte Konzerte für Barack Obama und Bill Clinton, außerdem wurde er zwei Mal für den Grammy nominiert. Nun erscheint sein zweites Album mit Stücken von John Coltrane bis Thelonious Monk, aber auch mit eigenen Kompositionen. Technisch brillant, mit jugendlicher Begeisterung und dem Ausdruck eines gestandenen Künstlers. Im Juni wurde Joey Alexander dreizehn Jahre alt.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Joey Alexander: Countdown
Membran – LC 29284

Gespielte Titel:
Montag: City Lights
Dienstag: Sunday Waltz
Mittwoch: Criss Cross
Donnerstag: Soul Dreamer
Freitag: Countdown

12. September bis 16. September 2016: Charlie Hunter "Everybody has a plan until they get punched in the mouth"

Sechs Saiten waren Charlie Hunter nie genug. Der amerikanische Gitarrist spielte auf seinem Debutalbum eine siebensaitige Gitarre und ließ sich danach ein Instrument mit acht Saiten maßanfertigen. Damit ist er in der Lage, simultan Bass und Sologitarre zu spielen.
Auf seinem aktuellen, komplett live eingespielten Album, groovt er so virtuos wie kernig durch Bluesriffs, New Orleans Swing und Jazz, unterstützt von Schlagzeuger Bobby Previte, Kornettist Kirk Knuffke und Posaunist Curtis Fowlkes.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Charlie Hunter: “Everybody has a plan until they get punched in the mouth”
Label: GroundUP Music
Bestellnr.: 80025221-02

Gespielte Titel:
Montag: Everybody has a plan until they get punched in the mouth
Dienstag: We don‘t want nobody sent
Mittwoch: Leave him lay
Donnerstag: Latin for travelers
Freitag: Big Bill‘s Blues

5. September bis 9. September: Lou Rhodes "Theyesandeye"

Schon das Foto auf dem Cover lässt keinen Zweifel: Lou Rhodes‘ Weg zurück zur Natur ist noch nicht zu Ende. Bekannt wurde sie in den späten 1990ern als Sängerin des britischen Trip Hop Duos Lamb. Nach der Auflösung 2004 zog sie aufs Land und richtete sich ein Tonstudio in einem Bauernhof ein - dort hat sie jetzt ihr viertes Soloalbum aufgenommen. Musikalisch ist sie wieder zum Folk, wo ihre Wurzeln liegen, zurückgekehrt. Die Lieder bestechen durch ihren warmen, psychedelischen Sound und die liebevolle Besetzung mit Harfe, Glockenspiel und Streichern.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Lou Rhodes: Theyesandeye
Nude Music -
EAN 5060463411824

Gespielte Titel:
Montag: All The Birds
Dienstag: All I Need
Mittwoch: Hope & Glory
Donnerstag: Sea Organ
Freitag: Them

29. August bis 2. September 2016: Nils Petter Molvær "Buoyancy"

Nils Petter Molvær erweitert seit rund zwei Jahrzehnten das "herkömmliche" Vokabular europäischer Jazztrompeter. Mittels elektronischer Hilfsmittel und moderner Technologie begibt sich der norwegische Musiker immer wieder auf eine Reise mit dem Ziel, neue Klanglandschaften zu erschließen. Bei seinem neuen Album "Buoyancy" ist Molvær zusammen mit seinem Quartett noch einen Schritt weiter gegangen, hat das Festland verlassen und sich als Taucher von der Magie der Unterwasserwelten inspirieren lassen. Die Musik der insgesamt zehn Titel von "Buoyancy" (was so viel wie "Auftrieb" bedeutet) ist von dieser intensiven Vielfalt mit ihren mal klaren, mal diffusen, mal schroffen und mal zarten Atmosphären geprägt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Nils Petter Molvær: Buoyancy
Okeh/Sony Music 889853080922
LC 00288

Gespielte Titel:
Montag: Jackson Reef
Dienstag: Gilimanuk
Mittwoch: Maddagala
Donnerstag: Lamna Reef
Freitag: Puri Jati

22. August bis 26. August 2015: Leyla McCalla "A day for the hunter, a day for the prey"

Geboren wurde sie in New York, ihre Wurzeln liegen in Haiti und ihre Wahlheimat ist New Orleans. In ihrer Musik verbindet die Sängerin, Songschreiberin und Cellistin Leyla McCalla all diese Einflüsse: die Traditionen der Kreolen, der Cajuns und der Haitianer, amerikanischen Folk, Bluegrass und Jazz. Neben haitianischen Volksliedern singt sie auch eigene Kompositionen auf Englisch, Französisch und haitianischem Kreol. Die Inhalte ihrer Songs findet sie zum Beispiel in der Geschichte der haitianischen "Boatpeople": sie singt von Vertreibung, Flucht und vom Ankommen – Themen, die bis heute nicht an Aktualität verloren haben.  

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Leyla McCalla: A day for the hunter, a day for the prey
Jazz Village - JV 570116
EAN 3149027006927

Gespielte Titel:
Montag:  Let it fall
Dienstag: A day for the hunter, a day for the prey
Mittwoch: Fey-O
Donnerstag: Peze Café
Freitag: Little Sparrow

15. August bis 19. August 2016: Nenad Vasilić Trio "Wet Paint"

Auf dem Debutalbum "Folk Songs" (2001) trug seine Band noch den Namen "Nenad Vasilić Balkan Band". Der Zusatz Balkan Band ist nicht mehr nötig. Die Musik des serbischen Kontrabassisten und Komponisten Nenad Vasilić ist mittlerweile ein Synonym für die gelungene Verbindung von Jazz und Balkanmusik.
Sein aktuelles Album "Wet Paint" hat Vasilić im Trio mit Landsmann Bojan Z. an Rhodes und Klavier und dem amerikanischen Schlagzeuger und Perkussionisten Jarrod Cagwin aufgenommen. Dem superben Trio gelingt es mit seiner Mischung aus akustischen und elektronischen aber immer transparenten Sounds hörbar mühelos, auch komplexe Rhythmen und ungewöhnliche musikalische Vorlagen (geistliche Musik aus Russland, ein Deep-Purple-Cover) zugänglich zu machen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Nenad Vasilić Trio: “Wet Paint”
Label: Galileo Music Communication
Bestellnr.: GMV068

