Essener Brücke wird Radio Tatort

10 Jahre ARD Radio Tatort - Task Force Hamm ermittelt

Essener Brücke wird Radio Tatort

Seit zehn Jahren ermittelt der ARD Radio Tatort. Zum Jubiläum wird die "Task Force Hamm" einen besonderen Fall lösen. Mit Ihrer Hilfe haben wir einen geeigneten Ort für die Schlüsselszene gesucht - und gefunden. WDR 3-Hörspiel-Redakteur Georg Bühren über die Entscheidung.

WDR: Welche Brücke wird zum Tatort in der Jubiläumsfolge?

Georg Bühren: Wir haben uns für den Vorschlag von Sabine Jahnke entschieden. Sie hat uns ein Foto von der alten Eisenbahnbrücke am Stausee in Essen-Kettwig geschickt.

Ihre Brücke als Tatort

Fotoeinsendung von Sabine Jahnke

Die Brücke ist für unsere Hörspielaufnahmen unter filmischen Bedingungen sehr gut geeignet. Sie liegt an einem etwas abgelegenen Ort. Denn laute, permanente Hintergrundgeräusche, etwa von nahen Autobahnkreuzen oder Industrieanlagen, versuchen wir zu vermeiden. Wir können zwar jederzeit inhaltlich wichtige Geräusche, zum Beispiel das Vorbeifahren eines Kanalfrachters, leicht hinzufügen, aber nicht umgekehrt Störgeräusche gänzlich herausfiltern.

WDR: Was wird auf der Brücke nun genau passieren?

Die dort aufzunehmende Szene muss in aller Stille stattfinden, denn sie ist "illegal": Lenz und Vorderbäumen, zwei Ermittler aus unserem Team "Task Force Hamm", wollen zwei Kilo Heroin verschwinden lassen. Das ist eine der Kernszenen der großen Radio-Tatort-Jubiläumssendung zum 10-jährigen Bestehen dieser Reihe. Sie wird ARD-weit am 13. Januar 2018 gesendet - auch bei WDR 3.

Die Task Force Hamm: Matthias Leja, Uwe Ochsenknecht, Hans Peter Hallwachs und Sönke Möhringt; Rechte: WDR

Die Task Force Hamm: Matthias Leja, Uwe Ochsenknecht, Hans Peter Hallwachs und Sönke Möhring; Rechte: WDR

Wir produzieren gern unter echten Bedingungen. Denn die eher filmische Produktionsweise unserer Regisseurin Claudia Johanna Leist führt zu sehr lebendigen, akustisch überzeugenden Ergebnissen, die man im Halbdunkel eines neutralen Studios nur schwer erreicht. Man darf das nicht unterschätzen: Draußen, außerhalb des Studios, müssen die Schauspieler sehr viel freier agieren – und das kennen sie von ihrer Arbeit vor der Kamera. Ein anregender Ort ist dabei hilfreich, ganz abgesehen von den akustischen Reizen, die eine so alte Stahlkonstruktion bietet. Das wird man hören.

Ich war insgesamt sehr überrascht von der Vielfalt der Einsendungen. Sie sind höchst kreativ und zu einigen Bildern wurden gleich Ideen für neue "Task Force Hamm"-Folgen mitgeliefert. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.

Ausstrahlung: 13. Januar 2018 in WDR 3 und in WDR 5
Wiederholung: 19. Januar 2018 in WDR 3, 20. Januar 2018 in WDR 5
Von Dirk Schmidt
Regie: Claudia Johanna Leist
Redaktion: Georg Bühren
Produktion: WDR 2018/ca. 115‘

Ihre Brücke als Radio Tatort

Seit zehn Jahren ermittelt der ARD Radio Tatort. Zum Jubiläum im Januar 2018 wird die Task Force Hamm einen ganz besonderen Fall lösen - dafür suchen wir mit Ihrer Hilfe eine Brücke in NRW - als Tatort. Hier sind die Vorschläge, die uns erreicht haben.

