Das Album der Woche

Verschiedene Album-Cover

Das Album der Woche

Jede Woche empfiehlt die Resonanzen-Redaktion ein neues Album. Hier sind die Musik-Empfehlungen der letzten Wochen im Überblick.

15. - 19. Oktober 2018: Cécile McLorin Salvant - The Window

Cécile McLorin Salvant

Das Duo gehört zu den Königsdisziplinen im Jazz. Kein Rhythmusgefüge, auf das man sich verlassen kann, kein harmonischer Untergrund, der einen auffängt, wenn man im Solo über die Stränge schlägt – im Duo kann sich keiner hinter dem anderen verstecken - genau die richtige Herausforderung für die junge Jazzsängerin Cécile McLorin Salvant.

Cécile McLorin Salvant

Sie gilt für viele als der neue Stern am Jazzhimmel – drei Alben hat sie bisher aufgenommen und dafür schon zwei Grammys gewonnen. Zusammen mit dem Pianisten Sullivan Fortner hat sie nun überwiegend selten gehörte Standards aus dem American Songbook, aber auch andere Kompositionen in dieser intimen Besetzung aufgenommen.

CD-Angaben:
Cécile McLorin Salvant
The Window
LC 37061
Mack Avenue

Gespielte Titel:
Montag: The Gentleman is a Dope

08. - 12. Oktober 2018: Botticelli Baby - Junk

Alle Bandmitglieder von Botticelli Baby aufsichtig fotografiert.

In Essen-Kray, also mitten im Ruhrgebiet, liegt der Proberaum, in dem sich die Musiker von Botticelli Baby vor fünf Jahren zusammengefunden haben. Heute besteht die Band aus sechs Männern und einer Frau, die Gypsy-Swing, Big-Band-Jazz, Balkan- und Marching-Band-Sound mit Punkattitüde spielen und damit die Clubs und Festivals in NRW zum Tanzen bringt.

"Geschmack, Aussehen und Nährwerte dieses hochwertigen Soundproduktes unterliegen den naturgegebenen Schwankungen."

CD-Cover: Junk von Botticelli Baby

Junk, der Titel von Botticelli Babys zweitem Album, "verramscht" die stilbildenden Begriffe Jazz und Punk. Dieser vermeintliche Gegensatz steckt schon im Bandnamen, der die kultivierte Rotzigkeit der Ruhrpott-Combo alliteriert. Diese Haltung haben sie sich erfreulicherweise auch im Studio erhalten können – Junk ist energetisch, originell, manisch, bunt und laut.

CD-Angaben:
Botticelli Baby
Junk
Unique
UNIQ226-2

Gespielte Titel:
Montag: Mixtape
Dienstag: Hang ‘em higher
Mittwoch: Hold on
Donnerstag: Life is a beautiful place
Freitag: River tale

01. - 05. Oktober 2018: Holly Cole - Holly

Holly Cole

Sie hat einfach dieses Talent, sich zwischen Popmusik und Jazz zu bewegen, ohne anbiedernd zu sein. Und kaum jemand schafft es wie Holly Cole, überzeugend die Songs anderer zu dekonstruieren und auf ihre völlig eigene, oft überraschende Art und Weise neu zu interpretieren. Man glaubt ihr, was sie singt, denn sie macht es schnörkellos und ohne Effekthascherei.

Cover des Albums "Holly" von Holly Cole

Auf ihrem neuen Album kehrt Holly Cole zurück zum Jazz und zum American Songbook. Echte Klassiker, aber auch selten gehörte Standards hat sie ausgewählt und interpretiert sie reduziert und stilsicher.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Holly Cole
Holly

Tradition und Moderne
LC 06142

Gespielte Titel:
Montag: I’m Beginnig to see the Light

24. - 28. September 2018: Marc Ribot - Songs Of Resistance 1942-2018

Albumcover: "Songs of Resistance 1942-2018" von Marc Ribot

Marc Ribot hat in seiner 40-järhigen Karriere als Gitarrist viele Länder diese Erde bereist. Dabei hat er festgestellt, dass sich die sozialen Ungleichheiten und politischen Probleme in vielen Ländern ähneln. Und weil Marc Ribot nicht nur ein vielseitiger und geschätzter Musiker ist, sondern sich auch für die Bürgerrechte engagiert, hat er jetzt ein ganzes Album mit Protestgesängen aus aller Welt aufgenommen. Das Album „Songs of Resistance“ ist eine Sammlung mit Liedern von 1942 bis 2018, die der in New York lebende Ribot und eine ganze Riege an ganz unterschiedlichen Sängerinnen und Sänger neu interpretieren. Doch ganz egal ob es um Faschismus oder politisch motivierte Morde in der jüngeren Geschichte geht: Marc Ribot liefert mit seiner neuen CD ein klingendes Mahnmal, das nie an Aktualität zu verlieren scheint.      

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Marc Ribot
Songs Of Resistance 1942-2018
ANTI-Records
7604-2

Gespielte Titel:
Montag: Ain't Gonna Let Them Turn Us Round
Dienstag: The Militant Ecologist
Mittwoch: Bella Ciao
Donnerstag: John Brown
Freitag: We’ll Never Turn Back

17. - 21. September 2018: NES - Ahlam

Ein Foto der Bandmitglieder von "NES".

Gesang, Cello und Percussion und Songs, die in den Sprachen Arabisch, Französisch und Englisch gesungen werden:  im Trio NES aus dem spanischen Valencia dreht sich alles um die Zahl drei. Die Musiker, die aus drei unterschiedlichen Ländern stammen, haben ihre Band NES nach dem Spitznamen ihrer Sängerin benannt: die Sängerin Nesrine Belmokh hat algerische Wurzeln, Matthieu Saglio spielt Cello und stammt aus Frankreich und der Perkussionist David Gadea ist Spanier.

CD-Cover: NES - Ahlahm

Mit gekonnt eingesetzten sparsamen Mitteln kreiert das Trio NES eine ganz eigene Klangwelt, die von Jazz, Pop, arabischer Musik und der Musik Andalusiens geschmackvoll eingefärbt ist. Jetzt ist das Debütalbum „Ahlam“ erschienen, eine poetische Reise durch die Musikwelt des Mittelmeers.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
NES
Ahlam
ACT Music
9865-2

Gespielte Titel:
Montag: Laisse-Moi Entrer
Dienstag: Allouane
Mittwoch: Le Temps
Donnerstag: You Made It Hard
Freitag: Ahlam

10. - 14. September 2018: Jonathan Jeremiah - Good Day

Die 70er Jahre waren gerade vorbei als Jonathan Jeremiah 1980 in London zur Welt kam. Wie zum Trotz klingen die selbstkomponierten und -getexteten Songs des Soulsängers dennoch schwer nach dem knapp verpassten Jahrzehnt. Dafür kann er sich unter anderem bei seinen Eltern und ihrer Plattensammlung bedanken: seine Mutter hörte britischen Folk und Singer/Songwriter, sein Vater amerikanischen Soul.

