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Climate Fiction

Schmelzende Eisberge in der Arktis.

1LIVE Soundstories

Climate Fiction

Von Jane Tversted und Martin Zähringer

Hurrikan Katrina hat 2005 die Golfküste im Südosten der USA stark verwüstet, 2012 kam Sandy bis nach New York, 2017 zog Irma zerstörerisch über Florida. Solche Tragödien sind Stoff der Literatur und haben sogar ein eigenes Genre begründet: CliFi.

Das Hörspiel steht nach der Sendung befristet zum Download zur Verfügung.

Climate Fiction

WDR 3 Hörspiel | 25.11.2018 | 52:34 Min.

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Gerade in den USA, wo das Thema Klimawandel immer noch zu heftigen Kontroversen führt, hat sich Climate Fiction oder auch Climate Change Fiction als Genre etabliert. Die Referenz zu SciFi - also Science Fiction - ist gewollt: Einer der wichtigsten Climate Fiction-Autoren kommt aus der SciFi-Tradition: Kim Stanley Robinson. Robinson, berühmt für seine "Mars Trilogie", leuchtet in vielen seiner Romane die wissenschaftliche, technische und politische Seite des Klimawandels aus. In seinem neuen Roman "New York 2140" verlegt er die Handlung in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der der Atlantik um 15 Meter angestiegen ist und die Stadt überflutet hat. Am Golf von Mexiko hat sich dagegen eine realistische CliFi-Tradition entwickelt, die von konkreten Ereignissen wie den immer massiver werdenden Hurrikans erzählen. Geht es bei CliFi um das Schaffen von Bewusstsein oder um Sensationslust? Reagiert CliFi auf die Realität oder nimmt sie die Fakten vorweg? Und inwiefern unterscheiden sich Fakten und Fiktion?

Die Hörspiel-Kooperation von 1LIVE und WDR 3 - Pop trifft Politik, Doku trifft Drama, Herz trifft Schmerz. Jeden Montag!

Von Jane Tversted und Martin Zähringer
Regie: Philippe Bruehl
Redaktion: Leslie Rosin
Produktion: WDR/DLF 2018

Ausstrahlung: 25. November 2018 in WDR 3, 26. November 2018 in 1LIVE

Climate Fiction

Fotogalerie zum Thema

Menschen beobachten vom Boot aus die Skyline von Manhattan.

Die Skyline von Manhattan. New York ist eine der weltweit bedrohten Metropolen, die bei einem Anstieg des Meeresspiegels eine völlig neue Küstenlinie bekommen würden. Weite Teile Manhattans stünden dann im Salzwasser.

Die Skyline von Manhattan. New York ist eine der weltweit bedrohten Metropolen, die bei einem Anstieg des Meeresspiegels eine völlig neue Küstenlinie bekommen würden. Weite Teile Manhattans stünden dann im Salzwasser.

In dem Roman "New York 2140" lässt der Autor Kim Stanley Robinson den Meeresspiegel um 15 Meter ansteigen und setzt damit ganz Lower Manhattan unter Wasser. Da die Stadt es versäumt, die Gebäude zu räumen, bilden sich Wohngenossenschaften ab der vierten Etage aufwärts, die dem Klimawandel trotzen.

Blick aus dem Zug. Auch die Coastline nach New Jersey wäre betroffen. Hier sind auch viele Kraftwerke, die die Energieversorgung der Region aufrechterhalten.

Die Lyrikerin Patricia Smith lebt bei Red Banks. Smith hat einen Gedichtband über den Hurrikan Katrina geschrieben, der selbst für viele katastrophenerprobte Amerikaner ein Schock war.

In ihren Gedichten über Katrina erinnert Patricia Smith daran, dass vor allem die schwarze und arme Bevölkerung New Orleans von dem Hurrikan betroffen war.

Der Aufbau von New Orleans geht voran. Die Autorin C. Morgan Babst zog nach dem Hurrikan Katrina hierher zurück. Sie lebt in einem Bezirk, der heute gentrifiziert ist.

Morgan Babst zeigt uns Schauplätze ihres Romans über Katrina. Das Stadtgebiet ist weitgehend flach, man kann sich die Macht der Fluten gut vorstellen.

Hier war vor dem Bau der Stadtautobahn das Zentrum des afroamerikanischen Wirtschaftslebens. Nach Katrina standen tagelang die Flutopfer oben auf der Brücke, meist arme Afroamerikaner, denn nicht alle Einwohner konnten oder wollten evakuiert werden.

Auch in Kalifornien schlägt der Klimawandel zu. Der Autor Kim Stanley Robinson lebt im Central Valley von Kalifornien. Er schreibt seine Bücher im Garten. Im Sommer nur morgens, wenn es noch nicht so heiß ist. Die Orangenhaine seiner Kindheit gibt es nicht mehr.

Kim Stanley Robinson hat über 20 große Science Fiction Romane geschrieben. Seine Begeisterung für die Wissenschaft steht dabei im Vordergrund, wie bei seiner berühmten Mars-Trilogie, für die er auch eine soziale Utopie entwarf. Für "New York 2140" beschäftigte er sich nicht nur mit dem Klimawandel, sondern auch mit politischer Ökonomie.

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Stand: 22.10.2018, 15:34