50 Jahre Nobelpreis für Solschenizyn - BBC Symphony Orchestra

Strawinsky

50 Jahre Nobelpreis für Solschenizyn - BBC Symphony Orchestra

Das BBC Symphony Orchestra führt vor, wie politisch ein packendes Musikprogramm sein kann.

Das Konzert steht am Tag nach der Sendung für 30 Tage zum Nachhören bereit.

Als “Kriegssinfonie“ gilt die Achte von Dmitrij Schostakowitsch. Er hat sie 1943 in nur 40 Tagen komponiert und darin den Schrecken des Zweiten Weltkrieges thematisiert. Zum Beispiel im dritten Satz, einer Toccata mit durchgehender, maschinenhafter Motorik, mit einer geradezu brutalen, menschenverachtenden Monotonie. Aber Schostakowitsch hatte beim Komponieren dieses Werkes noch eine andere existentielle Angst im Blick: den Stalin-Terror. Alexander Solschenyzin ist 1945 verhaftet worden, war acht Jahre lang im Gulag und anschließend in der Verbannung. Den Nobelpreis für Literatur hat er 1970 erhalten, noch bevor sein epochemachendes Werk “Archipel Gulag“ fertig war. Mit der Aufführung von Schostakowitschs 8. Sinfonie ehrt das BBC Symphony Orchestra Alexander Solschenyzin. Und es blickt auf die Herausforderungen unserer Zeit: mit der Aufführung eines Stückes mit dem Titel “Water Atlas“. Es ist das jüngste Werk des finnischen Komponisten Sebastian Fagerlund.

Sebastian Fagerlund
“Water Atlas“

Alma Mahler
“Die stille Stadt“
“In meines Vaters Garten“
“Laue Sommernacht“
“Bei dir ist es traut“
“Leise weht ein erstes Blühn“
“Kennst du meine Nächte?“

Dmitrij Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 8 c-Moll op. 65

Karen Cargill, Mezzosopran
BBC Symphony Orchestra
Leitung: Jukka-Pekka Saraste

Aufnahme vom 24. Januar 2020 in der Barbican Hall, London

Moderation: Claudia Belemann
Redaktion: Michael Breugst