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"Die Welt gehört mir und ich will alles von ihr"

Porträt von Christoph Schlingensief, aufgenommen 2005.

Wir sind gesund und ihr seid krank

"Die Welt gehört mir und ich will alles von ihr"

Im August 2010 stirbt der außergewöhnliche Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief. Wenige Tage danach spricht sein Dramaturg und Freund Matthias Lilienthal mit Michael Köhler über ihre gemeinsame Arbeit, das Leben und die Bedeutung des Dauergrenzgängers.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Hörspiel leider nicht zum Download angeboten werden. Sie können die Sendung aufzeichnen. Auf unserer Seite "Der WDR RadioRecorder" finden Sie dazu einige Tipps.

Juni 2002: Christoph Schlingensief unternimmt eine Voodoozeremonie vor der Düsseldorfer Firma WEB/TEC. Sie gehört einem seiner damaligen Lieblingsfeinde, dem FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann. Zu Klavierakkorden wirft er Federn in die Luft und stinkende Fische in die Blumenbeete. Und als die israelische Fahne brennt, erhebt Schlingensief die Stimme: "Ich verfluche dich, Möllemann!" Matthias Lilienthal leitete das Festival Theater der Welt, in dessen Rahmen die "Aktion 18" stattfand. Es gab Morddrohungen gegen Schlingensief, Möllemann sagte der Presse, er sei "in seinen Menschenrechten verletzt", und Lilienthal hielt den Kopf hin. Der damalige Dramaturg der Volksbühne Berlin, der dieses Jahr als Intendant der Münchner Kammerspiele ausgeschieden ist, hat Schlingensief in den 90er Jahren ans Theater geholt und verstand früh, dass in dem Anarcho-Trashfilmer ein Universalkünstler steckte.

Mit Michael Köhler und Matthias Lilienthal
Produktion: WDR 2010

Ausstrahlung: 19. Oktober 2020

Stand: 01.10.2020, 10:58