Gespielte Titel:
Montag: Chound Seck
Dienstag: Burn
Mittwoch: Elevena
Donnerstag: Gospodi Pomiluj
Freitag: Oj Devojce Pirocance

8. August bis 12.August 2016: Sivan Talmor "Fire"

Auf ihrem ersten Album sang Sivan Talmor in ihrer Muttersprache hebräisch, aufgenommen hatte sie ihr Debut im fernen New York. Doch das Ergebnis enttäuschte sie so sehr, dass die Sängerin und Songschreiberin nach einer ziemlich großen Krise entschied, das nächste Album zu Hause in Tel Aviv aufzunehmen und sich dafür von ihrer Muttersprache zu verabschieden: Erst mit englischen Texten schien ihre Musik endlich authentisch zu sein. Am Freitag erscheint „Fire“ – die zweite CD der israelischen Künstlerin. Sieben überwiegend melancholische Songs zwischen Folk und Pop, abwechslungsreich instrumentiert und filigran arrangiert.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Sivan Talmor: Fire
Chaos – LC 07326

Gespielte Titel:
Montag: Circles
Dienstag: Hide & Seek
Mittwoch: Fire
Donnerstag: First Step
Freitag: I’ll be

1. August bis 5. August 2016: Trio JMO "Al Nge Taa"

Auf unserer CD der Woche kommt es zu einer nicht alltäglichen Begegnung dreier Musiker aus der Schweiz, dem Senegal und aus Israel. Drei Musikkulturen, die in ihrer Wesensart grundverschieden sind. Doch das Klangexperiment ist geglückt: denn Jan Galega Brönnimann (Bassklarinette), Moussa Cissokho (Kora) und Omri Hason (Percussion) haben für sich eine eigene Ausdrucksform gefunden. Ausgehend von der schlichten Schönheit afrikanischer Melodien kreieren die drei Musiker ganz individuelle Klanglandschaften, die dank des rauchigen Tons der Bassklarinette und den lebendigen Rhythmen verschiedenster Percussioninstrumente aus dem Nahen Osten ganz einzigartige Atmosphären entstehen lassen.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Trio JMO: Al Nge Taa'
Erschienen bei CPL Music 012
LC 23533

Gespielte Titel:
Montag: Alila
Dienstag: Bafut II
Mittwoch: Al Nge Taa
Donnerstag: Nene
Freitag: Mama Bamako II

25. Juli bis 29. Juli 2016: Baden Powell "Images On Guitar"

Mit vollem Namen hieß er Baden Powell de Aquino – er gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen Brasiliens. Der Musikjournalist, Redakteur und "Jazzpapst" Joachim-Ernst Behrendt betreute als Produzent die Aufnahmen mehrerer Platten, die beim damals wichtigsten europäischen Jazzlabel MPS erschienen, so auch "Images On Guitar" von 1971. Gemeinsam mit der französischen Sängerin Janine de Waleyne improvisiert und experimentiert Baden Powell nach Herzenslust, virtous vermischt er Samba und Jazz mit klassischer Musik. Behutsam technisch analog aufgearbeitet veröffentlicht MPS diese musikalische Perle neu.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Baden Powell. Images On Guitar
MPS - LC00979

Gespielte Titel:
Dienstag: Violao vagabundo
Mittwoch: Petit Waltz
Donnerstag: Blues a volonte
Freitag: Ate-eu

18. Juli bis 22. Juli 2016: Aaron Neville "Apache"

Seine Stimme gilt als eine der bekanntesten von New Orleans, der Wiege des Jazz. Anfang des Jahres feierte er seinen 75. Geburtstag – kein Grund für Aaron Neville, kürzer zu treten. Ganz im Gegenteil: zum ersten Mal veröffentlicht er ein Album, dessen Songs er überwiegend selbst geschrieben hat. Musikalisch bleibt er sich dabei treu, "Apache" ist eine Sammlung der Sounds seiner Geburtsstadt. Da trifft 70er Jahre Soul auf energiegeladenen Bläser-Funk, Jazz, Rhythm’n Blues und natürlich einige Balladen voller Herzschmerz. Und über allem schwebt die immer noch überraschend geschmeidig schmelzende Stimme von Aaron Neville.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Aaron Neville: Apache
Tell It Records/Rough Trade

Gespielte Titel:
Montag gespielt: All Of The Above
Dienstag: I Wanna Love You
Mittwoch: Hard To Believe
Donnertag: Stompin Ground
Freitag: Fragile World

11. Juli - 15. Juli 2015: Marisa Monte: "Coleção"

Sie gilt als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der zeitgenössischen brasilianischen Musikszene und blickt mittlerweile auf eine fast 30-jährige Karriere zurück. Ende der 1980er gehörte Marisa Monte zu einer ganz neuen Bewegung junger Künstler aus den Bereichen Musik, Film und Bildender Kunst, die zwar großen Wert auf Tradition legten, aber gleichzeitig populäre Entwicklungen in der ganzen Welt beobachteten und aufnahmen.
Nun blickt Marisa Monte zurück: Coleção ist eine Sammlung von Liedern, die bisher nicht unter ihrem Namen veröffentlicht wurden. Songs, die sie in den vergangenen Jahren für Film-Soundtracks, spezielle Albumprojekte oder mit anderen Künstlern wie Cesária Évora, Arnaldo Antunes oder Devendra Banhart zusammen aufgenommen hat.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Marisa Monta: "Coleção"
Decca
LC 00171

Gespielte Titel:
Montag: Fumando Espero
Dienstag: É doce morrer no mar
Mittwoch: Dizem que o amor
Donnerstag: Alta noite
Freitag: Nu com a minha música

4. Juli - 8. Juli 2016: Jacob Collier: "In My Room"

Jacob Collier belebt das Metier des Alleinunterhalters neu, besser gesagt komplett neu und ganz anders. Denn das 21-jährige Multitalent aus London spielt bei seinem Debütalbum "In My Room" nicht nur alle Instrumente selbst ein und singt sämtliche Stimmen, sondern produziert auch alles selbst – und zwar in seinem Kinderzimmer im Elternhaus. Nicht zu vernachlässigen ist Colliers Gabe, das Ganze auch noch multimedial zu präsentieren: seine selbst gebastelten und kunstvollen Youtube-Clips werden im Netz millionenfach geklickt.

