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Viele Welten in einer - Musik als Ausdruck jüdischer Identität

Die Neue Synagoge am Stadtpark in Görlitz wird derzeit aufwendig saniert und soll Anfang Dezember als Europäisches Kulturzentrum wieder eröffnet werden.

Viele Welten in einer - Musik als Ausdruck jüdischer Identität

Von Nora Bauer

Die jüdische Grunderfahrung des Lebens in der Diaspora, die ständige Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur spiegelt sich auch in jüdischer Musik. Diese Pluralität ist einzigartig. Doch es stellt sich die Frage: Was ist jüdische Musik?

Viele Welten in einer - Musik als Ausdruck jüdischer Identität

WDR 3 Kulturfeature 01.01.2021 54:05 Min. Verfügbar bis 01.01.2022 WDR 3 Von Nora Bauer


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Die Definition jüdischer Musik scheint bis heute umstritten. Im 19. Jahrhundert war jüdische Musik jede Musik, die von einem jüdischen Komponisten komponiert wurde. Diese biologistische Haltung überdauerte die Nazi-Zeit. Dabei ist die jüdische Musiktradition viel älter und vielschichtiger. Der Musikwissenschaftler und Pianist Jascha Nemtsov hat 2013 den ersten europäischen Lehrstuhl für Geschichte der jüdischen Musik an der Weimarer Musikhochschule Franz Liszt übernommen. Er definiert sein Arbeitsgebiet als all die Werke umfassend, die sich mit musikalischen Mitteln mit der jüdischen Identität, also der Religion, Kultur und Volksgemeinschaft, auseinandersetzen. Das schließt die Musik aus der Synagoge genauso mit ein wie die Volksmusik Klezmer, aber auch die komponierte Musik früherer Jahrhunderte und der Gegenwart.

Zu Wort kommen neben Jascha Nemtsov die Komponisten Amir Shpilmann, Eres Holz und Jean Goldenbaum sowie Eliah Sakakushev-von Bismarck, geschäftsführender Direktor der Villa Seligmann, dem Haus für jüdische Musik in Hannover, u.a.

Ausstrahlung am 01. Januar 2021
Von Nora Bauer
Redaktion: Leslie Rosin
Produktion: WDR 2021

Stand: 21.12.2020, 10:13