Dienstbare Geister

Dienstbare Geister

Von WDR COSMO

Auswanderung aus Deutschland, Flucht aus Kamerun - zwei gegenläufige Migrationsbewegungen sind das Thema dieser beiden Geschichten, die sich immer wieder berühren. Dazwischen liegen 100 Jahre.

Das Hörspiel steht hier 2 Wochen befristet zum Nachhören zur Verfügung.

Kostenpflichtiger Download und CD-Bestellung auf www.hoerspielpark.de

1905 verlässt eine mittellose junge Frau Berlin und wandert in die deutsche Kolonie Kamerun aus. Ihr sozialer Aufstieg geschieht auf Kosten der einheimischen Nachbarn und Bediensteten, die beharrlich und vergeblich Widerstand gegen die Deutschen leisten – unter anderem gegen Landraub und Zwang zur Arbeit mit der Peitsche.

2015 bricht ein junger Mann aus Kamerun Richtung Deutschland auf. Er sieht für sich keine Alternative zum reichen Europa. Durch beharrliche Selbstausbeutung erkämpft er sich in Berlin schließlich eine feste Stelle. Zunehmend verliert er die Verbindung zu seiner Heimat. Aber eines Tages soll er seiner Chefin einen Dienst erweisen und gegen seinen Willen einen Auftrag in Kamerun übernehmen. Europas Kolonialgewalt und die Folgen als Parallelmontage.

Mit Sandra Hüller, Olivier Djommou, Cristin König, Britta Hammelstein, Richard Djif, Jacqueline Ekombo Itondo, Tobbit Dieudonné, Fabian Hinrichs, u. a.

Eine Produktion des WDR Hörspiel in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk, Deutschlandradio Kultur, dem Mitteldeutschen Rundfunk und der Ruhrtriennale. Gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW.

Interview mit der Grafikerin Nele Jeromin

WDR: Warum haben Sie die Form der Postkarte gewählt?

Nele Jeromin: Nachdem ich das Skript des Hörspiels gelesen hatte, habe ich mich näher zur Geschichte Kameruns, besonders zu der Zeit, in der ein Teil des Hörspiels spielt, informiert. Sehr schnell tauchten Bilder von Original-Postkarten der deutschen Kolonien auf. An denen habe ich mich in der Gestaltung orientiert.

Die Geschichte der Frau im Hörspiel ist im Stil von Briefen oder Postkarten geschrieben, sie berichtet von ihren Eindrücken und Erlebnissen einer Gruppe von Menschen, die sich nicht am selben Ort befindet. Deshalb hielt ich die Form für passend.

Zitate habe ich gewählt, da beide Geschichten des Hörspiels von der persönlichen Wahrnehmung zweier Persönlichkeiten handeln. Es gibt zwei Handschriften, die eines Mannes und die einer Frau. Die Form der Postkarte soll sie als Reisende ausweisen, die Zitate beschreiben ihre Reaktionen auf ihr Umfeld.

WDR: Was hat Sie an dem Hörspiel besonders angesprochen?

Zum einen die historische und dokumentarische Ebene und zum anderen die ironische und humorvolle Erzählweise.


Von Paul Plamper
Konzept, Buch, Regie und Schnitt: Paul Plamper
Mitarbeit Konzept, Recherche, Kolonialgeschichte: Jelka Plate
Sounddesign: Titus Maderlechner
Schnitt: Elena Zieser, Hans Broich-Wuttke
Dramaturgie: Martina Müller-Wallraf
Produktion: WDR 2017/53‘

Der WDR arbeitet bei ausgewählten Produktionen mit Künstlerinnen und Künstlern zusammen, die die Hörspiele illustrieren. Informationen dazu können Sie per Mail bei bildredaktion [at] wdr.de erfragen.

Stand: 26.02.2018, 14:03