Wer aus mir trinkt, wird ein Reh

 Ein Reh steht im Micheldever Wald in Hampshire hinter blühenden Atlantischen Hasenglöckchen.

EGOZENTREN

Wer aus mir trinkt, wird ein Reh

Von Daniela Dröscher

Tristan und Isolde im Arbeitsamt

Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet zum Download zur Verfügung.

Wer aus mir trinkt, wird ein Reh

WDR 3 Hörspiel | 06.06.2018 | 27:54 Min.

Download

Zuerst sind da nur zwei Suchende im Wartesaal des Lebens. Er, vielleicht ein großer Trickfilmzeichner ohne großen Drang nach Gemeinschaft und Nähe. Sie, eventuell eine gescheiterte Opernsängerin mit dem unstillbaren Verlangen jemandem ihr Herz zu öffnen. So wenig sie über ihre Identitäten verraten wollen, umso mehr spielen sie mit ihnen – bis hin zum Tausch, zum Perspektivwechsel. Und eventuell hat auch Richard Wagner etwas damit zu schaffen. Ein Zittern um die Möglichkeit der Liebe beginnt. Denn "alles ist möglich, wenn man von sich selber nur die Fußspitzen sieht."

Mit Fiona Metscher, Robert Oschatz, Jan Reinartz, Ute Eisenhut (Gesang) und Ewald Gutenkunst (Piano)


Von Daniela Dröscher
Regie: Eva-Maria Baumeister
Komposition: Julia Klomfaß
Dramaturgie: Felizitas Kleine
Technische Realisation: Julia Klomfaß
Redaktion: Martina Müller-Wallraf
Produktion: Autorenkollektiv "kidnap someone and make him happy" 2013/2014

Ausstrahlung: 06. Juni 2018 in WDR 3

Egozentren – Eine Woche über das Verhältnis zwischen Subjekt und Kunst

Mit der Reihe "Egozentren" lotet das WDR 3 Hörspiel die Grenzen der Selbstdarstellung aus. Wieviel genialen Narzissmus hält das Kunstpublikum aus und wo ist die Schwelle zum Wahn?

Klaus Kinski und Rolf Dieter Brinkmann, zwei Persönlichkeiten so unterschiedlich wie man es sich nur vorstellen kann. Auf der einen Seite Brinkmann, der schnodderige Dokumentarist seiner selbst, der nicht scheute sich beim "Pissen" auf dem Trottoir aufzunehmen. Auf der anderen der exzessive, glamourös manieristische Kinski, der ganze Generationen von Schauspielern prägte. Ihre Wirksamkeit schöpfen beide aus Egozentrik.

Das WDR 3 Hörspiel stellt vom 04. bis 07. Juni vier Blicke vor auf die Kunst der Selbstdarstellung. Es erzählt von extremem Subjektivismus bei Ingo Golembiewski, von Stilisierung der eigenen Privatsphäre bei Rolf Dieter Brinkmann, von der hysterischen Kunstfigur Klaus Kinski in seinem legendären Monolog "Sechs Gramm Caratillo". Es entsteht provozierende Radikalität auf dem Grat zwischen Ego und Wahn.

Stand: 16.05.2018, 16:47