Füchse in Latzhosen. Fix und Foxi in Oberhausen

Füchse in Latzhosen. Fix und Foxi in Oberhausen

Vor 65 Jahren kamen "Fix und Foxi" als Konkurrenz zu Micky Maus in deutsche Kioske. Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen widmet den Comic-Füchsen nun zum Jubiläum eine eigene Schau.

Von Thomas Köster

Fix und Foxi. Ludwiggalerie Schloss Oberausen 2018 (Ausstellungsansicht)

Vor zwei Jahren verwandelte sich die Ludwiggalerie Oberhausen ein wenig in Disneys Entenhausen. Nach Donald Duck und Micky Maus sind dort nun die Fuchszwillinge Fix und Foxi mit ihren Verwandten und Freunden aus dem idyllischen Fuxhausen zu Gast.

Vor zwei Jahren verwandelte sich die Ludwiggalerie Oberhausen ein wenig in Disneys Entenhausen. Nach Donald Duck und Micky Maus sind dort nun die Fuchszwillinge Fix und Foxi mit ihren Verwandten und Freunden aus dem idyllischen Fuxhausen zu Gast.

Versammelt sind über 200 originale Zeichnungen sowie Entwürfe, Dokumente, zeitgenössische Hefte, kurze Filme und Merchandising-Produkte, die den ganzen Kosmos von Kaukas Universum widerspiegeln.

Im Zentrum stehen dabei zweifellos Fix und Foxi, die im Oktober 1953 als Nebenfiguren in Kaukas Zeitschrift "Till Eulenspiegel" erschienen. Schon bald avancierten sie zu Publikumslieblingen und gaben dem Magazin ihren Namen.

"Freitag ist Freutag, ist Fix & Foxi-Tag", lautete der Werbeslogan, der viele der heute 40- bis 50-Jährigen gegen Ende der Woche in die Kioske lockte. Auch wenn Kaukas Comics eher harmloser und oberflächlicher als die des Konkurrenten Walt Disney daherkamen.

Auf eine Auflage von bis zu 400.000 Exemplaren brachte es "Fix und Foxi" in seiner Glanzzeit. Insgesamt wurden 750 Millionen Hefte verkauft, nicht nur in Deutschland. Darüber hinaus gab es Sonderhefte, Taschenbücher und Paperbacks - ganz so wie bei Donald Duck und Micky Maus.

War Rolf Kauka also ein "deutscher Disney", wie der Untertitel der Schau suggeriert? Tatsächlich verbindet die beiden viel. So hat Kauka wie Disney nie Comics gezeichnet. Und wie dieser hat er es geschafft, seinen Namen mit Hilfe anonym bleibender Zeichner zur Comic-Marke zu formen.

Stark an der Ausstellung ist vor allem, dass sie aufzeigt, dass sich Kaukas Wirken keineswegs auf Fix und Foxi beschränkte. Vielmehr porträtiert die Schau den Verleger als umtriebigen Unternehmer mit viel Gespür für die Trends der Zeit.

Ein Verdienst Kaukas ist es, über Lizenzausgaben zahlreiche Comic-Klassiker vor allem des franko-belgischen Raums in Deutschland bekannt gemacht zu haben, darunter die Schlümpfe, Spirou und Fantasio, Gaston oder Benni Bärenstark. Auch das ist in Oberhausen zu sehen.

Viele dieser Ankäufe wurden gemeinsam mit Eigenproduktionen von 1971 bis 1974 in Kaukas Magazin "Primo" abgedruckt und zielten eher auf Jugendliche bzw. Erwachsene. Wie die Piratenserie "Capitan Terror", die der Kauka-Redakteur und spätere Geschäftsführer Peter Wiechmann initiierte.

Erfolgreicher als "Primo" war Rolf Kaukas Vorschul-Comicreihe "Bussi Bär" samt Hund Bello Blue, die noch heute in zehn Sprachen erscheint. Inzwischen ist sie wie viele Comics auf dem Markt eingeschweißt und mit einem Gimmick versehen. Auch dies ein Weg der Vermarktung, den Kauka geebnet hat.

Verschwiegen wird aber auch nicht, dass Kauka in der Comicszene durchaus nicht unumstritten war. Die Lizenz für Asterix zum Beispiel wurde ihm wieder entzogen, weil er im geteilten Deutschland daraus als "Siggi und Babarras" eine sehr eindimensionale und flachwitzige Polit-Geschichte machte.

2010 wurde "Fix und Foxi" eingestellt. Eigens für die Ausstellung in der Ludwiggalerie hat der letzte Fuchs-Zeichner Bone Buddrus einen neuen Comic kreiert, der auch auf der Rückseite des reich bebilderten Katalogs abgedruckt ist.

"Fix und Foxi. Rolf Kauka, der deutsche Walt Disney, und seine Kultfüchse" ist noch bis zum 9. September 2018 in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen.

Freche Füchse - "Fix und Foxi" in Oberhausen

WDR 3 Mosaik | 13.06.2018 | 07:49 Min.

Download

Stand: 13.06.2018, 10:54