Das Album der Woche

Verschiedene Album-Cover

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

23. - 27. April 2018: Walter Wolfman Washington - My Future Is My Past

Walter "Wolfman" Washington

Bluesmann Walter "Wolfman" Washington, geboren 1943 in New Orleans und seit den frühen 60ern eine verlässliche Konstante in der Musikszene der Stadt, verdankt seinen Spitznamen seinem charakteristischen Aufheulen auf der Bühne.

Auf "My Future Is My Past", seinem ersten Studioalbum in zehn Jahren, sucht man dieses Markenzeichen vergeblich. Statt energiegeladenem Funk und Rhythm 'n' Blues, wie er ihn mit seiner Band The Roadmasters spielt, präsentiert Washington auf seiner aktuellen Veröffentlichung zurückhaltende und gefühlvolle Stücke in kleinerer Besetzung, die stärker vom Jazz als vom Blues geprägt sind.

"My Future Is My Past" ist ein eindrucksvolles weil außergewöhnliches Album von einem 74-jährigen Musiker, der nie seine Wurzeln aus den Augen verloren hat.

Albumcover "Walter "Wolfman" Washington: My Future Is My Past"

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Walter Wolfman Washington
My Future Is My Past
ANTI-Records
EAN: 8714092759525

Gespielte Titel:
Montag: Lost Mind

16. - 20. April 2018: Klô Pelgag - L'Étoile thoracique

Klô Pelgag - L'Étoile thoracique

Chloé Pelletier-Gagnon nennt sich als Musikerin schlicht Klô Pelgag - ansonsten ist Einfachheit nicht ihr Ding. Die Franko-Kanadierin aus Quebec begann ihre Karriere 2009 mit gerade mal 19 Jahren. Seitdem sammelt sie in ihrer Heimat und im französisch-sprachigen Ausland Musikpreise wie andere Briefmarken. Ihr Rezept? Sie komponiert, schreibt, singt und spielt vor Einfällen fast platzende und gleichzeitig luftige Popsongs mit himmlischem mehrstimmigen Gesang und einem überbordenden Arsenal an Instrumentierungen.

Klô Pelgag

Selbst die Verpackung ihres aktuellen Albums "L'Étoile thoracique" ist ein kleines Kunstwerk inklusive eines beigelegten märchenhaft-sonderlichen Comics als Mini-Poster. Klô Pelgags kompromisslose Kreativität zeigt, wie abwechslungsreich aktuelle Popmusik sein kann.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Klô Pelgag
L'Étoile thoracique
Coyote Records
VÖ: 20.04.2018

Gespielte Titel:
Montag: Samedi soir à la violence
Dienstag: Les ferrofluides-fleurs
Mittwoch: Les instants d'équilibre
Donnerstag: Incendie
Freitag: Chorégraphie des âmes

09. - 13. April 2018: Mathias Eick - Ravensburg

Albumcover: Mathias Eick - Ravensburg

Das neue Album von Mathias Eick ist mit Titeln wie "Children", "Girlfriend" oder "Parents" sehr persönlich, es ist fast so etwas wie ein ganz persönliches musikalisches Tagebuch. Ursprünglich wollte der norwegische Trompeter deshalb sein Album "Family" nennen. Doch von diesem Arbeitstitel verabschiedete er sich schnell, da es schon unzählige Platten mit diesem Namen gibt. Eick entschied sich deshalb für "Ravensburg" – denn aus der schwäbischen Stadt stammt schließlich eine seiner Großmütter. Mathias Eicks Kompositionen leben von melodiöser Wärme und dezenter Dynamik. Selbst wenn er oder einer seiner fünf Mitstreiter zum Solo ansetzen, steht die Impression eindeutig an erster Stelle weit vor der Expression.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Mathias Eick
Ravensburg
ECM (2584)

Gespielte Titel:
Montag: Parents
Dienstag: Children
Mittwoch: Ravensburg
Donnerstag: Girlfriend
Freitag: August

03. - 06. April 2018: Ben Harper & Charlie Musselwhite - No Mercy In This Land

Ben Harper, Charlie Musselwhite: No Mercy in This Land

Blueslegende John Lee Hooker dachte vor gut 25 Jahren, dass er diese beiden Musiker doch mal zusammen bringen müsse: Den Songwriter Ben Harper und die Mundharmonika-Legende Charlie Musselwhite. Harper und Musselwhite nahmen einen ersten Song auf, vor 5 Jahren dann das erste gemeinsame Album. Aus dem Experiment wurde das "beste Blues-Album" 2014, ausgezeichnet mit dem Grammy.

