ALMA - Transalpin

Alma im WDR Funkhauskonzert

Neueste Landler & Jodler – 05.05.2015

ALMA - Transalpin

ALMA – das ist im Spanischen die Seele. Denkt man an Wien, mag einem das Bild einer schönen, klugen und für eine ganze Reihe von Künstlern schicksalhaften Frau in den Sinn kommen, fin de siècle.

Gut ein Jahrhundert später nun steht Alma für zeitgenössische, tiefgründig geerdete österreichische Musik, die ihresgleichen sucht. Volksmusik des 21. Jahrhunderts, ganz bei sich daheim und gleichzeitig prallvoll von Wanderlust, europäischen Fernweh-Heimat-Klängen von Skandinavien bis zum Balkan.

ALMA – das sind fünf junge MusikerInnen aus Österreich, deren Leben Volksmusik seit jeher geprägt hat. Allesamt in musizierenden Familien aufgewachsen, erlebten sie traditionelle Musik von Kindesbeinen an so selbstverständlich wie Zur-Schule-Gehen oder Radfahren.

Was sich dann fast wie von selbst verstand, waren der Weg an eine akademische Institution, um sich am Instrument weiterzubilden, und die Gründung unterschiedlichster Ensembles unterschiedlichster Musikstile – inklusive erfolgreichem Abbruch oder Abschluss dieser Initiativen. Mit eigenen Wurzeln in österreichischer Volksmusik, professioneller Ausbildung an verschiedenen Instrumenten, Erfahrungen mit unterschiedlichen Musikrichtungen und einer großherzigen Begeisterung für die Vielfalt von Kulturen und Bräuchen musiziert ALMA seit 2011.

"Ihre eigenwillige Musik führt uns an Orte, von denen wir nicht einmal wussten, dass es sie gibt." schreibt Gavin Plumley in seinen "First Listener's Notes" zu neuen ALMA-CD "Transalpin". Und weiter: "Die Ziehharmonika schnauft, der Kontrabass dröhnt, und die einander überlappenden Windungen der drei Violinen zeichnen Schnörkel in die Luft, die wie Nebelschwaden vom Grund des Tales aufsteigen, um sich in Wolken zu verwandeln. Wenn die Musik von Alma erklingt, werden wir an einen Ort versetzt, an dem Berge und Schluchten all unsere Mühsal zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen lassen, an dem unsere Vorstellungskraft ihre Flügel ausbreitet und sich endlich in die Lüfte erhebt."

Aufnahmen eines WDR 3 Funkhaus-Konzerts der Musikkulturen vom 24. April 2015 aus dem Kleinen Sendesaal am Kölner Wallrafplatz

mit

Julia Lacherstorfer – Gesang, Geige
Evelyn Mair – Gesang, Geige
Matteo Haitzmann – Gesang, Geige
Marie-Theres Stickler – Gesang, Harmonikas
Marlene Lacherstorfer – Gesang, Kontrabass

Julia Lacherstorfer

Alma im WDR Funkhauskonzert - Julia Lacherstorfer & Evelyn Mair

Alma im WDR Funkhauskonzert - Julia Lacherstorfer & Evelyn Mair

Geboren 1985 in Bad Hall/Oberösterreich. Mama Elfriede, Lehrerin, verbrachte ihre Freizeit gern im Garten und spielte Kontrabass. Papa Franz, Lehrer, sammelte alles, was ihm unter die Finger kam und war auch noch leidenschaftlicher Dudelsack- und Drehleierspieler, was seinen Töchtern öfters mal unsanftes Erwachen am Morgen bescherte. Inspiriert von der elterlichen Gruppe "Kremsmünsterer Bock- und Leiermusik" und dem Akkordeongequetsche des Großvaters bildete sich Julia im Alter von 6 Jahren ein, Geige lernen zu wollen, was ihr auch genehmigt wurde. Mit dem Üben hatte sie's jedoch noch nicht so damals, hörte dafür umso lieber CDs mit Jodlern, Wienerliedern, Gstanzln und estnischer Dudelsackmusik an und verspürte mit der Zeit einen unheimlichen Drang, diese Höreinflüsse in eine musikalische Tat umzusetzen. Erstes Resultat: die "Lacherstorfer Soatnkråtzer" – nomen erat omen. Ab 2003 Studium der Musikerziehung, Philosophie und Psychologie in Wien, Begeisterung für freie Musikformen, Jazz und Improvisation an der privaten Anton-Bruckner-Universität in Linz.

