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Der sanfte Provokateur - Ein Porträt des ungarischen Schriftstellers György Konrád

Schwarz-weiß Bild de ungarischen Schriftstellers György Konrád.

Der sanfte Provokateur - Ein Porträt des ungarischen Schriftstellers György Konrád

Von Jürgen Werth

Der 1933 geborene ungarische Schriftsteller György Konrád hat als Kind den Holocaust glücklich überlebt. Erstaunlich früh schon setzte er sich als Intellektueller dafür ein, die Teilung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg in Frage zu stellen. Am 13. September 2019 ist er gestorben.

Das Feature steht nach der Sendung bis zum 29. September 2019 zum Nachhören zur Verfügung.

Als "sanfter Provokateur" galt er, als "unbequemer Querdenker": Der ungarische Schriftsteller György Konrád. 1944 ging der Elfjährige, Sohn eines jüdischen Händlers, nach Budapest. So überlebte er. Fast alle Kinder aus Debrecen, der Kleinstadt, in der er geboren wurde, sind in Auschwitz ermordet worden.

Nach 1956 war der Sozialarbeiter Konrád noch ein eher loyaler Oppositioneller. In den Siebzigern erfand er den Begriff "Mitteleuropa" als Kampfbegriff gegen den Nationalismus von gestern. Die ungarischen Behörden provozierte der Essayist und Roman-Autor, der sich "Futurist" nannte, durch seine Kritik an den in Jalta festgeschriebenen Konturen Europas. Ergebnis: Berufsverbot und Gefängnis. Bis zur Wende durften seine Schriften in Ungarn nicht erscheinen.

Seinen ersten Roman "Der Besucher" veröffentlichte György Konrád 1969. Danach folgten viele weitere, auch zahlreiche Essaybände. Anfang der 90er Jahre war Konrad Präsident des internationalen Schriftstellerverbandes P.E.N. und von 1997 bis 2003 Präsident der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg.

Am 13. September ist György Konrád in Budapest nach langer Krankheit gestorben. In dem Porträt von Jürgen Werth, das anlässlich der Karlspreisverleihung an Konrád entstanden ist,  kommen der Schriftsteller György Dalos und sein Übersetzer Hans-Henning Paetzke als wichtige Weggefährten zu Wort.

Ausstrahlung am 22. September 2019
Von Jürgen Werth
Redaktion: Imke Wallefeld
Produktion: WDR 2001

Stand: 20.09.2019, 09:38