Jonathan Jeremiah

"Ich war rebellisch, indem ich gerade nicht gegen die Musik meiner Eltern rebellierte."

Jonathan Jeremiah: Good Day

Mit Good Day legt der 38-jährige jetzt sein viertes Album vor. Das ist wie seine Vorgänger tief im Sound der 60er und 70er Jahre verwurzelt, ohne dabei biederes Nachspielen zu sein. Jonathan Jeremiah hat einfach ein gutes Gespür für diesen Sound und die Fähigkeit ihn perfekt zu produzieren. Für sein Geburtsjahr kann er schließlich  nichts...

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Jonathan Jeremiah
Good Day
PIAS Recordings
PIAS5034CD

Gespielte Titel:
Montag: Good day
Dienstag: Yes in a heartbeat
Mittwoch: Deadweight
Donnerstag: Hurt no more
Freitag: The stars are out

03. - 07. September 2018: Sophie Hunger - Molecules

Albumcover: Sophie Hunger - Molecules

Als Künstlerin ist sie schon immer wandelbar und offen, auf jeder ihrer Platten entwickelte sie sich ein Stück weiter. Ihre Musik changiert irgendwo zwischen Pop, Folk, Chanson, Rock und Jazz. Sie singt in vier verschiedenen Sprachen – dadurch bekommen die Songs von Sophie Hunger noch eine extra Portion eigene Klangfarbe.

Ihr neues Album ist mal wieder ganz anders: von der Vielsprachigkeit und vom Bandkonzept hat sie sich verabschiedet, sie singt ihre poetischen und politischen Texte fast ausschließlich auf Englisch und abgesehen von ihrer Gitarre kommt der Sound ausschließlich aus dem Computer. Das Ergebnis: inhaltlich tiefgründiger aber dennoch tanzbarer Elektropop mit Synthesizer und Drumcomputer.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Sophie Hunger
Molecules
Caroline
LC 03261

Gespielte Titel:
Montag: That man
Dienstag: I opened a bar
Mittwoch: There is still pain left
Donnerstag: Tricks
Freitag: She makes president

27. - 31. August 2018: 50 Years MPS

50 Years MPS

Neben den bekannten Musikmetropolen wie Berlin, Frankfurt oder Köln hat sich auch das Schwarzwald-Städtchen Villingen einen festen Platz auf der internationalen Jazzlandkarte gesichert. Vor genau 50 Jahren gründete der Industriellensohn Hans Georg Brunner-Schwer das Jazzlabel MPS. In heimeliger Atmosphäre und in einem schon damals hochwertig ausgestatteten Studio entstanden wichtige Aufnahmen der Jazzgeschichte, bekannte Musiker wie Oscar Peterson oder George Duke gaben sich die Studioklinke in die Hand. Aber auch (junge) deutsche Musiker wie Albert Mangelsdorff oder Volker Kriegel produzierten bei MPS ihre Schallplatten. Bis in die frühen 1980er Jahre entstanden über 500 Aufnahmen, nach einer langen Pause hat man den Aufnahmebetrieb vor kurzem wieder aufgenommen. Der Geburtstags-Sampler "50 Years MPS" liefert einen Querschnitt durch den illustren Labelkatalog. 

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
50 Years MPS - Diverse Interpreten
MPS/Edel
0213525MS1

Gespielte Titel:
Montag: Suspicious Child, Growing Up (Volker Kriegel)
Dienstag: Running (China Moses)
Mittwoch: I Love You (Oscar Peterson Trio)
Donnerstag: Stina (Django Deluxe & NDR Bigband)
Freitag: Ode To Billy Joe (Joe Pass)

20. - 24. August 2018: Ane Brun & The Swedish Radio Symphony Orchestra

Ane Brun während eines Konzertes im Garage Museum of Contemporary Art, Moskau

Für eine Spätzünderin hat sie es erstaunlich weit gebracht: erst mit 21 Jahren begann die norwegische Singer-Songwriterin Ane Brun, Gitarre zu lernen. Und heute – also ungefähr zwanzig Jahre später – hat sie etliche Soloalben veröffentlicht, in verschiedenen Bands gespielt, unter anderem auch im Vorprogramm von Peter Gabriel.

Albumcover: Ane Brun & The Swedish Radio Symphony Orchestra - Live at Berwaldhallen

Auf ihrem neuen Album zeigt sie einmal mehr, wie wandelbar und offen für neue Impulse sie ist: zusammen mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra hat sie die Lieblingssongs ihrer Karriere live in Stockholm aufgenommen. Die meisten Lieder hat sie selbst geschrieben, manchmal bedient sie sich bei anderen Künstlern wie Beyoncé und Björk, aber auch bei Monteverdi und Shakespeare. Das klingt opulent aber nicht überladen, geschmackvoll und überzeugend.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Ane Brun & The Swedish Radio Symphony Orchestra
Live at Berwaldhallen
Communitiy Publishing
LC 19117

Gespielte Titel:
Montag: Black Notebook
Dienstag: What’s happening with you and him
Mittwoch: Halo
Donnerstag: Sonnet 138: When my love swears that he is made of truth
Freitag: Virvelvind

13. - 17. August 2018: Jazz loves Bernstein

Leonard Bernstein (1966)

Komponist, Dirigent, Pianist, Musikvermittler und Entertainer: Leonard Bernstein war so herausragend vielseitig und temperamentvoll – es gibt unzählige Gründe, ihn zu den größten Musikern des 20. Jahrhunderts zu zählen. In diesem Monat wäre Leonard Bernstein 100 Jahre alt geworden, die Klassikwelt feiert diesen Geburtstag schon seit Beginn des Jahres mit Konzerten und neuen Aufnahmen seiner Musik.

Jazz loves Bernstein

Nun hat das Plattenlabel Verve eine Sammlung von Bernstein-Songs herausgegeben, die den Weg vom Musical ins Great American Songbook geschafft haben und zu Jazz-Standards wurden. 27 Aufnahmen, die zwischen 1944 und heute entstanden sind, interpretiert von den Großen des Genres wie Billie Holiday, Oscar Peterson, Sarah Vaughan und Diana Krall.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Jazz loves Bernstein
Sampler
Verve – LC 00383

Gespielte Titel:
Montag: Big Stuff (Billie Holiday)

06. - 10. August 2018: Caterina Valente '86

Caterina Valente, 1971

Ihre Karriere begann mit Jazzmusik. Kurt Edelhagen gilt als ihr Entdecker und Förderer – mit seinem Orchester nahm die junge Caterina Valente 1953 in Baden-Baden ihr erstes Jazzalbum auf. Es wurde ziemlicher Flop in Deutschland. Und so sattelte sie notgedrungen um und begann, Schlager zu singen. Mit Liedern wie "Ganz Paris träumt von der Liebe" sang sie sich in die Herzen des deutschen Publikums und wurde schließlich zum Weltstar.