Jetzt sind die beiden Musiker wieder ins Studio gegangen. Die Songs seien "wie wilde Pferde herausgestürmt, die nur darauf gewartet haben loszurennen", meint Charlie Musselwhite. Mit "No Mercy In This Land" ist ein modernes Bluesalbum mit rockigen Anklängen entstanden, das von persönlichen Erfahrungen erzählt. Und die reichen thematisch vom Alkoholmissbrauch bis zur Ermordung von Musselwhites 93-jähriger Mutter.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann

Album-Angaben:
Ben Harper & Charlie Musselwhite
No Mercy In This Land

Anti-Records
EAN 9705041403414

Gespielte Titel:
Dienstag: When I Go
Mittwoch: No Mercy In This Land
Donnerstag: Love And Trust
Freitag: When Love Is Not Enough

26. - 29. März 2018: Andres Böhmer & NyponSyskon: Von oben

CD-Cover: "Von oben" von Andres Böhmer & NyponSyskon

Andres Böhmer ist Gitarrist, Produzent und Komponist und Enkel eines Kirchenkantors, woher vermutlich sein Interesse an geistlicher und weltlicher Folklore stammt.

Mit seinem Gitarrentrio NyponSyskon hat er sich für das dritte Album nach skandinavischen Volksweisen und dem deutschen Volksliederschatz diesmal von Chorälen inspirieren lassen und sie sanft Richtung Jazz geöffnet.

Das programmatisch betitelte Album "Von oben" versammelt neben sieben feinsinnigen Bearbeitungen von klassischen Vokalwerken auch drei Eigenkompositionen, die sich nahtlos zwischen die Adaptionen einreihen.

Die instrumentalen Jazzstücke auf "Von Oben" sind die gelungene Verbindung von Original und Zitat, von alt und neu. Böhmers Trio improvisiert harmonisch und respektvoll gegenüber den Originalen, zeigt neue Facetten und schafft  darüber einen ungewohnten musikalischen Zugang.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Andres Böhmer & NyponSyskon
Von oben
Label: Ajazz
Bestellnr.: A5035

Gespielte Titel:
Montag: Magnifikat
Dienstag: Ein feste Burg
Mittwoch: Wie lieblich ist der Maien
Donnerstag: Nach Hause

19. - 23. März 2018: Bill Frisell: Music IS

CD-Cover: Bill Frisell - Music IS

"Musik ist gut" – so lautet das Lebensmotto des Gitarristen Bill Frisell. Fast hätte er sein neues Album so genannt. Dann dachte er aber, dass der Satz doch zu konkret sei. Er wollte es offener lassen. Und so heißt die neue CD "Music IS" – das erste Soloalbum des Jazzmusikers nach 18 Jahren, das passend zu seinem 67. Geburtstag erschienen ist. Viele der Titel auf dem Album klingen fast "nackt" – nur Bill Frisell und seine Gitarre. Bei anderen arbeitet er mit nachträglich zusammengefügten Überlagerungen oder mit Looping. Bill Frisell versammelt auf "Music IS" zahlreiche neue Stücke, aber auch Solo-Arrangements bereits früher eingespielter Klassiker. Das Album wird so zu einem Abbild seiner langen Karriere.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann.

Album-Angaben:
Bill Frisell
Music IS
OKeh / Sony Music
EAN 190758150024

Gespielte Titel:
Montag: Change in the Air
Dienstag: Thankful
Mittwoch: Rambler
Donnerstag: In Line
Freitag: Pretty Stars

12. - 16. März 2018: Holler My Dear: Steady As She Goes

Album-Cover "Steady As She Goes" von Holler My Dear

"Holler My Dear" ist eine international besetzte Band aus Berlin – die Musikerinnen und Musiker kommen aus Österreich, Russland, England und Deutschland. Kopf und Stimme des Sextetts ist die Sängerin Laura Winkler, die nicht nur von Bass und Schlagzeug, sondern auch von Trompete, Mandoline und Akkordeon begleitet wird. Das Ergebnis ist – der Besetzung entsprechend – eine nicht alltägliche Mixtur aus Pop, Folk, Disco und Jazz. Groove und Geist bilden bei "Holler My Dear" keine Gegensätze sondern eine Einheit. Denn viele der feinsinnig getexteten Songs der Band animieren zur körperlichen und geistigen Bewegung. Auch mit ihrem dritten Album "Steady As She Goes" beweist die Band Mut zum Experiment und tanzt damit mal wieder selbstbewusst und sympathisch aus der Reihe.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Holler My Dear: Steady As She Goes
Traumton 4659
LC 05597

