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Moosbrugger will nichts von sich wissen

Der Schatten eines Mannes, der eine Waffe in der Hand hält, wird an eine gelbe Häuserwand geworfen.

Moosbrugger will nichts von sich wissen

Von Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek legt dem Mörder Moosbrugger, der sich irgendwie in Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" verirrt hat, Wörter in den Mund. Über das Wesen der Tötung.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Hörspiel leider nicht zum Download angeboten werden.

Dieser Mörder spricht mit der ganzen Autorität eines Psychopathen: kein Mitleid, keine Reue, kein Zweifel. Das Verbrechen suche sich einfach gerne das Fleisch, weiß er. Wie viel, das hängt von den Möglichkeiten des Verbrechers ab. Moosbrugger, das Würstchen, bringt es nur zum kleinen Massenmörder, der vorne die Lippen spitzt und ein wenig vor sich hin pfeift, während er nach hinten zusticht - ohne sich auch nur einmal umzudrehen und zu überprüfen, wen und was er wo getroffen hat. Andere, Mächtigere lassen pfeifen, lassen stechen und verbieten auch noch den Blick auf die in ihrem Namen begangenen Morde.

Besetzung:
MonologMarion Breckwoldt


Von Elfriede Jelinek
Technische Realisation: Wilfried Hauer und Susanne Herzig
Regie: Karl Bruckmaier
Produktion: BR 2004/ca. 36'

Ausstrahlung: 25. Mai 2021

Stand: 01.04.2021, 14:15