Album-Cover: Caterina Valente '86

1986 erfüllte sich Caterina Valente zu ihrem 50 jährigen Bühnenjubiläum einen lange gehegten Wunsch: ein Jazzalbum mit dem legendären Count Basie Orchestra aufzunehmen. Einer der musikalischen Höhepunkte ihrer gesamten Karriere.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Caterina Valente & The Count Basie Orchestra
Caterina Valente '86
Global Records & Tapes
LC 04074

Gespielte Titel:
Montag: Sweet Georgia Brown
Dienstag: Die Sprache des Regens
Mittwoch: Nimm den Zug nach Harlem
Donnerstag: Malaguena
Freitag: In der Einsamkeit

31.Juli - 03. August 2018: Miles Davis: Ascenseur Pour L'Echafaud

Albumcover: "Ascenseur pour l´échafaud" von Miles Davis

"Fahrstuhl zum Schafott" ("Ascenseur pour l’échafaud") war der erste große Kinofilm von Louis Malle, er kam 1958 in die Kinos. Der Kriminalfilm wurde nicht zuletzt deshalb zum Erfolg, weil Miles Davis den stimmungsvoll-melancholischen Soundtrack beisteuerte. Die Zusammenarbeit des noch jungen Regisseurs Malle mit dem amerikanischen Trompeter Davis ergab sich allerdings ganz spontan. Malle hatte Davis nach einem Konzert in Paris einfach gefragt, ob er sich vorstellen könne, mit seiner Band den Film musikalisch zu untermalen. Gesagt – getan: Miles Davis ging mit seiner Band zwei Tage lang in ein Pariser Tonstudio. Als Grundlage dienten ein paar musikalische Skizzen, die Davis noch im Hotelzimmer schrieb, der Rest wurde improvisiert. Heute zählen der Film und die Filmmusik zu den Klassikern ihres Metiers – und pünktlich zum 60. Geburtstag ist jetzt eine neue und klangtechnisch veredelte CD- bzw. LP- Box erschienen.   

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

CD-Angaben:
Miles Davis:
Ascenseur Pour L‘Echafaud
Emarcy Records (0600753818589)
LC 00699

Gespielte Titel:
Montag: Petit Bac
Dienstag: Nuit Sur Les Champs-Elysées
Mittwoch: Voiture
Donnerstag: Générique
Freitag: Chez Le Photographe Du Motel

23. Juli - 27. Juli 2018: Mikaela Davis - Delivery

Album-Cover: "Delivery" von Mikaela Davis

Eigentlich war ihr Ziel, später in einem Klassischen Orchester zu spielen oder eine Professur an einer Musikhochschule zu bekommen. Mit acht Jahren begann Mikaela Davis, Harfe zu spielen, nach der Schule setzte sie noch ein Studium oben drauf. Da schien der Weg eigentlich vorgezeichnet.

Doch dann kam alles anders: schon während des Studiums schrieb sie eigene Songs, die irgendwo zwischen Pop, Indie und Folkrock angesiedelt sind. Dazu ihre Texte, ihre Stimme und natürlich die Harfe. Nun ist ihr Debutalbum erschienen - 10 Songs, in denen sie sich völlig unbekümmert ausprobiert. Von der sanften Harfen-Ballade bis zum harten Gitarrenriff ist hier alles dabei.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Mikaela Davis
Delivery
Rounder Records/ Universal

Gespielte Titel:
Montag: Other lover
Dienstag: All I do is disappear
Donnerstag: Pure divine love
Freitag: Emily

16. Juli - 20. Juli 2018: Punch Brothers - All Ashore

Punch Brothers, All Shore

Ihre musikalische Heimat ist der Bluegrass – Inbegriff Ur-Amerikanischer Volksmusik. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die New Yorker Band Punch Brothers auch der klassischen akustischen Besetzung des Bluegrass treu bleiben: Banjo, Fiddel, Mandoline, Gitarre und Bass. 

Um Traditionalismus allerdings geht es ihnen überhaupt nicht: die Punch Brothers gelten als die virtuose Avantgarde der Szene. In ihrer traditionellen Besetzung spielen sie auf höchstem technischem Niveau Pop, Folk, Indie-Rock und sogar Klassische Musik. Am kommenden Freitag erscheint ihr neues Album mit neun selbstgeschriebenen Songs, die einmal mehr zeigen, wie überraschend abwechslungsreich die Punch Brothers klingen können.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

CD-Angaben:
Punch Brothers
All Ashore
Nonesuch Records, LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: All Ashore
Dienstag: It's All Part of the Plan

09. Juli - 13. Juli 2018: Lump - Lump

CD-Cover: Lump - Lump

Nicht nur in ihrer Heimat Großbritannien ist die Singer-Songwriterin Laura Marling eine feste Größe im Musikgeschäft. Ebenso der Multiinstrumentalist und Produzent Mike Lindsey, der mit seiner Folktronic-Formation Tunng bekannt wurde. Beide Musiker waren unabhängig voneinander auf der Suche nach etwas musikalisch Neuem und dann half der Zufall: auf einem Neil Young-Konzert lernten sie sich kennen und schon kurze Zeit später standen sie gemeinsam im Studio und probierten neue Songs miteinander. "Lump" haben sie ihre Kollaboration genannt, bei der entspannte Folkmelodien auf atmosphärische Elektroniksounds treffen. Herrlich entspannte Sommermusik.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Lump - Lump
Label: Dead Oceans, LC 29265

Gespielte Titel:
Montag : May I be the light
Dienstag: Rolling thunder
Mittwoch: Late tot he flight
Donnerstag: Hand hold hero
Freitag: Shake your shelter

02. Juli - 06. Juli 2018: Bahur Ghazi’s Palmyra - Bidaya

CD-Cover: Bahur Ghazi's Palmyra

Offenheit und die Kreation neuer Klangräume sind seit jeher zwei Wesenszüge des Jazz. Ob Asien oder Afrika, Orient oder Okzident, immer wieder sind es diese musikalischen Begegnungen vermeintlich "fremder" Musikkulturen, die dem Jazz zu seiner Lebendigkeit verhelfen. Aufgrund der politischen Situation entstehen in letzter Zeit immer wieder grenzüberschreitende Projekte mit syrischen Musiker und europäischen Jazzmusikern. Bahur Ghazi ist einer von ihnen: er floh aus Syrien, lebt jetzt in der Schweiz und spielt die Oud, eine orientalische Laute. Für sein neues Album "Bidaya", das in vielen Farben des Vorderen Orients strahlt, hat sich Ghazi diesmal ein Jazzquartett aus Schweizer Musikern zusammengestellt. 

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

CD-Angaben:
Bahur Ghazi’s Palmyra - Bidaya
Erschienen bei Jazzhausmusik (JHR 153, LC 09471)

Gespielte Titel:
Montag: Phoenix Resumption
Dienstag: Versteckt
Mittwoch: Bidaya
Donnerstag: Gruenfink
Freitag: Palmyra

18. Juni - 22. Juni 2018: Erik Leuthäuser - Wünschen

Erik Leuthäuser

Ist das noch Jazz? Oder doch Chanson? Der 21-jährigen Sänger Erik Leuthäuser hat eigentlich keine Lust auf Einordnungen in solche Kategorien. Auf die Frage, wie er denn seine Musik selbst bezeichnen würde, antwortet er: "Modern German Chanson mit Jazz- und Indiepopeinflüssen".

