Romanischer Sommer Köln: Lamento-Projekt & Heiliges Feuer

Der schweizer Klarinettist und Komponist Claudio Puntin

Romanischer Sommer Köln: Lamento-Projekt & Heiliges Feuer

Wehklage und Teufelsaustreibung: Der Komponist und Klarinettist Claudio Puntin und der Experte für Alte Musik Björn Schmelzer beleuchten christliche Rituale neu.

"Das Lamento-Projekt“ und „Das Feuer des Heiligen Antonius“ – so hießen zwei Konzerte im Rahmen des Kölner Festivals „Romanischer Sommer“. Komponist Claudio Puntin hat sich mit der Tradition des Klageliedes, des Lamentos, auseinandergesetzt. Und der Belgier Björn Schmelzer hat sich bei seiner Programmgestaltung vom Heiligen Antonius inspirieren lassen. Der Begründer des christlichen Mönchtums lebte im 4. Jahrhundert und verbrachte den Großteil seines Lebens als Einsiedler. Sein Kampf gegen die Dämonen der Versuchung ist ein immer wiederkehrendes Motiv in der Kunstgeschichte. Als Antoniusfeuer oder auch dämonisches Feuer, wurde schließlich eine Volkskrankheit bezeichnet, die im Mittelalter wütete und dazu führte, dass Gliedmaßen brandig wurden und abfielen. Das Ensemble Graindelavoix begibt sich auf Spurensuche in der Musik. Wie viel Teufelsaustreibung im Namen von St. Antonius findet sich darin?

Claudio Puntin
Reflexion nach dem Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ von Johann Sebastian Bach

Johann Michael Bach
„Ach, wie sehnlich wart ich der Zeit“
 
Claudio Puntin
„Sospiro“
 
Dietrich Buxtehude
Klag-Lied Variation über „Auf lass uns den Herren loben“ nach Johann Michael Bach

Johann Christoph Bach
„Wie bist du denn, o Gott, in Zorn auf mich entbrannt“

Claudio Puntin
„Lamento”
 
Johann Kaspar Ferdinand Fischer
Ricercar pro „Tempore Adventus super Initium Cantilenae Ave Maria Klare“

Johann Christoph Bach
„Ach dass ich Wassers gnug hätt“
 
Claudio Puntin
„Vakuum“

Johannes Fischer
„Trostklang“

Werke von Antoine Busnois und Pierre de la Rue

Catherine Aglibut, Barockvioline
Claudio Puntin, Klarinetten
Ulrike Becker, Violine
Christian Gerber, Bandoneon

Ensemble Graindelavoix
Ward de Jonghe, Glocken
Leitung: Björn Schmelzer

Aufnahme vom 27. Juni 2019 aus St. Cäcilia/Museum Schnütgen, Köln und vom 26. Juni 2019 aus St. Ursula, Köln

Moderation: Claudia Belemann
Redaktion: Werner Wittersheim