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Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Grafik zeigt Pillen, die in den Kopf eines Mannes fallen / verschiedene bunte Pillen

Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

Von Martin Hubert

Die Geschichte der Psychopharmaka ist eng verbunden mit der Geschichte der Psychiatrie. Schizophrenie, Angstzustände, Depression versprachen Pharmafirmen einst mit Medikamenten zu heilen und Ärzte verschrieben sie. Doch jetzt kündigt sich ein Kulturwandel an.

Das Feature steht nach der Sendung befristet zum Download zur Verfügung.

Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

WDR 3 Kulturfeature | 26.01.2019 | 50:07 Min.

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Mann sitzt an Tisch mit aufgestützten Armen und vor ihm ein umgefallenes Fläschchen mit Tabletten

Zuerst erstellt der Psychiater eine Diagnose. Dann verordnet er Psychopharmaka, die den Geist herunter regulieren oder stimulieren. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass eine zusätzliche Psychotherapie sinnlos sei, wenn der Patient seine Medikamente nicht längerfristig einnimmt. Das ist Standard in der psychiatrischen Behandlung von Psychosen und anderen schweren psychischen Leiden. Lange hat die Pharmaindustrie davon profitiert. Doch inzwischen nagen wissenschaftliche Studien am Fundament der Standardtherapie. Weil keine besseren chemischen Substanzen in Sicht sind, haben sich wichtige Pharmafirmen aus Forschung und Vermarktung verabschiedet. Mit Milliardengeldern der EU sollen sie zurück ins Boot geholt werden und neue Studiendesigns werden entworfen. Können die dafür sorgen, dass Psychopharmaka Menschen nicht nur zudröhnen, sondern ihnen langfristig helfen? Oder ist ein grundsätzlich anderer Umgang mit Medikamenten nötig: Verzicht oder schnellst mögliches Ausschleichen und empathische Begleitung?

Ausstrahlung am 26. Januar 2019, Wiederholung am 27. Januar 2019
Von: Martin Hubert
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion WDR 2017

Stand: 03.01.2019, 10:39