WDR Sinfonieorchester Kammerkonzerte: Schilflieder

WDR Sinfonieorchester Kammerkonzerte: Schilflieder

Musikalische Liebeslyrik oder Klänge nach Walgesängen – in diesem Kammerkonzert der Mitglieder des WDR Sinfonieorchesters steht Natursymbolik im Mittelpunkt.

Manuel Bilz

Manuel Bilz, Solo

Unerwiderte Liebe ist für den Liebenden schwer zu ertragen, auf die Sehnsucht folgt die Melancholie. Diese kann aber, in die richtigen Worte und Töne gefasst, wunderschön klingen. Zum Beispiel, wenn August Klughardt die spätromantische Natursymbolik in den „Schilfliedern“ von Nikolaus Lenau in Töne fasst. Viel konkreter nähert sich dagegen George Crump dem Naturthema: Die Inspiration zu seinem Instrumentalstück „Vox Balaenae“ waren Aufnahmen von Buckelwal-Gesängen, die er 1969 erstmals auf einer Tonbandaufnahme hörte. Er lässt eine elektrische Flöte, ein elektrisches Cello und ein Klavier die Töne der Wale nachbilden. Dabei gibt es für die Spieler noch eine Besonderheit: Sie sollen während der gesamten Aufführung eine schwarze Halb-Maske tragen, um das Gefühl einer menschlichen Projektion zu verwischen und die Naturkräfte zu symbolisieren.

Carl Philipp Emanuel Bach
Sonate d-Moll für Flöte, Oboe und Basso continuo

August Klughardt
5 Schilflieder nach Nikolaus Lenau, op. 28 für Oboe, Viola und Klavier

George Crumb
Vox Balaenae für Flöte, Violoncello und Klavier

Carl Philipp Emanuel Bach
Quartett G-Dur für obligates Cembalo, Flöte und Viola

Michael Faust, Flöte; Manuel Bilz, Oboe; Junichiro Murakami, Viola; Simon Deffner, Violoncello; Sheila Arnold, Hammerflügel und Klavier

Aufnahme vom 6. Mai 2018 aus dem WDR Funkhaus Köln

Moderation: Ulrike Froleyks
Redaktion: Michael Breugst