WDR Kammerkonzert in NRW - Drama oder Komödie?

Markus Schäfer

WDR Kammerkonzert in NRW - Drama oder Komödie?

Knackige Kürze oder epische Länge? Heldenepos, Menschenleid oder Ironie und Satire? Was macht ein Lied zum Kunstlied?

Fällt das Wort “Kunstlied”, denken Musikliebhaber schnell an Franz Schubert oder Richard Strauss, deren Liederzyklen Musikgeschichte geschrieben haben. Doch es geht auch anders, zum Beispiel in den Miniaturen von Siegfrid Karg-Elert, der in zehn Lessing-Epigrammen mit menschlichen Unzulänglichkeiten spielt und diese in “liebevoll-altbackener Manier virtuos-augenzwinkernd zum Zyklus 10 kurzer Nummern rundet”. So beschreiben es Markus Schäfer und Matthias Veit, die sich in ihrem Programm nicht nur der musikalischen Seite des Kunstliedes widmen, sondern auch in kurzen Erzählungen dem Ernst hinter dem Lachen und dem Schmunzeln hinter dem Heldentum widmen. Dabei fehlt natürlich auch der große Schubert nicht, der Heines “Doppelgänger” vertonte - ein Gedicht, das sich zwischen dramatischem Ernst und distanziertem Spott bewegt.

Sigfrid Karg-Elert
10 Epigramme von Lessing, op. 56

Franz Schubert
Der Doppelgänger, D 957,13

Franz Liszt
Die Loreley

Franz Schubert
Einsamkeit, D 620 / Abschied von der Erde, D 829

Richard Strauss
Krämerspiegel, op. 66

Markus Schäfer, Tenor und Erzähler; Matthias Veit, Klavier und Erzähler

Aufnahme vom 15. November 2017 aus dem Amélie Thyssen Auditorium, Köln

Moderation: Claudia Belemann
Redaktion: Michael Breugst