Auf sein erstes eigenes (und reales) Album hat Collier 11 Stücke gepackt, die überwiegend aus seiner eigenen Feder stammen. Kurioserweise ist er aber, was den Sound angeht, eher rückwärtsgewandt. Denn Jacob Collier orientiert sich am liebsten an der Pop- und Jazzmusik vergangener Jahrzehnte. Doch dank seiner Kreativität und seiner Experimentierfreude hat er eine ganz eigene Klangsprache gefunden, so dass Colliers Musik alles andere als altbacken daherkommt.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Jacob Collier: "In My Room"
Membran 234267 - LC 29284

Gespielte Titel:
Montag: Don't You Know
Dienstag: Flintstones
Mittwoch: Down The Line
Donnerstag: In My Room
Freitag: Saviour

27. Juni - 1. Juli 2016: Laura Mvula: "The Dreaming Room"

Für ihr Debutalbum vor drei Jahren flogen ihr die Melodien und Ideen nur so zu. Nach der Veröffentlichung brach der Erfolg förmlich über sie herein - plötzlich spürte Laura Mvula, die britische Soulpopsängerin mit karibischen Wurzeln, den Druck, ein zweites Album abliefern zu müssen. Und auf einmal musste sie um jeden musikalischen Einfall mit sich ringen, stellte jede Melodie in Frage. Es folgten schwere Zweifel, die in Angstzuständen mündeten, sogar ihre Ehe zerbrach.

Doch nun ist es geschafft: Auf "The Dreaming Room" setzt die Multiinstrumentalistin einmal mehr ihr ganz eigenes Klangkonzept um. Filigrane Arrangements treffen auf Popmusik, elektronische Beats, Gospel, vielstimmige Chöre und ein großes Orchester. Vielschichtig, komplex und dennoch manchmal tanzbar.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Laura Mvula: "The Dreaming Room"
RCA Records – LC 00316

Gespielte Titel:
Montag: Angel
Dienstag: Bread
Mittwoch: People
Donnerstag: Kiss my feet
Freitag: Show me love

20. Juni - 24. Juni 2016: Allen Toussaint: "American Tunes"

Allen Toussaint, 1938 in New Orleans geboren, hat seit den 1960er Jahren maßgeblich den Rhythm‘n‘Blues-Sound der Stadt mitgeprägt - als Pianist, Sänger, Komponist, Produzent und Arrangeur.
Kurz vor seinem unerwarteten Tod im November vergangenen Jahres schloss Toussaint die Aufnahmen zu dem Album "American Tunes" ab, das jetzt posthum erschienen ist. Das Album, zusammengestellt und produziert von Joe Henry, enthält Soloaufnahmen von Toussaint und Einspielungen in voller Bandbesetzung mit Gastauftritten von Rhiannon Giddens, Bill Frisell und Van Dyke Parks.
Mit seiner stimmigen Mischung aus Jazzstandards, New-Orleans-Klassikern und Popsongs ist "American Tunes" nun ein schöner Nachruf auf den Ausnahmemusiker Allen Toussaint.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Allen Toussaint: "American Tunes"
Label: Nonesuch Records
Bestellnr.: 7559-79467-7

Gespielte Titel:
Montag: Delores' Boyfriend
Dienstag: Viper's Drag
Mittwoch: Rocks in My Bed
Donnerstag: Waltz for Debby
Freitag: American Tune

13. Juni - 17. Juni 2016: Red Hot Compilation: "Day Of The Dead"

Es ist eine beeindruckende Sammlung geworden - die beiden Brüder Aaron und Bryce Dessner, Köpfe der Band "The National" arbeiteten an der Idee seit einigen Jahren. Ein monumentales Tribute-Album wollten sie schaffen für eine Band, die sie als musikalisch wegweisend empfanden: The Grateful Dead. Diese sagenumwobene Rockband, die für ihren psychedelischen Sound, nicht-endende Gitarrensoli und Exzesse aller Art bekannt waren.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Red Hot Compilation: "Day Of The Dead"
4AD/Beggars Group
LC 058079

Gespielte Titel:
Montag: Mumford & Sons – Friend Of The Devil
Dienstag: Anohni and yMusic - Black Peter
Mittwoch: Bonnie Prince Billy - If I Had The World To Give
Donnerstag: von Sam Amidon - And We Bid You Goodnight
Freitag: Béla Fleck: Help on the Way

06. Juni - 10. Juni 2016: Marko Paysan: "Berlin – Sounds Of An Era"

Unsere CD der Woche setzt dem Berlin vergangener Jahrzehnte ein monumentales Denkmal. Genau genommen sind es drei CDs prall gefüllt mit historischen Aufnahmen, die im Paket mit einem 348-seitigen Buch „geliefert“ werden. Es ist das Ergebnis einer 30-jährigen Forschungsarbeit des Historikers Marko Paysan. Die drei CDs enthalten ausgewählte Aufnahmen der Jahre 1920-1950 aus den Bereichen Jazz, Chanson, Tanzmusik und Schlager. „Sounds Of An Era“ ist ein einzigartiges Zeitdokument, das Augen und Ohren gelichermaßen anspricht. Geschichtsinteressierte kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Musikliebhaber, denn im Buch werden auch die unbekannten Musiker und Bandleader detailliert portraitiert.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Marko Paysan: Berlin – Sounds Of An Era
Edel earBOOK
ISBN: 9783943573176
LC 00548