Gespielte Titel:
Montag: Steady As She Goes
Dienstag: Afterword
Mittwoch: Seeds Of Concord
Donnerstag: The More The Merrier
Freitag: Orchid Song I

05. - 09. März 2018: Kristin Asbjørnsen: Traces of you

Kristin Asbjørnsen - Traces of you

Mit einer Mischung aus zeitgenössischem Jazz aus Norwegen und westafrikanischen Klängen meldet sich die Jazzsängerin Kristin Asbjørnsen nach fünf Jahren zurück. "Traces of you" ist das vierte Soloalbum der Norwegerin. Ein sehr persönliches und intimes Album, mit dem sie eine schwierige Trennung verarbeitet.

Entstanden sind die selbstgeschriebenen Songs ursprünglich als Auftragsarbeit der Musikplattform "Global Oslo Music". Das jetzt veröffentlichte Album ist das erste, das die Plattform auf ihrem neu gegründeten Label Global Sonics herausbringt. 11 Songs, die Kristin Asbjørnsen mit ihrem langjährigen Gitarristen Olav Torget und dem gambischen Koraspieler Suntou Susso eingespielt hat.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann

Album-Angaben:
Kristin Asbjørnsen
Traces of you
Global Sonics/Øra Music/Rough Trade GS 001/18
EAN 7090015631330

Gespielte Titel:
Montag: By your side
Dienstag: You hold me while leaving me
Mittwoch: Spring reappears
Donnerstag: Traces of you
Freitag: Vil Du Være Her Bestandig

26. Februar - 02. März 2018: Hugh Coltman: Who's happy?

Albumcover "Who´s Happy?" von Hugh Coltman

Hugh Coltman hat musikalisch schon einiges hinter sich. Der in Frankreich lebende Brite war Sänger der Bluesrock-Band The Hoax, bevor er als Solokünstler Folkpopalben aufnahm und zuletzt mit einem Nat-King-Cole-Tribute auf sich aufmerksam machte.

Sein jüngstes Interesse gehört dem Sound des New Orleans Jazz, angeregt durch die hochgelobte TV-Serie "Treme", die das Leben verschiedener Musiker nach dem Hurricane Katrina im gleichnamigen Stadtteil portraitiert. "Als ich anfing Songs zu schreiben, hatte ich keine Ahnung wo das hinführt, außer, dass ich diesmal kein Cover-Album machen wollte."

Gesagt getan – auf "Who's happy?" verneigt sich Coltman mit zehn grandiosen Eigenkompositionen vor der Wiege des Jazz, aufgenommen mit zahlreichen lokalen Sessionmusikern in New Orleans.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Hugh Coltman - "Who's happy?"
OKeh
Bestellnr.: 19075813142

Gespielte Titel:
Montag: Civvy Street
Dienstag: Sleep Late
Mittwoch: Resignation Letter
Donnerstag: The Sinner
Freitag: Sugar Coated Pill

19. - 23. Februar 2018: Tokunbo: The Swan

CD-Cover: Tokunbo - The Swan

Dreizehn Alben mit einer stimmigen Mischung aus akustischem Soul, Jazz und Pop hat die Band Tok Tok Tok zwischen 1998 und 2013 aufgenommen, bevor sich Saxophonist Morten Klein und Sängerin Tokunbo Akinro entschlossen, getrennte Wege zu gehen. Der Musik treu geblieben, hat sich Tokunbo  in den letzten Jahren als Solokünstlerin etabliert und ihren eigenen Sound gefunden, den sie selbst als "folk noir" bezeichnet.

Ihr gerade erschienenes zweites Soloalbum "The Swan" ist weniger "noir" als sein Vorgänger – die elf selbstgeschriebenen Songs entstanden unter dem überwältigenden Eindruck der Geburt ihres ersten Kindes. Herausgekommen ist eine vielschichtige, klanglich warm und transparente Platte, die vor allem Dank Tokunbos außerordentlicher Stimme Ruhe, Gelassenheit und schlichte Schönheit ausstrahlt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Tokunbo - The Swan
YorubaGirlRecords/ recordJET
EAN: 4050215314399

Gespielte Titel:
Montag: New June
Dienstag: Somersault
Mittwoch: Cast away
Donnerstag: Words
Freitag: Innocence

