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Hören soll stören

Grüßend steht der Theater-Regisseur Christoph Schlingensief am 7.7.2003 vor dem Portal des Bundesrates in Berlin. In dem Gebäude wurde der Künstler mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.

Wir sind gesund und ihr seid krank

Hören soll stören

2003 wird Christoph Schlingensief für sein Hörspiel "Rosebud" der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden verliehen. Den Festakt im Plenarsaal des Bundesrates nutzt er, um nichts weniger auszurufen als die Revolution aus dem Geiste des Hörspiels.

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Christoph Schlingensiefs Arbeiten wurden immer wieder verpönt und er als enfant terrible verschrien. Doch seinen Einfluss kann man nicht ignorieren - auch nicht im Hörspiel. Die damalige Jury zeichnete "Rosebud" für seinen post-satirischen Realismus aus. Es stelle dem Aberwitz der medial inszenierten Politik und der mit billigsten, marktschreierischen Zutaten operierenden Publizistik der Berliner Republik eine schrille, die hysterische Sensationsmacherei und Geschmacklosigkeit der Konzernstrategien und Boulevardschlagzeilen noch übertrumpfende Übertreibung im Akustischen entgegen. Mit dem bizarren Lärmen seines Highspeed-Hörspiels habe Christoph Schlingensief seine innovative Hörspielarbeit konsequent fortgesetzt. Der wiederum formuliert es in seiner Dankesrede recht nüchtern: "Ich produziere den Trash nicht, ich finde ihn - und er liegt reichlich vor."

Von Christoph Schlingensief
Aus der Festveranstaltung zur 52. Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden am 07.07.2003
Produktion: WDR 2003
Ausstrahlung: 21. Oktober 2020

Stand: 01.10.2020, 15:40