Musik der Zeit - Lied der Nacht

Eine leere Altstadt in der Nacht mit leuchtenden Laternen

Musik der Zeit - Lied der Nacht

Das Programm des WSO spannt einen großen Bogen über drei Generationen polnischer Komponisten, von Karol Szymanowski über Krzysztof Penderecki und Witold Lutosławski bis Jakub Sarwas als Vertreter der jungen Szene in Polen.

Jakub Sarwas schreibt im Auftrag des WDR. In Köln weilt er nicht zum ersten Mal, schließlich hat er in der Domstadt studiert, u.a. bei Johannes Fritsch und Hans Ullrich Humpert. Krzysztof Penderecki erinnert mit seinem frühen Streicherstück an die Opfer von Hiroschima, indem er die damals neusten Streichertechniken zum Einsatz bringt. Zu den zentralen Werken von Witold Lutosławski zählen die Trois Poèmes d'Henri Michaux für Chor und Orchester, in denen er regen Gebrauch von seiner Technik der "kontrollierten Aleatorik" macht. Von den Altmeistern der polnischen Avantgarde, Penderecki und Lutosławski, führt die Spur zurück zu Karol Szymanowski, und damit in eine Zeit spektakulärer Umbrüche. Seine 3. Sinfonie mit dem Untertitel Lied der Nacht für Tenor, Chor und Orchester entstand vor genau 100 Jahren.


Krzysztof Penderecki
Threnos: den Opfern von Hiroschima (1960) für 52 Saiteninstrumente

Witold Lutosławski
Trois Poèmes d'Henri Michaux  (1963) für Chor und Orchester

Jakub Sarwas
Night Train (2015) für Orchester Kompositionsauftrag des WDR UA

Karol Szymanowski
Sinfonie Nr. 3 (1914-16) "Lied der Nacht" für Tenor, Chor, Orchester
(Text: Dschalalal ad-din ar Rumi)

Steve Davislim, Tenor
WDR Rundfunkchor
Leitung: Mariano Chiacchiarini
WDR Sinfonieorchester
Leitung Peter Eötvös

Aufnahme vom 30. Oktober 2015 aus der Kölner Philharmonie

Moderation: Michael Struck-Schloen
Redaktion: Harry Vogt