Ihre Brücke als Tatort

Volker Lübke aus Meinerzhagen beschreibt diese Brücke als idealen Tatort für die Task Force Hamm, denn "die Brücke ist, wie der heruntergefallene Betonbrocken im Vordergrund zeigt, dringend sanierungsbedürftig. Ein perfekter Anlass, das Unliebsame gut elegant verschwinden zu lassen. Bei Abriss und Neubau mit schwerem Gerät wird nicht auffallen, was da im Gestrüpp verstreut liegt. Auch Wanderer sind im Sichtertal eher selten anzutreffen."

Volker Lübke aus Meinerzhagen beschreibt diese Brücke als idealen Tatort für die Task Force Hamm, denn "die Brücke ist, wie der heruntergefallene Betonbrocken im Vordergrund zeigt, dringend sanierungsbedürftig. Ein perfekter Anlass, das Unliebsame gut elegant verschwinden zu lassen. Bei Abriss und Neubau mit schwerem Gerät wird nicht auffallen, was da im Gestrüpp verstreut liegt. Auch Wanderer sind im Sichtertal eher selten anzutreffen."

Sandra Bernhardt aus Bielefeld schlägt diese Brücke über die Lutter vor: "Lenz bekommt im halbbetrunkenen Zustand im Radio mit, dass 2017 das Luther-Jahr ist. Dadurch kommt er auf die Schnapsidee, dass der ideale Ort, um das Heroin verschwinden zu lassen, die Lutter in Bielefeld ist. Die Holzbrücke, die über die Lutter führt, liegt in der Nähe einer großen Straße und ist für Fußgänger und Fahrradfahrer von dort schnell erreichbar. Abends ist hier nicht viel los, sodass Lenz das Heroin unbeobachtet in das Wasser werfen kann. Das Heroin wird im nahegelegenden Stauteich II münden, wo er es zu einem späteren Zeitpunkt herausfischen kann. Darum ist diese Brücke der ideale Tatort."

Karsten Hesse schickt uns dieses Foto als Vorschlag und schreibt: "Die Autobahnbrücke der A44 Hamm-Kassel ist extrem hoch somit als ... Tatort möglich. Die Eisenbahnbrücke hat etwas morbides und verband Büren-Wewelsburg (SS-Burg) mit Büren-Ringelstein (Hexenprozesse). Da könnte man um den Tatort zwei Erzählstränge zusammenbringen."

Auf Facebook hat Thomas Grote Westrick dieses Brücken-Foto gepostet und schreibt gleich einen möglichen Handlungsstrang für die Task Force Hamm dazu: "Die Task Force Hamm hat Ihren schwierigsten Fall noch vor sich: Unter der Eisenbahnbrücke (manche bezeichnen es auch als Tunnel) in Reken geschieht ein tückischer Unfall mit einem niederländischen LKW. Bei der Spurensuche werden Sie in der näheren Umgebung am Gevelsberg, bei der Waldkapelle, am Melchenberg und nicht zuletzt im Wolfsgehege vom Wildpark Frankenhof fündig. Manche Ermittlungsorte dürften für Vorderbäumer zu anstrengend sein, Scholz führt sein Team gewohnt souverän wobei Georg Latotzke schnell seine Ortskenntnisse nutzt und im Wildpark Frankenhof zu Höchstform aufläuft. Reken ... da bin ich gern."

