Wassermusiken

Das Prager Ensemble "Collegium Marianum"

Tage Alter Musik Herne 2021 - Zurück zur Natur!

Wassermusiken

Von den vier Elementen Wasser, Feuer, Luft und Erde ist das Wasser mit Abstand am häufigsten in Musik "übersetzt“ worden, vor allem im Barockzeitalter.

Einer repräsentativen Lustfahrt, die König Georg I. von England am Abend des 17. Juli 1717 auf der Themse unternahm, verdanken wir die berühmteste aller "Wassermusiken": jene umfangreiche Folge teils prachtvoller, teils charmant-kecker Instrumentalsätze von Georg Friedrich Händel, die als unterhaltsame Begleitmusik der königlichen Bootspartie von einer separaten Barke aus erklangen und danach rasch auch auf den Orchesterpulten Londoner Theater und Konzertsäle landeten. Ebenso sprudelnd und mitunter auch stürmisch präsentieren sich die Werke von Händels Kollegen jenseits des Kanals, die das grandiose Collegium Marianum aus Prag der Londoner "Water Music" an die Seite stellt. Da porträtiert Antonio Vivaldi aus dem fernen Venedig die Pariser Seine; da bringen die Hofkomponisten Ludwigs XIV. die Wasserspiele von Versailles zum Klingen, lassen aber auch das Schiff eines mythischen Helden samt Mannschaft im Seesturm mit instrumentalem Getöse zerschellen. Der mit allen musikalischen Wassern gewaschene Georg Philipp Telemann steuert zum Thema liebliche Flöten- und Lautentöne über anmutige Quellnymphen bei, aber auch ein veritables Froschkonzert.

Programmmusiken des 18. Jahrhunderts über Schönheiten und Schrecken des nassen Elements von Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann, Michel-Richard de Lalande, Marin Marais und Georg Friedrich Händel

Collegium Marianum
Leitung und Traversflöte: Jana Semerádová

Aufnahme vom 13. November bei den Tagen Alter Musik in Herne 2021 aus der Kreuzkirche in Herne

Redaktion: Richard Lorbeer

Stand: 23.08.2021, 15:34