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Jetzt läuft: 1. Satz "Die Montagues und die Capulets" / Suite aus dem Ballett "Romeo und Julia", op. 64 von Prokofjew, Sergej

Stromlinie Reloaded [2] - 25.01.2020

Detailaufnahme eines Studio-Mischpults

Studio Elektronische Musik

Stromlinie Reloaded [2] - 25.01.2020

Unter Strom mit Christian Fennesz, Otomo Yoshihide & Radian

Stromlinie Reloaded [1]

Christian Fennesz

Christian Fennesz

Christian Fennesz

Der Begriff der Virtuosität wird üblicherweise mit Geschwindigkeit und Körperbeherrschung in Verbindung gebracht. Und sofern ein Laptop-Musiker bestenfalls die Fingerspitzen über sein Trackpad streifen lässt, ist man wenig geneigt, diesen Begriff auf ihn anzuwenden. Dennoch hat man Christian Fennesz wiederholt einen Virtuosen seines Instruments genannt, nicht nur weil er seine Materialien geschickt zu einem Klangwirbel flicht, sondern auch weil er punktgenau auf musikalische Situationen und Prozesse reagiert. Fennesz gehört einer jungen Generation an, deren Habitus der Popkultur entlehnt ist, deren Klangvorstellungen aber eindeutig in der experimentellen Avantgarde wurzeln. Das gilt auch dann, wenn er ein Stück Popmusik wie der Beach-Boys-Klassiker Don’t talk zum Gegenstand seiner musikalischen Streifzüge nimmt. Ein Porträt.

Christian Fenneszsz (1997)
Elektronische Komposition
Christian Fennesz, Laptop
Christian Fenneszblok m (1997)
Elektronische Komposition
Don’t talk
(Put your hand on my shoulder 1998) Elektronische Komposition
Christian Fennesz, Laptop
Christian FenneszMade In Hongkong (2001)
Elektronische Komposition
Christian Fennesz, Laptop
Christian FenneszCaecilia (2001)
Elektronische Komposition
Christian Fennesz, Laptop

Otomo Yoshihide

Otomo Yoshihide

Otomo Yoshihide

Mit Ensembles wie The Otomo Yoshihide New Jazz Quintet pflegt er abgehangenen Loungejazz, mit Bands wie Ground Zero aufgedrehten japanischen Punk. Aber Otomo Yoshihides vorrangiges Interesse gilt dem elektronischen Geräusch in all seinen Ausdehnungen: vom verhaltenen Knistern bis zum schmerzhaften Kreischen. Mit Vorliebe konfrontiert Otomo große Improvisationsensembles mit seinen Konzeptpartituren, was regelmäßig zu ausladenden Geräuschexzessen führt. In seinen liveelektronischen Soloarbeiten hingegen erweist Otomo sich als einfühlsamer Klangskulpteur, der auch den "small sounds" einen Platz in seinem weitläufigen musikalischen Universum zuweist. Ein Porträt.

Otomo YoshihideSolo – Live in Wels (1999)
Live-elektronische Improvisation
Otomo Yoshihide, Live-Elektronik
Otomo YoshihideAusschnitt
Modulation 1 (1999)
für Shô und Sinuston-Generator
Ishikawa Ko, Shô
Sachiko M., Sinustongenerator
Otomo YoshihideAusschnitt
Cathode 2 (1999)
Tonbandstück
für gesampelte Instrumentalklänge
Imahori Tsuneo, akustische Gitarre
Uta Kawasaki, Synthesizer
Eto Naoko, Klavier
Tanaka Yumiko, Futozao-shamisen
Kudo Miho, Violine
Yoshida Ami, Stimme
Kondo Yoshiaki, Tonband
Mochizuki Naoya, Violoncello
Kikuchi Masaaki, Kontrabass
Yamashita Toru, Pfeifen
Otomo YoshihideAnode 3 (2001)
Live-elektronische Improvisation
Yoshigaki Yasuhiro, Perkussion & Schlagzeug
Sugimoto Taku, Elektrische Gitarre
Takara Kumiko, Perkussion, Vibraphon & Pauke
Akiyama Tetsuji, Schallplattenspieler
Annette Krebs, Elektroakustische Gitarre
Uemura Masahiro, Perkussion & Schlagzeug
Otomo Yoshihide, Elektrische Gitarre
Itoken, Perkussion
Crotales & Schlagzeug
Sachiko M., Sinuswellen und Kontaktmikrophone
Furua Mari, Perkussion & Crotales
Ichiraku Yoshimitsu, Perkussion, Schlagzeug
Otomo YoshihideSolo – Live in Wels (1999)
Live-elektronische Improvisation
Otomo Yoshihide, Live-Elektronik

Radian

Radian

Radian

Ihrem Äußeren nach gleichen Radian einer Popband: Bass, Schlagzeug, Keyboard. Aber schon, dass Martin Brandlmayr während des Spielens seine Aufmerksamkeit weniger seinem Drumset als einem Computer widmet, überrascht. Radian entkernen die Popmusik mit den Mitteln der Elektronik und behalten nur noch eine Hülle. Vertraut wirkende Figuren – ein Groove oder ein Melodiefetzen –, treiben gelegentlich für Sekunden-Bruchteile an die Oberfläche der Musik, um dann wieder in einem Meer aus statischem Rauschen und schmerzvollem Fiepen zu verschwinden. Was Radian von vergleichbaren Elektronik-Projekten unterscheidet, ist ihr kammermusikalisches Zusammenspiel, die durchkomponierte Präzision ihrer Stücke und das Klang-Design, das stets kühl, elegant und ein wenig "loungig" ist.

RadianSPEKTR (2000)Martin Brandlmayr, Schlagzeug, Vibraphon & Elektronik
Stefan Németh, Synthesizer & Computer
John Norman, Bass
RadianCOTHERM (2000)Martin Brandlmayr, Schlagzeug, Vibraphon & Elektronik
Stefan Németh, Synthesizer & Computer
John Norman, Bass

Redaktion: Frank Hilberg
Moderation: Björn Gottstein