Gespielte Titel:
Montag: Barnabas Von Gézcy mit seinem Orchester: S’Wird Schon Wieder Besser
Dienstag: Fred Bird Rhythmicans: Hallo, Hallo, Hier Radio!
Mittwoch: Die Vier Casanovas: Das Gibt’s Nur In Berlin
Donnerstag: Teddy Stauffer Mit seinen Original Teddys: Bei Mir Bist Du Schön
Freitag: RIAS Tanzorchester: Music, Maestro, Please

30. Mai - 3.Juni 2016: Gemma Ray "The Exodus Suite"

Sie macht es sich nicht leicht: die britische Sängerin Gemma Ray hält sich inhaltlich wie musikalisch auf der eher düsteren Seite auf. Ihre Songs leben von dunklem Pathos und finsterer Aura und sind doch gleichzeitig eingängige Popmusik. Mit Pauken und Trompeten, mit großen Orchestersounds und scheppernden, mit viel Hall versehenen Twang-Gitarren, schafft sie ein eigenwilliges und üppiges Klangerlebnis, das mit seinem Retro-Charme auch gut in einen Tarantino-Film passen würde. Angereichert wird dieser Sound von den schönen Melodien der fast ausschließlich von ihr selbst komponierten Songs, die dazu führen, dass "The Exodus Suite" wirkt wie aus einem Guss.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
The Exodus Suite
Gemma Ray
Bronze Rat Records
LC 25335

Gespielte Titel:
Montag: The Machine
Dienstag: The Original One
Mittwoch: We do war
Donnerstag: There must be more than this
Freitag: Caldera, Caldera!

23. - 27. Mai 2016: Lisa Simone "My World"

Vor zwei Jahren veröffentlichte Lisa Simone ihr Solodebut "All is well" und schaffte es damit, aus dem übermächtigen Schatten ihrer Mutter Nina Simone herauszutreten. Nach einer erfolgreichen Musical-Karriere am Broadway war Lisa Simone eine Zeitlang mit anderen Töchtern berühmter Soul- und Jazzsängerinnen unter dem Namen "Daughters of Soul" auf Tour, bis sie sich 2014 für eine Solokarriere entschied.
Jetzt ist mit "My World" ihr zweites Album erschienen, auf dem die 53-jährige Sängerin unterstützt von ihrem hervorragenden Trio und einigen Gastmusikern stolz "ihre Welt" präsentiert: elf selbstgeschriebene Songs zwischen Soul, Gospel, Blues und Pop mit sehr persönlichen Texten.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Label: o-tone music / edel kultur
Bestellnr.: SSM0316

Gespielte Titel:
Montag: My World
Dienstag: Let it all go
Mittwoch: Tragique Beauty
Freitag: Ode to Joe

17. - 20. Mai 2016: Natalia King "BlueZzin T’il Dawn"

Natalia King sieht sich in der Tradition des Blues – und der führte sie direkt zum Jazz. Mit diesem Wissen erklärt sich der zunächst merkwürdig anmutende Titel ihres fünften Albums: Die beiden "Z" im Wort "BlueZzin" stehen schlicht für den Jazz im Blues.
Neun Songs hat die in Paris lebende US-amerikanische Gitarristin, Sängerin und Komponistin Natalia M. King aufgenommen, sieben davon stammen aus ihrer eigenen Feder, die beiden anderen kommen von Billie Holiday und dem Singer-Songwriter Fred Neil. Ihre Tourband in klassischer Besetzung mit Trompete, Saxophon und Klarinette legt das Fundament für Natalia M. Kings kraftvolle, intensive Stimme.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Natalia King: BlueZzin T’il Dawn
Challenge Records
LC 00950

Gespielte Titel:
Dienstag: Traces In The Sand
Mittwoch: This Time Around
Donnerstag: Little Bit Of Rain
Freitag: Don't Explain

9. - 13. Mai 2016: Klaus Doldinger’s Passport: Doldinger

Klaus Doldinger wird in dieser Woche 80 Jahre alt, und Gründe zum feiern hat er genug: er ist topfit, geht demnächst auf große Jubiläums-Tour und kann seit vielen Jahren das machen, was ihm am meisten Spaß macht, nämlich Musik. Zum runden Geburtstag schenkt er sich und seinen vielen Fans eine neue CD. Neben seiner Stammband Passport hat Klaus Doldinger noch eine Reihe illustrer Gäste in sein Aufnahmestudio geladen, unter ihnen Künstler wie Nils Landgren, Max Mutzke, Udo Lindenberg und Helge Scheider. Die 14 Titel liefern eine persönliche und ganz besondere Rückschau auf ein langes und überaus erfolgreiches Künstlerleben. Denn die CD, die schlicht den Titel des Protagonisten trägt, kommt ohne die ganz großen Erfolge wie die Tatort-Melodie aus. Dafür hat Doldinger auf diesem Album einige weniger bekannte Kompositionen, die seine stilistische Bandbreite widerspiegeln, neu eingespielt.

