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Berge des Wahnsinns - Der Horrorschriftsteller H.P. Lovecraft

H. P. Lovecraft

Berge des Wahnsinns - Der Horrorschriftsteller H.P. Lovecraft

Von Kurt Darsow

Zum Wahnsinn hat ihm nicht viel gefehlt. Beide Eltern endeten im Irrenhaus. Diesen biographischen Schatten verarbeitete der 1890 geborene Howard Phillips Lovecraft in seinen Horrorgeschichten. Vom menschenscheuen Nervenbündel hat er es zu einer Ikone der Popkultur gebracht.

Das Feature steht nach der Sendung befristet zum Nachhören zur Verfügung.

Buchcover: "Das Werk" von H. P. Lovecraft

In der Nachfolge Edgar Alan Poes hat er die Nachtseite der menschlichen Seele erforscht und den Einbruch dunkler Mächte in den bürgerlichen Lebensalltag beschrieben. In vierzig Kurzgeschichten und zwölf umfangreicheren Erzählungen geht der amerikanische Horrorklassiker dem Gefühl des Grauens nach. Immer wieder kommt er dabei auf die Abgründe der Zeit zurück, die sich umso nachdrücklicher in Erinnerung rufen, je weiter sie zurückliegen. Was da in ekelhafter Verzerrung aus den Gräbern hervorkriecht und aus dem Weltall hereinbricht, ist zugleich ein visionärer Vorgriff auf die Zukunft.
In utopischen Schreckensbildern nimmt H. P. Lovecraft mit diesen Wiedergängern aus grauer Vorzeit die moderne Maschinenwelt und ihre biopolitischen Verwerfungen vorweg.

H. P. Lovecraft (Herausgegeben von Leslie Klinger):
Das Werk. Große kommentierte Ausgabe.
Gebunden, 912 Seiten, Fischer Verlage 2017, 78,00 Euro

Ausstrahlung am 15. August 2020, Wiederholung am 16. August 2020
Von Kurt Darsow
Regie: Matthias Kapohl
Redaktion: Leslie Rosin
Produktion: WDR 2015

Stand: 12.08.2020, 09:52