Live hören
Jetzt läuft: Oktett Es-Dur, op. 103 von Mozzafiato
Schwarz-weiß Illustration von Stahlstich um 1865: Christian Wolf erschreckt vor seinem Mord an einem Rivalen.

Der Verbrecher aus verlorener Ehre

Stand: 06.05.2022, 10:24 Uhr

Wie konnte es so weit kommen? Der Halbwaise Christian Wolf wird vom einfachen Gastwirtssohn zum Mörder. Ein Klassiker von Friedrich Schiller.

Von Friedrich Schiller

Das Hörspiel steht nach der Sendung bis 21. Juni 2022 zum Nachhören zur Verfügung.

Der Verbrecher aus verlorener Ehre - Eine wahre Geschichte

WDR 3 Hörspiel 21.05.2022 49:39 Min. Verfügbar bis 21.06.2022 WDR 3 Von Friedrich Schiller


Der körperlich unansehnliche Gastwirtssohn Christian Wolf wird, um seiner Geliebten Geschenke machen zu können, zum Wilddieb. Er wird verurteilt, kann sich freikaufen. Er wildert erneut und wird zu drei Jahren Festungshaft verurteilt. Freigelassen erschießt er auf der Jagd aus Eifersucht seinen verhassten Rivalen. Er bereut die Tat sofort. Auf den gesuchten Mörder wird ein Kopfgeld ausgesetzt. Wolf schließt sich einer Gruppe von Räubern an, von der er sich bald wieder abwendet. Als er die Grenze übertritt, um sich als gemeiner Soldat anwerben zu lassen, wird er aufgegriffen und nach einem Geständnis zum Tode verurteilt.

Die in der ersten Fassung noch "Verbrecher aus Infamie" genannte Erzählung entstand 1785. Friedrich Schiller hatte darin eine wahre Begebenheit - das Leben des Sonnenwirtes aus Ebersbach in Württemberg und dessen Hinrichtung 1760 - aufgegriffen. Ihn beschäftigte die bis heute heiß umstritten diskutierte Frage: Wie wird aus einem einfachen Menschen ein Verbrecher und Mörder? Sind dessen Anlagen verantwortlich oder eine gnadenlose Justiz und eine unbarmherzige Gesellschaft?

Besetzung: 
Erzähler 1Sebastian Blomberg
Erzähler 2Wolfram Koch
Christian Wolf Ronald Kukulies
Räuber Ulrich Gebauer
Richter Christoph Bantzer


Von Friedrich Schiller
Bearbeitung: Harald Krewer
Komposition: Christian Mevs
Technische Realisation: Rudolf Grosser, Ole Halver, Christian Mevs
Regie: Harald Krewer
Dramaturgie: Henning Rademacher
Produktion: NDR 2009/ca. 50’

Ausstrahlung: 21. Mai 2022 in WDR 3, 22. Mai 2022 in WDR 5