Erik Leuthäuser - Wünschen

Zusammen mit gestandenen amerikanischen Jazzmusikern wie dem Bassisten Greg Cohen und dem Schlagzeuger Joey Baron singt er seine eigenen Kompositionen, interpretiert aber auch Songs von Friedrich Hollaender, Dorothea Kehr, Wayne Shorter und Duke Ellington auf seine ganz eigene Art und Weise. Dabei erschafft er tatsächlich ganz eigene Klangwelten, mal nah dran am Chanson, mal ganz frei und atmosphärisch. Ein neuer, frischer Sound, der auf mehr hoffen lässt.                                                                              

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula.

CD-Angaben:
Erik Leuthäuser
Wünschen
Label: MPS

Gespielte Titel:
Montag: Gleissende Helle
Dienstag: Kannst Du mein Kangaroo sein?
Mittwoch: Zuhause
Donnerstag: In der Einsamkeit
Freitag: Wenn ich mir was wünschen dürfte

18. Juni - 22. Juni 2018: Neko Case - Hell-On

Neko Case

Neko Case ist viel herumgekommen: Geboren 1970 in Virginia und aufgewachsen in Washington, geht sie zum Kunststudium nach Vancouver, zieht später erst nach Chicago dann nach Arizona und kauft sich schließlich in Vermont ein Bauernhaus. Ihre Karriere als Sängerin/Songschreiberin ist ähnlich abwechslungsreich. Nach ersten Gigs in Punkbands an der amerikanischen Westküste trat sie Ende der 90er Jahre mit der kanadischen Indie-Combo The New Pornographers auf und machte sich dann schnell als Solokünstlerin mit alternativem Countryrock, Indiepop und Folk einen Namen.

"Ideen sind wie Karnickel – sie vermehren sich wie verrückt."

Neko Case: Hell-On

Ihr gerade erschienenes siebtes Soloalbum trägt den Titel "Hell-On" und zeigt Neko Case einmal mehr als kreative und äußerst wandlungsfähige Sängerin, Songschreiberin und Texterin, die erdachte Geschichten mit autobiographischen Episoden verbindet.                                                                                    

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

CD-Angaben:
Neko Case
Hell-On
Label: ANTI Records
Bestellnr.: ANTI 7412-2

Gespielte Titel:
Montag: Hell-On
Dienstag: Dirty Diamond
Mittwoch: Oracle of the Maritimes
Donnerstag: Halls of Sarah
Freitag: Winnie

11. Juni - 15. Juni 2018: Honeyfeet - Orange Whip

CD-cover: Honey Feet von Orange Whip

Die siebenköpfige Band Honeyfeet aus Manchester trotzt erfolgreich allen Genre-Begrenzungen:

Blues? Klar.
Soul? Auf jeden Fall.
Folk? Definitiv.
Jazz? Auch dabei.
Handgemachter Trip Hop? Selbst das.

Seit zehn Jahren spielt Honeyfeet ihren druckvollen und tanzbaren Musikmix auf Festivals, in Clubs und Konzertsälen in Großbritannien. Frontfrau Rioghnach Connolly‘s bemerkenswert wandlungsreiche Stimme, die mühelos den Spagat zwischen ihren irischen Wurzeln und modernem Soul à la Amy Winehouse schafft, hält dabei den bunten Haufen aus treibender Rhythmusband, satten Bläsern und virtuoser Mundharmonika sicher zusammen.

Auf "Orange Whip", ihrem Debutalbum für das Label Wah Wah 45s, hat es Honeyfeet geschafft, die mitreißende Energie der Band von der Bühne ins Studio zu bringen und auf Platte einzufangen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz.

CD-Angaben:
Honeyfeet
Orange Whip
Label: Wah Wah 45s
Bestellnr.: WAHCD033

Gespielte Titel:
Montag: Sinner
Dienstag: Quickball
Mittwoch: Demons
Donnerstag: Whatever you do
Freitag: Love in vain

04. Juni - 08. Juni 2018: Wynton Marsalis Septet - United We Swing: Best Of Jazz At Lincoln Center Galas

CD-Cover: United We Swing: Best Of Jazz At Lincoln Center Galas

Wenn einer wie Wynton Marsalis ruft, kommen sie alle: Eric Clapton, Bob Dylan, John Legend oder Willie Nelson. Jahr für Jahr veranstaltet der renommierte amerikanische Jazzmusiker Marsalis im Lincoln Center in Manhattan eine große Benefizgala zugunsten junger Nachwuchsmusiker. Das Konzept ist denkbar einfach: Der Trompeter Wynton Marsalis stellt mit seinem Septett die Band, die durch die bunte Schar der Gastsolisten zum Oktett aufgestockt wird. Jetzt erscheint erstmals ein „Best Of“ dieser prominent besetzten Reihe, auf dem Album „United We Swing“ finden sich Konzertausschnitte aus den Jahren 2003 bis 2007, die Lust auf mehr machen… Denn diese CD beweist einmal mehr, wie gut sich Pop, Rock, Blues und Jazz ergänzen – wenn man nur die entsprechenden Musikerinnen und Musiker ans Werk lässt.  

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album Angaben:
Wynton Marsalis Septet
United We Swing: Best Of Jazz At Lincoln Center Galas
Label: Blue Engine Records
Bestellnummer: BE 0011

Gespielte Titel:
Montag: I‘M Not Rough
Dienstag: Please Baby Don’t
Mittwoch: I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free
Donnerstag: The Last Time
Freitag: It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry

28. Mai - 1. Juni 2018: David Helbock’s Random Control - Tour d' Horizon

Album-Cover "Tour d' Horizon" von David Helbocks's Random Control

Der österreichische Pianist David Helbock nimmt den Titel seines neuen Trioalbums "Tour d' Horizon" wörtlich und präsentiert einen umfassenden Überblick über seine Klavier-Heroen. Gemeinsam mit Andreas Broger und Johannes Bär (zusammen bilden sie das Trio Random/Control) und einer wahren Plethora an Instrumenten fegt, stolpert, hüpft und schleicht Helbock durch Kompositionen von u.a. Abdullah Ibrahim, Chick Corea, Joaquin Rodrigo, Herbie Hancock und Keith Jarrett.

Random Control

Die zwölf Stücke sind so kurzweilig und ideenreich arrangiert, dass die Virtuosität und das Können der Musiker fast zur Nebensache wird. "Tour d' Horizon" ist eine spannender Trip durch große inspirierende Klavierkompositionen in frischer und nie gehörter Weise.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
David Helbock’s Random Control
Tour d‘Horizon
Label: ACT
Bestellnr.: ACT 9869-2

Gespielte Titel:
Montag: African Marketplace
Dienstag: Spain
Mittwoch: Watermelon Man
Freitag: Bolivia

22. - 25. Mai 2018: Still In The Woods - Rootless Tree

Still In The Woods

Die vier Musiker von "Still In The Woods" führen seit Jahren eine Distanzbeziehung. Aus Dresden und Leipzig reisen sie regelmäßig nach Berlin, um dort gemeinsam Musik zu machen. Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne hat das Quartett um die Sängerin Anna Hauss jetzt ihr erstes Album veröffentlicht: "Rootless Tree".

