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Eine Bibliotheksreise: Von Adelsheim bis Zossen

Treppenhaus der Stadtbibliothek Stuttgart

Eine Bibliotheksreise: Von Adelsheim bis Zossen

Von Manuela Reichart

In deutschen Büchereien muss fast überall der Mangel verwaltet werden, weil die finanzielle Ausstattung oft knapp bemessen ist. Dabei sind die Lesesäle voll, und viele nutzen sie als Arbeits- oder Wohnzimmer.

Eine Bibliotheksreise: Von Adelsheim bis Zossen

WDR 3 Kulturfeature 21.03.2020 54:16 Min. Verfügbar bis 28.03.2021 WDR 3 Von Reichart, Manuela

Es wird weniger gelesen im Land, digitale Medien lösen Bücher oft ab. Wie ist also die Lage der öffentlichen Bibliotheken im Land? Herrscht Trostlosigkeit? Sind Bibliotheken nur noch sterile Servicestationen?

Stadtbücherei St. Walburga in Overath

Eine Reise quer durch die Republik – von Adelsheim bis nach Zossen - ergibt ein anderes, hoffnungsfrohes Bild: Die Bibliotheken haben sich geändert, keine Spur mehr von strenger Stille und Bücherstaub. Heute steht der Kaffee- neben dem Ohrstöpselautomaten, Mitspielkrimis für Jugendliche und kostenfreies WLAN werden angeboten. Und nie waren sie so gut besucht, nie waren Bibliothekare so phantasievoll und rührig, nie waren sie so wichtig wie heute, denn im Wohnzimmer Deutschlands treffen sich in friedlicher Koexistenz junge Kopftuchträgerinnen und ältere Zeitungsleser, Flüchtlinge, die mühsam die ersten deutschen Wörter buchstabieren und Abiturienten, die hier für die Abschlussklausur büffeln.

Zwei geflüchtete Jugendliche in der Stadtbibliothek Heilbronn

Man muss hier nichts bezahlen, man muss nichts wollen, nichts konsumieren: In den deutschen Stadtbibliotheken gibt es die besten –auch digitalen - Arbeitsplätze, die aktuellsten Bücher, die interessantesten Kontakte. Man kann Musikinstrumente, Spiele, DVDs, Hörbücher ausleihen, einen "Makerspace" und Sonic Chairs benutzen: in Berlin am Leopoldplatz mitten im armen Wedding genauso wie im neuen Europaviertel in Stuttgart, wo 2011 die modernste öffentliche Bibliothek Europas eröffnet wurde.

"Bibliothek muss immer nützlich sein", betont die Leiterin der Hamburger Bücherhallen und fügt hinzu "auch wenn man ein Image hat, das eher ehrpusselig ist, aber damit können wir inzwischen ganz gut leben."

Literatur- und Lernwelt in der Zentralbibliothek der Stadt Köln am Josef-Haubrich-Hof

Dass sie sonntags ihre Häuser geschlossen halten müssen, das ärgert allerdings nicht nur die Bibliotheksleiterinnen der Republik nachhaltig.

Ausstrahlung am 21. März 2020, Wiederholung am 22. März 2020
Feature von Manuela Reichart
Redaktion: Imke Wallefeld
Produktion: WDR 2017

Stand: 21.03.2020, 08:48