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Preview Jazz - 06.12.2018

Preview Jazz Teaserbild - 06.12.2018

Preview Jazz - 06.12.2018

Eine Preview zu neuen Alben aus dem Bereich Jazz. Mit dabei sind Keith Jarrett, der Band Of Cabbages And Kings, Benjamin Schaefer und Andreas Dombert.

La Fenice (Cover)

Keith Jarrett - La Fenice
Ende September diesen Jahres ist Keith Jarrett mit dem "Goldenen Löwen" der Biennale in Venedig für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Für diese einmalige Ehre hat er sich mit der Veröffentlichung eines Solokonzertes aus 2006 bedankt, das in Venedig an dem Ort aufgenommen wurde, der dieser Doppel-CD auch den Titel gegeben hat: das Gran Teatro La Fenice. Im Mittelpunkt steht eine mehrteilige Suite, in der Jarrett eindrucksvoll zur Schau stellt, dass er eben nicht nur ein virtuos auftrumpfender Jazzpianist ist. Vielmehr ist er ein Meister darin, aus kleinsten Motiven einen Strom an thematischen Entwicklungen herauszuarbeiten.

Of Cabbages And Kings - Aura (Cover)

Of Cabbages And Kings - Aura
Poetik: Das ist das Stichwort für das A-cappella-Quartett Of Cabbages And Kings und deren Debüt "Aura". So ähnlich die Stimmlagen der vier jungen Kölner Sängerinnen sind, so verschiedenen sind deren Klangfarben. Aus diesem Kontrast heraus entwickeln die Songs eine hypnotische Sogkraft, deren emotionalem Strom man sich nur schwer entziehen kann. Die Vokalistinnen entwickeln im Satzgesang differenzierte dynamische Prozesse, experimentieren mit den Möglichkeiten des mehrstimmigen Kanons und scheuen weder Geräusche noch Rezitationen für ihren vokalen Vortrag.

Hive Mind (Cover)

Benjamin Schaefer - Hive Mind
"Hive Mind", auf Deutsch: "Schwarmbewusstsein", ist der Titel des Bigband-Albums, das der Ex-Kölner, nun in Hamburg lebende Pianist Benjamin Schaefer realisiert hat. Für seine Bigband-Kompositionen nimmt Schaefer außermusikalische Ordnungsprinzipien, die entweder von Menschen erdacht wurden (Echolot, Morsealphabet) oder in der Natur zu beobachten sind (Vogel- und Bienenschwarm). Dabei setzt er nicht nur auf das spieltechnische Können seiner Musiker, mit denen er befreundet ist und deren Personalstile er gleichsam aus dem "FF" kennt. Vielmehr experimentiert er zumeist mit den linear-melodischen Möglichkeiten, die ihm die große Besetzung eröffnet.

Guitar (Cover)

Andreas Dombert - Guitar
Auf der Suche, seine Improvisationsmusik nach anderen Kriterien als im Jazz üblich zu gestalten, ist der Regensburger Gitarrist Andreas auf die Altvorderen der Minimal Music gestoßen – auf La Monte Young, Steve Reich oder Philip Glass. Der Jazzgitarrist gestaltet seine Improvisationsmusik ausschließlich mit den Kompositionskriterien dieses Strangs der Neuen Musik – solo auf der Gitarre, ohne Spielereien aus dem digitalen Baukasten. Ein schlichtes Quartintervall im Dreiviertel-Takt, über das sich eine kurze thematische Phrase legt, wird bis zum Exzess wiederholt. Beides wird zum Impuls für ein ständiges Variieren des musikalischen Prozesses – durch die Dramaturgie der Dynamik beispielsweise, durch die Umkehrung des Quartintervalls, das Stauchen eines Melodietons oder das Be- und Entschleunigen des rhythmischen Verlaufs.

Moderation: Martin Laurentius
Redaktion: Werner Wittersheim

Stand: 03.12.2018, 10:56