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Horchposten 1941 я слышу войну

Leningrad im 2. Weltkrieg: Bewohner mit Gepäck vor den Trümmern ihrer Häuser.

Horchposten 1941 я слышу войну

Von Jochen Langner und Andreas von Westphalen

Die Belagerung von Leningrad im Zweiten Weltkrieg dauerte 900 Tage und kostete mehr als eine Million Menschen das Leben. Das deutsch-russische Gemeinschaftsprojekt "Horchposten 1941 я слышу войну" versammelt historische Originaldokumente zu einer vielstimmigen akustischen Collage.

Nach dem Beschluss Hitlers sollte an Leningrad ein Zeichen gesetzt und die Stadt dem Erdboden gleich gemacht werden. Aber auch für die sowjetische Seite hatte die Stadt Symbolcharakter - das ehemalige Sankt Petersburg galt als Tor zu Europa und war darum Stalin höchst verdächtig. "Wir wurden zweifach belagert", schrieb ein russischer Zeitzeuge, "von Innen und von Außen". Das Material des Hörspiels besteht aus authentischen russischen wie deutschen Dokumenten: Briefe und Tagebücher, Zeitungsmeldungen oder offizielle Verlautbarungen lassen Erfahrungen und Erlebnisse von Menschen in und außerhalb Leningrads lebendig werden. Erzählt wird von Zivilisten und Soldaten, von Opfern und Tätern, Deutschen und Sowjets zwischen den Fronten von Nationalsozialismus und Stalinismus. Deutsche und russische Schauspieler geben dem Dialog, dem Zuhören und Verstehen der verschiedenen Erinnerungen, Kulturen und Generationen ihre Stimme.
"Horchposten 1941 я слышу войну" ist ein deutsch-russisches Gemeinschaftsprojekt, das in beiden Ländern im Radio gesendet und als begehbare Klanginstallation präsentiert wird.

"Die Blockade", Teil 1 des zweiteiligen Hörspiels, schildert den Krieg als Zustand: Das quälende Ausharren in der eingeschlossenen Stadt, die unerbittliche Strategie der Belagerung und die Durchhalte-Parolen.

"Der Marsch", Teil 2, folgt der Bewegung des Krieges: dem Vormarsch des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs und der Gegenbewegung der Roten Armee von Moskau bis Berlin.

Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Horchposten 1941 я слышу войну - Teil 1

WDR 3 Hörspiel | 17.05.2017 | 53:22 Min.

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Horchposten 1941 я слышу войну - Teil 2

WDR 3 Hörspiel | 18.05.2017 | 53:09 Min.

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Ausstrahlung Teil 1: 17. Mai 2017
Ausstrahlung Teil 2: 18. Mai 2017
Von Jochen Langner und Andreas von Westphalen
Technische Realisation: Rike Wiebelitz, Alexander Tsernes, Mechthild Austermann
Regie: die Autoren und Sergey Buntmann
Redaktion: Isabel Platthaus
Produktion: DLF/WDR/Radio Echo Moskau 2017
Unterstützt vom Auswärtigen Amt, der Friedrich-Ebert-Stiftung Moskau, der Stiftung «Erinnerung, Verantwortung und Zukunft» und der ZEIT-Stiftung.

Die historischen Originaldokumente stammen u.a. aus folgenden Texten:

  • Anna Achmatowa: Gedichte. Suhrkamp Verlag. Berlin 1990.
  • Ales Adamowitsch und Daniil Granin: Da Blockadebuch 1 und 2. Volk und Welt Verlag. Berlin 1987.
  • Helmut Altner: Totentanz Berlin. Berlin Story Verlag. Berlin 2015.
  • Anonyma (Marta Hillers): Eine Frau in Berlin. Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945. Eichborn Verlag.Frankfurt a.M. 2003
  • Dietrich Bonhoeffer: Widerstand und Ergebung. Chr. Kaiser Verlag. München 1990.
  • Jewgeni Chaldej: Kriegstagebuch. Das Neue Berlin. Berlin 2011.
  • Lidia Ginsburg: Aufzeichnungen eines Blockademenschen. Suhrkamp. Berlin 2014.
  • Gennadij Gor: Blockade: Gedichte. Edition Korrespondenzen. Wien 2007.
  • Wassili Grossman: Aus: Antony Beevor: Ein Schriftsteller im Krieg. C. Bertelsmann Verlag 2007.
  • Walter Kempowski: Echolot – Barbarossa '41. Albrecht Knaus Verlag. München 2002.
  • Walter Kempowski: Das Echolot – Abgesang. Albrecht Knaus Verlag. München 2007.
  • Lew Kopelew: Aufbewahren für alle Zeit. Steidl-Verlag. Göttingen 2000.
  • Lena Muchina: Lenas Tagebuch. Graf Verlag. Ullstein Verlag 2013
  • Sönke Neitzel, Harald Welzer (Hrsg.): Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben. S. Fischer-Verlag. Frankfurt a. M. 2011.
  • Willy-Peter Reese: Mir selber seltsam fremd: Russland 1941-44. List Verlag. Berlin 2004.
  • Elena Skrjabina: Leningrader Tagebuch. Aufzeichnungen aus den Kriegsjahren 1941 – 1945. Biederstein Verlag. München 1972.

Mit: Jean-Paul Baeck, Jonas Baeck, Andrey Bazhin, Alexey Bobrov, Martin Bross, Sergey Buntman, Sigrid Burkholder, Kirill Byrkin, Anna Emshanova, Natalya Cernyavsakya, Alexander Grishin, Bernt Hahn, Stefko Hanushevsky, Marerike Hein, Phillipp Alfons Heitmann, Karl-Heinz Herber, Ilya Isaev, Elisabeth Juhnke, Anna Kovaleva, Dmitriy Krivoschapov, An Kuon, Jochen Langner, Julius Langner, Tatyana Matukhova, Jona Mues, Victor Panchenko, Juliane Pempelford, Evgeniy Red’ ko, Daniel Rothaug, Alexandra Rozovskaya, Maria Ryschenkova, Julia Schäfle, Katharina Schmalenberg, Daria Semenova, Fjodor Shklovsky, Michael Shklovsky, Denis Shvedov, Irina Tarannik, Xenia Teplitzky, Louis Friedemann Thiele, Denis Vasiliev, Hanna Werth, Bruno Winzen, Mark Zak.

Stand: 25.04.2017, 12:28