CD-Angaben:
Warner Music 5054197057021
LC 14666

Gespielte Titel:
Montag: Soul Town
Dienstag: Green Lagoon
Mittwoch: Inner City Blues
Donnerstag: St. James Infirmary
Freitag: Der Greis Ist Heiß

2. - 6. Mai 2016: Gregory Porter "Take me to the alley"

Gregory Porter war Ende dreißig, er sang in kleinen Ensembles und in einer Broadway-Show. Dann veröffentlichte er vor sechs Jahren sein Debutalbum und nichts war mehr wie es vorher war. Der Erfolg brach förmlich über ihn herein: Die Presse und das Publikum feierten ihn frenetisch als "Retter des Souljazz", seine ersten beiden Alben wurden für den Grammy nominiert – das dritte Album schließlich brachte ihm die begehrte Trophäe.
Am Freitag erscheint Gregory Porters neue Platte "Take my to the alley". Einmal mehr singt er mit seiner vollen, runden Baritonstimme überwiegend selbst komponierte Songs zwischen Soul, Jazz und Pop.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Gregory Porter: Take me to the alley
Blue NoteLC 00133

Gespielte Titel:
Montag: Don’t Lose Your Steam
Dienstag: Consequence Of Love
Mittwoch: In Fashion
Freitag: Fan The Flames

25. - 29. April 2016: Natacha Atlas "Myriad road"

Die belgische Sängerin Natacha Atlas brachte in den 1990er Jahren mit der Band Transglobal Underground eine einzigartige Mischung aus orientalischer Folklore und westlichen Elektronikbeats in die Clubs.
Seit jeher weltoffen für musikalische Buntheit hat die Tochter englisch-ägyptischer Eltern jetzt ihr erstes Jazzalbum mit dem passenden Titel "Myriad road" aufgenommen. Gemeinsam mit dem französischen Trompeter und Produzenten Ibrahim Maalouf und einer multikulturellen Besetzung gelingt es ihr erneut, spielerisch musikalische Welten zu verbinden.
"I am here, I'm the voyager of the roads less travelled" singt sie in dem Eröffnungstitel "Voyager" und fasst damit passend ihr Karriere zusammen: Atlas bewegt sich jenseits der Trampelpfade – dort wo es interessant ist.

CD-Angaben:
Natacha Atlas "Myriad road"
Label: Decca / Universal
Bestellnr.: 00602547587510

Gespielte Titel:
Montag: Voyager
Dienstag: Oasis
Mittwoch: Ya tara
Donnerstag: Visions
Freitag: Nile

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

18. - 22. April 2016: Meschiya Lake and the Little Big Horns "Bad Kids Club"

Beim Zirkus, in dem sie ihrer Karriere begann, waren ihre Spezialgebiete das Essen von Glas und Insekten, aber auch Feuerakrobatik. Das Winterquartier in New Orleans allerdings wurde ihr zum Verhängnis: Sie verliebte sich in die Stadt, die Menschen und vor allen Dingen in die Musik, die dort an jeder Straßenecke gespielt wurde und blieb einfach dort. Und nun? Macht Meschiya Lake überzeugenden New Orleans Jazz, Dixie und Swing, als hätte sie nie etwas anderes getan. "Bad Kids Club" heißt ihre neue Platte - eine schöne Hommage an vergangene Tage.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Meschiya Lake and the Little Big Horns: Bad Kids Club
Continental Coast
EAN 8713762130084
LC 03396

Gespielte Titel:
Montag: Anytime is saturday night
Dienstag: You ain’t woman enough
Mittwoch: Flim Flam Man
Donnerstag: L'ectric chair blues
Freitag: That chick's too young to fry

11. April - 15. April 2016: Magnus Öström "Parachute"

Vor acht Jahren verlor Magnus Östrom bei einem tragischen Unfall seinen Freund und musikalischen Intimus, den Pianisten Esbjörn Svensson. Öström war Mitglied in Svenssons Trio, das zu den erfolgreichsten und wegweisenden Jazzbands der Neunziger Jahre zählt. Seitdem geht Magnus Öström eigene musikalische Wege, der schwedische Schlagzeuger hat jetzt seine dritte CD mit seiner eigenen Band veröffentlicht. Das Album trägt nicht von ungefähr den Titel "Parachute". Denn in der Zeit der Trauer war für Öström Musik stets ein Rettungsschirm. Für sein neues Werk hat der Jazzmusiker acht neue Stücke geschrieben, in denen er sein facettenreiches Bild von modernem Jazz nachzeichnet. Die Musik changiert dabei zwischen klaren Melodiebögen, treibenden Grooves und tiefer Melancholie.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Magnus Öström: Parachute
Diesel Music C-54, LC 19287

Gespielte Titel:
Montag: Dog On The Beach
Dienstag: Reedjoyce
Mittwoch: All The Remaining Days
Donnerstag: The Shore Of Unshure
Freitag: Walkabout Bug

4. April - 8. April 2016: Laura Gibson "Empire Builder"

Neue Stadt, neues Studium, Trennung vom Partner: Die Sängerin Laura Gibson traf im vorletzten Jahr viele Entscheidungen, die ihr Leben maßgeblich verändert haben. Zu diesem Zeitpunkt war sie gar nicht sicher, ob sie überhaupt noch als Musikerin arbeiten wollte.
Doch dann trat die Singer/Songwriterin mit dem Zug namens "Empire Builder" die Reise von Portland nach New York an - ihrem neuen zu Hause – also von der Westküste bis zur Ostküste. Und schon während dieser sehr langen Zugfahrt durch das ganze Land fielen ihr Melodien und Texte ein, schnell war klar: Es wird eine neue Platte geben. Nun ist sie da, gefüllt mit berührenden Folksongs über Ängste, Hoffnungen und natürlich: den Neubeginn.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Laura Gibson: Empire Builder
CITY SLANGLC 06853

Gespielte Titel:
Montag: The Cause
Dienstag: Five and Thirty
Mittwoch: Empire Builder
Donnerstag: Two Kids
Freitag: Not Harmless

29. März bis 1. April 2016: FatsO "On Tape"

Vor einem knappen Jahr spielte die kolumbianische Combo fatsO auf der Musikmesse jazzahead! in Bremen ihren ersten Auftritt in Europa. Ihr Mix aus dreckigem Blues, schwülem Soul und coolem Jazz begeisterte das Publikum dermaßen, dass sie im Mai wieder in Europa unterwegs sind und ihr neues Album vorstellen.
Im Gepäck hatte die Band letztes Jahr neben dem namensgebenden Kontrabass des Sängers und Bandleaders Daniel Restrepo auch ein paar Exemplare ihres nur in Südamerika erschienenen Debutalbums. Nach dem fulminanten Konzert und der überwältigenden Publikumsreaktion gingen die sieben Musiker von fatsO noch in Bremen ins Studio und nahmen einige Titel neu auf. Diese sind jetzt auf dem Album "On Tape" erschienen und zwar weltweit, so dass Restrepos heiserer Gesang und die pointierten Bläsersätze der drei Saxophone und der Klarinette endlich auch diesseits des Atlantiks ein größeres Publikum erreichen können.