Ralf Sandfuchs schickt uns dieses Foto von der Ruhrtalbrücke und direkt die Geschichte für die Szene dazu:

"Lenz war klar, dass er das Heroin nicht einfach in die Lippe bei Hamm werfen konnte; irgendjemand hätte zu schnell die Verbindung zu ihm zurückgezogen. Aber ein Fluss war trotzdem ein guter Ort, um das Zeug zu entsorgen. Eine Brücke musste her, eine Brücke, die sicher alle Beweise zerstören würde. Er nahm noch einen tiefen Schluck, voller Wut darüber, wie er von einem LKA-Beamten zum Deppen der Polizei-Nation in Hamm hatte werden können. Das LKA … Düsseldorf … die Ruhrtalbrücke … zwischen Düsseldorf und Essen, an der A52. Die Selbstmordbrücke nannte man sie, weil sie an der höchsten Stelle 65 Meter über dem Boden war. Ein sicherer Tod für jeden, der heruntersprang. Aber darum ging es ihm nicht. Wenn er das Zeug dort hinunter warf, würde der Aufprall alles zertrümmern, und alle Beweise würden sicher fortgeschwemmt. Vor allem aber: Niemand würde darauf kommen, ihn zu verdächtigen. Was für eine boshafte Ironie, dass der Ort, aus dessen Nähe man ihn vertrieben hatte, nun seine beste Hoffnung zu sein schien."

Harald Schubert würde die - wie er schreibt - "Nur so da"-Brücke bei Dortmund vorschlagen und schreibt: "Die Brücke wurde im Zuge der Planung des Baus eines Autobahnzubringers gebaut und dieser Zubringer wurde nie fertiggestellt. In der Nähe befindet sich mittlerweile ein Golfclub und da könnte man doch was tolles draus machen. Zum Beispiel eine Leiche auf dem schwer zugänglichen oberen Teil dieser Brücke (z.B. ein Golfer???)."

Jana Prüßing aus Paderborn schlägt die Eisenbahnbrücke kurz vor Altenbeken bei Paderborn vor: "Das Umfeld ist einfach fantastisch und lässt viel Raum für Phantasie."

Jörg Stölting hat bei uns auf Facebook ein Foto von der Müngstener Brücke gepostet.

Oliver Andresen aus Holzwickede präsentiert die Fischbauchbrücke Beyenburg: "Die Brücke einer stillgelegten Bahnstrecke ist malerisch gelegen. Sie ist begehbar und stellt ein technisches Kleinod dar. Das nahe gelegene Alt-Beyenburg und der Stausee runden das Bild ab. Die nähere Umgebung bietet weitere, auch geheimnisvolle Orte als Tatortumfeld."

Dagmar Dahmen aus Düsseldorf schreibt über ihren Vorschlag: "In Schimanski-Tatorten häufig zu sehen. Auch der 'Hafendetektiv' fuhr oder joggte hier drüber. Zeigt wunderbar die Industrie- aber auch Naturseite der Stadt Duisburg mit Ruhrort und Homberg, Landmarke Rheinorange und Ruhrtalweg drum herum, quasi die Golden Gate von Duisburg."

Sabine Jahnke hat uns über Facebook dieses Foto vom Stausee, Kettwig, Ruhr geschickt.

Andreas Wahoff aus Essen hat die Kastenfachwerkbrücke über der Emscher fotografiert: "Es ist ein authentischer Ort für das Ruhrgebiet. Derzeit muss man sich noch die Nase zuhalten, da die Emscher noch das Abwasser des Ruhrgebietes ableitet, aber in ein paar Jahren wird die Emscher renaturiert sein und ein markantes Merkmal (offene Abwasserkanäle) des Potts verschwindet unter die Erde."

Von Chris Do kommt ein Fotopost auf Facebook von der Deusener Brücke: "Sieht in der Dämmerung wie ein klassischer Schwarz-Weiß-Film-Austauschort für Spione aus."

Jost Klausmeier-Saß aus Brühl findet diese Brücke in Marl passend als Tatort für die Task Force Hamm: "Eine kleine, schmale Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal, sehr wenig motorisierter Verkehr auf der Brücke, gelegentlich Fahrradtouristen... Aber Lastkähne zuhauf darunter, unweit der A43 und doch etwas abseitig gelegen; dazu mit eindrücklichem Blick auf die fernen Industrieanlagen. Idyll des nördlichen Ruhrgebiets..."

Stand: 13.10.2017, 11:36