Musik der Zeit [4] Zoom

Der Schatten eine 16 mm Filmrolle auf einer weißen Leinwand

Musik der Zeit [4] Zoom

Vom Kino lernen? Die Musik ist viel älter als der Film, aber so manche Impulse verdankt sie erst der Erfindung des Kinos.

Zoom und Zeitlupe, extravagante Schnitte, Schwenks, Blenden und Kamerafahrten, Nahaufnahmen oder Cinemaskop-Effekte – all das funktioniert auch in der Tonkunst. Beim Transfer entsteht aber auch Neues wie die Stroboskopklänge, die Iannis Xenakis für 16 Bläser entwirft. Im neuen Saxophonkonzert von Peter Eötvös, der dem WDR seit über 50 Jahren eng verbunden ist, wird das Ohr wie von einer Kamera gelenkt, auf Nahes und Fernes, auf Landschaften und Details. Bei Steven Daverson erinnert der Titel an ein Filmstill. Tatsächlich ist seine Musik für Kammerorchester und Elektronik von Tarkovskys Nostalgia inspiriert. Bewegte Bilder braucht es dazu im Konzertsaal keine. In der Musik entscheidet das Ohr mit, wohin es sich richtet, auch bei der Durchquerung der rätselhaften Klanglandschaften der früh verstorbenen Rumänin Ana-Maria Avram.

Iannis Xenakis
Akrata (1964 – 65)
für 16 Bläser

Peter Eötvös
Focus (2021)
für Saxophon und Kammerorchester
Uraufführung

Steven Daverson
Figures Outside a Dacha, with an Abbey in the Background, with Snowfall (2021 – 22)
für Kammerorchester und Elektronik
Uraufführung

Ana-Maria Avram
Swarms III (1995)
oder
Ec-Static Crickets (II)
für Streichorchester

Marcus Weiss, Saxophon
WDR Sinfonieorchester
Leitung: Elena Schwarz

Moderation: NN
Redaktion: Harry Vogt

Stand: 13.09.2021, 16:29