12. - 16. Februar 2018: Maceo Parker & WDR Big Band: It's All About Love

Albumcover: Maceo Parker & WDR Big Band: It's All About Love

Maceo Parker nimmt es ernst mit dem Titel seiner neuen CD: "It's All About Love" ist ein Album voll mit Liebesliedern, die alle das Wörtchen "Love" beinhalten. Der Funk-, Soul- und Jazzmusiker mit dem markanten Saxofonton und der erdigen Stimme zeigt sich diesmal von einer ganz anderen Seite. Die acht Songs, die Maceo Parker zusammen mit der WDR Big Band aufgenommen hat, sind kernig und knackig und kommen weitgehend ohne Schmelz und Schmalz aus. Das neue Album ist ein reifes, gut abgehangenes Spätwerk des ehemaligen Mitglieds aus dem legendären Bläsersatz von James Brown. Und diese Sammlung mit Liebesliedern war ein lang gehegter Wunsch von Maceo Parker, der am Valentinstag seinen 75. Geburtstag feiert.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Maceo Parker & WDR Big Band
It's All About Love
N77051 - Leopard

Gespielte Titel:
Montag: Gonna Put Your Lovin' In The Lay Away
Dienstag: I Love You A Bushel And A Peck
Mittwoch: Love Won’t Let Me Wait
Donnerstag: I'm In Love
Freitag: Love The One You’re With

5. - 9. Februar 2018: Kat Frankie: Bad Behaviour

Kat Frankie - Bad Behaviour

Vor vierzehn Jahren kam sie aus Sydney nach Berlin. Mit der Akustikgitarre und melancholischen Songs begann die Australierin Kat Frankie dort ihre Karriere, seitdem ist viel passiert. Vom traurigen Mädchen an der Gitarre entwickelte sie sich zur gestandenen Musikerin, die sich auch stilistisch weiterentwickelt hat.

"Bad Behaviour" ist ihr viertes Album, darauf macht sie einen deutlichen Schritt in Richtung tanzbare Popmusik mit Anleihen bei R'n'B und Soul. Voluminöser Sound und vertrackte Rhythmen treffen auf Kat Frankies Vorliebe für das Loop-Pedal und vielschichtige Gesänge.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Kat Frankie
Bad Behaviour
LC 23354 - Neu Grönland

Gespielte Titel:
Montag: Bad Behaviour
Dienstag: The Sun
Mittwoch: Versailles
Donnerstag: Forgiveness
Freitag: Headed for the reaper

29. Januar - 2. Februar 2018: Helge Lien & Knut Hem: Hummingbird

Helge Lien / Knut Hem: Hummingbird

Im Pressetext zum Album "Hummingbird" von Helge Lien und Knut Hem ist von "Cinematic Americana" die Rede. Die beiden Musiker sind zwar Norweger und haben keinen Soundtrack eingespielt, ihr wehmütiger Akustiksound lässt dennoch Bilder von weiten Landschaften entstehen - Wim Wenders Roadmovies und Ry Cooders Slidegitarre lassen grüßen. Pianist Lien und Gitarrist Hem tauschen dabei die amerikanische Wüste gegen norwegische Wälder und den Grand Canyon gegen Fjorde aus.

Maßgeblich verantwortlich für die Bildhaftigkeit der Musik ist Knut Hems Weissenborn, ein relativ selten gespieltes Gitarrenmodell, dessen Hals mit einem zusätzlichen Resonanzkörper ausgestattet ist. Zusammen mit Helge Liens ruhigem aber ausdrucksvollen Klavierspiel hat das Duo ein Album voller Melancholie und Schönheit aufgenommen, das ein wohliges Fernweh verursacht.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Helge Lien & Knut Hem
Hummingbird
Ozella Music
OZ079CD

Gespielte Titel:
Montag: Moster
Dienstag: Take another five
Mittwoch: We hide and seek
Donnerstag: Rafferty
Freitag: Music Box

22. - 26. Januar 2018: First Aid Kit: Ruins

CD-Cover: First Aid Kit - Ruins

Sie starteten als eines der früheren Youtube-Phänomene: vor zehn Jahren veröffentlichten die schwedischen Schwestern Johanna und Klara Söderberg auf dieser Plattform einen Song der Folkband Fleet Foxes und wurden über Nacht zu Stars. Drei Alben später gelten sie als feste Größe in der Americana-Szene, ihr mittlerweile viertes Album führt sie musikalisch auch nur unwesentlich weit weg.

