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Jom Kippur und jüdisches Leben in Deutschland

Gebetsschal Tallit, Gebetshorn Schofar und eine Kippa mit Davidstern

Jom Kippur und jüdisches Leben in Deutschland

Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag und für viele Jüdinnen und Juden sehr emotional. Manche verbringen die Zeit mit Fasten und Beten in der Synagoge. Außerdem erklärt der Historiker Werner Eck, was ein Dokument aus dem Jahr 321 über das Jüdische Leben in Köln verrät.

Jom Kippur: Fasten, Beten, Versöhnung

Jom Kippur folgt auf die zehn "ehrfurchtsvollen Tage" nach Rosch ha-Schana, in denen Juden und Jüdinnen Streitigkeiten beilegen und Fehler wieder gutmachen sollen. Das Fest selbst beginnt am Abend, mit dem Kol Nidre, einem liturgischen Gesang.

Jom Kippur: Das jüdische Versöhnungsfest

WDR 3 Jüdisches Leben 15.09.2021 01:42 Min. Verfügbar bis 15.09.2022 WDR 3 Von Larissa Niesen


1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Konstantin der Grosse, oder Konstantin I., von 306 bis 337 römischer Kaiser.

Konstantin der Große war von 303 bis 337 römischer Kaiser.

Köln, im Jahr 321: Aus diesem Jahr stammt das älteste Dokument für jüdisches Leben in dem Gebiet, das heute Deutschland heißt. Damals gehörte Köln zum römischen Reich. Kaiser Konstantin regierte. Mit einem Erlass gab er die Erlaubnis, Juden in die Stadtrat zu berufen. Der Erlass ist nur noch in einer einzigen handschriftlichen Überlieferung vorhanden, die in der Bibliotheca Vaticana liegt um im Moment in Köln zu sehen ist. Ohne diese Abschrift gäbe es keine Quellen über das jüdische Leben im römischen Deutschland, sagt Werner Eck, Professor für Alte Geschichte an der Universität Köln.

Er kritisiert, dass der Inhalt des Erlasses oft ungenau widergegeben werde. Es ging den Stadträten damals nicht um Beteiligung und Gleichstellung. Sie wollten wissen, ob sie Juden zwingen konnten, Mitglied im Stadtrat zu werden, so Eck.

Wirtschaftliche Not als Antriebsfeder

Eine Buchrarität über die Geschichte des deutschen Judentums

Weitere Quellen über jüdisches Leben in Deutschland gibt es in der Spezialbibliothek Germania Judaica in Köln.

Juden waren im römischen Reich nicht besonders beliebt, vermutlich auch nicht in Köln. Denn sie lehnten die römischen Götter ab und aßen auch nicht vom Opferfleisch. Auf antiken Märkten wurde häufig Fleisch von Tieren aus heidnischen Kulten verkauft. Es war also keinesfalls Wohlwollen, Juden mit politischen Ämtern auszustatten, sondern geschah aus der reinen Not heraus, sagt Werner Eck. Es waren wirtschaftliche Gründe, die dazu führten, Juden in den Stadtrat berufen zu wollen. Die Finanznot war groß, weil Germanen einfielen und die Ländereien vor der Stadt plünderten. Wer Mitglied im Stadtrat war, musste mit seinem Vermögen haften. Deshalb musste man vermögende Bürger finden.

Werner Eck über Juden im Stadtrat im römischen Köln

WDR 3 Jüdisches Leben 15.09.2021 12:22 Min. Verfügbar bis 15.09.2022 WDR 3


Jom Kippur (Ganze Sendung 15.09.2021)

WDR 3 Jüdisches Leben 15.09.2021 14:39 Min. Verfügbar bis 15.09.2022 WDR 3


Redaktion und Moderation: Gerald Beyrodt

Stand: 01.09.2021, 12:49

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