Matteo Haitzmann

 Alma im WDR Funkhauskonzert - Matteo Haitzmann

Alma im WDR Funkhauskonzert - Matteo Haitzmann

Geboren1990. An einem Karfreitag, dem 13. Er selbst schreibt: "Da Hexenverbrennungen zum Glück kein Thema mehr sind/waren, hatte ich eine wunderbare Kindheit im Salzburger Land (Pinzgau). Die Inspiration kam, als ich 3 Jahre alt war. Ich (nicht meine Eltern) entschied mich für die Geige. Meine Eltern (nicht ich), entschieden, dass ich noch 3 Jahre warten solle. Sechs geworden, Geige besorgt, Lehrer organisiert. So folgten viele Jahre des Geigenunterrichts. Angefangen mit Klassik, übergegangen zu viel Volksmusik, schlussendlich abgeschweift in Pop, Improvisation und wieder Klassik, studiere ich nun seit 2013 an der Anton-Bruckner-Universität Jazz und Improvisation bei Andreas Schreiber.
Seit 2014 an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Carola Dertnig. Es grüßt:
Matteo Haitzmann"

Evelyn Mair

Alma im WDR Funkhauskonzert - Evelyn Mair

Alma im WDR Funkhauskonzert - Evelyn Mair

Geboren 1988 in Sterzing als Tochter einer Südtiroler Bahnangestellten und Hobbymusikerin  sowie eines süditalienischen Bahnangestellten und Hobbyzeichners. Sang schon als Kind mit dem Opa, der sich autodidaktisch das Harmonikaspielen beigebracht hatte, und mit Mamas Gitarrenbegleitung. Mit 6 Jahren die eigene Entscheidung für die Geige, erste Ensembleerfahrungen in der Gruppe ihrer Lehrerin, "Puschtra Vielsaitign". Es kamen noch 2 Instrumente hinzu: Querflöte und Klavier. Klassischer Geigen-Privatunterricht und Volksmusik-Kurse bei verschiedenen Dozenten. Schließlich Studium von Volksmusikforschung/ Ethnomusikologie und Elementarer Musikpädagogik an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst. Einstieg in die Szene als Substitutin bei der Band Aufstrich. Weiteres Betätigungsfeld: das Ensemble Aasgeiger.

Marie-Theres Stickler

 Alma im WDR Funkhauskonzert - Marie-Theres Stickler

Alma im WDR Funkhauskonzert - Marie-Theres Stickler

Geboren 1988 und aufgewachsen im niederösterreichischen Schneebergebiet, der oftmals so genannten Wiege der alpenländischen Dreistimmigkeit. Im Alter von 6 Jahren begann sie autodidaktisch das Harmonikaspiel. Auslöser dazu waren gleichermaßen ihre musikbegeisterte Mutter Helen und Hubert von Goisern, der mit seinem Hit "Hiatamadl" damals die Charts stürmte. Mit 13 Unterricht beim Harmonikaspieler Hans Schröpfer, viele unterschiedlichste Musikgruppen kommen und gehen. Seit 2006 Studium der Instrumentalpädagogik "Volksmusikinstrumente", Hauptfach Diatonische Harmonika, am Mozarteum Salzburg. Bald darauf kam der Einstieg ins Ensemble "Die Tanzgeiger" in Wien.
Beschäftigung mit Faltenradios und Quetschkommoden mancher Art: der Steirischen Harmonika, der Wiener Schrammelharmonika. So spielt sie diatonisch, chromatisch, steirisch, wienerisch, hin und wieder theoretisch, aber viel lieber praktisch.

Marlene Lacherstorfer

Alma im WDR Funkhauskonzert - Marlene Lacherstorfer

Alma im WDR Funkhauskonzert - Marlene Lacherstorfer

Geboren 1982 als erste Tochter einer Lehrersfamilie in Bad Hall. Ihr Vater Franz beschaffte das Klavier, auf dem Marlene mir 7 Jahren ihre ersten musikalischen Gehversuche unternahm. Der Weg zur Multinstrumentalistin führte über Geige, Cello, Harfe, Gesang, Tanz und Rhythmik, schlussendlich aber über glückliche Zufälle zum E-Bass und zum Kontrabass, den auch ihre Mutter Elfriede spielt. Nach der Matura in Linz im Jahr 2002 wirkte Marlene an Sozialprojekten in Costa Rica und Panama mit, bevor sie in Wien ihren neuen Wirkungskreis fand. Fernab der Heimat aber hatte sich – inspiriert von vielen neuen Begegnungen in Panama-City mit Musikern aus Lateinamerika – der Wunsch manifestiert, Musikerin zu werden. An der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst Studium von Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie E-Bass und Kontrabass – und Leitung einer inklusiven Band, bestehend aus Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen.

Autor: Thomas Daun

Redaktion: Werner Fuhr

Stand: 10.06.2015, 12:21