Illusion und Rezeption - Orchestra Kairos

Davit Melkonyan

Illusion und Rezeption - Orchestra Kairos

Echte Barockmusik oder neu komponiert? Das ist die Frage beim Konzert des Orchestra Kairos mit ihrem künstlerischen Leiter Davit Melkonyan beim Kölner Fest für Alte Musik.

"Kairos bedeutet den günstigen Augenblick der Entscheidung", erklärt der Cellist Davit Melkonyan den Namen des jungen Kölner Ensembles Orchestra Kairos. Denn in der Musik, sagt Melkonyan, müsse man sich ja dauernd entscheiden, wie man eine Phrase oder einen Ton gestalten wolle. Beim Repertoire hat sich das Orchestra Kairos für große Offenheit entschieden: sie mischen bei ihrem Konzert alte und "neue" Barockmusik. Bachs viertes Brandenburgisches Konzert trifft auf sein neuntes: das hat er allerdings nie geschrieben! Der Barockoboist Bruce Haynes hat es aus Gesangslinien von Bachs Kantaten neu erschaffen. Auch einige andere zeitgenössische Komponisten haben sich in die barocke Klangwelt des Konzerts hinein begeben. Es gilt also die Ohren zu öffnen und sich überraschen zu lassen, ob sich originale und "gefälschte" Werke unterscheiden lassen.

Jean-Féry Rebel
"Chaos" aus "Les Éléments"

Martín-Andrés González Zamorano
Concerto Grosso in G

Mikayel Balyan
Yesterday

Volkhardt Preuß
Fantasie für Orchester

Matthew Locke
"Curtain Tune"
aus der Schauspielmusik "The Tempest"

Valentin Lucas Richter
Sonata à 4

Carlo Gesualdo
"Moro lasso al mio duolo"
aus dem 6. Madrigalbuch

Rudolf Lutz
Concerto à quatro in A

Bruce Haynes
"Brandenburgisches Konzert Nr. 9"

Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr.4, BWV 1049

Orchestra Kairos
Violoncello und Leitung: Davit Melkonyan

Aufnahme vom 28. November 2020 aus dem Altenberger Hof, Köln

Moderation: Susanne Herzog
Redaktion: Richard Lorber

Stand: 12.01.2021, 15:40