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Tage Alter Musik in Herne 2018: Todsünden – Faulheit

Pino de Vittorio

Tage Alter Musik in Herne 2018: Todsünden – Faulheit

„Dolce far niente“! Pino de Vittorio und das Laboratorio ’600 entführen ihr Publikum in die Parallelwelt der Neapolitanischen Lazzari und ihrer Musik.

„Lazzari“ oder „Lazzaroni“ nannte man vom 17. bis zum 19. Jahrhundert eine Bevölkerungsgruppe aus der Unterschicht Neapels, die weder feste Wohnungen noch Arbeit hatte. Sie hielten sich mit Gelegenheitsjobs und Kleinkriminalität über Wasser, verbrachten den Tag aber meistens mehr oder weniger müßig in der Sonne liegend. Ihre Zahl wurde auf bis zu 60.000 geschätzt. Sie bildeten eine Gesellschaft in der Gesellschaft, hatten sogar einen eigenen König. Unzählige historische Reiseberichte zeigen, wie präsent die Lazzari in Neapel waren und wie sie gerade Nordeuropäer faszinierten. Die Lazzari hatten auch ihre eigene Musik: voller Rohheit und politischer Wut, aber auch voller Melos und Poesie.

Anonymus
Boccuccia de no pierzeco apreturo / Li sarracini adorano lo sole / In galera li panattieri / Capona-Castagnetta / Saione / Passacaglia del lamento di Marinetta, moglie di Masaniello / Canzone a morto / Passio Nostri Signuri / Canzone araba

Niccolò Grillo
Lo matremmonio

Anonymus
Li cinque passi / Xaccara calabrese, napoletana, spagnola / Tarantella / O veni sonne di la Muntagnella / Te Deum de´ calabresi / Tarantella infuocata / Cicerenella

Pino de Vittorio, Gesang; Laboratorio ´600, Theorbe und Leitung: Franco Pavan

Aufnahme vom 10. November 2018 aus der Künstlerzeche Unser Fritz, Herne


Redaktion: Richard Lorber