Programmänderung: Krzysztof Penderecki - Leiden und Tod unseres Herrn Jesu Christi nach Lukas

Der Komponist Krzysztof Penderecki

Programmänderung: Krzysztof Penderecki - Leiden und Tod unseres Herrn Jesu Christi nach Lukas

Genau heute vor 54 Jahren erklang im St.-Paulus-Dom zu Münster die Lukas-Passion des damals 32-jährigen Krzysztof Penderecki, beauftragt vom WDR. Ein epochales Werk, das mit emotionaler Wucht  Musik- wie Zeitgeschichte schrieb.

Das Konzert steht am Tag nach der Sendung für 30 Tage zum Nachhören bereit.

Aus Anlass des Todes von Krzysztof Penderecki ändert WDR 3 sein Programm und sendet den Mitschnitt der Uraufführung der Lukas-Passion am 30. März 1966 aus dem Dom in Münster.

Ich glaube, es wird meine bisher wesentlichste Komposition werden“, schrieb der damals 32-jährige Penderecki an den WDR – und er sollte Recht behalten. Die Uraufführung mit polnischen Gesangssolisten und Dirigenten wurde von Anfang an als ein politisches Zeichen zur deutsch-polnischen Verständigung und Aussöhnung verstanden. Zugleich sollte sich die Lukas-Passion als eine der ganz großen Kompositionen des 20. Jahrhunderts erweisen, die bis in das Tonmaterial B-A-C-H hinein eine Verbeugung vor den meisterlichen Passionen Johann Sebastians Bachs darstellt. Die musikalische Vielfalt des rund 80-minütigen Werkes ist erstaunlich. Geräuschfelder stehen neben mittelalterlich anmutenden Chorpassagen, chromatische Cluster wechseln sich mit konventionellen Harmonien ab, auf meditative Versenkungen folgen hochexpressive Schmerzenspassagen bis zum versöhnenden Schluss in strahlendem Dur. Der Kraft der Musik konnte sich am 30. März 1966 im Dom von Münster kaum jemand entziehen.

Moderation: Ulrike Froleyks
Redaktion: Martin Bürkl