Erotik in der elektroakustischen Musik: Himmel und Hölle - 16.09.2017

Eine weibliche Hand auf der nackten Haut

WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik

Erotik in der elektroakustischen Musik: Himmel und Hölle - 16.09.2017

"Fühlen, wie die Noten sich lieben" hatte Mozart einst gesagt, während Platon vor bestimmten Tonleitern warnte, die die Sittlichkeit der Hörer gefährden könnten. Erotik ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für das Ohr: Die sinnliche Seite der Elektroakustik im Studio Elektronische Musik.

Studio Elektronische Musik: Erotik in der elektroakustischen Musik

WDR 3 Open Sounds | 16.09.2017 | 49:04 Min.

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Erotik spielte seit den Anfängen der elektroakustischen Musik – zumal in Frankreich – eine explizite Rolle: Das berühmteste Stück der frühen Musique concrète, die Symphonie pour un homme seul von Pierre Schaeffer und Pierre Henry enthält einen Satz mit dem Titel Erotika, der u.a. lachende Frauenstimmen und glissandierende Jauchzer als erotisches Ausgangsmaterial nutzt.
Der bekennende Erotoman Luc Ferrari schmückte seine Plattencover mit Motiven leicht bekleideter Damen, bemühte sich aber auch um musiktheoretische Überlegungen zur Erotik in der Akusmatik. Ferrari nahm junge kichernde Mädchen auf, oder Frauen, die sich vor dem Mikrophon liebten – auch als politisches Statement.
Mit der satirischen Seite des Erotik-Genres befassten sich derweil Francis Dhomont und Michel Chion. Dem Urtrieb setzten Sie in ihren Werken eine gute Portion Alltag entgegen. Diskussionen ums Einkaufen inklusive.

Mit Ausschnitten u.a. aus:

Pierre Schaeffer & Pierre Henry
Symphonie pour un homme seul, Erotika

Luc Ferrari
musique promenade
Danses organiques

Francis Dhomont
mourir un peu, un certain embarquement

Michel Chion
Vingt-quatre Préludes à la vie 23, Le couple

Ivo Malec
Cantate pour elle
Triola ou Symphonie pour moi-même – nuda

Francois Bayle
Erosphère, tremblement de terre très doux

Christian Zanési
Profil –  Désir

Bernard Parmegiani
Etude Elastique

Alberto Sorbelli
Grand Duo

Pierre Henry
Machine Danse, Erotika

Autor: Reinhold Friedl
Redaktion: Frank Hilberg

Stand: 08.08.2017, 10:41