CD-Angaben:
Label: Jazzhaus Records
Bestellnr.: JHR123

Gespielte Titel:
Dienstag: It’s getting bad
Mittwoch: Snake eyes
Donnerstag: Movie star
Freitag: Oye pelao

21. März bis 25. März 2016: Françoiz Breut: "Zoo"

Als Teenager fuhr Françoiz Breut regelmäßig aus dem heimatlichen Cherbourg mit der Fähre nach England, um dort Schallplatten zu kaufen. Außerdem hörte sie regelmäßig die BBC-Musiksendungen von John PeelBritpop und Chanson waren die Stile, die ihren Musikgeschmack in dieser Zeit maßgeblich prägten.
Mit ihrem neuen Album "Zoo" kehrt die Französin musikalisch also dorthin zurück, wo alles begann. Zusammen mit Adrian Utley, dem Gitarristen der britischen TripHop-Band Portishead, hat sie ihren Stil nämlich deutlich weiterentwickelt: klare, reduzierte Arrangements treffen auf eine geradlinige, erdige Gitarre, Chanson trifft auf Popmusik und filigrane Elektronik – und darüber schwebt Françoiz Breuts klare, jugendlich-bezaubernde Stimme.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Le Pop Musik
LC 09096
EAN 673793404401

Gespielte Titel:
Montag: Zoo
Dienstag: La conquête
Mittwoch: La danse des ombres
Donnerstag: Loon-Plage

14. März bis 18. März 2016: Matthias Bergmann: "All The Light"

Der Trompeter Matthias Bergmann lebt seit knapp 20 Jahren in Köln, wo er als Trompeter und als Lehrer sehr aktiv ist. Er ist auf über 60 CD-Produktionen vom Duo bis zur Big Band als Sideman zu hören. Diese Umstände scheinen auch zu erklären, warum er erst jetzt seine zweite CD als Bandleader herausgebracht hat. Auf dem Album "All The Light" hat er acht Kompositionen versammelt, die er zusammen mit seinem Sextett aufgenommen hat. Matthias Bergmann steht als Bandleader, Komponist und als Solist zwar im Fokus, dennoch hält er gekonnt die Balance, so dass auch seine fünf Mitstreiter immer wieder zum Zug kommen. Überhaupt ist es die Ausgeglichenheit, die sich wie ein roter Faden durch die acht Kompositionen zieht. Kurzum: Matthias Bergmann legt mit "All The Light" ein Album vor, das abwechslungsreich, anspruchsvoll und ansprechend zugleich ist.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Gespielte Titel:
Montag: All The Light We Cannot See
Dienstag: A Thousand Years
Mittwoch: Zabriskie Life
Donnerstag: Lost
Freitag: Slam

CD-Angaben:
Matthias Bergmann: All The Light
FLOATMusic 010
LC 35438

7. März bis 11. März 2016: Luther Dickinson: "Blues & Ballads -  A Folksinger's Songbook: Volumes I & II"

Der Gitarrist und Sänger Luther Dickinson aus Memphis/Tennessee spielt mit seiner Band North Mississippi Allstars eine moderne Variante des Blues. Auf seinem aktuellen Soloalbum "Blues & Ballads. A Folksinger's Songbook" präsentiert er sehr authentisch seine musikalischen Wurzeln.
Die Aufmachung des im Februar erschienenen Doppelalbums lässt eher Aufnahmen aus den 1930er und 1940er Jahren vermuten, als 21 neu eingespielte Songs aus der Feder Dickinsons. Der 43-jährige Musiker ist ein fundierter Kenner der amerikanischen Blues- und Folktradition, der es schafft, diese Musik in die Neuzeit zu übersetzen und damit sogar ein junges Publikum zu erreichen.
Mit "Blues & Ballads. A Folksinger's Songbook" hat er nicht nur ein hervorragendes aktuelles Roots-Album aufgenommen – Dickinson hat sich auch den Wunsch erfüllt und die Stücke in echter "Songbook"-Tradition als Liederbuch mit Texten und Noten veröffentlicht. So werden moderne Klassiker gemacht!

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Luther Dickinson: "Blues & Ballads -  A Folksinger's Songbook: Volumes I & II2
Label: New West Records

Bestellnr.: NW6346

Gespielte Titel:
Montag: Hurry Up Sunshine
Dienstag: Ol' Cannonball
Mittwoch: Up Over Yonder
Donnerstag: Bang Bang Lulu
Freitag: Mean Ol' Wind Died Down

29. Februar bis 4. März 2015: Mavis Staples: "Livin' On A High Note"

Vor zwei Wochen gewann Mavis Staples einen Grammy mit ihrer Interpretation des Bluesklassikers "See That My Grave Is Kept Clean" für die beste American Roots Performance – den zweiten in ihrer bereits über 60-jährigen Karriere. Jetzt legt die Gospel- und Soulsängerin mit "Livin' On A High Note" ihr neues Album vor. Zwölf Songs – zwölf verschiedene Komponisten/Texter.
Mavis Staples, seit den 1960er Jahren in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung engagiert, bat eine ganze Reihe Musikerkollegen, die Songs für ihr neues Albums zu schreiben. "Ich wollte neue Songs singen. Den Schreibern sagte ich, dass ich fröhliche Stücke brauche. Ich verbringe so viel Zeit damit, Menschen traurig zu machen, weil ich in meinen eigenen Liedern häufig aus dem Teil der Geschichte erzähle, der schwer für uns war. Jetzt versuche ich, uns ein wenig wieder aufzurichten." Das Zusammenspiel aus hervorragendem Songmaterial (u. a. von Valerie June, Ben Harper und Nick Cave), und Staples nach wie vor beeindruckender Stimme macht "Livin' on a high note" zu einem besonderen Soulalbum und einem ernstzunehmenden Anwärter auf den nächsten Grammy.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Mavis Staples: "Livin' On A High Note"
Label: Anti Rec / Indigo
Bestellnr.: 7444-2

