Goethe - Römischer Karneval

Goethe-Gemälde von Tischbein

Goethe - Römischer Karneval

Er ist 37, Minister und Dichter, und er nimmt sich Urlaub vom Arbeitsleben. Sein Fürst bezahlt die Auszeit. Zwei Jahre lang reist Goethe durch Italien, bestaunt die Bauwerke der Antike und beobachtet das bunte Leben. Zum Beispiel den Karneval in Rom.

Ausstrahlung:
Lesezeichen vom 21. bis 25. Juni 2021, 14.45 bis 15.00 Uhr.

Lesung am 26. Juni 2021, 16.04 bis 17.00 Uhr.

Die Lesung steht nach der Sendung am Samstag jeweils für 7 Tage zum Nachhören zur Verfügung.

Am 3. September 1786 reist Johann Wolfgang von Goethe, Minister am Hofe des Herzogs Carl August in Weimar und Dichter, in der Nacht heimlich aus der Sommerfrische ab, die er mit Freunden und Bekannten in Karlsbad verbracht hat. Niemand weiß in diesem Moment, dass er nach Italien möchte. Weder sein Fürst, noch Charlotte von Stein, zu der er eine innige Beziehung hat, noch das befreundete Ehepaar Herder.

Als ein "neuer Mensch" will der Dichter zurückkommen, wie er an seine Mutter schreibt, und er wird sich für die persönliche Entwicklung in Italien zwei Jahre Zeit lassen. Seine Reiseroute führt ihn über Bozen und Venedig, Bologna, Florenz und Rom bis in den Süden Siziliens und nach Rom zurück.

Die Baudenkmäler der Antike faszinieren Goethe, die Villen Palladios, aber auch das bunte Treiben auf den Straßen und Plätzen, das sich im hellen Sonnenlicht ganz anders entfalten kann als im trüben nebelverhangenen Norden, aus dem er kommt. Nach seiner Rückkehr aus Sizilien verbringt Goethe noch einmal zehn Monate in Rom und erlebt dort 1788 wieder den Karneval.

Jahrzehnte später wird er aus seinen Reisenotizen die "Italienische Reise" formulieren und aufschreiben, welche Tollheit er auf der Via del Corso in Roms Altstadt während des Karnevals erlebt hat.

Regie: Claudia Leist
Sprecher: Jona Mues
Redaktion: Stefanie Laaser/Imke Wallefeld

Stand: 18.06.2021, 07:18