Albumcover: Still In The Woods - Rootless Tree

Darauf spielt die Band ihre ganz eigene Mischung aus Pop, Soul und Groove und umklammert das Ganze mit Jazz. Die zwölf Eigenkompositionen bilden mehrere inhaltlich zusammenhängende Einheiten, die der Platte eine buchähnliche Kapitelstruktur verleihen. Was sich verkopft anhört, klingt glücklicherweise überhaupt nicht so. "Still In The Woods" ist mit seinem Debut ein organisch klingendes Album aus einem Guss gelungen, das Leichtigkeit und Tiefe perfekt ausbalanciert.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Still In The Woods
Rootless Tree
Label
: Neuklang
Bestellnr.: NCD4192

Gespielte Titel:
Dienstag: Rootless Tree
Mittwoch: Black Hole
Donnerstag: Lost In Thoughts
Freitag: Small

14. - 18. Mai 2018: Ry Cooder - The Prodigal Son

Ry Cooder - The Prodigal Son

Musikalisch ist der weltoffene US-amerikanische Gitarrist Ry Cooder auf seinem neuen Album "The Prodigal Son" zu den Wurzeln der amerikanischen Folkmusik und damit auch zu den Anfängen seiner eigenen Karriere zurückgekehrt: er spielt und singt Blues, Country und Gospel. Textlich hingegen ist er mitten im Hier und Jetzt, ob er Bluesmann Blind Willie Johnson covert, Bluegrass-Legende Carter Stanley interpretiert oder seine eigenen Songs spielt.

Gitarrist Ryland Peter "Ry" Cooder

Wie auf seinem letzten Album "Election Special" (2012) beobachtet und beschreibt Cooder auf "The Prodigal Son" feinsinnig und teils ironisch den Zustand der amerikanischen Gesellschaft – damals vor dem aus seiner Sicht drohenden Wahlsieg der Republikaner, heute unter dem Eindruck der Präsidentschaft Donald Trumps.

"Mithilfe meiner Gitarre kann ich Musik und Gefühle besser handhaben." sagt der 71-jährige Ry Cooder und präsentiert erneut einen scharfsinnigen Kommentar zum "kränkelnden moralischen Zustand" seines Landes.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Ry Cooder
The Prodigal Son
UMI | Caroline International
EAN: 0888072048232

Gespielte Titel:
Montag: The Prodigal Son
Dienstag: Straight Street
Mittwoch: Shrinking man
Donnerstag: Gentrification
Freitag: I'll be rested when the roll is called

07. - 11. Mai 2018: e.s.t. - Live in London

Esbjörn Svensson

Im Sommer 2008 kam der schwedische Musiker Esbjörn Svensson bei einem Tauchunfall ums Leben – er war damals gerade mal 44 Jahre alt. Doch schon zu seinen Lebzeiten zeichnete sich ab, dass er seiner Nachwelt ein mächtiges Erbe hinterlassen würde. Svensson hat mit seinem energetischen, manchmal hypnotischen Klavierspiel als Pianist Maßstäbe gesetzt, die bis heute Gültigkeit haben. Und mit dem nach ihm benannten Trio „e.s.t.“ hat er wesentlich dazu beigetragen, dass sich der europäische Jazz nicht mehr hinter dem amerikanischen Jazz zu verstecken braucht.

e.s.t. - Live in London

Zehn Jahre nach seinem Tod erscheint jetzt ein Doppelalbum mit bisher unveröffentlichtem Material von Svensson Trio, aufgenommen im Mai 2005 im Barbican Centre in London. Ein Tondokument vergangener Tage, das aber auch heute noch musikalisch und klangästhetisch voll auf der Höhe der Zeit ist.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
e.s.t.
Live in London
ACT Music 9042-2
LC 07644

Gespielte Titel:
Montag: Tide Of Trepidation
Dienstag: When God Created The Coffeebreak
Mittwoch: Viaticum
Freitag: Spunky Sprawl

30. April - 04. Mai 2018: Maya Fadeeva - Chamëleon

Album-Cover: Maya Fadeeva - Chamëleon

Erst vor drei Jahren hat Maya Fadeeva ihr Jazzgesang-Studium in Maastricht abgeschlossen. Jetzt legt sie ihre Visitenkarte vor. Viele Songs auf ihrem Debütalbum "Chamëleon" hat sie selbst komponiert und getextet, einige sogar selbst produziert.

Ihre musikalische Heimat sei zwar der Jazz, betont die gebürtige St. Petersburgerin, geprägt sind ihre Songs aber von einem Stilmix: Viel Nu Jazz, Swing und Reggae. Abwechslungsreiche Nummern, die immer wieder das musikalische Gewand wechseln. Die studierte Jazzsängerin schafft es, dass die verschiedenen Stile eine perfekte Symbiose eingehen. Facettenreich und bunt – so wie ein Chamäleon eben.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann.

Album-Angaben:
Maya Fadeeva
Chamëleon
GlamJazz Records / Nova MD & DigDis
EAN 4260225981188

Gespielte Titel:
Montag: Hello Friend
Mittwoch: Let me go
Donnerstag: My Coconutnut Song
Freitag: Finger Snap

23. - 27. April 2018: Walter Wolfman Washington - My Future Is My Past

Walter "Wolfman" Washington

Bluesmann Walter "Wolfman" Washington, geboren 1943 in New Orleans und seit den frühen 60ern eine verlässliche Konstante in der Musikszene der Stadt, verdankt seinen Spitznamen seinem charakteristischen Aufheulen auf der Bühne.

Auf "My Future Is My Past", seinem ersten Studioalbum in zehn Jahren, sucht man dieses Markenzeichen vergeblich. Statt energiegeladenem Funk und Rhythm 'n' Blues, wie er ihn mit seiner Band The Roadmasters spielt, präsentiert Washington auf seiner aktuellen Veröffentlichung zurückhaltende und gefühlvolle Stücke in kleinerer Besetzung, die stärker vom Jazz als vom Blues geprägt sind.

"My Future Is My Past" ist ein eindrucksvolles weil außergewöhnliches Album von einem 74-jährigen Musiker, der nie seine Wurzeln aus den Augen verloren hat.

Albumcover "Walter "Wolfman" Washington: My Future Is My Past"

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Walter Wolfman Washington
My Future Is My Past
ANTI-Records
EAN: 8714092759525

16. - 20. April 2018: Klô Pelgag - L'Étoile thoracique

Klô Pelgag - L'Étoile thoracique

Chloé Pelletier-Gagnon nennt sich als Musikerin schlicht Klô Pelgag - ansonsten ist Einfachheit nicht ihr Ding. Die Franko-Kanadierin aus Quebec begann ihre Karriere 2009 mit gerade mal 19 Jahren. Seitdem sammelt sie in ihrer Heimat und im französisch-sprachigen Ausland Musikpreise wie andere Briefmarken. Ihr Rezept? Sie komponiert, schreibt, singt und spielt vor Einfällen fast platzende und gleichzeitig luftige Popsongs mit himmlischem mehrstimmigen Gesang und einem überbordenden Arsenal an Instrumentierungen.

