Die Pianistin Helena Basilova

Acht Brücken 2022

"Triadic Memories"

Pianistin Helena Basilova entführt in die weiträumige Klangwelt Morton Feldmans: "Löst euch auf in der Zeit und genießt es!"

Das Konzert steht am Tag nach der Sendung für 30 Tage zum Nachhören bereit.

"Triadic Memories" ist Morton Feldmans umfangreichstes Klavierwerk – auch wenn es mit ca. 80 Minuten noch recht überschaubar ist für einen Komponisten, der auch fünfstündige Streichquartette schrieb. Aber diesen Raum braucht Feldmans Musik, die sich ganz allmählich, oft kaum wahrnehmbar, entfaltet. In den "Triadic Memories" sind es Motive aus wenigen Tönen, die durchgängig verschoben und verändert werden bis sich die Erinnerung an das Vorangegangene und das Gefühl für Struktur langsam auflösen. Das Hörerlebnis besteht dabei nicht im Versuch, den minimalen rhythmischen Verschiebungen akribisch zu folgen, sondern darin, die Entgrenzung des sich aus den weitmaschigen Mustern aufbauenden Klangraums zu durchleben. Denn Morton Feldman versucht in seiner Musik "Klänge in die Zeit zu projizieren, frei von kompositorischer Rhetorik." Für Helena Basilova war es ein lange gehegter Wunsch, dieses beeindruckende Werk aufzunehmen, doch erst im Lockdown fand sie die dafür nötige Zeit und Stille.

Morton Feldman
"Triadic Memories" (1981)

Helena Basilova, Klavier

Aufnahme vom 4. Mai 2022 aus der Kunst-Station Sankt Peter, Köln

Moderation: Johannes Zink
Redaktion: Werner Wittersheim

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