Verfahren

Leerer Gerichtssaal in Baden-Württemberg.

Verfahren

Von Kathrin Röggla

Vor drei Jahren wurde das Urteil im NSU-Prozess gesprochen. Es war das spektakulärste Strafverfahren der Nachwendezeit. Kathrin Röggla destilliert daraus eine gespenstische Groteske.

Das Hörspiel steht nach der Sendung bis 11. Juli 2022 zum Download zur Verfügung.

Verfahren - Der NSU-Prozess als gespenstische Groteske

WDR 3 Hörspiel 11.07.2021 52:54 Min. Verfügbar bis 11.07.2022 WDR 3


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Der Prozess um die NSU-Morde hat über fünf Jahre gedauert. Doch es wurde längst nicht alles aufgeklärt, was von dem Verfahren erwartet wurde. Darum ist der Prozess für viele ganz und gar nicht abgeschlossen. "Verfahren" greift diesen Zustand auf. Auch hier ist die Gerichtsverhandlung lange vorbei und geht doch geisterhaft immer weiter.

Wir hören ein Echo: Sind es die Stimmen von Richter, Staatsanwaltschaft, Verteidigung oder Zeuginnen, die in den Mikrofonen des Verhandlungssaals gefangen sind und verzweifelt versuchen, dieser Echokammer zu entkommen? Oder hören wir dem Gerichtspublikum auf der Empore zu, den Bescheidwissern und Engagierten aus der ersten Reihe, die von den Dämonen des Prozesses besetzt sind?

Immer wieder eröffnet das Hohe Gericht einen neuen Verhandlungstag, wird ein weiterer Zeuge aufgerufen, beharken sich die alte und die neue Verteidigung, wird über den Gegenstand dieses Prozesses gestritten. Es ist eine Instanz unter Wiederholungszwang, die ein Verfahren führt, das längst woanders stattfindet.

Besetzung
Gerichtsopa, später RichterGraham F. Valentine
Prozessbeobachterin, später AngehörigeMeriam Abbas
VerteidigungJan Krauter
BundesanwaltschaftAstrid Meyerfeldt
NebenklageFabian Hinrichs
AltverteidigungVictoria Trauttmansdorff
LKA-BeamterSerkan Kaya


Von Kathrin Röggla
Technische Realisation: Jürgen Glosemeyer und Barbara Göbel
Regie: Hannah Georgi
Dramaturgie: Isabel Platthaus
Produktion: WDR/BR 2020/ca. 53'

Ausstrahlung: 25. Januar 2020 in WDR 3, 26. Januar 2020 in WDR 5

Stand: 26.05.2021, 17:03