Klô Pelgag

Selbst die Verpackung ihres aktuellen Albums "L'Étoile thoracique" ist ein kleines Kunstwerk inklusive eines beigelegten märchenhaft-sonderlichen Comics als Mini-Poster. Klô Pelgags kompromisslose Kreativität zeigt, wie abwechslungsreich aktuelle Popmusik sein kann.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Klô Pelgag
L'Étoile thoracique
Coyote Records
VÖ: 20.04.2018

Gespielte Titel:
Montag: Samedi soir à la violence
Dienstag: Les ferrofluides-fleurs
Mittwoch: Les instants d'équilibre
Donnerstag: Incendie
Freitag: Chorégraphie des âmes

09. - 13. April 2018: Mathias Eick - Ravensburg

Albumcover: Mathias Eick - Ravensburg

Das neue Album von Mathias Eick ist mit Titeln wie "Children", "Girlfriend" oder "Parents" sehr persönlich, es ist fast so etwas wie ein ganz persönliches musikalisches Tagebuch. Ursprünglich wollte der norwegische Trompeter deshalb sein Album "Family" nennen. Doch von diesem Arbeitstitel verabschiedete er sich schnell, da es schon unzählige Platten mit diesem Namen gibt. Eick entschied sich deshalb für "Ravensburg" – denn aus der schwäbischen Stadt stammt schließlich eine seiner Großmütter. Mathias Eicks Kompositionen leben von melodiöser Wärme und dezenter Dynamik. Selbst wenn er oder einer seiner fünf Mitstreiter zum Solo ansetzen, steht die Impression eindeutig an erster Stelle weit vor der Expression.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd.

Album-Angaben:
Mathias Eick
Ravensburg
ECM (2584)

Gespielte Titel:
Montag: Parents
Dienstag: Children
Mittwoch: Ravensburg
Donnerstag: Girlfriend
Freitag: August

03. - 06. April 2018: Ben Harper & Charlie Musselwhite - No Mercy In This Land

Ben Harper, Charlie Musselwhite: No Mercy in This Land

Blueslegende John Lee Hooker dachte vor gut 25 Jahren, dass er diese beiden Musiker doch mal zusammen bringen müsse: Den Songwriter Ben Harper und die Mundharmonika-Legende Charlie Musselwhite. Harper und Musselwhite nahmen einen ersten Song auf, vor 5 Jahren dann das erste gemeinsame Album. Aus dem Experiment wurde das "beste Blues-Album" 2014, ausgezeichnet mit dem Grammy.

Jetzt sind die beiden Musiker wieder ins Studio gegangen. Die Songs seien "wie wilde Pferde herausgestürmt, die nur darauf gewartet haben loszurennen", meint Charlie Musselwhite. Mit "No Mercy In This Land" ist ein modernes Bluesalbum mit rockigen Anklängen entstanden, das von persönlichen Erfahrungen erzählt. Und die reichen thematisch vom Alkoholmissbrauch bis zur Ermordung von Musselwhites 93-jähriger Mutter.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann

Album-Angaben:
Ben Harper & Charlie Musselwhite
No Mercy In This Land

Anti-Records
EAN 9705041403414

Gespielte Titel:
Dienstag: When I Go
Mittwoch: No Mercy In This Land
Donnerstag: Love And Trust
Freitag: When Love Is Not Enough

26. - 29. März 2018: Andres Böhmer & NyponSyskon: Von oben

CD-Cover: "Von oben" von Andres Böhmer & NyponSyskon

Andres Böhmer ist Gitarrist, Produzent und Komponist und Enkel eines Kirchenkantors, woher vermutlich sein Interesse an geistlicher und weltlicher Folklore stammt.

Mit seinem Gitarrentrio NyponSyskon hat er sich für das dritte Album nach skandinavischen Volksweisen und dem deutschen Volksliederschatz diesmal von Chorälen inspirieren lassen und sie sanft Richtung Jazz geöffnet.

Das programmatisch betitelte Album "Von oben" versammelt neben sieben feinsinnigen Bearbeitungen von klassischen Vokalwerken auch drei Eigenkompositionen, die sich nahtlos zwischen die Adaptionen einreihen.

Die instrumentalen Jazzstücke auf "Von Oben" sind die gelungene Verbindung von Original und Zitat, von alt und neu. Böhmers Trio improvisiert harmonisch und respektvoll gegenüber den Originalen, zeigt neue Facetten und schafft  darüber einen ungewohnten musikalischen Zugang.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Andres Böhmer & NyponSyskon
Von oben
Label: Ajazz
Bestellnr.: A5035

Gespielte Titel:
Montag: Magnifikat
Dienstag: Ein feste Burg
Mittwoch: Wie lieblich ist der Maien
Donnerstag: Nach Hause

19. - 23. März 2018: Bill Frisell: Music IS

CD-Cover: Bill Frisell - Music IS

"Musik ist gut" – so lautet das Lebensmotto des Gitarristen Bill Frisell. Fast hätte er sein neues Album so genannt. Dann dachte er aber, dass der Satz doch zu konkret sei. Er wollte es offener lassen. Und so heißt die neue CD "Music IS" – das erste Soloalbum des Jazzmusikers nach 18 Jahren, das passend zu seinem 67. Geburtstag erschienen ist. Viele der Titel auf dem Album klingen fast "nackt" – nur Bill Frisell und seine Gitarre. Bei anderen arbeitet er mit nachträglich zusammengefügten Überlagerungen oder mit Looping. Bill Frisell versammelt auf "Music IS" zahlreiche neue Stücke, aber auch Solo-Arrangements bereits früher eingespielter Klassiker. Das Album wird so zu einem Abbild seiner langen Karriere.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann.

