Live: Witten 2017 [4] Geometrische Pfade

 Ensemble Modern

Live: Witten 2017 [4] Geometrische Pfade

Im vierten Konzert der Wittener Tage für Neue Kammermusik spielt der Raum eine wichtige Rolle: die Aula der Blote-Vogel-Schule, die in neuen Werken von Rand Steiger, Milica Djordjević und Martin Grütter ausgeleuchtet wird.

Eine ausgefeilte Raumklang-Disposition prägt das Werk von Rand Steiger. Raumklangeffekte, die der Amerikaner üblicherweise mit Hilfe der Elektronik erreicht, werden hier durch Positionierung der Streicher im Saal und um das Publikum herum erzeugt. Dabei sendet der im Zentrum stehende Primarius "Provokationen" aus, die von den übrigen Musikern aufgegriffen und transformiert werden. Milica Djordjević verbindet zwei selbstständige Streichquartette zum Doppelquartett. Dabei agieren die beiden Formationen vis-à-vis im Raum, spielen einander in wechselnden Zweier- und Viererbeziehungen die Bälle zu. Martin Grütter befasst sich mit Fernwirkungen; er postiert die lautesten Instrumente in der Ferne, die leiseren näher, kombiniert diffuse und klar lokalisierbare Klänge. Auf diese Weise werden Hierarchie und Wirkungsmacht der Instrumente gezielt untergraben oder in Schieflage gebracht.

Milica Djordjevic
Neues Werk für Doppelquartett, Uraufführung

Rand Steiger
Undone for spatial string octet, Uraufführung

Martin Grütter
Die Häutung des Himmels für 7 Instrumente, Uraufführung

Arditti String Quartet; JACK Quartet; Ensemble Modern, Leitung: Brad Lubman

Live aus der Blote-Vogel-Schule

Redaktion: Harry Vogt