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Der universelle Musikhandwerker - Warum der Komponist Paul Hindemith noch aktuell ist

Komponist Paul Hindemith dirigiert während einer Orchesterprobe

Der universelle Musikhandwerker - Warum der Komponist Paul Hindemith noch aktuell ist

Von Anja Renczikowski

Am Anfang, in den wilden 1920ern, erwirbt sich Paul Hindemith einen Ruf als musikalischer Bürgerschreck. Doch seine Neigung zum künstlerischen Rabaukentum beruhigt sich rasch, und er mutiert zu einem führenden Vertreter der gemäßigten Moderne.

Der universelle Musikhandwerker - Paul Hindemith

WDR 3 Musikporträt 13.05.2021 54:31 Min. Verfügbar bis 13.05.2022 WDR 3 Von Anja Renczikowski


Wie auch immer man zu ihm steht – einen Mangel an Vielseitigkeit kann man Hindemith jedenfalls nicht vorwerfen. Denn als Geiger, Bratscher, Klavierspieler oder Schlagzeuger hat Hindemith, eigener Aussage zufolge, die folgenden musikalischen Gebiete beackert: Kammermusik aller Art, Kino, Kaffeehaus, Tanzmusik, Operette, Jazz-Band und Militärmusik. Hinzu kommen noch sein Interesse an elektronischer Klangerzeugung sowie sein Talent als Musik-Organisator und als Pädagoge.

Als Mann mit Forschergeist, als Klangtüftler kann man ihn bezeichnen. Er selbst sah sich in erster Linie als Vollblutmusiker und vor allem als musikalischen Handwerker. Die Rolle eines  Genies, das niederschreibt, was die Inspiration ihm einflüstert, lehnte er ab. Stattdessen begab er sich forschend auf die Suche nach dem, was die Welt der Töne im Innersten zusammenhält. Die Suche nach der "Harmonie in allen Welt- und Lebensdingen“ trieb ihn um. Produktiv wie kaum ein Kollege, brachte er eine Fülle von Werken zu Papier, unter denen die Oper "Mathis der Maler“ besonders herausragt. Denn sie befasst sich auf besonders eindrucksvolle Weise die Frage nach Sinn des Künstlertums. Hindemiths hat sein Ziel,  Musik zu schreiben, die "echt und gut“ sein soll und "in der ein Mensch zu Menschen spricht“ , zweifellos erreicht. Umso mehr lohnt, kurz nach seinem 125. Geburtstag, die Beschäftigung mit ihm.

Ausstrahlung am 13. Mai 2021 um 15.04 Uhr
Von Anja Renczikowski
Redaktion: Werner Wittersheim
Produktion: WDR 2021

Stand: 04.05.2021, 13:32