Mit ihren glasklaren, zur Lieblichkeit neigenden Stimmen haben sie zehn Songs zwischen Country, Pop und Folk aufgenommen. Auch inhaltlich bleiben sie bei bewährten Themen: Liebesglück trifft auf Liebesleid und Sehnsucht. Das Ergebnis: entspannte Musik zum Zurücklehnen für dunkle Winterabende.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
First Aid Kit
Ruins
Columbia – LC 00162

Gespielte Titel:
Montag: Ruins
Dienstag: To Live a Life
Mittwoch: Postcard
Donnerstag: Distant star
Freitag: Fireworks

15. - 19. Januar 2018: Camille Bertault: Pas De Géant

Camille Bertault - Pas de géant

So richtig los ging es vor zwei Jahren, als Camille Bertaults Video hunderttausendfach geklickt wurde – und das für ihre Interpretation des Jazzklassikers "Giant Steps" von John Coltrane. Der CD-Titel "Pas De Géant" (Riesenschritte) ist die wörtliche Übersetzung von "Giant Steps" und knüpft auch inhaltlich an diese Art des Musikmachens an. Denn Camille Bertault hat (neben einigen selbst geschriebenen Songs) ältere Vorlagen aus den Bereichen Jazz, Chanson und Klassik ausgewählt, um mit ihrer wandlungsfähigen und virtuosen Stimme daraus etwas komplett Neues zu machen. Und dafür nimmt sich die französische Sängerin alle künstlerischen Freiheiten, die sie braucht, so dass auf ihrem neuen Album keiner der 16 Songs dem anderen gleicht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Camille Bertault
Pas De Géant
Okeh/Sony Music
LC 00288

Gespielte Titel:
Montag: Je Me Suis Fait Tout Petit
Dienstag: Certes
Mittwoch: La Femme Coupée En Morceaux
Donnerstag: Nouvelle York
Freitag: Comment Te Dire Adieu

08. - 12. Januar 2018: Chris Thile: Thanks for Listening

Album-Cover: Chris Thile - Thanks for Listening

Er ist ein musikalisches Chamäleon: der US-Amerikaner Chris Thile spielt auf der Mandoline alles von Skrjabin bis Radiohead. Seine Band "Punch Brothers" gilt als die virtuose Avantgarde der Bluegrass-Szene, zusammen mit Yo-Yo Ma nahm er Musik von J.S. Bach auf und mit dem Jazzpianisten Brad Mehldau veröffentlichte er folkige Bluessongs.

Nun hat Chris Thile ein neues Album veröffentlicht, auf dem er sich vor allem als Songschreiber, Arrangeur und Sänger in  Szene setzt. Komplexe Popsongs hat er geschrieben, die auch ohne ein Strophe-Refrain-Schema atmosphärisch und eingängig sind.

Album-Angaben:
Chris Thile
Thanks for Listening
Nonesuch – LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: Thanks for Listening
Dienstag: I Made This for You
Mittwoch: Modern Friendship
Donnerstag: Elephant in the Room
Freitag: Feedback Loop

02.-05. Januar 2018: Inga Lühning & André Nendza: Hodgepodge Vol. 1

Albumcover: "Hodgepodge Vol. 1" von Inga Lühning und Andé Nendza

Weniger ist mehr, heißt es. Manchmal ist weniger aber auch genau passend. Das zeigen eindrucksvoll die Vokalistin Inga Lühning und der Kontrabassist André Nendza auf ihrem ersten gemeinsamen Duoalbum "Hodgepodge Vol. 1". Zwölf Stücke, live im Kölner Jazzclub Loft aufgenommen, bilden  den titelgebenden Mischmasch aus sorgfältig ausgesuchten Coversongs (u.a. von Paul Simon, Franz-Josef Degenhardt und Michael Jackson) und feinen Eigenkompositionen der beiden Musiker.

Das harmonische Zusammen- und Wechselspiel zwischen Stimme und Bass wird ergänzt durch perkussive Akzente wie Klatschen und Fingerschnipsen und den sparsamen Einsatz von Loops und einer Kazoo. Bei aller Improvisation verlieren Lühning und Nendza nie den Fokus auf das wesentliche – die Songs. "Hodgepodge Vol. 1" ist ein Kammerjazz-Album, das zeigt: Leichtigkeit und Tiefgang müssen sich nicht widersprechen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Inga Lühning & André Nendza
Hodgepodge Vol. 1
Jazzsick Records
Bestellnr.: 5100 JS

Gespielte Titel:
Dienstag: Graceland
Mittwoch: Brain works
Donnerstag: Blame it on the Boogie
Freitag: Take heart

Stand: 17.04.2018, 16:06