Gespielte Titel:
Montag: High Note
Dienstag: Action
Mittwoch: Love And Trust
Donnerstag: Tomorrow
Freitag: MLK Song

22. bis 26. Februar 2016: Tindersticks: "The Waiting Room"

Die Tindersticks blicken auf mittlerweile 25 Jahre bewegte Bandgeschichte zurück. Von Beginn an alle Moden der Popmusik ignorierend, erschufen die Briten mit ihren ersten sechs Alben einen ganz eigenen dunklen und komplexen Klangkosmos. Dann löste sich die Band erst mal auf, fand sich fünf Jahre später doch wieder zusammen. Auf ihrem zehnten Studioalbum huldigen die Tindersticks einmal mehr der leisen Traurigkeit. Die brummelige, knarzende Stimme von Stuart Staples liegt über melancholischen Songs zwischen Folk, Blues, Filmmusik und Soul, die mal mit Streichern, mal mit Bläsern abwechslungsreich und vielschichtig arrangiert sind. Zudem schafft Staples eine zusätzliche Ebene: er hat verschiedene Regisseure beauftragt, zu jedem der elf Songs einen Kurzfilm zu produzieren.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Tindersticks: "The Waiting Room"
City Slang (Universal Music)
LC 06853

Gespielte Titel:
Montag: Second Chance Man
Dienstag: Like Only Lovers Can
Mittwoch: Hey Lucinda
Donnerstag: How He Entered
Freitag: We Are Dreamers

15. bis 21. Februar 2016: Erik Truffaz Quartet: "Doni Doni"

Auch auf seinem neuen Album "Doni Doni" präsentiert sich der Trompeter Erik Truffaz wieder als musikalischer Kosmopolit. In den zehn Stücken bewegt sich Truffaz zusammen mit seinem Quartett und einigen Gastsängerinnen und Sängern zwanglos in - und am liebsten zwischen den Musikwelten. Die afrikanische Musik ist dabei eine Art Leitmotiv, es kommen aber auch Elemente aus Hip Hop, Elektronik und der Rockmusik zum Vorschein. Der Jazz ist dabei der Kitt, der die ganze Sache in Form bringt und zusammenhält. Neben den abwechslungsreichen Kompositionen ist es aber auch der kraftvoll-melodische Trompetenton von Erik Truffaz, der die CD "Doni Doni" zu einem spannenden Hörerlebnis macht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Erik Truffaz Quartet: "Doni Doni"
Parlophone 0825646080199
LC 30419

Gespielte Titel:
Montag: Djiki’n
Dienstag: Pacheco
Mittwoch: Le Complément Du Verbe
Donnerstag: Doni Doni

8. bis 14. Februar 2016: GoGo Penguin: "Man Made Object"

Nachdem ihr erstes Album vor vier Jahren hierzulande kaum Beachtung fand, wurde mit der zweiten Platte alles anders: Sie brachte dem Jazztrio aus Manchester eine Nominierung für den renommierten britischen Mercury-Preis ein, die Musiker spielten Konzerte rund um den Globus und zu guter Letzt nahm das legendäre Jazzlabel Blue Note sie im letzten Jahr unter Vertrag. Der Begriff "Jazz" beschreibt allerdings nur eine Facette ihrer Musik. Am Computer komponieren die drei Musiker elektronische Songs, die sie dann mit klassischen Instrumenten interpretieren. Ihre Musik ist beeinflusst von so unterschiedlichen Künstlern wie György Ligeti, Brian Eno und dem Esbjörn Svensson Trio. Sie lebt von luftigen Klaviermelodien, einem treibenden Bass und hypnotischem Groove.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
GoGo Penguin: "Man Made Object"
Blue Note/ Universal Music

Gespielte Titel:
Montag: All Res
Dienstag: Unspeakable World
Mittwoch: Branches Break
Donnerstag: Initiate
Freitag: Quiet mind

1. bis 7. Februar 2016: Hidden Jazz Quartett: "Raw And Cooked"

Sechs Jahre hat das Hannoveraner Hidden Jazz Quartett von der Veröffentlichung seiner limitierten ersten Single bis zu seinem Debutalbum gebraucht. Die vier vielbeschäftigten Musiker wollten sich für ihren ersten gemeinsamen Langspieler nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Das Ergebnis "Raw And Cooked" bestätigt ihre Haltung und überzeugt mit knackigem Souljazz.

Stephan Abel (Saxophon), Lutz Krajenski (Hammondorgel, Keyboard), Matthias Meusel (Schlagzeug) und Olaf Casimir (Bass) schaffen spielerisch den Spagat zwischen Jazzclubbühne und Tanzfläche. Als Gastmusiker konnten sie neben Gitarrist Ulle Rode den britischen Acidjazz-Veteranen Omar und die in Berlin lebende Sängerin Bajka gewinnen. "Raw And Cooked" ist ein wilder Ritt durch den Souljazz der 70er und den Acidjazz der späten 80er ins groovende Hier und Jetzt. Ein durchweg gelungenes Debutalbum eines vielversprechenden Projekts.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Hidden Jazz Quartett: "Raw And Cooked"
Label: Agogo Records
Bestellnr.: AR 067 CD

Gespielte Titel:
Montag: High Heels (feat. Omar)
Dienstag: His Footlocker
Mittwoch: Soulsophy (feat. Bajka)
Donnerstag: Wälzer
Freitag: Tap On The Backdoor (feat. Greg Blackman)

25. bis 31. Januar 2016: Villagers: "Where Have You Been All My Life?"

