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Jetzt läuft: Coby Sey feat. Ben Vince, Momoko Gill - To von ENS: Coby Sey feat. Ben Vince, Momoko Gill
Alana Haim beim Coachella Festival 2018.

Dachau Blues? Strange Fruit? Die 150 größten jüdischen Popsongs

Was ist eigentlich ein jüdischer Popsong? Fragt die New Yorker Zeitschrift Forward und antwortet mit einer ebenso spektakulären wie spekulativen Liste: The 150 Greatest Jewish Popsongs. Eine Hitparade des Grauens – für Antisemit:innen.

Was ist eigentlich ein jüdischer Popsong? Da denken viele an Klezmer oder an „Hava Nagila“. Was wäre Pop ohne Jüdinnen & Juden? Warum eigentlich keine Liste mit christlichen Popsongs? Oder muslimischen? Komische Fragen, oder? Nein, das sind hochinteressante Fragen und sie werden auf ebenso interessante Art beantwortet mit einer aufsehenerregenden Liste der 150 größten jüdischen Popsongs, präsentiert auf der Website der New Yorker Zeitschrift Forward. Wer sich diese Liste anschaut und anhört, wird seine Vorstellungen von jüdischem Pop neu überdenken, wenn Songs, die wir schon tausend Mal gehört haben, plötzlich als jüdisch markiert werden.
„Dies ist keine Liste der besten jüdischen Künstler:innen oder jüdischen Lieder. Wir haben großartige Songs, die sich mit jüdischen Themen befassten, aber nicht von jüdischen Künstlern geschrieben wurden.“ Sagt Seth Rogovoy, Redakteur bei Forward und Initiator der Liste. Rund zwei Dutzend Autor:innen haben die 150 Songs ausgewählt und kommentiert, darunter auch Steven Lee Beeber, Autor eines Standardwerks über die jüdischen Wurzeln des Punk. Für ihn ist die Liste von Forward auch ein Versuch, sich die Definitionsmacht über das Jüdische zurückzuholen: „Als ich mein Buch über die jüdischen Ursprünge des Punks schrieb, wollte ich eine andere Version von Juden zeigen, als die allgemein akzeptierte. Es war nicht cool, jüdisch zu sein. Als ich aufwuchs, war es mir peinlich, jüdisch zu sein. Aber als ich erfuhr, dass Lou Reed, Joey Ramone und Jonathan Richman Juden waren und dass Dylan ein Protopunk in Lederjacke war – da wurde mir klar, wie falsch ich gelegen hatte. Jews were bad asses. Yet not assholes.

In Ex & Pop widmen Diviam Hoffmann und Klaus Walter den 150 Greatest Jewish Popsongs drei Sendungen. Heute zum Auftakt mit Haim und Billie Holiday, mit den Bangles und Suicide, mit David Bowie und Drake, mit üblichen Verdächtigen und seltsamen Überraschungen.

Dachau Blues? Strange Fruit? Die 150 größten jüdischen Popsongs

WDR 3 open: Ex & Pop 19.04.2022 57:38 Min. Verfügbar bis 20.04.2023 WDR 3 Von Diviam Hoffmann, Klaus Walter


White Christmas | 3:03               
Bing Crosby                                                  

Summer Girl | 3:52
Haim                                                

Walk on the wild side | 4:15
Lou Reed            

Eternal Flame | 3:55
The Bangles                                    

Station to Station | 10:18
David Bowie      

The World Is A Ghetto | 3:54     
War                     

Mambo Schevitz | 2:19
The Crows                        

Strange Fruit | 2:56
Billie Holiday    

Strange Fruit | 3:25       
Nina Simone     

Strange Fruit | 3:12
Josh White        

Strange Fruit | 7:43       
Jeff Buckley

Strange Fruit | 4:03       
Siouxsie and the Banshees         

Strange Fruit | 3:45       
Robert Wyatt    

Dachau Disney Disco | 5:15       
Suicide                               

Still Drake | 3:44      
Drake    

                              

Moderation: Diviam Hoffmann & Klaus Walter
Redaktion: Markus Heuger