Album-Angaben:
Bill Frisell
Music IS
OKeh / Sony Music
EAN 190758150024

Gespielte Titel:
Montag: Change in the Air
Dienstag: Thankful
Mittwoch: Rambler
Donnerstag: In Line
Freitag: Pretty Stars

12. - 16. März 2018: Holler My Dear: Steady As She Goes

Album-Cover "Steady As She Goes" von Holler My Dear

"Holler My Dear" ist eine international besetzte Band aus Berlin – die Musikerinnen und Musiker kommen aus Österreich, Russland, England und Deutschland. Kopf und Stimme des Sextetts ist die Sängerin Laura Winkler, die nicht nur von Bass und Schlagzeug, sondern auch von Trompete, Mandoline und Akkordeon begleitet wird. Das Ergebnis ist – der Besetzung entsprechend – eine nicht alltägliche Mixtur aus Pop, Folk, Disco und Jazz. Groove und Geist bilden bei "Holler My Dear" keine Gegensätze sondern eine Einheit. Denn viele der feinsinnig getexteten Songs der Band animieren zur körperlichen und geistigen Bewegung. Auch mit ihrem dritten Album "Steady As She Goes" beweist die Band Mut zum Experiment und tanzt damit mal wieder selbstbewusst und sympathisch aus der Reihe.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Holler My Dear: Steady As She Goes
Traumton 4659
LC 05597

Gespielte Titel:
Montag: Steady As She Goes
Dienstag: Afterword
Mittwoch: Seeds Of Concord
Donnerstag: The More The Merrier
Freitag: Orchid Song I

05. - 09. März 2018: Kristin Asbjørnsen: Traces of you

Kristin Asbjørnsen - Traces of you

Mit einer Mischung aus zeitgenössischem Jazz aus Norwegen und westafrikanischen Klängen meldet sich die Jazzsängerin Kristin Asbjørnsen nach fünf Jahren zurück. "Traces of you" ist das vierte Soloalbum der Norwegerin. Ein sehr persönliches und intimes Album, mit dem sie eine schwierige Trennung verarbeitet.

Entstanden sind die selbstgeschriebenen Songs ursprünglich als Auftragsarbeit der Musikplattform "Global Oslo Music". Das jetzt veröffentlichte Album ist das erste, das die Plattform auf ihrem neu gegründeten Label Global Sonics herausbringt. 11 Songs, die Kristin Asbjørnsen mit ihrem langjährigen Gitarristen Olav Torget und dem gambischen Koraspieler Suntou Susso eingespielt hat.

Ein Musiktipp von Daniela Ziemann

Album-Angaben:
Kristin Asbjørnsen
Traces of you
Global Sonics/Øra Music/Rough Trade GS 001/18
EAN 7090015631330

Gespielte Titel:
Montag: By your side
Dienstag: You hold me while leaving me
Mittwoch: Spring reappears
Donnerstag: Traces of you
Freitag: Vil Du Være Her Bestandig

26. Februar - 02. März 2018: Hugh Coltman: Who's happy?

Albumcover "Who´s Happy?" von Hugh Coltman

Hugh Coltman hat musikalisch schon einiges hinter sich. Der in Frankreich lebende Brite war Sänger der Bluesrock-Band The Hoax, bevor er als Solokünstler Folkpopalben aufnahm und zuletzt mit einem Nat-King-Cole-Tribute auf sich aufmerksam machte.

Sein jüngstes Interesse gehört dem Sound des New Orleans Jazz, angeregt durch die hochgelobte TV-Serie "Treme", die das Leben verschiedener Musiker nach dem Hurricane Katrina im gleichnamigen Stadtteil portraitiert. "Als ich anfing Songs zu schreiben, hatte ich keine Ahnung wo das hinführt, außer, dass ich diesmal kein Cover-Album machen wollte."

Gesagt getan – auf "Who's happy?" verneigt sich Coltman mit zehn grandiosen Eigenkompositionen vor der Wiege des Jazz, aufgenommen mit zahlreichen lokalen Sessionmusikern in New Orleans.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Hugh Coltman - "Who's happy?"
OKeh
Bestellnr.: 19075813142

Gespielte Titel:
Montag: Civvy Street
Dienstag: Sleep Late
Mittwoch: Resignation Letter
Donnerstag: The Sinner
Freitag: Sugar Coated Pill

19. - 23. Februar 2018: Tokunbo: The Swan

CD-Cover: Tokunbo - The Swan

Dreizehn Alben mit einer stimmigen Mischung aus akustischem Soul, Jazz und Pop hat die Band Tok Tok Tok zwischen 1998 und 2013 aufgenommen, bevor sich Saxophonist Morten Klein und Sängerin Tokunbo Akinro entschlossen, getrennte Wege zu gehen. Der Musik treu geblieben, hat sich Tokunbo  in den letzten Jahren als Solokünstlerin etabliert und ihren eigenen Sound gefunden, den sie selbst als "folk noir" bezeichnet.

Ihr gerade erschienenes zweites Soloalbum "The Swan" ist weniger "noir" als sein Vorgänger – die elf selbstgeschriebenen Songs entstanden unter dem überwältigenden Eindruck der Geburt ihres ersten Kindes. Herausgekommen ist eine vielschichtige, klanglich warm und transparente Platte, die vor allem Dank Tokunbos außerordentlicher Stimme Ruhe, Gelassenheit und schlichte Schönheit ausstrahlt.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Tokunbo - The Swan
YorubaGirlRecords/ recordJET
EAN: 4050215314399

Gespielte Titel:
Montag: New June
Dienstag: Somersault
Mittwoch: Cast away
Donnerstag: Words
Freitag: Innocence

12. - 16. Februar 2018: Maceo Parker & WDR Big Band: It's All About Love

Albumcover: Maceo Parker & WDR Big Band: It's All About Love

Maceo Parker nimmt es ernst mit dem Titel seiner neuen CD: "It's All About Love" ist ein Album voll mit Liebesliedern, die alle das Wörtchen "Love" beinhalten. Der Funk-, Soul- und Jazzmusiker mit dem markanten Saxofonton und der erdigen Stimme zeigt sich diesmal von einer ganz anderen Seite. Die acht Songs, die Maceo Parker zusammen mit der WDR Big Band aufgenommen hat, sind kernig und knackig und kommen weitgehend ohne Schmelz und Schmalz aus. Das neue Album ist ein reifes, gut abgehangenes Spätwerk des ehemaligen Mitglieds aus dem legendären Bläsersatz von James Brown. Und diese Sammlung mit Liebesliedern war ein lang gehegter Wunsch von Maceo Parker, der am Valentinstag seinen 75. Geburtstag feiert.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Maceo Parker & WDR Big Band
It's All About Love
N77051 - Leopard

Gespielte Titel:
Montag: Gonna Put Your Lovin' In The Lay Away
Dienstag: I Love You A Bushel And A Peck
Mittwoch: Love Won’t Let Me Wait
Donnerstag: I'm In Love
Freitag: Love The One You’re With

5. - 9. Februar 2018: Kat Frankie: Bad Behaviour

Kat Frankie - Bad Behaviour

Vor vierzehn Jahren kam sie aus Sydney nach Berlin. Mit der Akustikgitarre und melancholischen Songs begann die Australierin Kat Frankie dort ihre Karriere, seitdem ist viel passiert. Vom traurigen Mädchen an der Gitarre entwickelte sie sich zur gestandenen Musikerin, die sich auch stilistisch weiterentwickelt hat.