Eigentlich ist "Villagers" ein Ein-Mann-Projekt des Iren Conor O'Brien. Der studierte Philosoph schreibt seit etwa acht Jahren poetische, lyrische Indie-Folk-Songs – und alle seine bisherigen Alben landeten auf Platz eins der Irischen Albumcharts.

Nun hat Conor O'Brien seine vierte Platte unter dem Namen Villagers veröffentlicht, sie ist eine Art Rückschau auf die vergangenen Jahre. Zusammen mit seiner Tourband spielte er zwölf Songs von seinen letzten drei Alben ein. Diese Lieder hatten während der vielen Konzerte der letzten Jahre ein solches Eigenleben entwickelt, dass er sie unbedingt noch einmal in ihrem jetzigen Zustand aufnehmen musste. "Where Have You Been All My Life?" ist eine ganz ruhige und persönliche Platte geworden, von großer Initimität und Wärme.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Villagers: "Where Have You Been All My Life?"
LC 10192 – Domino

Gespielte Titel:
Montag: Set The Tigers Free
Dienstag: Everything I Am Is Yours
Mittwoch: Darling Arithmetic
Donenrstag: Memoir
Freitag: Courage

18. bis 24. Januar 2016: Mo' Blow: "Live In Berlin"

Die Berliner Band Mo' Blow besteht seit über zehn Jahren, die vier Musiker haben drei Studioalben veröffentlicht und rund 300 Konzerte in mehr als 20 Ländern auf der ganzen Welt gespielt.

Jetzt erscheint ihre neue, von der Band lang ersehnte Live-CD. Und es ist zugleich das (wahrscheinlich) letzte Album, denn Mo' Blow wird sich zum Jahresende auflösen. Doch wie es sich für eine Funk- und Grooveband gehört, wird sie das nicht heimlich, still und leise tun, sondern im Rahmen einer großen Abschiedstournee. Denn die Bühne ist die eigentliche Heimat der Band. Egal, wo Mo' Blow auftritt: mit ihrer Spielfreude und ihrer Energie begeistern die vier jungen Musiker ihr Publikum innerhalb kürzester Zeit. Davon zeugt auch ihre CD "Live in Berlin", die im August 2015 im Berliner Jazzclub A-Trane aufgenommen wurde.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Mo' Blow: "Live In Berlin"
erschienen bei ACT Music (9675-2, LC 07644)

Gespielte Titel:
Montag: Fried Chocolate
Dienstag: Rolling Into The Deep
Mittwoch: Ray
Donnerstag: No Particular Way
Freitag: Gimme The Boots

11. bis 17. Januar 2016: David Bowie: "Blackstar"

Als am vergangenen Freitag, seinem 69. Geburtstag, das neue Album "Blackstar" erschien, waren die Kritiker außer sich vor Begeisterung. Endlich hatte David Bowie wieder ein Werk veröffentlicht, das konsequent sein Schaffen weiterführte. Opulent, ein bisschen düster und vor allem einmal mehr: ein Schritt auf neues musikalisches Terrain. Mit einer Band aus Jazzmusikern hatte er sieben Songs aufgenommen – stilistisch irgendwo zwischen Industrial Rock, Pop und Jazz.

Doch nun ist David Bowie, der große Ausnahmekünstler, am Sonntag überraschend an Krebs gestorben. "Blackstar" wurde zum Abschiedsalbum eines Weltstars, der zu den wichtigsten Musikern der Popgeschichte zählt.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
David Bowie: "Blackstar"
Columbia – LC 00162

Gespielte Titel:
Montag: Blackstar
Dienstag: Girl Loves Me
Mittwoch: Lazarus
Donnerstag: Dollar Days
Freitag: I Can't Give Everything Away

4. bis 10. Januar 2016: Verschiedene Künstler: "LeTour 8"

Seit dem Jahr 2.000 organisiert der Münchener Musikjournalist und DJ Thomas Bohnet die Partyreihe "Tour de France", auf der er Exil-Franzosen und Liebhaber der frankophonen Popmusik auf die Tanzflächen holt. Ein ebenso erfolgreiches Nebenprodukt der Veranstaltung ist die Samplerreihe "LeTour". In dieser Woche erscheint der achte Teil.

Das Erfolgsrezept der Reihe "LeTour" ist Thomas Bohnets geschickte Mischung aus bereits erfolgreichen Hits und interessanten Neuentdeckungen und persönlichen Lieblingssongs, die jeden LeTour-Sampler zu einer guten Momentaufnahme der gerade aktuellen französischen Popszene macht. Wobei der Begriff Pop etwas kurz greift. Die aktuelle Zusammenstellung mit 22 Songs enthält neben zahlreichen Spielarten des Pop auch Nouvelle Chanson, Folk, Bluesrap, Disco, Elektro, Punk und Balkanbeats und zeigt einmal mehr die kulturelle Vielseitigkeit Frankreichs oder wie der Herausgeber es formuliert: "Die laute, freche, erotische, zerbrechliche, künstlerisch anspruchsvolle und manchmal auch derbe und respektlose, aber immer zutiefst lebensbejahende frankophone Pop/Musik/Kultur".

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Verschiedene Künstler: "LeTour 8"
Label: LeTour Records / Local Media
EAN: 4260044592053

Gespielte Titel:
Montag: Boulevard Des AirsEmmène moi
Dienstag: ScarecrowThe well
Mittwoch: Moussu TBons Baisers De Marseille
Donnerstag: Romain Lateltin & Elke Brauweiler – Pas De Chichi Entre Nous
Freitag: Maltosh – Le Meilleur des Mondes

Stand: 04.12.2017, 16:30