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Jetzt läuft: Charleston / 5 études de jazz, op. 58 von Schulhoff, Erwin

Preview Jazz - 03.01.2019

Preview Jazz Teaserbild - 03.01.2019

Preview Jazz - 03.01.2019

Eine Preview zu neuen Alben aus dem Bereich Jazz. Mit dabei sind Eric Dolphy, Nicole Johänntgen und Susan Weinert.

Eric Dolphy: Musical Prophet

Eric Dolphy - Eric Dolphy: Music Prophet
Nach Eric Dolphys plötzlichen Tod 1964 in Berlin lagen die Aufnahmen des Saxofonisten und Bassklarinettisten von Juli 1963 ungehört im Haus seines Kompositionslehrers Hale Smith auf Long Island. Erst 1978 kontaktierte Smith den Flötisten James Newton und erzählte ihm von den Tonbändern. Daraufhin sichtete Newton das Material und brauchte neun Jahre später einige bis dato unveröffentlichte Tracks dieser Studiosession heraus. Nach Hales Tod 2009 hat das in Los Angeles ansässige Label Resonance Records Wind von den Bändern bekommen und sich mit Newton in Verbindung gesetzt. Aus insgesamt siebeneinhalb Stunden Musik dieser Studiosession von 1963 extrahierte man rund 80 Minuten, die nun auf der dritten CD der Box „Eric Dolphy: Music Prophet“ zu hören sind - neben Wiederveröffentlichungen früherer Alben: „Conversations“ von 1963 und „Iron Man“ von 1968.

Beyond The Rainbow

Susan Weinert Rainbow Trio - Beyond The Rainbow
Seit nunmehr 30 Jahren ist die saarländische Gitarristin Susan Weinert ununterbrochen auf dem Jazzcircuit unterwegs – in Deutschland ebenso wie international. Vor einer Weile schon hat sie begonnen, mit ihrem Ehemann, dem Bassisten Martin Weinert, kammermusikalisch im Duo zusammenzuarbeiten – allerdings nicht auf der E- sondern der akustischen Nylonsaiten-Gitarre. Vor zwei Jahren ist der junge Pianist Sebastian Voltz dazu gestoßen. Dessen eloquent phrasiertes Spiel auf dem Piano schlägt in den singbaren, zumeist liedhaften Melodien die beiden Weinerts durchaus hohe Wellen und setzt strudelige Stromschnellen im ruhigen, kammermusikalischen Fahrwasser der improvisatorischen Ideen des über die Jahre passgenau aufeinander abgestimmten Ehepaares.

Henry II

Nicole Johänntgen - Henry II
Bereits vergangenen Herbst ist „Henry II“ von Nicole Johänntgen erschienen, das die gebürtige Saarländerin, seit gut 13 Jahren in Zürich lebende Altsaxofonistin mit ihrem „amerikanischen Quartett“ eingespielt hat. Und wie schon mit dem Vorläufer gibt sie auch hier wieder in den acht Stücken ihre ganz persönliche Sicht auf die Jazz- und Musikstadt New Orleans preis: mit ihren Second-Line-Grooves, mit dem lässigen Swing des Jazz und der geerdeten Rhythmik von Funk, R&B und Soul. Die Grundstimmung ist etwas melancholischer und reflektierter als auf „Henry I“. Dafür bekommt das Sousaphon von Steven Glenn mehr Raum, was das rhythmische Fundament von Johänntgens Henry-Band noch mehr unter Spannung setzt als zuvor.

Moderation: Martin Laurentius
Redaktion: Tinka Koch

Stand: 02.01.2019, 15:14