"Bad Behaviour" ist ihr viertes Album, darauf macht sie einen deutlichen Schritt in Richtung tanzbare Popmusik mit Anleihen bei R'n'B und Soul. Voluminöser Sound und vertrackte Rhythmen treffen auf Kat Frankies Vorliebe für das Loop-Pedal und vielschichtige Gesänge.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
Kat Frankie
Bad Behaviour
LC 23354 - Neu Grönland

Gespielte Titel:
Montag: Bad Behaviour
Dienstag: The Sun
Mittwoch: Versailles
Donnerstag: Forgiveness
Freitag: Headed for the reaper

29. Januar - 2. Februar 2018: Helge Lien & Knut Hem: Hummingbird

Helge Lien / Knut Hem: Hummingbird

Im Pressetext zum Album "Hummingbird" von Helge Lien und Knut Hem ist von "Cinematic Americana" die Rede. Die beiden Musiker sind zwar Norweger und haben keinen Soundtrack eingespielt, ihr wehmütiger Akustiksound lässt dennoch Bilder von weiten Landschaften entstehen - Wim Wenders Roadmovies und Ry Cooders Slidegitarre lassen grüßen. Pianist Lien und Gitarrist Hem tauschen dabei die amerikanische Wüste gegen norwegische Wälder und den Grand Canyon gegen Fjorde aus.

Maßgeblich verantwortlich für die Bildhaftigkeit der Musik ist Knut Hems Weissenborn, ein relativ selten gespieltes Gitarrenmodell, dessen Hals mit einem zusätzlichen Resonanzkörper ausgestattet ist. Zusammen mit Helge Liens ruhigem aber ausdrucksvollen Klavierspiel hat das Duo ein Album voller Melancholie und Schönheit aufgenommen, das ein wohliges Fernweh verursacht.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Helge Lien & Knut Hem
Hummingbird
Ozella Music
OZ079CD

Gespielte Titel:
Montag: Moster
Dienstag: Take another five
Mittwoch: We hide and seek
Donnerstag: Rafferty
Freitag: Music Box

22. - 26. Januar 2018: First Aid Kit: Ruins

CD-Cover: First Aid Kit - Ruins

Sie starteten als eines der früheren Youtube-Phänomene: vor zehn Jahren veröffentlichten die schwedischen Schwestern Johanna und Klara Söderberg auf dieser Plattform einen Song der Folkband Fleet Foxes und wurden über Nacht zu Stars. Drei Alben später gelten sie als feste Größe in der Americana-Szene, ihr mittlerweile viertes Album führt sie musikalisch auch nur unwesentlich weit weg.

Mit ihren glasklaren, zur Lieblichkeit neigenden Stimmen haben sie zehn Songs zwischen Country, Pop und Folk aufgenommen. Auch inhaltlich bleiben sie bei bewährten Themen: Liebesglück trifft auf Liebesleid und Sehnsucht. Das Ergebnis: entspannte Musik zum Zurücklehnen für dunkle Winterabende.

Ein Musiktipp von Ulrike Kukula

Album-Angaben:
First Aid Kit
Ruins
Columbia – LC 00162

Gespielte Titel:
Montag: Ruins
Dienstag: To Live a Life
Mittwoch: Postcard
Donnerstag: Distant star
Freitag: Fireworks

15. - 19. Januar 2018: Camille Bertault: Pas De Géant

Camille Bertault - Pas de géant

So richtig los ging es vor zwei Jahren, als Camille Bertaults Video hunderttausendfach geklickt wurde – und das für ihre Interpretation des Jazzklassikers "Giant Steps" von John Coltrane. Der CD-Titel "Pas De Géant" (Riesenschritte) ist die wörtliche Übersetzung von "Giant Steps" und knüpft auch inhaltlich an diese Art des Musikmachens an. Denn Camille Bertault hat (neben einigen selbst geschriebenen Songs) ältere Vorlagen aus den Bereichen Jazz, Chanson und Klassik ausgewählt, um mit ihrer wandlungsfähigen und virtuosen Stimme daraus etwas komplett Neues zu machen. Und dafür nimmt sich die französische Sängerin alle künstlerischen Freiheiten, die sie braucht, so dass auf ihrem neuen Album keiner der 16 Songs dem anderen gleicht.

Ein Musiktipp von Jörg Heyd

Album-Angaben:
Camille Bertault
Pas De Géant
Okeh/Sony Music
LC 00288

Gespielte Titel:
Montag: Je Me Suis Fait Tout Petit
Dienstag: Certes
Mittwoch: La Femme Coupée En Morceaux
Donnerstag: Nouvelle York
Freitag: Comment Te Dire Adieu

08. - 12. Januar 2018: Chris Thile: Thanks for Listening

Album-Cover: Chris Thile - Thanks for Listening

Er ist ein musikalisches Chamäleon: der US-Amerikaner Chris Thile spielt auf der Mandoline alles von Skrjabin bis Radiohead. Seine Band "Punch Brothers" gilt als die virtuose Avantgarde der Bluegrass-Szene, zusammen mit Yo-Yo Ma nahm er Musik von J.S. Bach auf und mit dem Jazzpianisten Brad Mehldau veröffentlichte er folkige Bluessongs.

Nun hat Chris Thile ein neues Album veröffentlicht, auf dem er sich vor allem als Songschreiber, Arrangeur und Sänger in  Szene setzt. Komplexe Popsongs hat er geschrieben, die auch ohne ein Strophe-Refrain-Schema atmosphärisch und eingängig sind.

Album-Angaben:
Chris Thile
Thanks for Listening
Nonesuch – LC 00286

Gespielte Titel:
Montag: Thanks for Listening
Dienstag: I Made This for You
Mittwoch: Modern Friendship
Donnerstag: Elephant in the Room
Freitag: Feedback Loop

02.-05. Januar 2018: Inga Lühning & André Nendza: Hodgepodge Vol. 1

Albumcover: "Hodgepodge Vol. 1" von Inga Lühning und Andé Nendza

Weniger ist mehr, heißt es. Manchmal ist weniger aber auch genau passend. Das zeigen eindrucksvoll die Vokalistin Inga Lühning und der Kontrabassist André Nendza auf ihrem ersten gemeinsamen Duoalbum "Hodgepodge Vol. 1". Zwölf Stücke, live im Kölner Jazzclub Loft aufgenommen, bilden  den titelgebenden Mischmasch aus sorgfältig ausgesuchten Coversongs (u.a. von Paul Simon, Franz-Josef Degenhardt und Michael Jackson) und feinen Eigenkompositionen der beiden Musiker.

Das harmonische Zusammen- und Wechselspiel zwischen Stimme und Bass wird ergänzt durch perkussive Akzente wie Klatschen und Fingerschnipsen und den sparsamen Einsatz von Loops und einer Kazoo. Bei aller Improvisation verlieren Lühning und Nendza nie den Fokus auf das wesentliche – die Songs. "Hodgepodge Vol. 1" ist ein Kammerjazz-Album, das zeigt: Leichtigkeit und Tiefgang müssen sich nicht widersprechen.

Ein Musiktipp von Sebastian von Haugwitz

Album-Angaben:
Inga Lühning & André Nendza
Hodgepodge Vol. 1
Jazzsick Records
Bestellnr.: 5100 JS

Gespielte Titel:
Dienstag: Graceland
Mittwoch: Brain works
Donnerstag: Blame it on the Boogie
Freitag: Take heart

Stand: 05.09.2018, 16:55