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Die Preisträgerinnen und Preisträger 2019

Theater Gütesloh

15. WDR Jazzpreis

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2019

Mit dem WDR Jazzpreis zeichnet der Westdeutsche Rundfunk die Vielfältigkeit der regionalen Jazzszenen dieses Bundeslandes aus. Im Februar wird der Preis zum 15. Mal verliehen. Ausgezeichnet werden Heiner Schmitz, Jens Düppe, Mary's Big Bands und Kavpersaz. Den Ehrenpreis erhält das Projekt Brückenklang.

Die Preisträger wurden von einer Fachjury ausgewählt, der Jazzmusiker und Jazzkritiker sowie die Jazz-Redaktion des WDR angehören. Die Preisverleihungen und die Preisträgerkonzerte finden im Rahmen des WDR 3 Jazzfests am 1. Februar 2019 ab 20 Uhr im Theater Gütersloh statt. Durch den Abend führen wird der Pianist und langjährige WDR 3 Jazz-Moderator Götz Alsmann.

WDR Jazzpreis "Komposition" - Heiner Schmitz

Der Konponist und Saxofonist Heiner Schmitz

Heiner Schmitz

Seine jazzorchestralen Programme denkt Heiner Schmitz, 1979 in Leipzig geboren, seit 1991 in der Nähe von Köln lebend, zumeist in großen Zusammenhängen. Mit "Odyssee" nimmt er zum Beispiel Bezug auf Homers weltberühmtes Epos, in seinem aktuellen Programm "Sins & Blessings"« setzt er sich wiederum mit den sieben Todsünden auseinander. Diese außermusikalischen Impulse sind ihm stets Inspiration für eine zeitgemäße Orchester-Jazzmusik, deren lineare Durchführung oft zu überraschenden Klangereignissen führt. Gerne und oft realisiert Schmitz seine Werke mit dem Cologne Contemporary Jazz Orchestra, er leitet aber auch das 13-köpfige Symprophonicum mit Jazzmusikern, einer Sängerin und einem Streichquartett.

WDR Jazzpreis "Improvisation" - Jens Düppe

Der Schlagzeuger Jens Düppe

Jens Düppe

Jens Düppe ist ein "kompletter" Schlagzeuger. Der 1974 in Schwäbisch Gmünd geborene, seit langem in Köln lebende Musiker versteht es wie kein anderer, die Time regelrecht an die akustische Wand zu nageln. Zugleich setzt er aber auch das rhythmische Fundament jeder Band per se unter Spannung, wenn er ein Vexierspiel aus konkretem Beat und freiem Pulsieren anstößt. Zudem ist Düppe ein "melodischer" Drummer: nicht nur, wenn er entsprechende Impulse der Solisten aufgreift und auf die Trommeln und Becken seines Schlagzeugs überträgt, sondern auch, wenn er selbst seinem eigenen "Melos" folgt – gleichgültig, ob als Sideman in Ensembles anderer Musiker oder als Leader zum Beispiel seines Quartetts.

WDR Jazzpreis "Musikkulturen" - Kavpersaz

Das Ensemble Kavpersaz

Das Ensemble Kavpersaz

Das Quartett Kavpersaz (zusammengesetzt aus den ersten drei Buchstaben der türkischen Hirtenflöte Kaval, Percussions und der Langhalslaute Saz) nutzt das traditionelle Instrumentarium Anatoliens, um die rhythmische und melodische Vielfalt der Folklore türkischer, kurdischer und armenischer Herkunft aufzuspüren und eine Brücke zur (Improvisations-)Musik europäischer Provenienz zu schlagen. Die vier türkischen Musiker, die alle in Nordrhein-Westfalen zu Hause sind, schöpfen aus dem Potenzial des musikkulturellen Terroirs ihres Herkunftslandes und setzen es daraufhin in neue Zusammenhänge. Erst im Kontrastieren der Musik des Orients und Okzidents erstrahlen die Gemeinsamkeiten beider Welten. Konzert um 22:30 Uhr auf der Studiobühne in Gütersloh, s.u.

WDR Jazzpreis "Nachwuchs" - Mary's Big Band

Michael Luke & Jan Philipp Röser (Bandleader Mary's Big Band)

Michael Luke & Jan Philipp Röser (Bandleader Mary's Big Band)

Am Ganztagsgymnasium Marienschule in Euskirchen geht man einen eigenen Weg in der Jazznachwuchsarbeit. Vier Bigbands gibt es an der Schule, die alle Altersgruppen vom Quartaner bis zum Abiturienten umfassen und jedwedes spieltechnische Niveau berücksichtigen. Keimzelle ist die 1998 vom Musiklehrer Michael Luke ins Leben gerufene Blue Mary’s Big Band, der in den Jahren darauf die MaryPhonix, MarysTones und PriMary Big Band folgten. Geprobt und aufgeführt wird alles, was die Jazzorchesterliteratur hergibt: von Werken der Altvorderen des Jazz wie etwa Duke Ellington oder Count Basie über Arrangements von Stücken der klassischen Jazzmoderne bis hin zu Bearbeitungen von aktueller Pop- und Rockmusik.

WDR Jazzpreis "Ehrenpreis" - Brückenklang (Landesmusikrat NRW)

Der "Ehrenpreis" des WDR Jazzpreises geht 2019 an "ein herausragendes Programmprojekt eines Jazzclubs, einer Spielstätte oder Initiative in NRW". "Brückenklang" sucht nach Verbindungen zwischen der traditionellen Musik der Chöre und Musikvereine in Nordrhein-Westfalen und den Kulturen der vielen Einwanderer im Land. Seit Herbst 2015 fördert der Landesmusikrat NRW Projekte, die diesen musikalischen Brückenbau initiieren. Zudem organisieren Landesmusikrat und Landesmusikakademie NRW Begegnungsveranstaltungen, Workshops und Fortbildungen, die das Verständnis und das Wissen beider Seiten umeinander vertiefen. Die zwei wichtigsten Baustoffe für diesen Brückenbau sind Improvisation und Arrangement – beide im Jazz wohlbekannt.