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Preview World - 14.03.2019

Teaserbild Preview World - 14.03.2019

Preview World - 14.03.2019

Eine Preview zu neuen Alben aus dem Bereich World. CDs von Ustad Saami, Les Yeux d'la Tete, Fisfüz und Blick Bassy.

Ustad Saami - God is not a terrorist

Ustad Saami - God Is Not a Terrorist

Mit der Musik des 75-jährigen Meistersängers Ustad Saami aus Pakistan hat das Label Glitterbeat einen regelrechten Schatz gehoben. Das fanden auch viele europäische Radiomacher und wählten sein vor einigen Wochen veröffentlichtes Album „God is not a terroist“ im März auf Platz 2 der Worldmusic Charts Europe. Ustad Saami ist einer der großen Vertreter einer Jahrtausende alten Musik, die ein Vorläufer der pakistanischen Qawwali-Musik ist. Diese Kunst, in der es gilt 49 Mikrotöne innerhalb einer Oktave absolut rein zu treffen und ausdrucksstark miteinander zu verbinden, hält Ustad Saami lebendig. Seinen reich verzierten Gesang trägt er dabei stets nach dem Call-and-Response Prinzip vor, instrumental begleitet von Harmonium und Tabla. Einfühlsam produziert hat die durchgehend beschwörende Musik auf dem Album der amerikanische Grammy Award Gewinner Ian Brennan, so dass sie auf der CD dieselbe hypnotische und bewegende Stimmung hat, als würde man sie live hören.

Les Yeux d'la Téte - Murciélago

Les Yeux d'la Tête - Murcielago (Cover)

Die Gruppe Les Yeux d'la Tête ist seit über zehn Jahren bekannt dafür, dass sie die Musikkultur ihrer Heimat Frankreich, wie etwaige Chansons im Walzertakt, mit Folk, Jazz, Rock und traditionellen Musikelementen Osteuropas mischt. Auf ihrem aktuellen Album schlagen die sechs Franzosen jetzt zum ersten Mal südamerikanische, karibische und afrikanische Töne und Rhythmen an. Die neue Ausrichtung ihrer Musik deutet schon der spanische Titel ihres Albums an: „Murciélago“. Das bedeutet „Fledermaus“ und ist auf mystischer Ebene das Symbol für Wiedergeburt. Vielleicht ist es ja als Wiedergeburt zu verstehen, dass Les Yeux d'la Tête jetzt wieder leicht beschwingt daherkommen: mit Liedern über die Liebe, das Leben und das Reisen. Denn: ihr vor drei Jahren sehr erfolgreiches Album „Liberté Chérie“ enthielt eher ernste politische Songs, als Reaktion auf die vielen terroristischen Anschläge in Frankreich. Die fröhlichen Stücke des vierten Albums nun sind geprägt von den Reisen der Musiker in den vergangenen Jahren. Entstanden ist die Mehrzahl der 12 Stücke von „Murciélago“ in Mexiko.

Fisfüz - Lale - Colours of Eurasia

Ensemble Fisfüz - Lale - Colours Of Eurasia (Cover)

Drei Jahre nach seinem 20. Bandjubiläum hat Ensemble Fisfüz auf seinem elften Album traditionsreiche alte und zeitgenössische Kompositionen aus Aserbaidschan, Usbekistan, Georgien, der Ukraine, der Türkei und aus Armenien neu eingespielt. Natürlich haben die Musiker aber auch wieder eigene Stücke beigesteuert. Außerdem ist der russische Musiker Arkady Shilkloper mit Wald- und Alphorn und als Komponist  bei verschiedenen Kompositionen des Albums beteiligt. Auf „Lale – Colours of Eurasia“ fasziniert Ensemble Fisfüz mit vielen Duetten, magischen Soli, als Trio und Quartett. Gleich einer Tulpe, mit deren türkischen Namen „Lale“ Ensemble Fisfüz sein Album überschrieben hat, weil sie urspünglich in der asiatischen Steppe wuchs, bevor sie nach Europa kam, entblättern nun die Musiker – entsprechend dem Untertitel ihres Albums - „Farben aus Eurasien“. Bunte Klangfarben der eurasischen Art erzeugt Ensemble Fisfüz, indem es orientalisch anmutende Melodien und pulsierende Rhythmen aus Asien anstimmt und  kunstvoll mit westlichen Harmonien und Klängen aus Europa verbindet.

Blick Bassy - 1958

Blick Bassy - 1958 (Cover)

Zu ruhigen sanften Tönen und traditionellen Rhythmen aus Kamerun wie dem Assiko, Bolobo und Hondo ruft der poetische Singer-Songwriter vom Bassa-Volk auf seinem neuen Album in seiner Muttersprache Bassa durchgehend dazu auf, sich an die Kultur und die Geschichte Kameruns zu erinnern. Genannt hat Blick Bassy sein viertes Solo-Album „1958“. Das ist das Jahr, in dem einer der wichtigsten Kämpfer der Unabhängigkeits-bewegung Kameruns erschossen wurde: Ruben Um Nyobé. Von ihm und von anderen kamerunischen Freiheitskämpfern singt Blick Bassy gleich in mehreren Songs auf seinem neuen Album. In Kamerun stand es dabei bis vor kurzem noch unter Strafe ihre Namen auszusprechen. Die Folge: kaum einer kennt heute noch die alten Helden. Der Sänger mit der berührenden Falsettstimme bricht nun auf seinem Album „1958“ das Schweigen, damit die offenen Wunden seines Landes heilen können und um seine Landsleute wieder mit Stolz zu erfüllen. Die Geschichte seiner Heimat vermittelt er dabei musikalisch in einer Mischung aus Elementen der traditionellen Musik Kameruns und Stilen anderer afrikanischer Länder, Ingredienzen der südamerikanischen Musik und der Soulmusic.

Moderation: Antje Hollunder
Redaktion: Tinka Koch

Stand: 11.03.2019, 12:38