WDR Sinfonieorchester: Jupiter

WDR Sinfonieorchester: Jupiter

Scheinbar heiter: Eingerahmt von einer frühen und einer späten Mozart-Sinfonie liegt Strauss‘ erstaunlich heiteres Oboenkonzert - es hat einen abenteuerlichen Hintergrund.

Manuel Bilz

Manuel Bilz, Solo

1945 kommen die amerikanischen Besatzungstruppen an Strauss‘ Wohnsitz in Garmisch an. Sie bitten den Komponisten um Autogramme und zeigen sich „äußerst liebenswürdig und wohlwollend“.Sie erklären seine Villa „off limits“ und schützen sie damit vor Plünderung und Vandalismus. Unter den Soldaten ist der damals 24jährige Chicagoer Oboist John de Lancie, der Strauss fragt, ob er je über die Komposition eines Oboenkonzerts nachgedacht habe. „Nein“, antwortet der Meister und macht sich an die Schaffung eines solchen. Während der Arbeit übersiedelt Strauss in die Schweiz und stellt das Konzert im Oktober 1945 fertig. Im Februar 1946 kommt es zur Uraufführung. Beinahe hätte Strauss das Konzert nur von der letzten Reihe des Saales aus verfolgen können. Glücklicherweise hat eine Zuhörerin aus der ersten Reihe ihren Platz mit seinem getauscht.

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie g-Moll, KV 183

Richard Strauss
Konzert D-Dur für Oboe und kleines Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie C-Dur, KV 551 "Jupiter"

Manuel Bilz, Oboe; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Constantinos Carydis

Aufnahme vom 8. Juni 2018 aus der Stadthalle Viersen

Moderation: Claudia Belemann
Redaktion: Werner Wittersheim