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Das Unsagbare ist die Musik – Heinrich Schütz und der Klang der Worte

Heinrich Schütz (1585-1672), deutscher Komponist, in einem zeitgenössischen Gemälde, Leipzig, Universitätsbibliothek

Das Unsagbare ist die Musik – Heinrich Schütz und der Klang der Worte

Von Janko Hanushevsky

Wie kein anderer vor ihm hat der Komponist Heinrich Schütz die Wortbilder der deutschen Lutherbibel in Musik gefasst. Sein Gesamtwerk wurde jetzt zusammen mit dem Dresdner Kammerchor eingespielt und aufgeführt. Doch man muss lernen ihn zu hören.

Das Musikporträt steht nach der Sendung befristet zum Download zur Verfügung.

Das Unsagbare ist die Musik - Heinrich Schütz und der Klang der Worte

WDR 3 Kulturfeature 13.04.2020 54:04 Min. Verfügbar bis 13.04.2021 WDR 3 Von Janko Hanushevsky

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"Heinrich Schütz ist eine Jahrhundert-Figur im wortwörtlichen Sinne, an ihm kann man studieren, wie ein Epochenwandel sich vollzieht", sagt der Musikwissenschaftler Dr. Oliver Geisler. Das Werk des mitteldeutschen Komponisten Heinrich Schütz (1585 – 1672) spannt einen Bogen von Renaissance zu Barock und ist geprägt vom Trauma des Dreißigjährigen Kriegs. Seine Karriere beginnt mit überbordenden venezianischen Madrigalen. Am Vorabend des Krieges komponiert Schütz in Dresden prunkvolle Musik für bis zu vier Chöre. Später schreibt er nur noch für einen Sopran mit Orgelpositiv, weil es keine Musiker mehr gibt. Sein reduziert-minimalistisches Spätwerk schließlich ist ein Wurf in die Moderne. In seiner Musik spiegeln sich sein Leben und die Zeit, und doch bleibt Schütz in allen Schaffensphasen seinem künstlerischen Credo verpflichtet: Das Wort in Klang zu verwandeln.

"Wir finden in dieser Musik zum einen das Unsagbare, das nur durch die Musik und nicht durch die Worte  ausgedrückt werden kann", sagt Hans-Christoph Rademann, Leiter des Dresdner Kammerchors. "Zum anderen: die sehr präzise Umsetzung der Worte."  Wie kein anderer vor ihm hat Heinrich Schütz die Wortbilder der deutschen Lutherbibel in Musik gefasst. "Er war ein Leuchtturm in seiner Zeit, dann kam Bach und hat alle überstrahlt." 10 Jahre lang hat Rademann das Gesamtwerk von Heinrich Schütz mit dem Dresdner Kammerchor eingespielt und aufgeführt. "Man muss Heinrich Schütz hören lernen. Wer sich aber darauf einlässt, dem öffnet sich tatsächlich eine neue Welt."

Von Janko Hanushevsky
Redaktion: Dorothea Runge

Produktion: WDR 2020

Stand: 08.04.2020, 12:28