Witten 2019 - Dialog. Porträt

Witten 2019 - Dialog. Porträt

Ondřej Adámek steht 2019 im Fokus des Wittener Festivals. Mit Martina Seeber spricht er über sich und seine Arbeit. Dazu werden zwei seiner Stücke gespielt, die von ostasiatischer Schreib- und Theaterkunst inspiriert sind.

Ondřej Adámek

Die Kammerszene "Imademo“ umreißt in drei Sätzen den Klangkosmos des tschechischen Komponisten. Den Ausgangspunkt bilden hier sprachliche und kalligrafische Gesten. Die Musik entfaltet sich aus dem Geräusch des Schreibens, bewegt sich zwischen schneller Deklamation und intimem Wispern. Szenisches spielt auch in dem Stück "Chamber Noîse“ eine wichtige Rolle. Das Duo für Violoncello und Kontrabass zeigt Einflüsse der japanischen Theaterformen Nô und Bunraku. Die beiden Musiker nehmen durch ihre Körpersprache die musikalischen Ereignisse vorweg. Ihre konzentrierte Energie ähnelt jener der Sumo-Ringer. Sie müssen nicht nur spielen und szenisch agieren, sondern auch singen – auf Japanisch und Französisch und mit halber Stimme.

Ondřej Adámek
"Imademo" (2009-10) für Stimme, Viola und Keyboard

Ondřej Adámek
"Chamber Noîse" (2010) Duo for Violoncello und Kontrabass

Ondřej Adámek im Gespräch mit Martina Seeber
Shigeko Hata, Sopran
Karen Lorenz, Viola
Ernst Surberg, Keyboard
Eva Böcker, Violinoncello
Paul Cannon, Kontrabass

Aufnahme aus dem Märkischen Museum, Witten

Moderation: Martina Seeber
Redaktion: Harry Vogt