Tage Alter Musik in Herne 2019: Poesie aus der Kürbishütte

Hathor Consort

Tage Alter Musik in Herne 2019: Poesie aus der Kürbishütte

Dorothee Mields und das Hathor Consort tauchen in das Rankengewirr einer Kürbishütte ein, in der die deutschsprachige Lyrik im 17. Jahrhundert ihre Geburtsstunde erlebte.

Einen sehr skurrilen Geburtsort hat sich die deutsche Literatursprache im 17. Jahrhundert erwählt: Die „Kürbishütte“ des Domorganisten zu Königsberg, Heinrich Albert. Es handelte sich um eine von Kürbispflanzen überrankten Gartenlaube. Dort traf sich ab 1636 eine Runde von Freunden, die als „Königsberger Dichterkreis“ in die Literaturgeschichte eingehen sollten. Sie tauschten sich über Poesie und Musik aus, trugen eigene Werke vor und ritzten sie in die Kürbisse. Treibende Kraft war Preußens bekanntester Dichter Simon Dach, ein prominenter Gast Martin Opitz, der zum Schöpfer einer neuen hochdeutschen Dichtersprache wurde. Heinrich Albert hat einiges von der Kürbishütten-Lyrik vertont – ein ideales Repertoire für Dorothee Mields und das Hathor Consort.

Arien, Canzonetten und Instrumentalmusik des 17. Jahrhunderts von Heinrich Albert, Johann Theile, Johann Philipp Krieger, Franz Tunder, Nicolaus Bruhns, Johann Hermann Schein und Samuel Scheidt.

Dorothee Mields / Sopran
Hathor Consort
Romina Lischka / Viola da gamba, Leitung

Mitschnitt vom 16. November 2019 aus der Kreuzkirch Herne

Moderation: Helga Heyder-Späth
Redaktion: Richard Lorber