Der Tod des Lichts und das Licht des Todes

Dirigent Tito Ceccherini

Der Tod des Lichts und das Licht des Todes

Die Komponisten der Neuen Musik sind gar nicht so selten gläubige Menschen – oder sie setzen sich zumindest mit Glaubensinhalten und –fragen auseinander. Aus diesem Grund war das Kölner Festival „Acht Brücken“ im Jahr 2016 dem Thema „Musik und Glaube“ gewidmet. Ein äußerst ergiebiges Thema, wie sich zeigte.

Das Konzert steht am Tag nach der Sendung für 30 Tage zum Nachhören bereit.

Der Tod des Lichts und das Licht des Todes

WDR 3 Konzert 07.05.2020 01:55:05 Std. Verfügbar bis 07.06.2020 WDR 3

Eines der schönsten Konzerte wurde damals vom legendären Pariser Ensemble intercontemporain bestritten. Unter der Leitung des italienischen Dirigenten Tito Ceccherini führte es zwei als Paar miteinander verknüpfte Stücke von Johannes Maria Staud auf und präsentierte Jonathan Harveys Werk „Death of Light / Light of Death“. Der englische Komponist bezieht sich darin unmittelbar auf die Kreuzigung Christi, wie sie von Matthias Grünewald in seinem Isenheimer Altar dargestellt worden ist. Besonders die Symbolik von Licht und Dunkelheit in diesem Tafelbild hatte es Harvey angetan. Ein musikalischer Lichtmystiker war auch der früh verstorbene französische Komponist Gérard Grisey. Sein Stück ist eine Art Requiem, das helfen soll, „die Schwelle zu überschreiten“. Zugleich betrauert es in ätherischen, schwebenden und schimmernden Farben den Tod der Zivilisation und der Menschlichkeit.

Johannes Maria Staud
Par ici!

Johannes Maria Staud
Par là!

Jonathan Harvey
Death of Light / Light of Death

Gérard Grisey
4 chants pour franchir le seuil

Ensemble intercontemporain
Tito Ceccherini, Leitung

Aufnahme vom 6. Mai 2016 aus der Kölner Philharmonie

Moderation: Susanne Herzog
Redaktion: Werner Wittersheim